Chocolate Chip Cookie Dough-Kugeln (vegan)

Aus meiner Zeit als Austauschschülerin in den USA habe ich einige fatale kulinarische Präferenzen mitgebracht. Seit damals, in den 90ern, stehe ich auf trashiges Texmex-Fastfood à la Taco Bell, auf Mac ’n‘ Cheese (feiste Käse-Maccaroni, natürlich aus der Packung) – und Chocolate Chip Cookies. Genauer gesagt, den Teig, aus dem diese Cookies gemacht werden. Den Chocolate Chip Cookie Dough gab es, wie in eine Wurstpelle in Plastik eingeschweißt, in großen Stangen im Supermarkt zu kaufen. Von denen schnitt man Scheiben herunter, um sie zu backen. Wenn es denn überhaupt so weit kam. Meist aßen wir den Teig einfach roh. Was für eine geile Schweinerei. Oder auch Cookie Dough in Eiscreme von Ben & Jerry’s, für mich damals eine echte Offenbarung. Mittlerweile habe ich seit Jahren kein Mac ’n‘ Cheese mehr gegessen, und auch den Cookie Dough verkneife ich mir meistens. Aber als ich im veganen Kochbuch von Oh She Glows ein Rezept für Peanut Butter Cookie Dough Bites entdeckt habe, konnte ich nicht widerstehen. Aus „all natural ingredients“ sind sie gemacht, vegan und glutenfrei. So richtig gesund deswegen natürlich noch lange nicht – aber vielleicht nicht ganz so fies wie der Teig aus der Plastikpelle. Ich habe Erdnussbutter durch Mandelmus ersetzt und statt Haferflocken Reismehl verwendet, weil mir das Ganze zu sehr nach Müsliriegel schmeckte. Jetzt gefallen sie mir so gut, dass ich mich wirklich arg zusammenreißen muss, um sie nicht alle allein zu essen…

CHOCOLATE CHIP COOKIE DOUGH-KUGELN
für ca. 20 Stück

Zutaten:
2 EL Kokosöl
2 EL Mandelmus
70 g Ahornsirup
1 Msp gemahlene Vanille
125 g Reismehl*
60 g gemahlene Mandeln
1/4 TL Salz
2 EL Schokotröpfchen

Zubereitung:
Kokosöl, Mandelmus, Ahornsirup und Vanille in einer Schüssel mit dem Mixer verquirlen, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nach und nach die restlichen Zutaten hinzufügen und vermischen, ganz zum Schluss die Schokotröpfchen. Mit den Händen walnussgroße Kugeln daraus formen. Die Kugeln ins Gefrierfach geben und etwa 5 bis 10 Minuten fest werden lassen. Danach kann man sie in einem Gefrierbeutel im Kühlfach aufbewahren.

 

*Wer nichts gegen Weizen hat, kann natürlich auch Weizenmehl verwenden.

 

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Sonntagsbäckerei: Veganes Banana Bread

Weil ich mich in letzter Zeit vor allem in meinem Newsletter tummele, war es hier auf dem Blog ein wenig still. Aber dieses Rezept ist so gut, das muss ich einfach teilen. Ich habe es bei Minimalist Baker gefunden und ein wenig abgewandelt – vor allem, weil ich finde, dass in ein ordentliches Banana Bread unbedingt Walnüsse gehören. Eier dagegen müssen, wie ich jetzt festgestellt habe, nicht unbedingt sein, die kann man wunderbar durch eingeweichte Chiasamen ersetzen. Da dieses Bread ja nun mehr Kuchen als Brot ist, schmeckt es sehr gut zum Kaffee oder Tee, auch als süßes Frühstück. Ein bisschen Butter drauf ist lecker, aber natürlich nicht vegan. Dann vielleicht stattdessen Mandelmus nehmen. Der Kuchen ist saftig und sehr gehaltvoll, mit ein bisschen Crunch durch die Walnüsse.

