10 Dinge, die mir gerade gute Laune machen

Huch, ist tatsächlich schon wieder über ein Monat vergangen, seit ich das letzte Mal gebloggt habe? Na sowas. Da kam wohl das Leben in die Quere. Und schlechtes Wetter, schlechte Laune, die Arbeit, und, und, und. Aber es ist zwischendrin natürlich auch immer viel Schönes dabei. Und das soll hiermit wieder einmal gewürdigt werden.

  • Yoga mit Bärbel von Yogamour: Viel zu lange habe ich es nicht in ihre schöne Sonntagsstunde geschafft, jetzt war ich wieder dort, und es war so wunderbar. Sie ist einfach der Hit.
  • Adventsrituale: Was nicht fehlen darf: Dass ich genervt bin, weil meine Mutter im November schon wissen will, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Woher soll ich das denn wissen?! (Heimlich freue ich mich natürlich, dass ich einen Wunschzettel schreiben und mich vorfreuen darf.) Was auch nicht fehlen darf: Der schöne Kalender Der andere Advent, den sie mir jedes Jahr schickt. Besinnliches, Poetisches, vom Ersten Advent bis zum Dreikönigstag.
  • Ohrenwärmer: Fast 20 verschiedene Podcasts, die ich mehr oder weniger regelmäßig höre, sind mittlerweile auf meinem iPhone abonniert. Momentan mein Favorit: The Dinner Party Download, eine muntere „Arts & Leasure“-Sendung, in der die Moderatoren  Rico Gagliano und Brendan Francis Newnam mit Prominenten plaudern, Etikette-Fragen beantworten, über Essen reden und Musik und Cocktails vorstellen. Ziemlich runde Sache (auf Englisch).
  • Ein schöner Abend: Sehr viel Spaß hatten wir gestern beim Konzert von Lions Head im Backstage (bis auf das lange Anstehen draußen in der Kälte, kein Spaß). Gute Stimmung, schöne Ohrwürmer (wie When I Wake Up) und eine lustige Wortneuschöpfung von Sänger Iggy: „Schmerzkopf“.
  • Noch ein schöner Abend: Im imposanten Prinzregententheater gaben die Studenten der Bayerischen Theaterakademie das Musical Big Fish zum Besten (genau, wie der Film mit Ewan McGregor). Großartig! Das Filmdrehbuch stammt übrigens aus der Feder von John August, dessen Drehbuch-Podcast Scriptnotes ebenfalls zu meinen Lieblingen zählt.
  • Viele nette Abende: Zur Vorbereitung auf die vier neuen Folgen Gilmore Girls bei Netflix haben Mr. B und ich angefangen, die alten Staffeln (noch einmal) zu gucken. Fastfood, Kaffee ohne Ende, Liebesdramen und die absurd schnellen Dialoge von Lorelai und Rory – ein großer Spaß. Ob ich die neuen Folgen aber dann tatsächlich noch sehen will? Hmmm. Vielleicht doch lieber die schönen Erinnerungen behalten?
  • Souvenir I: Womit die Girls aber auf keinen Fall mithalten können: meiner allerliebsten Lieblingsserie of all time, Friends. Darum habe ich Mr. B den einwöchigen Urlaub in L.A. ohne mich auch sofort verziehen, als er mit einer Central Perk-Tasse (das Stammcafé der Friends) für mich zurückkam.
  • Souvenir II: Vom Zwischenstopp in London hatte er noch das britische Foodie-Magazin olive im Gepäck. Immer eine willkommene Lektüre.
  • New Kid On The Block: In meiner Nachbarschaft in Neuhausen hat ein neues Café (wieder)eröffnet: Der ehemalige Hollabusch ist jetzt das Marita Café (Schulstraße 34). Ich war noch nicht da, freue mich aber über den Neuzugang in der Hood.
  • Good Girls Revolt: Die Amazon-Serie, die uns bereits nach dem Piloten angefixt hatte, haben wir jetzt flott durchgeschaut. Die Story: In den 60ern gehen die Frauen beim Magazin News of the Week auf die Barrikaden, weil sie nicht selbst schreiben und Reporter sein dürfen, sondern nur den Männern unter die Arme greifen. Nach einer wahren Geschichte, spannend und eine Augenweide (die Kostüme! die Frisuren!). 

