Cape Town Diary #11: Ausflüge in die Winelands

Bald passt die Überschrift „Cape Town Diary“ wirklich nicht mehr. Seit gestern sind wir in Knysna an der Garden Route, und das kann man mit fast 500 Kilometern Entfernung bei aller Liebe nicht mehr als „in der Nähe“ bezeichnen.
Den ganzen Morgen nach einem Wifi-Hotspot gesucht, um endlich den versprochenen Nachklapp zu Franschhoek & Co zu posten, aber unterdessen mal wieder gemerkt, wie schön es ist, Urlaub zu haben und vom Weg, vom Zeitplan, vom Planen überhaupt abweichen zu können: großartige Eggs Benedict auf Spinat gegessen (bei Jean’s Café on Grey), zwei Kleider (hier) und Stoff-Servietten (hier) für die nächste Dinnerparty gekauft (lange nicht mehr so viel Spaß am Shoppen gehabt), über die Hitze gestöhnt, und schließlich im Rose Café fündig geworden: Wifi und Ventilatoren, ein Traum.
Aber noch einmal zurück zur vergangenen Woche, die eindeutig im Zeichen des Weins stand. Von all unseren Weinproben sind noch neun Flaschen im Kofferraum (drei haben wir schon verschenkt), und die müssen wir wohl auch noch leeren, bevor wir zurückfliegen (oder auch verschenken). Gefühlte hundert Weine haben wir probiert, und immer wieder gemerkt, wie schwer es ist, zu beschreiben, was man da eigentlich schmeckt, ob man es mag, wonach es riecht, und, und, und.
Passend zum Thema haben wir uns dann noch den Dokumentarfilm SOMM angesehen, den uns Mr. Bs Freund Philip empfohlen hatte: Er folgt vier Männern, die sich um das renommierte Zertifikat des Master Sommelier bewerben und dafür jahrelang büffeln. Vor allem für die Blindverkostung, bei der sie sechs Weine benennen müssen: Sorte, Region, Jahrgang etc. – Wahnsinn! Und eine Übung in Achtsamkeit par excellence: So intensiv und aufmerksam riechen und schmecken normale Menschen wohl nie. Denn schließlich muss man das, was im Wein wiedererkennen will, ja erstmal überhaupt irgendwo vorher geschnuppert haben: nasse Tennisbälle, der Dachboden meiner Oma oder den Geruch von nassem Asphalt nach einem Sommerregen.
Anyway. Jetzt fasse ich mich kürzer, versprochen. Eine kurze Zusammenfassung, wo wir waren und was wir mochten:

Wo?
Riebeek-Kasteel, eines der ältesten Städtchen in Südafrika, etwa 80 Kilometer nord-östlich von Kapstadt. Ziemlich verschlafen, aber süß.
Gegessen:
Im Royal Hotel, eines der Lieblingsausflugsziele von Mr. Bs Schwester Erika. Kolonialstil, Blick auf Weinreben, ein Swimmingpool – herrlich für einen faulen Nachmittag!
Getrunken (und sehr gemocht):
Den Kloovenburg Chardonnay 2013 (im Fass gegoren). Dazu die hauseigenen Oliven und die frischen Weintrauben.