VEGANES BANANA BREAD
für eine Kastenform

Zutaten:
3 mittelgroße, sehr reife Bananen
1 Msp gemahlene Vanille
1 Chia-Ei: 1 EL Chiasamen, eingeweicht in 2,5 EL Wasser, bis die Masse eine gelartige Konsistenz hat
3 EL Kokosöl, flüssig
110 g brauner Zucker
3/4 TL Salz
1/2 TL Zimt
120 ml cup Hafer- oder Mandelmilch, ungesüßt (evtl. etwas mehr, wenn der Teig zu trocken ist)
150 g Reismehl
120 g gemahlene Mandeln
100 g Haferflocken
1 Päckchen Backpulver

Zubereitung:
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden. Die Bananen in einer Rührschüssel mit dem Stabmixer pürieren. Vanille, Chia-Ei, Zucker, Salz, Zimt und Hafermilch unterrühren. Reismehl, Mandeln, Haferflocken und Backpulver in einer zweiten Schüssel vermischen, dann nach und nach unter die Flüssigmischung geben. Evtl. mehr Hafermilch dazugeben, wenn der Teig zu trocken wirkt. 60 bis 75 min backen; mit Backpapier abdecken, wenn der Kuchen zu dunkel wird. Aus dem Ofen nehmen und eine Stunde auskühlen lassen, damit er beim Schneiden nicht zerbröselt. In Scheiben geschnitten, lässt sich das Banana Bread gut einfrieren und im Toaster wieder auftauen.

 

Post von Frau Lehmann

Ihr Lieben, wie ihr vielleicht gemerkt habt, ruht der Blog ja bereits seit einer Weile. Jetzt hatte ich Lust auf etwas Neues – und habe deswegen einen Newsletter gestartet. Der soll so etwa alle ein bis zwei Wochen kommen und sammelt alles, was mich interessiert: Bücher und Artikel, Filme und Rezepte. Also, wer mag: Gerne hier abonnieren. Ich freue mich, wenn wir uns da drüben sehen!

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Viel Grüße aus Asheville, North Carolina. Ich habe mal wieder ein paar Dinge aufgeschrieben, die mir das Leben gerade schöner machen. Wie sieht es bei euch aus?