     

     

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Puh, was für eine Woche, und was für ein Wochenende! Wir haben gerade erst die Koffer wieder in die Wohnung gerollt, zurück von einem fantastischen Kurztrip nach Wien, der deswegen auch als erstes genannt werden muss auf der Liste der Glücklichmacher der Woche:

  • Wien. Viel zu lange nicht da gewesen und gleich wieder verliebt in diese lässige, leiwande Stadt. Melange getrunken (zum Beispiel im Kleinen Café, Franziskanerplatz 3 und im phil), Schnitzel gegessen (im Concordia Schlössl) und das weltbeste Schnittlauchbrot (im Kaffee Alt Wien), lecker gefrühstückt im Wirr und endlich den Unterschied zwischen Krügl, Seidl und Pfiff gelernt (Biergrößen von groß nach klein). Und dazu noch die super Begleitung, eine lustige, entspannte Truppe von Freunden, mit denen der Trip einfach unvergesslich wurde.
  • Meute. Die Techno-Brass Band aus Hamburg spielte beim Mimamusch-Festival in Wien auf – und heizte richtig ein. Unmöglich, da die Füße stillzuhalten. Was für ein Spaß! Hier ist ihre Facebook-Seite.
  • Lesestoff I. Man soll ja seine Bücher nicht nach dem Einband aussuchen. Aber bei Stephanie Danlers Sweetbitter ist sowohl das Cover sexy als auch das, was drinsteckt. Die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die nach New York kommt und einen Job in einem Szene-Restaurant ergattert. Sex, Drugs & Restaurantgeheimnisse – eine fesselnde Kombination, toll geschrieben.
  • Lesestoff II. Eigentlich nicht aus dieser Woche, aber hey, es ist ein tolles Buch und ich will es empfehlen: Töchter einer neuen Zeit von Carmen Korn beginnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und endet nach dem Zweiten. Und spielt noch dazu in Hamburg, um die Ecke von Orten, an denen ich groß geworden bin. Gekonnt verwebt Carmen Korn die Geschichten von vier jungen Frauen, die in dieser wilden Zeit erwachsen werden. So detailreich und süffig habe ich lange nicht(s) Historisches gelesen. Und zwei weitere „Jahrhundert-Romane“ sollen folgen!
  • Bayrisch essen. Sehr schön auf den Geburtstag einer lieben Freundin angestoßen haben wir am Dienstag beim Weinbauer (Fendstraße 5), und dazu gab’s Knödel und Schnitzel. Urig, aber lässig, zwischen Hirschgeweih, Kini-Bildern und Holzvertäfelung.
  • Asiatisch essen. In der Müllerstraße 51 konnte man bis vor kurzem im Corso ein verdammt gutes Tatar essen, darum fand ich es sehr schade, als der Laden dichtmachte. Aber das ist jetzt vergessen, denn mittlerweile hat an gleicher Stelle The Drunken Dragon aufgemacht, wo man köstliche Dumplings naschen kann und an BBQ Pork Ribs in perfekter Hoisin-Knoblauch-Marinade knabbern, die im Mund schmelzen. Noch besser, wenn man sich (wie ich) einladen lässt, denn ganz billig ist der Spaß nicht. Vielen Dank, J & G, ein tolles Geburtstagsgeschenk!
  • Ein Kino um die Ecke. In München Neuhausen, wo ich wohne, wohnt man eigentlich ganz wunderbar, aber eines hat bislang immer gefehlt: Ein richtiges Kino. Das ist jetzt anders, weil vor kurzem das Neue Maxim eröffnet hat. An gleicher Stelle war auch früher schon ein Kino, aber das Programm dort so speziell, dass es mich dort nie hingezogen hat. Jetzt laufen Filme wie Tschick oder Welcome to Norway, und Popcorn gibt es auch. Ich war bislang noch nicht dort, habe mir aber beim Dumpling-Abend im Drunken Dragon sagen lassen, dass ich das bald ändern sollte.
  • Groundhog Day alias „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Darum habe ich mich sehr gefreut, dass eQuinoxe Europe dessen Drehbuchautor Danny Rubin nach Stuttgart eingeladen hat. Bei einer Masterclass am Montag beschrieb er den Entstehungsprozess des Films – und des Groundhog Day-Musicals, das im Sommer in London uraufgeführt wurde. Oh, das hätte ich gern gesehen, ist aber leider bereits abgespielt.
  • Ein Film, auf den ich mich freue. Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent Mark Duplass, einer meiner absoluten Heroes, hat wieder einen neuen Film gemacht: Blue Jay ist Oh Boy-mäßig in schwarz-weiß gehalten und erzählt von einem Mann und einer Frau, die in der Highschool ein Paar waren und sich jetzt, mittelalt und mittelglücklich, zufällig im Supermarkt wiedertreffen. Auf Amazon Prime kann man ihn streamen, und in der New York Times schreibt Mark Duplass über seine erste große Liebe.
  • Frisches Neulinger-Brot. Für einen Artikel im Magazin Echt Bayern hatte ich vor einer Weile das Vergnügen, den entzückenden Bio-Bäcker Ludwig Neulinger zu interviewen. Seit unserem Gespräch über das Aussterben der Münchner Brotzeitsemmeln und die Pest der Zusatzstoffe in Industriebrot kaufe ich mein Roggen-Vollkornbrot mit noch mehr Enthusiasmus in einer seiner Filialen in der Volkartstraße (Nr. 11 und Nr. 48, er hat noch zwei weitere, u.a. in Haidhausen).

