Fernweh-Freitag: Bücher, Berge & Botanik

Was macht der Lieblingsbruder, wenn er aus Hamburg zu Besuch nach München kommt? Bringt Franzbrötchen mit. Best Bruder ever! So konnte ich heute morgen mein Lieblingsgebäck vernaschen, das zwar Brötchen heißt, aber eigentlich eine Süßigkeit ist. Was für ein Start in den Tag: Hefeteig, Zucker, Zimt, und Butter, Butter, Butter. In den besten Franzbrötchen der Stadt, denen von Bäckerei Daube, ist, glaube ich, auch noch Marzipan drin – pure Dekadenz!
Zum Thema Franzbrötchen Familie gehört auch dieses Bild. Es ist eines der alten Dias, die mein Großvater gemacht hat, als er mit seiner Familie 1957/58 als Austausch-Professor für ein Jahr an der Southern Illinois University in den USA war. Hier zu sehen: mein kleiner Papa vor einem großen Kaktus. Weil mein Großvater jedes Dia penibel beschriftet hat, weiß ich, dass das in Texas war. Östlich der Guadalupe Mountains, auf der McComb-Ranch, um genau zu sein. Vielleicht sind diese Dias daran schuld, dass ich mit dem Reisevirus infiziert bin, auf jeden Fall aber mein Großvater, der als Paläontologe auf seinen Recherchereisen für Fossilien-Ausgrabungen fast jeden Kontinent bereist hat.

  • Apropos Fernweh: Für Mitte November habe ich jetzt einen Yoga-Urlaub in Marokko gebucht. Ich freue mich so! Und im Februar, finden Mr. B und ich, müssten wir eigentlich unbedingt mal wieder nach Kapstadt, in seine Heimatstadt. Warum man den Winter in Cape Town verbringen sollte? Die Travelettes haben dafür gleich 30 gute Gründe gefunden.
  • Gegen Reisefieber geholfen hat ganz sicher nicht der gestrige Abend mit Meike Winnemuth, die – auf ihrer Lesereise mittlerweile in München angekommen – aus ihrem Buch Das große Los vorgelesen und dazu erzählt hat. Meike Winnemuth? Ja, die Journalistin (sie war auch mal meine Chefin), die bei Günther Jauch 500000 Euro gewann und dann beschloss, ein Jahr lang in zwölf verschiedenen Städten rund um den Globus zu leben. Was sie auch getan hat. Davon handelt ihr Buch (von dem ich hier auch schon geschwärmt habe) und ihr Blog, den sie währenddessen führte. Die Lesung war rappelvoll und (bis auf anfängliche Mikrofon-Probleme) sehr unterhaltsam. Die wichtigste Botschaft des Abends: Please walk on the grass. So steht es auf einem Schild im Botanischen Garten in Sydney, und Meike bittet darum, diese Botschaft ernst zu nehmen und auch metaphorisch zu verstehen. Will heißen: sich mehr zu erlauben, mehr zu trauen, mehr zu wagen. „Es ist viel mehr möglich, als man denkt“, sagt sie. Und: „Please walk on the grass. Es werden wunderbare Dinge passieren, wenn Sie es tun.“ Für 2014 plant sie übrigens ein neues Projekt: 12 Monate in 12 deutschen Städtchen.
  • Eine super Kombi, Reisen und Schreiben. Wer das in den USA tun will: Flavorwire empfiehlt Great American Cities for Writers, alles außer New York: Chicago, Illinois, ist dabei, aber auch Bellingham, Washington und Saint Paul, Minnesota. Und einmal musste ich auch wehmütig seufzen, weil hier nämlich auch das schöne Städtchen Asheville in North Carolina empfohlen wird, in dem meine amerikanische Gastschwester Melissa wohnt. Flavorwire empfiehlt dort das Buchladen-Café Malaprop’s. Den Tipp kann ich nur unterschreiben. Dort kann man nicht nur bestens sitzen, lesen, schreiben, Kaffee trinken, sondern auch tolle Mitbringsel erstehen. Mein geliebter Magnet Yay! Dreams! stammt von dort. Und ein Shirt mit der Aufschrift Eat. Sleep. Read. Muss ich noch mehr sagen? Wenn ihr mal in der Nähe seid – unbedingt hin!
  • North Carolina zählt ja zu den Südstaaten, und wer mal da war, hatte sicherlich die ein oder andere Begegnung mit Fried Chicken. Aber dieses kulinarische Kuriosum gibt es nicht nur dort. Die Fried Chicken Road Map verrät, wo man für den fetten Snack am besten anhalten sollte.
  • Stefanie vom Gipfelglück Blog hat die (auf ihrer Seite) 10 beliebtesten Bergtouren in den Alpen zusammengestellt. Schnell noch mal in die Berge, bevor der Winter kommt!
  • Für mich nicht fern, aber vielleicht für euch: München. Irma’s World macht Lust, das neue Occam Deli in Schwabing zu testen und Harper’s Bazaar empfiehlt einen München-Cityguide für Frauen.
  • Was man beim Reisen so alles lernt: Life Lessons vom Thought Catalogue.
  • Heimdeko-Guru Martha Stewart sorgt gerade in der Blogosphäre für Aufruhr, weil sie sich in einem Interview mit Bloomberg TV recht abfällig über (Food-)Blogger geäußert hat. Zitat Martha Stewart: „Who are these bloggers? They are not editors at Vogue. … They are not experts.“ Der Amateur Gourmet hat dazu eine kluge Replik geschrieben: Whatever, Martha. Holly Becker von Decor8 argumentiert, dass man die Kritik als Ansporn nehmen sollte, noch besser zu werden und selbstbewusst zu sagen, wer man ist und wofür man steht: Who are these bloggers?
  • Apropos Meinungsverschiedenheiten: Anne vom wunderbaren Reiseblog Prêt à voyager beschreibt ein originelles Fastfood-Restaurant in Pittsburgh: Bei Conflict Kitchen gibt es Gerichte aus Ländern, mit denen die USA gerade Zwist haben – und dazu Broschüren mit Infos zu den jeweiligen Ländern. Gerade im Angebot: Iranisches Essen.
  • Zum Schluss noch etwas Versöhnliches: Schöne Landschaftsaufnahmen zum Ersten: Die Zeit zeigt schöne Island-Luftbilder aus dem Blog Iceland for 91 days. Und zum Zweiten: hier die Aufnahmen zum Wildlife Photographer of the Year. Atemberaubend!
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6 Kommentare zu “Fernweh-Freitag: Bücher, Berge & Botanik

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