  • In einer anderen Zeitzone sein
    Ich bin gerade auf Besuch bei meiner ehemaligen Gastfamilie aus dem Schüleraustausch. Damals lebten sie alle in Concord, North Carolina, jetzt haben sie sich kreuz und quer verteilt: Eine Gastschwester lebt mit Mann und Tochter in der Nähe von Boston, Massachusetts (dort war ich letzte Woche), die andere in Asheville, North Carolina (dort bin ich gerade), der Gastbruder in Durham, North Carolina, und schließlich die Gasteltern in der Nähe von Washington, D.C.. Ich klappere sie alle nacheinander ab und bin dabei eine Art digital nomad, arbeite also ein bisschen aus der Ferne für meine deutschen Auftraggeber. Das Tolle daran: Wenn ich hier so gegen halb sieben aufstehe, ist der Tag in Deutschland schon halb rum – und die E-Mails, die ich sonst alle einzeln abgefangen hätte, kommen jetzt in einem Batzen. Nur zu bestimmten Zeiten meine Mails zu checken, wollte ich mir schon längst mal angewöhnen, denn so ist das viel effektiver. Vielleicht klappt die Umstellung ja jetzt. Auch irgendwie sehr schön: Die Vorstellung, dass in Deutschland schon alle schlafen, während hier Nachmittag und Abend in vollem Gange sind.
  • Im Alltag mitschwimmen
    Ich klappere hier also meine Lieblingsamis ab. Die lassen mich in ihren Gästezimmern schlafen und sorgen für Entertainment – müssen aber ganz normal arbeiten. Ich finde das wunderbar, denn so bekomme ich mit – wie damals beim Schüleraustausch – wie das so ist, das ganz normale Leben hier in den USA. Von der Kinderbetreuung (die Anderthalbjährige ist in der Daycare, die sie gruseliger Weise „school“ nennen, als könne der Ernst des Lebens nicht früh genug beginnen) über die Podcasts, die sie hören, die Nachrichten, die sie gucken (Comey-Investitgation, Basketball Playoffs sind gerade die großen Themen), die Jobs, die sie haben, und das Essen, das sie kochen. Meine Gastschwester Melissa ist ganz begeistert von ihrem „Instantpot“, eine Mischung aus Slow Cooker und Schnellkochtopf, und Bethany hat mir im Slow Cooker ihren Lieblings-Linseneintopf gekocht. Viele kleine Schnipsel, aus denen ich ein Bild bastele, wie es ihnen so geht, und mit denen wir uns einander wieder annähern.
  • Ein neuer Podcast-Fund
    Der Mann meiner Gastschwester ist wie ich ein großer Podcast-Fan. Wir haben unsere Playlists verglichen, und ein paar seiner Empfehlungen habe ich gleich aufgenommen. Allen voran: Wait Wait…Don’t Tell Me! Eine Comedy-Quiz-Show, die aktuelle Nachrichten in Entertainment verwandelt – intelligent und urkomisch.
  • Kino-Dekadenz
    Auch wenn ich hier „nur so halb“ im Urlaub bin, gönne ich mir doch ein paar schöne Auszeiten. Gestern zum Beispiel eine Kinovorstellung am Nachmittag. Eigentlich wollten wir ja „Wonder Woman“ sehen, aber dafür gab es nur noch Plätze in der ersten Reihe. Deswegen sind wir auf „Baywatch“ umgeschwenkt. Sehr albern, aber lustig. Das Beste aber war das Kino, in dem wir waren: Da konnte man die Sitze zurückfahren, eine Fußstütze hoch – wie zuhause auf dem Sofa. Ein kleines Klapptischchen fürs Popcorn und Halterungen für die XXL-Getränkebecher gab es natürlich auch.
  • Film-Vorfreude
    Apropos Kino: Wenn ich zurück bin in München, beginnt bald das Filmfest München – meine Lieblingswoche des Jahres. Ich bin schon eifrig dabei, mir mit Hilfe des Festivalplaners mein Programm zusammenzustellen. Kino von morgens bis abends – ein Traum!
  • Zwei gute Stunden
    Eine Film-Empfehlung: Im Kleinstadtkino von Dedham, Massachusetts, habe ich mir, ebenfalls in einer Nachmittagsvorstellung, den Film Their Finest (deutsch: Ihre beste Stunde) angesehen. Ich dachte eigentlich, dass ich keine Zweiter Weltkrieg-Filme mehr sehen kann, aber das Thema, eine Frau, die ins Drehbuchgeschäft stolpert, hat mich interessiert, und Hauptdarstellerin Gemma Arterton mag ich auch sehr. Und dann wurde ich so richtig schön emotional durchgewalkt, wie ich es mag, und hatte zwei wirklich gute Stunden mit diesem Film. Ab 6. Juli auch in Deutschland zu sehen (und kurz vorher auf dem Filmfest München).
  • Ein Roman mit Boston-Flair
    Zufällig sehr passend: Ich hatte mir den Roman Since We Fell von Dennis Lehane auf den Kindle geladen, ohne zu wissen, dass der zu einem großen Teil in Boston spielt, wo ich mich gerade befand. Die Story: Eine Liebesgeschichte samt Psychothriller.
  • Kulinarische Nostalgie
    Diese Reise ist für mich auch ein „trip down memory lane“: Immer wieder schwappen Gedanken hoch an mein siebzehnjähriges Selbst, das damals zum Schüleraustausch hier ankam. Ganz eng verknüpft sind diese Erinnerungen mit dem Essen, das es damals gab. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel meine Vorliebe für Chocolate Chip Cookies, Tex-mex-Küche, Thanksgiving Dinner und mehr. Meine Gastschwester Melissa hat mir ein kulinarisches Willkommenspaket zusammengestellt, und darin befand sich außer einem Chocolate Chip Cookie-Mix und anderen Süßigkeiten auch ein Sixpack Sun Drop. Das ist eine neongelbe Limonade, die in den Südstaaten sehr beliebt ist, irre viel Koffein enthält und so ähnlich schmeckt wie Mountain Dew (falls das jemandem etwas sagt). Was habe ich die damals geliebt! In Concord gab es eine Sun Drop-Fabrik, die wurde jedoch letztes Jahr geschlossen, wie ich jetzt gelernt habe. Mittlerweile gehört die Marke zur Dr Pepper Snapple Group und ich habe mir Softdrinks total abgewöhnt. Aber für Sun Drop musste ich natürlich eine Ausnahme machen. Tja, was soll ich sagen: Die Erinnerung war besser als der tatsächliche Geschmack. Wie gut, dass sich manche Dinge eben doch ändern…
  • Kulinarische Neuentdeckungen
    In Massachusetts haben sie versucht, mich für Lobster Rolls zu begeistern, die lokale Spezialität. Bei Marvel’s Lunch Box in Hull gab’s ganz gute, aber mein neuer Lieblingssnack wird das nicht. Dann schon eher „Shrimp and Grits“, eine Südstaaten-Spezialität, die Melissas Mann Bary gestern Abend für uns gezaubert hat.
  • Yoga mal anders
    Auch wenn ich meine Yogalehrerin quasi dabei habe (in Form der Yogamour-DVDs von Bärbel Mießner), schnuppere ich doch gern mal in fremde Studios rein. Bei Yoga Now in Dedham muss man durch einen Coffeeshop gehen, um zum Übungsraum zu gelangen. Bei Inspired Change Yoga in Asheville bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen und musste eine Weile rätseln, warum die Lehrerin immer „Sayonara“ murmelte, nachdem sie uns in den nach unten schauenden Hund geleitet hatte. Bis ich dann darauf kam. Sie meinte: „Sigh out.“ – tief ausatmen. Das sollte man in der Tat nicht vergessen. Habt ein schönes Wochenende!