 

New Pizz On The Block

Hurra, morgen geht es endlich mal wieder nach Italien. Zwar nur für eine Woche, aber ich will nicht meckern. Hoffe nur, dass das Wetter am Comer See auch mitspielt. Aber wenn nicht: auch nicht schlimm. Kann ich ja immer noch den ganzen Tag Cappuccino in mich hineinschütten (obwohl man das ja eigentlich nicht tut, Cappuccino ist ja nach italienischem Selbstverständnis nur etwas für morgens) und Pizza und Pasta essen. Und damit wären wir auch schon beim Thema: Schon seit einer Weile wollte ich etwas über den netten Italiener schreiben, der bei uns um die Ecke in Neuhausen (am Romanplatz) eröffnet hat. Also, los geht’s. Die Bilder stammen noch vom ersten Besuch, als wir draußen sitzen konnten.

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Mittlerweile waren noch drei weitere Male dort und fanden den ersten Eindruck immer wieder bestätigt: Echt lecker und echt nett hier. Spezialität ist – wie der Name ja schon sagt – Mozzarella in verschiedenen Varianten, dafür gibt es sogar eine eigene Doppelseite auf der Speisekarte. Super auch für den kleinen Hunger: Man kann sich einfach eine Kugel Mozzarella mit beliebigem Topping (z.B. gegrilltes Gemüse, Artischocken oder Aufschnitt wie gekochter Schinken) bestellen.
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Ich hatte den lustig verknoteten Burrata, mit Artischocke. Prima!IMG_4020
Noch eine leckere Vorspeise: Garnelen- und Zucchini-Würfel auf Rote Bete-Carpaccio.
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Die Spaghetti Aglio e Olio – auch sehr fein! Es gibt natürlich noch jede Menge, auch aufregendere, Pasta-Gerichte. Auf der Tageskarte auch immer schöne Abweichungen von den üblichen Arrabiata-Bolognese-Carbonara-Nummern, die man sonst so beim Italiener bekommt.
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Und die Pizza: Hammer!
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In der offenen Küche kann man zusehen, wie sie gemacht wird.IMG_4052
Hier noch ein Blick ins Innere, leider ein wenig verschwommen.IMG_4053
Die Atmosphäre: sehr nett und herzlich, wir hatten jedes Mal Top-Service. Gefällt!

