Foodie-Tour Berlin

Achtung, Text-Bild-Schere: Vor der offenen Tür zur Terrasse rauscht der Atlantik, ich sitze auf einer blauen Couch mit bunten Kissen und blicke auf eine Reihe aufrecht an der Wand stehender Surfbretter, die den Nummern der Zimmer zugeordnet sind, in denen ihre Besitzer (oder kurzzeitigen Benutzer) übernachten. Ich bin in Marokko, im Surferparadies Taghazout, nicht weit von Agadir. Eigentlich habe ich aber nicht vor zu surfen. Ich bin hier für ein Yoga-Retreat, das am Samstag beginnt. Weil die Sache mit den Flügen aber nicht so einfach ist, bin ich heute schon angekommen. So ganz angekommen bin ich aber (gedanklich) noch nicht. Erst muss ich, das hatte ich mir ja vorgenommen, noch den Berlin-Trip vom Wochenende aufzeichnen. Zumindest ein wenig. Hier sind meine kulinarischen Highlights:

  • Der Streetfood Thursday in der Markthalle 9 in Kreuzberg. Wir haben uns einmal quer durch die Halle gefuttert: frische Austern, mexikanische Tamales, britische Pies, spanische Tapas, und zum Abschluss gab es italienisches Semifreddo. Und wären wir nicht so satt gewesen, hätten wir den ganzen Abend so weitergemacht. Herrlich!
  • Frühstück in Cynthia Barcomis Café & Kaffeerösterei. Sehr zu empfehlen: das Brot-Tasting mit drei verschiedenen Frischkäse-Dips und der Kuchen-Probierteller mit vier halben Stücken nach Wahl. Oh. My. God! Dabei kam mir gleich wieder eine Idee für die Sonntagsbäckerei: Der Carrot Cake war der Wahnsinn – und der ist auch in einem von Cynthia Barcomis Backbüchern zum Nachmachen zu finden, yippie!
  • Das hier war Mr. Bs Idee und ich ging mehr (zu)wider als willig mit: zum Burgermeister, direkt an der U-Bahn Schlesisches Tor. Aber Mann, waren die gut, die Burger! Das Ambiente: Ein zugiger Stehimbiss, die Fensterscheiben zufällig-lässig mit wild gemischten Stickern beklebt, und wer sich zum Bestellen verkehrt anstellt, wird angeraunzt. Aber das gehört sich schließlich so in Berlin, oder? Unfreundlich sein gehört hier ja quasi zum guten Ton (wer die hohe Kunst des Motzens nicht beherrscht, ist kein richtiger Berliner, hat mir eine befreundete Berliner Journalistin erzählt). Wir haben es mit Humor genommen und mit Genuss gefuttert. Wer will, kann das hier die ganze Nacht (bis 3 bzw. 4 Uhr morgens) tun.
  • Hier würde sich auch der Dude wohlfühlen: In der Kneipe Lebowski in Berlin-Friedrichshain.
  • Ursprünglich geplant, aber leider wegen zu geringer Teilnehmerzahl ausgefallen, ist ein Abend im Supper Club ZuhauseBerlin. Vielleicht nächstes Mal. Stattdessen zeigte uns dann ein Freund, wo es in Friedrichshain top Steaks zu top Preisen gibt: im Steakhouse San Diego (Karl-Marx-Allee 141). Nicht schick, nicht cool, aber lecker.
  • Vor dem Abschied haben wir uns für die Heimreise bei Tante Emma gestärkt. Ebenfalls in der Nähe der U-Bahn Schlesisches Tor, wo wir bei lieben Freunden housesitten durften. Tagsüber ein Café, abends Club (mit Open End). Wir haben uns das Frühstück für zwei geteilt, das nicht nur üppig, sondern auch hübsch angerichtet und extrem lecker war.

Mehr Zeit für weitere Erkundungen war leider nicht, aber mehr brauchte es auch nicht für einen rundum gelungenen Kurztrip. Wir kommen wieder, keine Frage. Fürs nächste Mal steht schon jede Menge Neues auf der Liste. Tolle Empfehlungen hat ja zum Beispiel Louisa von The Wednesday Chef in ihrem Gastro-Blog Berlin on a Platter. So, und jetzt also Marokko. Ich schlafe erstmal eine Nacht drüber, dann bin ich bestimmt ganz da.

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Ein Kommentar zu “Foodie-Tour Berlin

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