10 Gründe, warum ich München liebe

Dies ist kein normaler Post. Er ist vielmehr eine Art „Happy Birthday to us“. Ich bin Mitglied der Ironblogger München. Deren Motto lautet: „Mia san Blogger und mia meng Bier.“ Jawoll. Weintrinker wie ich werden aber auch toleriert, sie müssen bloß – wie alle anderen – jede Woche einen Blogpost schreiben – oder andernfalls in die Gemeinschaftskasse zahlen. Die wird dann irgendwann verflüssigt (in besagtes Bier oder Wein). Anlässlich unseres zweijährigen Bestehens haben wir eine Blogparade gestartet. Jeden Tag im Juli schreibt ein anderer Ironblogger über das Thema „München“. Wie man das Thema auslegt, bleibt jedem selbst überlassen.
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Gestern hatte Nicole von revvet Sieben Tipps für Münchner Tierfreunde. Morgen geht das Staffelholz weiter an Irene vom maxvorstadtblog. Und ich nähere mich heute meiner Wahlheimat in Form einer meiner 10er-Listen an. Manchmal ist es ja eine Hassliebe, dieses München und ich. Manchmal finde ich es hier zu piefig, zu sauber, zu teuer, zu vorhersehbar. Wünsche mir die Abgefucktheit von Berlin, den kreativen Spirit von Kapstadt oder die Internationalität von London – und dann wieder denke ich: Ach, München. Was für eine tolle Stadt. Wie gut ich es hier doch habe. 10 Gründe, warum ich München mog, äh, mag:

DIE ISAR. Städte mit Wasser sind einfach gut. Siehe die Elbe zu Hamburg, die Themse in London – und eben München mit der Isar. In der kann man schwimmen, an ihr entlangradeln oder laufen, man kann an ihr auf den Stufen unter der Wittelsbacherbrücke oder unter der Reichenbachbrücke sitzen und die Beine ins Wasser halten, oder am Flaucher grillen. Ein ziemlich toller Fluss, der verdammt viel Lebensqualität schenkt.

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MEINE HOOD: Zu Anfang meiner München-Zeit, als ich aus Hamburg zum Studium hierherkam, bin ich fast alle zwei Jahre umgezogen. Habe so das Westend, Schwabing, Sendling, die Maxvorstadt und die Au kennengelernt. Dann bin ich zu meinem Freund gezogen, der in Neuhausen wohnte – und geblieben. Sechs Jahre sind es mittlerweile. Der Freund ist inzwischen mein Mann, Mr. B. Und mag es hier, sogar sehr. Weil ich auf einen Plausch mit der Marktfrau am Rotkreuzplatz stehenbleiben kann, beim Garibaldi in der Nymphenburger Straße meinen Lieblingswein aus Südafrika bekomme und in der Stadtbibliothek ziemlich viele coole Serien und Bücher. Und weil es eine ganze Reihe toller Cafés und Restaurants hier gibt, in denen ich gerne meine Zeit verbringe: Der Grieche Kyklos (Wilderich-Lang-Straße 10), die Italo-Bar Piacere (Donnersbergerstraße 54), das Café der Hollabusch (ehemals Café Kiki, Schulstraße 34), das tolle Kaffee mit dem etwas sperrigen Namen Kaffee, Espresso & Barista (Schlörstraße 11), die Wohnküche (Lachnerstraße 1) mit ihrer feinen Weinauswahl und herrlichen Käseplatte, und, und, und.

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DAS FILMFEST: Okay, das Filmfest München ist nicht die Berlinale, aber doch eine echte Schau! Das diesjährige Festival ist gerade wieder rum, nächstes Jahr kann man wieder vom 23.6. bis 2.7. 2016 dabeisein. Jede Menge tolle Filme haben wir auch immer hier, und der ein oder andere Promi lässt sich ebenfalls blicken. Dieses Jahr zum Beispiel Viggo Mortensen! Ich habe ihn leider verpasst. Aber seinen Film Den Menschen so fern sehr gemocht. Ein bildgewaltiges Epos aus dem Algerienkrieg 1954, ruhig, langsam, aber fesselnd (läuft jetzt im Kino). Sehr charmant fand ich A Royal Night – Ein königliches Vergnügen (soll am 1.10. im Kino anlaufen), der erzählt, wie die zukünftige Queen Elizabeth und ihre Schwester Margaret aus dem engen Protokoll des Palastes ausbüxen, um mit den ganz normalen Menschen auf der Straße das Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 zu feiern. Die HBO-Serie Togetherness, von der zwei Folgen gezeigt wurden, will ich unbedingt bald im Ganzen sehen (in Deutschland läuft sie bei Sky): schräg, witzig und einfach gute Unterhaltung aus der Feder der Duplass-Brüder. Eine deutsche Indie-Tragikomödie, in Kanada gedreht, ist Coconut Hero (ab 13.8. im Kino). Sehr toll! Das Drehbuch von Elena von Saucen entstand in der Drehbuchwerkstatt München, bei der ich auch Stipendiatin war. Zwei Fernsehproduktionen, die ich empfehlen kann: Sarah Stein – Shalom Berlin, demnächst als neue Krimireihe in der ARD zu sehen, und Der Äthiopier mit Jürgen Vogel, eine Adaption einer Ferdinand von Schirach-Geschichte, vermutlich Anfang 2016 im ZDF. Und das Herz ging mir auf bei Meet Me in Montenegro, einer Independent Produktion eines norwegisch-amerikanischen Pärchens, das ganz, ganz viel Herzblut hineingesteckt hat (dass Rupert Friend mitspielt, schadet natürlich auch nicht). Anders, als der Titel glauben lässt, spielt der Film übrigens zum Großteil in Berlin. Hier die Webseite.