MOZZAMO
Gaßnerstraße 1, München. Neuhausen-Nymphenburg
mozzamo.de
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag 11-24 Uhr

Es tut sich was in unserer Ecke in Neuhausen. Nicht nur das Mozzamo ist (relativ) neu, im Neubau-Einkaufsviertel um die Ecke hat auch ein cooler (nicht ganz so schneller, aber leckerer) Fastfood-Mexikaner eröffnet. Dazu bei Gelegenheit mehr.

Draußen sitzen: Taverne Kyklos

In letzter Zeit blieb die Küche oft kalt. Zum einen, weil wir an den warmen Tagen oft Salate gegessen haben, und zum anderen, weil es sich an den Abenden einfach so herrlich draußen sitzen ließ. Immer wieder gern beim „Griechen um die Ecke“, dem Kyklos in Neuhausen, der von sich behauptet, „die älteste griechische Taverne Münchens“ zu sein. Weiß nicht, ob das stimmt, ist auch egal. Auf jeden Fall machen Wirt Vassili und sein Team tolles Essen, und im Sommer sitzt man im Biergarten herrlich unter Kastanien und Rosensträuchern. Im Winter nur drinnen, aber das macht nichts, obwohl das Restaurant ein fensterloses Kellerlokal ist: Es wurde kürzlich renoviert, die weißen Wände und das schlichte Mobiliar sind einladend und wecken Urlaubserinnerungen. Einen Kamin gibt es auch. Aber das interessiert hier und jetzt natürlich niemanden. Jetzt wollen wir draußen sitzen, den Kies unter den Füßen knarzen hören, mit Freunden Geschichten erzählen und nach Hause gehen, wenn es noch hell ist (nicht „schon hell“).
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Kürzlich waren Mr. B und ich mit Freunden dort, die das Kyklos noch nicht kannten. Da waren wir vorher nervös, denn die zwei hatten erst ein paar Tage zuvor einen Katastrophen-Griechen besucht, von dem sie empört erzählten. Nicht, dass sie auch unseren Lieblingsgriechen verreißen… Aber die Geschichte ging gut aus, sehr gut sogar: Der Grieche gefiel – und Mr. B und ich wurden durch die Begleitung animiert, mal von unserer typischen Bestellroutine abzuweichen. Normalerweise gibt es immer „einmal-kalte-Vorspeisen-mit-Pita-Brot-und-den-Grillteller-für-eine-Person-aber-mit-zwei-Tellern“, dazu eine Flasche Wasser und einen halben Liter Hauswein – Standardzutaten für einen guten Abend.
Diesmal waren wir ein wenig abenteuerlustiger und konnten zudem noch ab und zu auf den Tellern der Freunde picken. Große Überraschung: Kalte Vorspeisen sind immer gut – aber die Artischockenherzen, die meine Freundin bestellt hatte, waren der Hammer! Sanft gegrillt, dazu ein Schuss Zitrone – der Stoff, aus dem Legenden sind. Ich machte mich über einen Gemüseteller her und Mr. B verputzte eine Fischplatte.
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Fazit: Man nehme einen lauen Sommerabend, richte ihn in einem griechischen Biergarten an und serviere ihn mit jeder Menge guter griechischer Küche. Wenn es dann zum Abschluss noch griechischen Joghurt mit Walnüssen und Honig gibt, bleiben keine Wünsche offen. Καλι νυχτα! (kali nichta, gute Nacht).