Sonntagsbäckerei: Cynthia Barcomis New York Cheesecake

Sag zum Abschied leise „Cheesecake!“. Morgen bin ich zum letzten Mal in der Redaktion, in der ich die letzten Monate als Urlaubs- und Schwangerschaftsvertretung aushelfen durfte. Als kleines Dankeschön an die Kolleginnen  und Kollegen werde ich diesen Cheesecake in die Küche stellen und dann mal gucken, was passiert. Das Rezept stammt, wie so oft, wenn ich backe, von Cynthia Barcomi. Good old Cynthia! Ihr Banana Cheesecake with Blueberry Topping war das erste, was ich jemals für den Blog gebacken habe. Sie weiß einfach, wie das geht. Auf einem Pressetermin habe ich sie schon einmal live erlebt, sie ist wirklich eine force of nature, es macht einfach Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie in der Küche herumwirbelt. Außerdem habe ich gerade Fernweh, da klingt alles mit „New York“ im Titel ziemlich verlockend (trotz Trump). Der Boden wird eigentlich mit Keksbröseln gemacht, aber da es bei uns ja keine „Graham Cracker“ gibt, imitiert Cynthia sie (verdammt gut). Der Cheese-Teil besteht aus zwei Schichten, einer „Füllung“ mit Frischkäse und einer „Glasur“ mit Saurer Sahne, die etwas weicher ist. Alles zusammen schmilzt wunderbar im Mund zusammen, das habe ich an einem kleineren Probe-Cheesecake getestet. Das Kirsch-Topping dazu stammt aus einem anderen Rezept, passt aber wunderbar (und sieht gut aus). Happy Sunday!

