Alle Jahre wieder – meine Lieblings-Wiesnhits

Ich bin ja gerade nicht vor Ort, also in München, aber trotzdem geht mir die Wiesn, also das Oktoberfest, das heute wieder startet, nicht aus dem Kopf. Ich gehe gar nicht so gern hin, aber die Gewissheit, dass es jedes Jahr wieder stattfindet, komme was wolle, ist irgendwie beruhigend. Eine verlässlich wiederkehrende fünfte Jahreszeit, die das Jahr strukturiert, die klarmacht, dass der Sommer endgültig vorbei ist, dass das aber auch kein Grund ist, traurig zu sein. Denn meistens ist zum Oktoberfest immer mal wieder richtig schönes Wetter. So zum Beispiel, letztes Jahr:
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Was mit der Wiesn auch alle Jahre verlässlich wiederkommt, sind die Wiesnhits. Zwar wird jedes Jahr inoffiziell ein neuer Song zum Hit des Jahres gekürt, aber manche halten sich doch schon erstaunlich lange. Am liebsten habe ich daher die Wiesn zwischen der ersten und zweiten Mass, wenn ich auf den Bänken stehe und lauthals meine liebsten schlimmsten Lieder mitsinge. Hier sind meine 5 Alltime-Favorites – und die wichtigsten Zeilen zum Mitsingen:

  • Wolfgang Ambros: Skifoahn
    „Weu I will Schifoahn (-foahn, foahn, foahn), Schifoahn, wohwohwohwoh. Schifoahn (-foahn, foahn, foahn). Weil Schifoahn is des Leiwandste, was man sich nur vorstell’n kann.“
  • S.T.S: Fürstenfeld
    „I will wieder ham, fühl mi do so alan.
    I brauch ka große Welt, i will ham nach Fürstenfeld“
  • Wolfgang Petry: Wahnsinn
    „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle? (Hölle, Hölle, Hölle!)
    Eiskalt lässt du meine Seele erfrier’n.
    Das ist Wahnsinn, du spielst mit meinen Gefühlen (-fühlen, -fühlen, -fühlen!), und mein Stolz liegt längst schon auf dem Müll. (Müll, Müll, Sondermüll!)
    Doch noch weiß ich was ich will – ich will dich.“
  • DJ Ötzi: Hey Baby
    „Heeeeey, heey Baby! – Uh! Ah! –  I wanna know if you’ll be my girl…“
  • Schürzenjäger: Sierra Madre
    „Sierra, Sierra Madre del Sur (was sich aber immer nur anhört wie „Sierra, Sierra Madre su“). Sierra, Sierra Madre, (Mahadre), oh, oh. Sierra, Sierra Madre del Sur, Sierra, Sierra Madre (Mahadre).

Am schönsten, wenn das das allerletzte Lied ist, das am letzten Wiesnabend im Zelt gespielt wird und dazu überall Wunderkerzen flackern. Da verdrücke ich doch glatt ein Tränchen…

So, wo auch immer ihr seid, mit Musik oder ohne: Habt ein schönes Wochenende!

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Best of Bayern: Eine Wanderung zur Elmauer Alm