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TAVERNE KYKLOS
www.taverne-kyklos.de
Wilderich-Lang-Straße 10
München – Neuhausen
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11.30-14.30 Uhr und 16-24 Uhr; Sa 16-24 Uhr; So/Feiertag 11.30-24 Uhr

Sommer am See: Deininger Weiher

„Ist doch wie am Gardasee hier, oder?“, sagt der Kellner. Hmmm, vielleicht nicht ganz. Der Deininger Weiher, ca. 20 Kilometer südlich von München, ist doch um einiges kleiner und sehr viel brauner als sein großer Bruder südlich der Alpen – aber was das Flair angeht, hat der Kollege durchaus Recht. Zumindest, wenn man wie wir im Restaurant Waldhaus Deininger Weiher sitzt, unter dem Sonnenschirm aufs Wasser blinzelt, ein bisschen Dolce far niente betreibt und gute „Alpenländische Küche“ isst. Da gibt es dann zum Beispiel so feine Sachen wie Pustertaler Speckknödel mit Pfifferlingsbutter oder Linguine mit Spargel und Kirschtomatenragout. Und zum Abschluss vielleicht ein Hollunderkücherl mit Beerenragout und Vanilleeis. Das Leben ist gut.
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Der Kellner, den ich eingangs zitierte, hat übrigens früher in einem meiner Lieblingsrestaurants, dem La Bruschetta, in München gearbeitet, das ich erst kürzlich hier empfohlen hatte. Da ist er einmal an meinem Geburtstag nur knapp einem Blitzschlag entgangen, puh… Auf jeden Fall weiß ich jetzt gar nicht mehr, ob meine La Bruschetta-Empfehlung noch stimmt, denn der bisherige Pächter des Bruschetta, die Familie Tschurtschenthaler, unter der es dort sensationelle Südtiroler Küche gab, hat das Restaurant abgegeben. Dafür sind sie nun hier, am See. Auch schön – nur leider nicht mehr bei mir um die Ecke.
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Und im Bruschetta muss ich wohl auch mal wieder zum Testen vorbeischauen…

WALDHAUS DEININGER WEIHER
www.waldhaus-deiningerweiher.de
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82064 Straßlach-Dingharting
Öffnungszeiten: täglich von 10 Uhr bis 24 Uhr (warme Küche von 11.30 Uhr bis 21 Uhr)
Für Veranstaltungen (Geburtstage, Hochzeiten) gibt es einen separaten Bereich.
Außerdem: Es gibt auch ein paar Gästezimmer – falls man nach dem Essen dann doch nicht mehr heimfahren will…

Der Deininger Weiher ist ein gemütlicher kleiner Badesee, beliebt bei Familien mit Kindern, weil das Wasser nicht so tief und (relativ) warm ist.

3x Italien-Glück in München

Jaja, München, „die nördlichste Stadt Italiens“ und so. Ist ein Klischee, stimmt manchmal aber eben doch. Gestern Abend zum Beispiel hat es sich wieder auf das Schönste bestätigt: Da saßen wir bei (endlich!) milden Temperaturen im Straßencafé, vor uns einen Hugo, der natürlich „extra aus Italien!“ kam und mit einem „prego, bellissima“ serviert wurde. Auch wenn der Italian Schmäh zum Standard-Repertoire für die Gäste gehört, macht das Spielchen doch Spaß. Da kommt man doch gerne wieder. Und wieder. Meine drei Lieblings-Italiener:

  • Zum einen das Piacere Nuovo in Neuhausen, das Café von gestern Abend, das zwar nicht weitab von der lauten Arnulfstraße liegt, aber trotzdem ein sehr lauschiges Plätzchen ist, um abends draußen zu sitzen. Außer besagtem Hugo, Spritz und Konsorten gibt es auch Pizza, Pasta und Salate. Nachmittags leckere Kuchen. Ich war auch schon Gast im Piacere, als es noch nicht „Nuovo“ war – aber jetzt gefällt es mir viel besser. Seit der smarte Adriano Barbagiovanni und sein Papa Antonio es Ende letzten Jahres übernommen haben, hat das Café wirklich gewonnen. Antonio führt schon lange das Bistro La Prima Volta in der Thorwaldsenstraße. In Sachen Charme und Italo-Flair stehen sich Vater und Sohn in nichts nach.
  • Nicht in meiner Nachbarschaft, deswegen nicht ganz so oft von mir besucht, ist das Ristorante Dal Cavaliere am Rosenheimer Platz. Aber wenn ich mal da bin, bin ich jedes Mal wieder beglückt. Weil es hier den vielleicht besten Prosciutto di Parma in ganz München gibt. Wie Butter schmilzt der im Mund! Und der Mozzarella. Der Mozzarella! Ein Gedicht. Wir haben schon einige Geburtstage von Freunden hier gefeiert, und immer viel Spaß gehabt. Draußen sitzen kann man hier auch.

