Im Bann des Burgers

Dass in München das Burgerfieber ausgebrochen ist, habe ich lange Zeit sehr gut ignorieren können – bis es mir selbst in die Quere kam: Als nämlich die Suppenküche in der Brienner Straße, in der ich viele frohe Mittagspausen verbracht habe, plötzlich keine Suppenküche, sondern eine Fleischklops-Kneipe mehr war, die Hamburgerei nämlich. Und ganz um die Ecke machte dann auch noch ein Laden mit ähnlichem Konzept auf, taste my burger.
Von schnöden Imbiss-Buden sind die neuen schicken Burger-Tempel weit entfernt, und tatsächlich sind sie mittlerweile überall in der Stadt, Burger House, Belicious Burgger, Ruffs Burgerbraterei und wie sie alle heißen.
Mercedes Lauenstein hat diesen Trend, die Faszination Burger und welche Sehnsüchte eigentlich dahinter stecken, auf jetzt.de sehr schön erklärt. Sie schreibt: „Sieht man sich die Zielgruppe der neuen Burgerläden an, findet man dort … nicht den herkömmlichen McDonald’s-Kunden, sondern einen, der zwar auch gern mal einen Burger hätte, dann aber gesund, regional und exklusiv. Und der dafür auch bereit ist, mehr zu zahlen.“ Fastfood mit Anspruch also, eine kleine, exklusive Sünde, bei der man kein schlechtes Gewissen mehr haben muss: „Die neue, schizophrene Mischung von Slowfood und Fastfood bringt all das auf einen Nenner: Genuss und Gesundheit stehen sich nicht mehr im Weg, prollig und schick geht, unterwegs zu Hause sein auch, faul und sportlich sowieso.“
Wow, was so ein Stückchen Fleisch im Brötchen auf einmal alles können soll! Kann es natürlich nicht, aber es reicht ja schon, wenn es hin und wieder gut schmeckt.
Aber wo denn eigentlich? Hier ein paar Empfehlungen:

In die oben bereits erwähnte Hamburgerei, die ich eigentlich nie betreten wollte, habe ich mich schließlich doch gewagt. Und den veganen Burger (mit Falafel-Bällchen) probiert, den meine Kollegin T. so liebt. Der ist tatsächlich sehr lecker. Über die fleischvolle Variante kann ich nichts sagen, nur dass die Menschen, die sie rund um uns gegessen haben, davon sehr angetan schienen. Wechselnde Tagessuppen gibt es übrigens auch. Aber eine Suppe wollte ich dann auf einmal gar nicht mehr, als ich erstmal drin war…
HAMBURGEREI
Brienner Straße 49
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-22 Uhr, Sa 13-23 Uhr, So 14-21 Uhr

Über das M.C. Mueller habe ich ja schon beim Thema draußen sitzen geschrieben, ich stehe auf den „Mädchen Burger“ und die saftigen Fritten, die es dort gibt.
M.C. MUELLER
Fraunhoferstraße 2
Öffnungszeiten: Mo-S0 ab 12 Uhr, Küche bis 24 Uhr (wochentags) bzw. 2 Uhr (Wochenende)

Den Hans im Glück Burger Grill gibt es mittlerweile zweimal in München, und auch in anderen Städten. Man sitzt lauschig zwischen Birkenstämmen und futtert „Glücksburger“. Die sind tatsächlich sehr lecker. Auch Mr. B, der mehr Burger-Erfahrung hat als ich, war angetan.
HANS IM GLÜCK
Nymphenburger Straße 69, Türkenstraße 79
Öffnungszeiten: Mo-So 11 – Ende offen

Und wo gibt es noch mehr dolle Dinger? Da ich mich noch nicht rund um die Stadt gefuttert habe, lasse ich andere sprechen, die es wissen müssen:
Die Wahlmünchnerin ist begeistert vom Burger House. (Eine sehr lustige unkonventionelle Gastro-Kritik.)
BURGER HOUSE
Rablstr. 37
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 11.30 – 15.30 Uhr  & 17 – 22 Uhr, Sa 12 – 22 Uhr
Ismaninger Straße 5
Öffnungszeiten:
Mo-Mi 11.30 – 15.30 Uhr  & 17 – 22 Uhr
Do-Fr 11.30 – 15.30 Uhr & 17 – 1 Uhr
Sa 12 – 1 Uhr

Haidhausen ist eine Burger-Hochburg, hier findet man auch das Belicious Burger Restaurant, die Empfehlung gibt’s bei Spotted by Locals.
BELICIOUS BURGER
Pariser Straße 34
Öffnungszeiten:
Di-Fr 11 – 23 Uhr
Sa-So 17 – 23 Uhr
Und sonntags kann man hier zum gemeinschaftlichen Tatort-Gucken vorbeikommen, wie nett.

Food-Bloggerin Petra Hammerstein, die ich gestern kennenlernen durfte, schreibt über einen Burger Workshop im Hard Rock Café.
HARD ROCK CAFE
Platzl 1
Öffnungszeiten:
So-D0 12-24 Uhr, Fr-Sa 12-2 Uhr

Und dann noch ein Blick über den Großen Teich: Bei Serious Eats gibt es eine sehr lustige Karte, die zeigt, dass fast jeder der amerikanischen Staaten seinen eigenen Burger hat. In Wisconsin muss man also anscheinend den Butter Burger bestellen, der tatsächlich in einer Buttersoße schwimmt, in Texas unbedingt mal bei „Whataburger“ gegessen haben, und in Montana ist der „Nutburger“ Kult, beschmiert mit einer Soße aus Erdnüssen und Mayo – Grusel!

Burger deluxe gibt es dagegen in London: Bei Burger and Lobster. Der Name ist Programm.
Habt einen leckeren Freitag!

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Ein Kommentar zu “Im Bann des Burgers

  1. Pingback: Hippe Burger und schicker Salat: Die Hamburgerei | Frau Lehmann

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