NEW YORK CHEESECAKE
Quelle: Cynthia Barcomi: Cheesecakes, Pies & Tartes
für eine Backform mit 23 cm Durchmesser
Zutaten:
Für den Graham-Cracker-Boden:
90 g Mehl
50 g Weizenvollkornmehl
15 g Weizenkleie
45 g Muscovado-Zucker (ich habe einfach normalen braunen Zucker genommen)
1/4 TL Vanillesalz (oder einfach Salz mit einer Prise Vanillepulver)
1/4 TL Zimt
1/4 TL Natron
1/4 TL Backpulver
120 g Butter, weich
1 EL Honig (oder etwas weniger, ist sehr süß)
1 TL Vanilleextrakt
Für die Füllung:
430 g Frischkäse
110 g Zucker
2 Eier
1 TL Zitronensaft
1/2 TL Vanillesalz
Für die Glasur:
460 g Saure Sahne
2 EL und 1 TL Zucker
1 Prise Salz
1/2 TL Vanilleextrakt
Abrieb von einer unbehandelten Zitrone
Zubereitung:
Graham-Cracker-Boden: Ofen auf 175 Grad Umluft oder Unterhitze vorheizen. Backform reinbuttern. Beide Mehlsorten, Weizenkleie, Muscovado-Zucker, Vanillesalz, Zimt, Natron und Backpulver in einer Schüssel vermengen. Mit Küchenmaschine oder Handmixer Butter und Honig einarbeiten, gefolgt von Vanilleextrakt. Nur kurz vermengen. Den Teig fest an den Boden der vorbereiteten Backform drücken. 12 Minuten backen, bis er fest ist. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter in der Form auskühlen lassen.
Füllung: Ofentemperatur auf 190 Grad erhöhen. Den Frischkäse mit Küchenmaschine oder Handmixer cremig aufschlagen. Zucker hinzugeben und ein Ei nach dem anderen unterrühren, gefolgt von Zitronensaft und Vanillesalz. Die Füllung auf dem vorgebackenen Boden verteilen. 20 Minuten im unteren Drittel des Backofens backen. Aus dem Ofen nehmen und mit einem dünnen Messer am Rand des Kuchens entlangfahren, um ein Aufreißen zu verhindern. Auf einem Kuchengitter auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Glasur: Ofentemperatur auf 215 Grad erhöhen. Mit Küchenmaschine oder Handmixer alle Zutaten für die Glasur vermengen. Auf dem torgebackenen Kuchen verteilen. 5 Minuten im unteren Drittel des Backofens backen. Aus dem Ofen nehmen, mit einem dünnen Messer wieder am Rand des Kuchens entlangfahren, um Rissen vorzubeugen. 1 bis 2 Stunden auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, bis der Kuchen Zimmertemperatur erreicht hat. Vor dem Servieren im Kühlschrank mindestens 6 Stunden durchkühlen lassen.

CHERRY TOPPING
Zutaten:
300 g gefrorene Kirchen, leicht angetaut
75 g Zucker (ich würde beim nächsten Mal auf 50 g runtergehen)
10 g Maisstärke
1 Prise Salz
Zubereitung:
In einem Topf alle Zutaten unter Rühren langsam aufkochen (evtl. etwas Wasser zugeben). Für ein paar Minuten köcheln lassen, bis die Sauce eindickt. Vom Herd nehmen und eine Minute abkühlen lassen.

Sonntagsbäckerei: Südafrikanische Rusks

Man könnte sagen, Rusks sind so etwas wie der südafrikanische Zwieback. Aber damit würde man diesen wunderbaren Dingern einfach nicht gerecht werden. Rusks sind das, was dir auf einer frühmorgendlichen Safari, für die du in der Dunkelheit fröstelnd aufgestanden bist, den perfekten Moment noch perfekter macht: Die Sonne geht auf, der Geländewagen hält inmitten einer Landschaft mit Büschen und Bäumen, die so ganz anders aussehen als zuhause, viel poetischer. Du siehst vielleicht eine Giraffe herumwackeln oder ein paar Kudus durch die Gegend hüpfen. Jemand schenkt dir einen Kaffee aus der Thermoskanne ein und du greifst in die Metalldose, die herumgereicht wird. In den Kaffee stippen, bis das harte Ding leicht weich wird. Oder einfach an den Ecken knabbern und den süßen Teig im Mund schmelzen lassen. Viel besser geht’s nicht. Es geht auch ohne Geländewagen, ohne Tiere. Mit einem Instant-Kaffee in einer Ferienwohnung in Kysna. Oder ohne Kaffee, einfach aus dem Karton geknabbert, während du durch die Halbwüste Karoo kurvst. Als Snack am Strand im West Coast National Park. Will sagen: Wenn es einen Geschmack gibt, der für mich typisch Südafrika ist (okay, Biltong lassen wir jetzt mal außen vor), dann sind es Rusks, das traditionelle Buren-Gebäck. Südafrikaner essen sie als kleines Frühstück oder zum Kaffee. Und da sie so lange gebacken sind, bis sie vollkommen trocken sind, halten sie sich auch ewig (das war wichtig zu Zeiten, als die Voortrekker noch mit dem Planwagen das große Land durchquerten). Mein Favorit waren bislang die von Ouma, hier in einer Special Edition im Supermarkt.