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  • Eine Liste meiner Lieblings-Italiener in München wäre nicht komplett ohne eine Nennung des La Bruschetta in der Nymphenburger Straße. Das Essen ist köstlich, es gibt italienische und wunderbare Südtiroler Küche (Schlutzkrapfen, Knödel & Co.), auch die Pizzen sind klasse. Drinnen ist es recht rustikal, aber gemütlich, am allerliebsten sitze ich jedoch im Sommer draußen unter den Sonnenschirmen, hinter dichten Büschen von der Straße abgeschirmt. So schön, dass ich seit Jahren meinen Geburtstag hier feiere.

    Nachtrag vom 12.6.: Seit ich das letzte Mal im La Bruschetta war, hat der Pächter gewechselt. Jetzt soll das Konzept dort, bei gleichem Namen, etwas anders sein. Ich war seitdem noch nicht wieder dort, kann also zur Qualität der Küche nichts sagen. Wer aber tolle Südtiroler Küche essen will, wie es sie früher im Bruschetta gab (fantastisch), der muss an den Deininger Weiher südlich von München fahren. Dort tischt im Waldhaus Deininger Weiher die Familie Tschurtschenthaler mit Team ganz vorzüglich auf. 

PIACERE NUOVO
bei facebook
Neuhausen, Donnersbergerstraße 54
Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag 9-22 Uhr

DAL CAVALIERE
www.dalcavaliere.de
Haidhausen, Weißenburgerstraße 3
Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag 11.30-0.30 Uhr

LA BRUSCHETTA
www.la-bruschetta.de
Neuhausen, Nymphenburger Straße
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag 11.30-0 Uhr
Samstag 16-0 Uhr
Sonntag 11.30-23 Uhr

Song of the Day: Toto Cutugno: L’Italiano

Gastroguide München: Ein afrikanischer Abend im „Savanna“

Bald ist hier endlich Schluss mit den Vorankündigungen, morgen geht es los nach Kapstadt. Südafrikanisches Essen habe ich jedoch schon letzte Woche genossen, als ich mit Freunden im Savanna war. Dort gibt es nicht nur südafrikanische Weine und Biere (und Savanna Cider), sondern auch wirklich tolles Essen, vor allem frisch gegrilltes (Braai, also Grillen, lieben die Südafrikaner ja sehr). Und einen netten Wirt, der wie Mr. B echter Südafrikaner ist. Wir haben uns quer (oder längs?) durch die Karte gefuttert, gut beraten von einem sehr aufmerksamen und freundlichen Kellner. Nur das Biltong (Dörrfleisch) war leider gerade aus, aber dann kommen wir eben mal wieder vorbei. Wir müssen ja auch noch die Desserts testen, denn für die waren wir diesmal leider zu satt.
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Es gab zum Beispiel perfekt zubereitetes Fleisch (u.a. Krokodil, Rind, Zebra), Springbok Burger und ein ziemlich feines Bobotie (eine Art südafrikanisches Moussaka, süß und herzhaft). Und hinterher lecker-tückischen Amarula-Likör. Fazit: Lekker! Lohnt sich!
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SAVANNA
Maistraße 63
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 17 bis 1 Uhr
www.savanna-munich.com

