Geguckt, geklickt, gelesen

In zehn Tagen beginnt in München wieder das Filmfest, ich freue mich schon sehr darauf. Aber vorher habe ich mich schon mal mit ein paar anderen Filmen, Serien und Büchern amüsiert. Meine Highlights der letzten Zeit:

  • Roman: Laura Barnett: The Versions of Us
    Romane, in denen verschiedene mögliche Versionen eines Lebens durchgespielt werden, mag ich sehr. Zuletzt Kate Atkinsons Life After Life, schon vor längerer Zeit Lionel Shrivers „The Post-Birthday World“. Darum wurde ich auch bei einer Rezension in der britischen Grazia zu diesem Roman gleich hellhörig. Zu Recht: Was für ein tolles Buch! Ich habe es mit Tränen in den Augen aus den Händen gelegt, mochte mich von den Figuren, die hier erschaffen werden, einfach nicht trennen. Wie die britische Autorin Laura Barnett es schafft, so dicht drei mögliche Variationen der Leben ihrer beiden Hauptfiguren zu erzählen, ist meisterhaft. Dreimal beginnt es mit einer kurzen, zufälligen Begegnung zwischen Eva und Jim, aber dreimal entwickeln sich komplett unterschiedliche Leben der beiden Hauptfiguren daraus. Sie werden ein Paar, oder auch nicht, sind beruflich erfolgreich, oder auch nicht – aber eine Verbindung zwischen ihnen gibt es immer, auf die eine oder andere Weise. Großartig!
  • Krimis: Cilla und Rolf Börjlind: Die SpringflutDie dritte Stimme
    Einen richtig guten Skandi-Krimi hatte ich länger nicht gelesen. Da kamen diese gerade Recht. Eine Kollegin hatte mir den ersten Band einer neuen Reihe geliehen, den die Drehbuchautoren-Duo Cilla und Rolf Börjlind geschrieben haben. Sie schicken ein ungewöhnliches, unfreiwilliges Team auf Verbrecherjagd: Die Polizistenschülerin Olivia Rönning und den ehemaligen Cop, jetzt Obdachlosen, Tom Stilton. Darum herum noch ein Ensemble weiterer liebenswerter Unterstützer. Band 1 ist „Die Springflut“, Band 2 „Die dritte Stimme“ – beide absolute Pageturner!
  • Zeitschrift: Stern Crime
    Apropos Verbrechen: Seit einer Weile liegt das neue Magazin Stern Crime am Kiosk – mitnehmen! Wirklich gut gemacht und sehr lesenswert, diese Zeitschrift über „Wahre Verbrechen“. Etwa der Artikel über einen ungewöhnlichen Bankräuber oder den Skandalmord, der Irland so sehr aufgewühlt hat.
  • Buch: Stephan Harbort: Wenn Frauen morden
    Nachdem ich Stern Crime ausgelesen hatte, musste Nachschub her. Ich habe also ein wenig in meinem Bücherregal gewühlt und ein älteres Buch ausgegraben, das ich schon lange hatte lesen wollen. Kriminalist Stephan Harbort schildert spektakuläre Fälle aus der neueren und älteren Kriminalgeschichte, in denen die Täter Frauen waren. Gibt es mittlerweile auch als Taschenbuch.
  • DVD: Ferdinand von Schirach: Schuld
    Die Bücher von Ferdinand von Schirach (u.a. „Verbrechen“ und „Schuld“), in denen er aus seiner Praxis als Strafverteidiger erzählt, habe ich vor ein paar Jahren verschlungen. Eine feine, ungewöhnliche Sprache, und ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf Verbrechens-„Stories“, den man so bislang noch nicht kannte. Kongenial fürs Fernsehen adaptiert wurden die Bücher in der Produktion von Oliver Berben fürs ZDF. Vor zwei Jahren lief die erste 6-teilige Serie zu „Verbrechen“, vor ein paar Monaten jetzt die zu „Schuld“. Fesselnd!
  • DVD: Houdini
    Fesselnd im doppelten Sinne des Wortes ist die Geschichte von Zauberer, nein „Escape Artist“ Harry Houdini, den Adrien Brody in dieser biographischen Mini-Serie brillant verkörpert. Ein Getriebener, der in immer waghalsigeren Stunts mit seinem Leben spielt, z.B. wenn er sich kopfüber, gefesselt in einen Wassertank einsperren lässt oder gefesselt von einer Brücke in ein kleines Eisloch springt. Tolle Unterhaltung.
  • Kino: Love & Mercy
    Ich bin nicht der weltgrößte Beach Boys-Fan, daher hätte mich die Filmbiographie von Beach Boys-Kopf Brian Wilson normalerweise wohl nicht angesprochen. Aber da ich selbst gerade am Drehbuch einer Künstlerbiographie sitze, war mein Interesse geweckt. Und, siehe da – ein toller Streifen! Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, in den 60er bzw. 90er Jahren, beides bedeutsame Perioden im Leben von Brian Wilson. In der frühen Phase ist ein der junge, begnadete Komponist, der den Sound der Beach Boys weiterentwickeln will, aber immer mehr durch psychische Probleme (er hört Stimmen in seinem Kopf) daran gehindert wird. Grandios gespielt von Paul Dano. In der späten Phase spielt John Cusack den älteren Brian, mittlerweile völlig abgedriftet und abhängig von einem dubiosen Psychiater, der ihn mit viel zu vielen Medikamenten in einem Dämmerzustand hält. Aus diesem erwacht er langsam, als er die patente Autoverkäuferin Melinda (Elisabeth Banks) kennenlernt. Eine zarte Liebesgeschichte beginnt.
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3 Kommentare zu “Geguckt, geklickt, gelesen

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