Im Karoo-Krimi „Recipes for Love and Murder“, den ich diesmal entdeckt habe, backt die Protagonistin, Tannie Maria, auch ständig Rusks, um sie ihren Kolleginnen mit ins Büro zu bringen. Ihre „beskuit“ (das Afrikaans Wort für Rusks) sind allerdings eine Müsli-Variante. Mir sind sie pur lieber. Jetzt habe ich sie zum ersten Mal selbst gebacken, und Mr. B und ich sind uns einig: Sie sind perfekt. An der Form können wir noch arbeiten, aber der Geschmack von Sonne und Wärme ist schon drin. Das Rezept stammt aus dem Buch „Let’s Cook“ der Zeitschrift YOU (sowas wie die südafrikanische Bunte), das mich noch nie enttäuscht hat. Malva Pudding und Bobotie daraus waren ebenfalls toll.

SÜDAFRIKANISCHE RUSKS
Busy cook’s rusks. Aus „Let’s Cook. Top 500 Recipes“
Für 25-35 Rusks
Zutaten:
1 TL Weißweinessig
350-400 ml Milch
1 Ei, Größe L (oder zwei M)
250 g Butter oder Margarine, flüssig
1 kg Weizenmehl
2 Päckchen Backpulver
230-250 g Zucker
eine Prise Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine rechteckige Form, ca. 37 x 27 x 5 cm, einfetten. Weißwein und Milch mischen (nicht wundern: die Milch stockt dann, wie Buttermilch). Das Ei verquirlen und unterrühren. Alles mit der geschmolzenen Butter in eine Rührschüssel geben. Die trockenen Zutaten separat mischen, dann nach und nach zu den flüssigen geben. Erst mit den Rühr-, dann mit den Knethaken zu einem weichen Teig formen (ich habe eher 400 ml Milch gebraucht). Den Teig in die Form geben, gleichmäßig ausrollen. Die Oberfläche mit einem Messer in etwa fingergroße (etwas breiter) Rechtecke einritzen (das ergibt die Rusk-Form). 40 Minuten backen oder so lange, bis das Innere nicht mehr feucht ist und ein reingepiekster Holzspieß sauber wieder rauskommt. Aus dem Ofen nehmen und etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Alles aus der Form nehmen, abkühlen lassen und dann in Einzelteile schneiden/brechen. Diese wieder auf das Blech geben und für 4 Stunden bei 100 Grad komplett trocknen lassen. In einer Keksdose o.ä. aufbewahren.

 

10 Dinge, die mir gerade gute Laune machen

Huch, was war ich in letzter Zeit blogfaul! Ich stelle gerade fest, dass ich seit Wochen, nein, Monaten, hier nichts geschrieben habe. Vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit. Kein Sterbenswörtchen über den Februar, den wir in Südafrika verbracht haben. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte immerhin ein paar Bilder sehen. Das Bild oben zeigt die Strandpromenade von Sea Point. Und vielleicht schaffe ich es hier ja auch noch mit ein paar Recaps. Und ich will auch gar nicht übers Nicht-Schreiben schreiben, sondern lieber wieder mit dem Schreiben anfangen. Ein paar Dinge, die mir gerade gute Laune machen:

  • Digital-Kunst: Es gibt jetzt verschiedene  Frida-Kahlo-Emoji. Wie cool ist das denn, bitte?!
  • Endlich: Ein RomCom-Podcast. In You Had Us At Hello* plaudern zwei Fachleute über das Genre der Romantic Comedy und die neuesten Beispiele: Billy Mernit, Script-Consultant und Autor des Ratgebers Writing the Romantic Comedy, und Drehbuchautorin Tess Morris, die zum Beispiel die sehr nette Komödie Es ist kompliziert…! geschrieben hat (z.B. auf Amazon oder Netflix zu sehen), in der die wunderbare Lake Bell und Simon Pegg mitspielen. Bislang gibt es erst eine Folge, und so ganz haben sie das mit der Lautstärkeregelung noch nicht raus, aber die zwei sind einfach charmant, und für RomCom-Enthusiasten wie mich ist es einfach schön, anderen beim Enthusiasmieren zuzuhören (auf Englisch).
  • Noch ein Podcast, diesmal ein deutscher, den ich gerade erst entdeckt habe: Durch die Gegend. Der Name ist Programm: Journalist und Radiomoderator Christian Möller interviewt Menschen beim gemeinsamen Spaziergang. Ich habe mir die Folge mit Schriftsteller David Wagner angehört. Er sagt „Gehen massiert das Gehirn“. Gefällt mir.
  • Feuerwehr-Drama: Die Serie Chicago Fire hätte ich für Mr. B beinahe mal ruiniert, weil ich anmerkte, dass dort in richtig dramatischen Gesprächen garantiert immer irgendwann der Alarm schrillt und die Mannschaft zu einem Einsatz gerufen wird. Daraufhin guckte er mich erst immer ein wenig vorwurfsvoll, dann belustigt an, wenn das in einer Folge passiert. Aber selbst dieser Dramaturgie-Spoiler konnte unsere Begeisterung für das Leben und Lieben auf der Feuerwache nicht trüben. Wir sind mittlerweile mit Staffel 5 durch und warten auf Nachschub. Bitte, bitte, bitte, noch ein structure fire (Gebäude-Brand), die sind immer so schön dramatisch.
  • Mein neuer Wasserkocher. Gesehen bei Freunden, musste ich dieses tolle Teil von Bosch jetzt auch haben. Guter Grund: Unser vorheriger Wasserkocher hat beim Schütten immer böswillig getropft, so dass oft einiges daneben ging. Aua. Der neue macht das nicht, und ist sogar noch viel toller, weil man bei ihm die gewünschte Temperatur auswählen kann: 70, 80, 90 oder 100 Grad. Tee-Kenner wissen bestimmt genau, bei welcher Temperatur und wie lange irgendein Oolong, Matcha oder sonst etwas gebrüht werden muss, ich weiß nur: bei 70 Grad kann ich meinen Roibos sofort trinken, 80 Grad sind perfekt, wenn ich mir erst noch eine Scheibe Brot toasten und mein Rührei braten will.
  • Koch-Inspiration: Ich hatte schon lange einen Gutschein für den Lebensmittel- und Rezepte-Lieferanten Hello fresh herumliegen und fand das Konzept super: Man bekommt Rezepte mit der genau passenden Menge an Lebensmitteln, allerdings nicht wie beim Kochhaus in einem Laden, sondern direkt nach Hause geliefert. Das will ich jetzt endlich mal ausprobieren. Mit einem Tag Verspätung (weil der Bote es nicht wie gewünscht im Treppenhaus abgestellt hatte) kam heute alles an, und ich freue mich darauf, heute Abend loszukochen.
  • Blaumachen. Auch wenn ich gar nicht so richtig weiß, wie das geht, ist so ein freier Nachmittag hin und wieder doch wirklich eine fantastische Sache.
  • Yoga. Bei der wunderbaren Bärbel von Yogamour. Im Urlaub hatte ich sie auf DVD dabei, jetzt kann ich sie endlich wieder live genießen. Ommmmm.
  • Meine Bücherhalle. Die Stadtbibliothek München, die bei uns in Neuhausen eine super Auswahl hat und einem auch (fast) alles bestellt, was man haben möchte. Ich möchte gerade Eva Menasses Tiere für Fortgeschrittene und den neuesten Tana French-Krimi Gefrorener Schrei haben. Habe ich dann auch bekommen.
  • Backen. Habe ich am letzten Wochenende nach langer Zeit endlich mal wieder gemacht. Hach, war das schön. Das Ergebnis gibt es hoffentlich am Sonntag hier: südafrikanische Rusks.

 

*Natürlich eine Anspielung auf das berühmte Zitat „You had me at hello“, mit dem Renée Zellweger Tom Cruises Liebesmonolog in „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ beantwortet.