Rein wettermäßig wird dieser Montag seinem Ruf gerecht: Es regnet, es ist grau, die Laune mies. Vielleicht hilft es, ein wenig ans Wochenende zurückzudenken? Da war es noch schön. Und ich war unterwegs: Als Nordlicht (gebürtige Hamburgerin) bin ich immer mal wieder überrascht, wie postkartenidyllig es hier in Bayern ist. Versteht mich nicht falsch: Ich mag das! Auch an diesem Wochenende bei einem Auflsug in die Berge wurde ich wieder daran erinnert, warum so viele Touristen hierher kommen: Es ist einfach, hach!, schön hier. Meine liebe Freundin Verena hatte eine Tour für uns beide herausgesucht, ein einfacher Rundweg zur Elmauer Alm, gefunden im praktischen Büchlein Die schönsten Wanderungen mit dem Bayern-Ticket. Selbiges hatten wir dann auch erworben, und gondelten am Samstag Vormittag vom Münchner Hauptbahnhof aus los. Weil unterwegs Schienenersatzverkehr herrschte, dauerte das etwas länger als geplant, aber wir hatten ja Proviant dabei und uns auch viel zu erzählen, so dass es nicht langweilig wurde.
In Klais ging es dann los mit dem Wandern, und dort kamen wir nach ein paar Stunden auch wieder an – gerade rechtzeitig, um erneut in den Schienersatzverkehr-Bus zu hüpfen. Unterwegs gabs Bayern pur: Blumenverhangene Balkone (wie machen die das nur?!), saftige Almwiesen, (mehr oder weniger) blauen Himmel, mächtige Berge und leckeres Essen. Zwischendurch auch ein wenig Sightseeing: Wir passierten das Nobel-Hotel Kranzbach und das legendäre 5 Sterne-Hotel Schloss Elmau. Fazit: Schee war’s! Hier sind ein paar Bilder:
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Start und Ziel der Rundtour: Das Städtchen Klais, etwa 20 Minuten von Garmisch-Partenkirchen entfernt (mit dem Auto)
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Augenweide
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Bei der kleinen Kapelle bitte links ab
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Auf historischem Grund: Für ein paar Meter wandern wir auf einer alten Römerstraße
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Erste Rast mit Blick aufs Kranzbach
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Nochmal das Kranzbach. Warum es so unbayerisch aussieht? Eine englische Aristokratin ließ sich das Schmuckstück 1913 errichten, ursprünglich als Gästehaus. Dann kam der Erste Weltkrieg und die Pläne wurden durchkreuzt. Später war es lange Zeit eine Freizeitstätte der evangelischen Kirche, schließlich nach vierjährigem Umbau 2007 als Hotel eröffnet.
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Und so sieht es von vorne aus
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Traumkulisse
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In dieser Umgebung hat das Kranzbach auch einige Bienenkörbe stehen. Der Honig ist bestimmt fantastisch!
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Gleich geschafft!
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Versteckt hinter den poppigen Schirmen: Unser Ziel, die kleine, aber feine Elmauer Alm auf 1203 Metern Höhe, 1924 als Almwirtschaft gebaut, seit etwa zwei Jahren von Schloss Elmau betrieben
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Von den Terrassen kann man (bei klarem Wetter) die Zugspitze sehen, außerdem Alpspitze, Dreitorspitze, Wetterstein- und Karwendelgebirge
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Die herzhaften Sachen haben wir nicht probiert, weil wir ja unterwegs gepicknickt hatten – sahen bei anderen Gästen aber sehr lecker aus
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Die Kuchen (Zwetschgendatschi und Johannisbeerstreusel) waren auf jeden Fall fein
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Auf dem Rückweg kamen wir dann noch bei Schloss Elmau vorbei
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Imposant – hier noch einmal etwas aus der Nähe.

Fazit: Ein kleine, feine Wanderung (reine Gehzeit 3 1/4 Stunden) durch schöne Kulisse, und bis auf das letzte Stück zur Alm ist es auch nicht anstrengend. Wer sich den ersten Schlenker über die Römerstraße schenken will und nicht so viel Zeit hat, kann mit dem Auto auf dem Wanderparkplatz in der Nähe vom Kranzbach parken. Festes Schuhwerk mitnehmen!

ELMAUER ALM
Elmau 10
82494 Krün
Öffnungszeiten: Mai – Juni – Juli: Montag und Dienstag Ruhetag; August – September – Oktober: Montag Ruhetag.
Von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
Bei unsicheren Wetterverhältnissen vorab erkundigen, ob geöffnet ist!
Betriebsferien: 31.10.2013 – 20.12.2013

Sommer am See

Für große Abenteuer war die Zeit dieses Wochenende zu kurz, aber für eine nette kleine Entdeckung reichte es: Wir waren zum ersten Mal beim Buchscharner Seewirt am Starnberger See. Ein fast 300 Jahre alter Bauernhof, der ursprünglich in Tirol stand und jetzt am südöstlichen Ufer des Sees, direkt am Wasser. Drumherum riesige Liegewiesen, für die man keinen Eintritt zahlt (allerdings 3 Euro Parkgebühr, wenn man mit dem Auto kommt), ein langer Steg, Sonnenschirme, Kinderkreischen und Boote auf dem See, dessen gegenüberliegendes Ufer diesig flirrt. Dazwischen rennen ein paar Gänse herum und Radfahrer rollen über den Kiesweg. Unter Sonnenschirmen isst man gehobene ländliche Küche (klar, Schweinebraten und Kaiserschmarrn gibt es auch) und lässt den Herrgott einen guten Mann sein. Dann schlendert man noch ein bisschen am Ufer entlang, wünscht sich, man hätte sechs Wochen Schulferien und könnte jeden Tag, den ganzen Tag, hier am See liegen, steigt ins Auto und fährt zufrieden wieder in sein Stadtleben zurück.