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MIKE’S BIKE TOURS: Auf ihren gemütlichen Cruiser-Rädern sieht man sie regelmäßig über den Odeonsplatz, durch den Hofgarten oder den Englischen Garten radeln: Die Tourguides von Mike’s Bike Tours mit ihren Touri-Gruppen, meistens amerikanische oder australische Touristen. Ich bin großer Fan dieses „Familienunternehmens“ (Gründer Mike ist immer noch dabei). Weil ich über MBT meinen Mann kennengelernt habe, und weil die bunte Crew aus Engländern, Australiern, Kanadiern, US-Amerikanern einen tollen Spirit hat.

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DAS PRINZIP BIERGARTEN: Getrunken wird, was der Wirt verkauft – und essen darf man, was man mag und mitgebracht hat: Diese alte Biergartenregel finde ich einfach super. Ich setze sie gern im Hirschgarten, im Taxisgarten, am Chinesischen Turm oder im Biergarten am Flaucher um. Karin von Wallygusto hatte kürzlich bei ihren Biergarten-Empfehlungen in und um München noch ein paar dabei, die ich nicht kannte. Müssen gleich ausprobiert werden! Immer bringe ich mein Essen übrigens auch nicht mit; vor allem, wenn es leckeren Obatzda zu kaufen gibt, nehme ich auch gern den.

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WEIL MÜNCHEN EINE MEDIENSTADT IST: Ich mag die kleinen Zeitungskästen, die an allerlei Ecken herumstehen und zum Kaufen einladen. Sie sagen: Print lebt! Und ich lebe auch von Print. Trotz allerlei Sparmaßnahmen: In München sind viele der Zeitschriften und Verlage zuhause, für die ich regelmäßig arbeiten darf. Ein Grund mehr, sich hier wohlzufühlen.

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DIE BERG-NÄHE: Als Kind von der Küste (ich bin in Hamburg geboren), ist mir das Meer naturgemäß näher und lieber als die Berge. Aber das weicht so langsam auf. Mittlerweile finde ich es ziemlich schön, im Alpenvorland zu leben und die Berge in der Nähe zu haben. Auch wenn ich davon längst nicht so viel Gebrauch mache wie Stefanie vom Bergblog Gipfelglück (auch eine Ironbloggerin).

Neuschwanstein

DIE RADLBARKEIT: Auch wenn sich Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer nicht immer grün sind, und auch wenn ich auf dem Fahrrad regelmäßig Touristen vom „Radlweg“ wegklingeln muss: In keiner anderen Stadt macht mir das Radfahren so viel Spaß wie in München. Weil fast jede Ecke in Raddistanz liegt und weil die Radwege hier so zahlreich und gut ausgebaut sind. Aber besser geht es natürlich immer – erst kürzlich wurde demonstriert für einen fahrradfreundlichen Ausbau der Rosenheimer Straße. Im Nymphenburger Schlosspark darf man übrigens nicht radeln, aber vor dem Schloss macht sich so ein Rad doch ganz dekorativ, oder?

Nymphenburg

DAS ITALO-FLAIR: München sei die nördlichste Stadt Italiens, heißt es ja. Stimmt. Und zwar nicht nur, weil seit einer Weile auf dem Mittelkanal im Schlosspark von Schloss Nymphenburg eine venezianische Gondel fährt. Ich meine natürlich vor allem das italienische Flair der zahlreichen Restaurants und Cafés. Kulinarisch genieße ich die italienische Atmosphäre am liebsten hier: einen schnellen Cappucino am Morgen oder einen Spritz zum Feierabend in der Bar Centrale (Ledererstraße 23, ab 7.30 Uhr). Den leckersten San Daniele-Schinken (der Rolls Royce unter den Parmaschinken, wie eine Bekannte neulich sagte) und köstlichen saftigen Mozzarella bei Dal Cavaliere am Rosenheimer Platz (Weißenburgerstraße 3), Piazza-Atmosphäre und super Pizza in der Pizzeria Grano am St. Jakobs-Platz (Sebastiansplatz 3). Ebenfalls top für Pizza und mehr: Mozzamo am Romanplatz (Gaßnerstraße 1). Ach, die Liste ließe sich (fast) endlos fortsetzen…

Piacere

MÜNCHNER UND ZUAGROASTE: Last, but not least, liebe ich München natürlich auch wegen der vielen tollen Menschen hier. Nicht alle, aber viele meiner Lieblingsmenschen leben hier und machen das Leben hier so schön. Habt einen schönen Sonntag!

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8 Kommentare zu “10 Gründe, warum ich München liebe

  1. Pingback: Kunst im Karrée 2015 – ein Rückblick in Bildern | Maxvorstadtblog

  2. Pingback: Sonntagsbäckerei: Rosmarin-Thymian-Brot | Frau Lehmann

  3. Freut mich sehr, dass ich Dir ein paar neue Biergärten nahe legen konnte. Viel Spaß beim Ausprobieren!
    LG, Karin

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