Zucchininudeln mit Spinatsauce

So ganz habe ich die Sache mit dem (Food-)Bloggen wohl immer noch nicht raus. Hätte ich sonst das köstliche Essen gestern Abend im Upper Eatside unfotografiert gelassen? Saibling-Pflanzerl! Ochsen-Stroganoff! Desssertvariation von Schoko, Kokos, Ananas!  Aber ich konnte einfach nicht. Es ging nicht. Wahrscheinlich, weil mir immer noch die Kolumne von Stefanie Hentschel aus der aktuellen Brigitte im Kopf herumspukte, in der sie fragt „Muss man wirklich jedes Gericht fotografieren?“ (ihre Antwort: nein), und auf den Blog Pictures of Hipsters Taking Pictures of Food verweist. Nachdem ich da reingeschaut hatte, wollte ich wirklich keine Bilder von Essen in der Öffentlichkeit mehr schießen. Dabei sieht man nämlich leider meistens ziemlich albern aus. Also, muss man jedes Gericht fotografieren? Nee, muss man natürlich nicht. Wahrscheinlich wären meine Bilder in dem angenehm weichen Licht des Restaurants auch gar nicht gut geworden. Aber das Essen war so hübsch! Und so gut! Stimmt. Aber das bleibt mir auch so in Erinnerung, und – das war der eigentliche Grund für meine Foto-Faulheit – der Abend mit der lange nicht gesehenen Freundin war viel zu kostbar, um ihn durch ständige Foodografie zu unterbrechen. Das Smartphone (ihres) wurde nur ganz zum Schluss gezückt, als sie (auf meine Bitte hin) Bilder von ihren entzückenden Kinder zeigte. Danke, Miss S! So, nachdem das geklärt ist, habe ich, um eine Blogger-Ehre zu retten, natürlich trotzdem ein Foto für euch. Eines, das vor ein paar Tagen in der Sicherheit der eigenen vier Wände entstanden ist. Es wird dem Essen, das es abbildet, vielleicht nicht ganz gerecht, denn das war noch leckerer, als mein amateurhafter Versuch das hier wiedergibt. Pasta und Zucchininudeln in einer leichten Joghurtsoße mit selbstbewusster Knoblauchnote, die die Zitrone frech pariert. Ein schönes, leichtes Feierabendessen. Sieht vielleicht nicht umwerfend aus, schmeckt aber toll. Und das war doch der Grund, warum wir Fotos von Essen machen, oder?

ZUCCHININUDELN MIT SPINATSAUCE
Quelle: essen & trinken Für jeden Tag 11/2013
Für 2 Portionen
Zutaten:
150 g Bandnudeln
4 kleine Zucchini
10 g Pinienkerne
100 g TK-Blattspinat (aufgetaut)
1 Knoblauchzehe
300 ml kalte Gemüsebrühe
150 g Vollmilchjoghurt (3,5% Fett)
1 TL Mehl
1 TL fein abgeriebene Bio-Zitronenschale
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Zucchini putzen und mithilfe eines Sparschälers rund um die Kerne in Streifen schneiden (ich habe sie stattdessen durch den Spirelli-Schneider gedreht, dadurch sehen sie mehr wie Spaghetti statt wie Bandnudeln aus). Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldgelb rösten, aus der Pfanne nehmen und grob hacken. Den aufgetauten Blattspinat gut ausdrücken. Mit der Knoblauchzehe, Gemüsebrühe, Joghurt und Mehl in ein hohes Gefäß geben und mit dem Schneidstab fein pürieren. In der Pfanne erhitzen, mit Salz, Pfeffer und der Zitronenschale würzen. Inzwischen das kochende Wasser salzen und die Bandnudeln darin nach Packungsanweisung garen. 1 Minute vor Ende der Garzeit die Zucchinistreifen zugeben. Alles abgießen und unter die Spinatsauce mischen. Mit den Pinienkernen bestreut servieren.

UPPER EATSIDE
Werinherstraße 15, München-Obergiesing
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 18 bis 0 Uhr
uppereatside.de

Mittags in München: Warmi Nudel Bar

Es gibt ja so Tage (oder Wochen), an denen alles irgendwie mühsam ist: das Aufstehen, das Denken, das Funktionieren… Dann sollte zumindest eine Sache keine Probleme bereiten: Das Mittagessen. Mein Vorschlag: Eine Schüssel Nudelsuppe. Schmeckt, macht froh, macht warm. Wenn einem dazu noch ein netter Mensch gegenüber sitzt (wie bei mir gestern), wird ein mauer Tag gleich ein paar Grad wärmer. Wo man dieses Glücks-Doping bekommt? Zum Beispiel in der Warmi Nudel Bar in der Barer Straße, nicht weit entfernt von der Filmhochschule. Da gibt es leckere japanische Süppchen, alle wahlweise mit Eier- oder Reisnudeln, Udon, Ramen oder Reis. Entscheiden muss man dann auch noch, ob man sie als vegetarische Variante, oder lieber mit Huhn, Schweine- oder Rindfleisch möchte.