BUCHSCHARNER SEEWIRT
Buchscharn 1, Münsing – Starnberger See
Öffnungszeiten: tägl. ab 10 Uhr

Schirm P1030023

Sonntagsbäckerei: Himbeer-Cheesecake und eine Wanderung im Mangalltal

Schön, wenn man Freunde hat, die einen auf gute Ideen bringen: Heute war perfektes Ausflugswetter und wir fanden in der Sportscheck Outdoor-App (Danke für den Tipp, G.!) eine nette kleine Tour zum Nachwandern. Wir waren im Mangfalltal, eine gute halbe Stunde von München, wo erstaunlich wenig los war. Am Anfang und Ende der Tour war es noch recht matschig – kein Wunder, bei all dem Regen, den wir in der letzten Zeit hatten, dann einfach nur schön, schattig, angenehm. Bis auf ein paar obligatorische Mountainbiker waren wir unterwegs fast allein, und es war herrlich: Der Fluss, der Wald, die Luft. Bewegen, durchatmen. Sooo entspannt waren wir ungefähr:
Mangfallpferd
Pferde, Kühe und sogar – verrückte Welt – ein paar Kamele haben wir unterwegs gesehen.
Hier steht die Tour, die wir gegangen sind.
Zuhause wartete dann der gestern bereits gebackene Himbeer-Cheesecake auf uns. Ein ziemlich runder Tag, würde ich sagen. Wenn das jetzt der Sommer ist, dann darf er gerne (so) bleiben.

HIMBEER-CHEESECAKE
 Quelle: essen & trinken 3/2013
Zutaten:
Boden:
100 g Zwieback
100 g Vollkornhaferkekse (z.B. Hobbits)
100 g Butter
Butter für die Form
Himbeermasse:
300 g TK-Himbeeren
2 TL Speisestärke
200 g Himbeerkonfitüre
Crème:
750 g Magerquark
300 g Doppelrahmfrischkäse
1 TL fein abgeriebene Bio-Orangenschale
100 g Zucker
2 Pk. Vanillezucker
3 Bio-Eier (Kl. M)
80 g Mehl
Außerdem: Holzspieß, Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
1. Für den Boden Zwieback und Kekse in einem Blitzhacker fein zerkleinern. Butter zerlassen und unter die Brösel mischen. In eine gefettete Springform (24 cm Ø) drücken, dabei einen 1 ½ cm hohen Rand formen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad (Gas 2-3, Umluft 160 Grad) auf der untersten Schiene 10 Minuten backen.
2. Für die Himbeermasse die Himbeeren auftauen lassen. Dann durch ein Sieb streichen und 100 g Püree abwiegen, mit Stärke und Himbeerkonfitüre verrühren.
3. Für die Creme Quark, Frischkäse, Orangenschale, Zucker und Vanillekuchen mit den Quirlen eines Handrührers 5 Minuten cremig rühren. Eier nacheinander jeweils ½ Minute unterrühren, Mehl kurz unterrühren.
4. Die Hälfte der Frischkäsecreme in die Springform streichen. Mit einem Löffelrücken fünf Mulden in die Creme drücken, die Hälfte der Himbeermasse in die Mulden geben, mithilfe eines Holzspießes leicht mit der Creme marmorieren. Die restliche Creme vorsichtig darauf verteilen, wieder fünf Mulden in die Creme drücken, die restliche Himbeermasse in die Mulden geben und mit dem Holzspieß leicht marmorieren.
5. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft nicht empfehlenswert) auf der untersten Schiene des Ofens 50 Minuten backen. In der Form auf einem Gitter 2 Stunden bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dann abgedeckt im Kühlschrank mindestens 5 Stunden, am besten über Nacht, abkühlen lassen. Vorsichtig aus der Form lösen, mit Puderzucker bestäubt servieren.

Ich hatte nur eine Form mit 26 cm Durchmesser, daher haben die Proportionen bei mir nicht so ganz gestimmt. Mr. B fand das Ergebnis trotzdem super, ich ganz okay. Ein wenig Himbeermasse war noch übrig geblieben, die haben wir nach und nach draufgeträufelt – lecker. Beim nächsten Mal würde ich wahrscheinlich eher Zitronen- als Orangenschale in die Quarkmasse geben. Aber mein ultimativer Cheesecake, wie ich ihn mir in meinen Food-Träumen ausmale, war das immer noch nicht. Ich muss wohl weitersuchen…