Wo?
In der Studentenstadt Stellenbosch. Wenn man länger in Cape Town rumhängt, glaubt man ja irgendwann, jeder Südafrikaner würde Englisch sprechen (tun ja auch die meisten), aber in „Stellies“ merkt man schnell wieder, dass es ja auch noch das Afrikaans gibt. Skurril. Mr. B, der es in der Schule gelernt hat, kramt jetzt auch immer öfter sein Afrikaans heraus. Lustig. Mein Lieblingswort: vuurwarm! (=Feuerwar, i.e.: heiß!)
Gegessen:
*Auf dem Slowmarket (immer samstags von 9 bis 14 Uhr), Oude Libertas Road. Da gibt es alles, was das Herz begehrt, von Bratwurst über Samosas, Pies, mexikanisch, Cupcakes en masse, Biltong, Brot, Oliven, Austern und, und, und… Nett zum Schlendern, aber schnell sehr voll.
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*Hingesetzt zum Essen und die wunderbare Aussicht genossen haben wir schließlich im Bistro DeliCatEssen auf dem Weingut Tokara: hell, großzügig, und überall stehen leckere Sachen herum, die man kaufen und essen kann.
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*Kaffee und Kuchen (und Wifi) gibt es in der Dorp Street bei Liza’s. Hier hat, glaube ich, meine Obsession mit Red Velvet Cake angefangen…
Geguckt:
*Ebenfalls in der Dorp Street und eine Institution in Stellenbosch ist Oom Samie Se Winkel (Onkel Sams Laden). Der kuriose Shop hat alles, was man in der „guten alten Zeit“ in einem Afrikaansen Kramladen so finden konnte: von handgenähten Schuhen und Puppen über Süßigkeiten, Wein, Gewürze und Kunsthandwerk. Hübsch für Mitbringsel!
*Das Weingut Spier ist riesig, auf dem weitläufigen, grünen Gelände kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Praktisch: Im Eight to go Deli kann man leckere Kleinigkeiten einkaufen oder vorab einen Picknickkorb buchen und dann irgendwo im Schatten futtern. Außerdem gibt es noch das „normale“ Restaurant Eight und das Event-Restaurant Moyo:
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*Ein echtes Juwel: Das Weingut Delaire Graff. Als wir kamen, war gerade die Mittagszeit vorbei, da wurde erstmal der elegante schwarze Parkettboden im Speisesaal gewienert. Die Ausblicke von der Terrasse sind phänomenal. Hier findet im März übrigens die Charity-Aktion Cape Wine Auction statt. Wird bestimmt eine schicke Sache!
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Getrunken:
Sutherland 2011 Sauvignon Blanc vom Weingut Thelema
Tokara Chardonnay 2013

Wo?
Franschhoek, die „französische Ecke“, wo die französischen Hugenotten siedelten und ihr Weinwissen mitbrachten. Hat mir fast besser gefallen als Stellenbosch, irgendwie gemütlicher, hübscher, wenn auch ziemlich touristisch. Hat uns nicht gestört, im Gegenteil. Wir haben vom Touri-Programm gern Gebrauch gemacht und uns am ersten Tag von der Franschhoek Wine Tram (und Bus und Traktor) zu sechs verschiedenen Weingüter chauffieren lassen. Ein großer Spaß!
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Gegessen:
*Ob es daran lag, dass wir nach dem Besuch von zwei Weingütern schon die rosarote Brille aufhatten? Oder am Sonnenschein, der hell, aber nicht zu heiß war? Am Schatten unter den Weinreben? An der netten Bedienung? An noch mehr Wein? Vielleicht war es auch alles zusammen. Auf jeden Fall waren wir vom Bread & Wine Restaurant auf dem Weingut Môreson restlos begeistert. Und dann noch das Essen! Wassermelonen-Gazpacho. Butterzartes Karoo-Lamm. Thunfischsteak. We love!
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*Nach all dem, was ich über ihn gelesen hatte, wollte ich doch wissen, was es mit dem Wirbel um den südafrikanischen Promikoch Reuben Riffel so auf sich hat. Gesagt, getan: Mittagessen bei Reuben’s. Elegant, aber nicht einschüchternd, in einem schattigen Innenhof unter weißen Schirmen (und mit weißen Stoffservietten). Mr. B schwärmt immer noch von der Hühnerleber, ich war sehr angetan vom Zucchinisalat mit Feta, Belugalinsen und mehr. Kann was!
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* Noch ein Highlight, schon beschrieben: Das Valentinstagdinner im The Kitchen @ Maison. Seufz.

Getrunken:
*Sehr elegant, sehr pompös: das Weingut Grande Provence hat es mir angetan. Und die Angel’s Tears-Reihe, eher die Einsteiger-Weine, auch.
GrandeProvence
*Mr. Bs Favorit: sehr modern, und exzellent im Service: bei Leopard’s Leap hatten wir für die Weinprobe unseren eigenen Sommelier. Ob es an dessen intensiver Beratung lag, dass er hier beim Chenin Blanc ordentlich zugeschlagen hat?
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*Bei Rickety Bridge wiederum habe ich zugeschlagen. Und kann mich jetzt gar nicht mehr daran erinnern, welcher Wein das war – upps! Er liegt im Kofferraum. Mit all seinen Freunden. Was für ein Fest, diese Weintesterei. Davon muss ich mich jetzt erstmal erholen…
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