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Wenn man keine Lust auf Suppe hat, kann man sie auch pur, d.h. gebraten, ordern (was aber ein Fehler wäre). Ich nehme eigentlich immer „Udon vegetarisch, als Suppe“ (5,80 €) – und bin jedes Mal happy damit. Noodle Soup for the Soul, irgendwie.
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Ein Rätsel bleibt jedoch ungelöst: Diese kryptische Ansage auf der Speisekarte:
Liefert nur den Hinweis, betätigt den materiellen Gegenstand ist der Standard.

WARMI NUDEL BAR
Barerstraße 56, München Maxvorstadt
Öffnungszeiten: Montags bis samstags 11.30 bis 15.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr

Kalter Kaffee, heiß geliebt

„Du musst unbedingt Crema di Caffè probieren!“ Das war so ziemlich das Einzige, was meine Freundin Verena nach ihrem Italien-Urlaub erzählte. „Crema di caffè, wirklich.“  Ahja. Schön. Nach einer Internet-Recherche war ich schlauer: Crema di Caffè fredda ist ein Dessert, das sich als Kaffeegetränk tarnt: Espresso, Zucker und Sahne eiskalt verrührt. Eine Art Frappuccino, Kaffee-Milchshake, nur viel besser. Klingt göttlich, aber wo bekomme ich das jetzt her? Einen Italien-Urlaub habe ich so bald nicht geplant, aber neugierig war ich doch. Dann machte sich Verena schlau und erfuhr, dass es diese Kaffee-Droge auch in München gibt, „in diesem Laden in der Schulstraße“. Super, ganz bei mir in der Nähe. Das Café mit dem etwas sperrigen Namen Kaffee – Espresso & Barista (in der Schlörstraße, Ecke Schulstraße) bietet es an. Die Herrschaften dort sind echte Kaffee-Spezialisten und haben nicht nur Barista-Kurse im Programm, sondern reparieren und verkaufen auch Kaffeemaschinen (und zwar nicht irgendwelche, sondern richtig tolle Teile).
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Gestern Nachmittag war ich dort, und wurde erstmal enttäuscht: Ja, haben wir, aaaaber – der ist gerade aus… Und ist das Gerät einmal leer, dauert es 3-4 Stunden, bis eine neue Füllung die richtige Konsistenz hat und fertig ist. Verdammt. Und nun?
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Links im Bild: Der Crema di Caffè-Zaubermixer, das Gerät daneben wird gelentlich für eine Mango-Mischung verwendet.
Ich hatte Glück: Eine Restportion der Crema (die hier als „geeister Cappuccino“ oder so bezeichnet wird) konnte noch herausgepresst werden, und die bekam ich dann sogar umsonst. Und, was soll ich sagen: Ihr müsst unbedingt Crema di Caffè probieren. Crema di Caffè, wirklich! Meine Probierportion war eine herrlich sämige Soße, the best of both worlds, Kaffee und Eis. Wie Frappuccino, nur cremiger, italienischer, besser. So sah das dann aus:
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Rechts im Bild: ein feiner Johannisbeerstreuselkuchen.
Fazit: Ich glaube, ich muss  nochmal wiederkommen, um mir eine richtige, große Portion einzuverleiben. Und bis dahin überlege ich mir, kalte Kaffee-Spezialitäten selbst zu machen:

KAFFEE – ESPRESSO & BARISTA
Schlörstraße 11 (Ecke Schulstraße)
Öffnungszeiten: Mo-Fr 7 bis 19 Uhr, Sa 8.30-18 Uhr