Fernweh-Freitag: Cape Town Diary #15: The Pot Luck Club

Huch, jetzt ist die (Arbeits-)Woche ja schon wieder rum, wie konnte das passieren? Nunja, mit Arbeit ist so eine Woche eben schnell gefüllt und ebenso schnell rum, ohne dass davon irgendwelche nennenswerten (Blog-)Spuren zurückbleiben. Schade eigentlich. Aber langsam kommt das Wochenende, wie ein tiefer, frischer Atemzug auf einem Berggipfel, der den Kopf freimacht. Also kurz innehalten, um noch einmal in die Ferne zu schweifen.
Nach Kapstadt, was jetzt schon wieder ewig weit weg scheint, dabei sind wir erst seit drei Wochen wieder zuhause in München. Nunja, Fernweh ist ja ein schöner Schmerz, deswegen schwelge ich hier noch einmal. Und zwar von The Pot Luck Club, einem wunderbaren Restaurant im Woodstock, und zwar auf dem Gelände der Old Biscuit Mill. Ein gemütliches kleines Areal, in dem einige Cafés und viele hübsche Shops, vor allem mit Interior Design-Artikeln und Klamotten, versammelt sind. Wer schon mal in Kapstadt war, kennt bestimmt das leckere, szenige (und leider mittlerweile ziemlichen überlaufene) Foodie-Fest Neighbourgoods Market, das dort jeden Samstagvormittag stattfindet. Hoch oben über dem ganzen, im obersten Stock des grauen Silo-Gebäudes, in dem auch die Cape Town Creative Academy ihre Räumlichkeiten hat, thront das Restaurant von Luke Dale Roberts. Der ist einer der bekanntesten Köche Südafrikas und hat mit The Test Kitchen, ebenfalls auf dem Gelände der Biscuit Mill, noch ein preisgekröntes Fine Dining Restaurant am Start. Pot Luck ist sein jüngeres Projekt, erst vergangenes Jahr eröffnet und unglaublich erfolgreich. Das Konzept: kleine, aber brillant gestaltete Gerichte, von denen man viele verschiedene „Tapas“ essen kann, gerne auch am Tisch untereinander probiert und teilt. Die Karte ist nach den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen aufgeteilt: Süß, Sauer, Salzig, Umami, etc.
Im vergangenen Jahr waren wir zum ersten Mal dort und restlos begeistert. Vom Essen, vom Wein, von der lebhaften und lockeren Atmosphäre, die die Kellner und auch die Köche, denen man in der offenen Küche bei der Arbeit zugucken kann, verbreiten. Und unter uns vor den Fenstern funkelten die Lichter von Kapstadt. Diesmal waren wir nicht abends da. Wir hatten uns zu spät um eine Reservierung gekümmert, deswegen war nichts mehr zu machen. Aber als wir mittags einfach hinspaziert sind, bekamen wir noch einen sehr schönen Tisch am Fenster. Das Publikum: jung, hip, Business.
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Die Köche bei der Arbeit. Unsere schwerste „Arbeit“: Auswählen, was wir essen bzw. nicht essen wollen.
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Es fing schon mal super an aus der „Salty“-Ecke: Chrisna Olives with Red Pepper Pesto and Artisan Bread, mal wieder schick auf nem Brett serviert. Das Brot ein Gedicht, die Oliven wunderbar saftig, das Pesto köstlich. Nur den weich gegarten, auch sehr leckeren Knoblauch haben wir dann nicht ganz aufgegessen.DSC04111
Noch ein sehr leckeres „Salty“ Gericht: Korean Fried Chicken with Pineapple and Miso Slaw. Nicht zu scharf, aber intensiv würzig, und – ja – salzig. Sehr hübsch: die kleine Portion Miso Slaw, also eine Art Krautsalat mit Miso, in eine dünne Scheibe Ananas eingerollt. Dann folgte, nicht ganz so fotogen und auch etwas zu „hammelig“: Moroccan Lamb Ribs, Harrisa Sauce, Buffalo Yoghurt with Rosemary and Cumin Roti. Das war auch Salty, wie langweilig. Ein absolutes Gedicht aber das Umami Smoked Beef Fillet with Black Pepper and Truffle Café Au Lait. Rinderfleisch, das leicht (köstlich!) rauchig schmeckt, dazu eine sähmige Soße, die das Kunststück hinbekommt, nach Trüffel und Kaffee gleichzeitig zu schmecken. Ich liebe beides, Trüffel und Kaffee, war also hingerissen.
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Ein Klassiker, den wir schon letztes mal hatten: Sour: Pot Luck Club Fish Tacos. Yummie! Ebenfalls ohne Bild: Grilled Local Fish with Thai Style Black Pepper Sauce, Thai Basil. Sehr fein! Und an dieses Dessert hatte ich mich auch noch vom letzten Mal erinnert, das musste unbedingt sein: DSC04119
Sweet Ending: Nectarine and Almond Tart with Malted Popcorn Ice Cream. Eine herrlich süße Mandel-Nektarinen-Tarte, dazu Eis mit malzigem Popcorn. Sorry, mir fehlen die Worte, um diese Köstlichkeit adäquat zu beschreiben.
Potluck
Mr. B war auch sehr glücklich mit seiner Wahl: Coconut Tapioca, Passion Fruit Sorbet, Fresh Summer Fruit and Cinnamon Tuile. Leicht und fruchtig, leckere Kokosnuss-Sauce. Was „tuile“ genau bedeutet, weiß ich nicht, es war aber so eine Art süßes Papadam, also sehr dünner Teig, mit Zimt bestäubt.
Ach, was haben wir geschlemmt! Und nach ein, zwei Gläsern vom Elgin Ridge Sauvignon Blanc zur Mittagszeit war ich auch herrlich angetüddelt. Wie beim letzten Mal auch schon, ein ganz wunderbares Erlebnis.

THE POT LUCK CLUB AND GALLERY
potluckclub.co.za
Silo Top Floor, The Old Biscuit Mill
373-375 Albert Rood, Woodstock, Cape Town

Von hier aus ist es übrigens nicht weit zur Tagesbar The Kitchen, über die ich mich hier gefreut habe. Und wenn man schon mal in Woodstock ist, sollte man auch unbedingt durch die Geschäfte und Cafés in der Woodstock Exchange schlendern. Wir waren leider ein bisschen zu spät dran (um 17 Uhr machen die meisten zu), aber einen feinen Kaffee und exzellenten Service haben wir noch bekommen. Wir kommen wieder!
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Ein Kommentar zu “Fernweh-Freitag: Cape Town Diary #15: The Pot Luck Club

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