Hippe Burger und schicker Salat: Die Hamburgerei

Ich habe meinen Augen fast nicht getraut, als ich gestern sah, wie hier die Besucherzahlen auf einmal explodierten. „Schuld“ war Yotam Ottolenghi, dessen Salat mit Süßkartoffel, Feige und Ziegenkäse ich auf Facebook angeteasert hatte. Den wollten irgendwie alle sehen. Lustig. Kommt ruhig mal wieder vorbei! Ich probiere bestimmt bald ein neues Ottolenghi-Rezept aus.
Heute wird hier allerdings nicht selbst gekocht, denn Mr. B und ich waren mal wieder aushäusig essen gestern. Ich glaube, die vielen Salate, die ich in letzter Zeit aufgetischt habe, wurden ihm allmählich unheimlich – auf jeden Fall forderte er ganz klar: Burger! Dafür fiel unsere Wahl auf die Hamburgerei, weil die so günstig zwischen Arbeit und Daheim liegt. Über das Erstarken des Burgertums in München habe ich hier ja schon mal geschrieben und dabei auch die Hamburgei kurz erwähnt. In den Räumen in der Brienner Straße, die früher eine sehr beliebte, aber nicht sehr schicke Suppenküche beherbergten, ist jetzt das Interior hip und das Personal auch. Wegen des guten Wetters wurde die Outdoor-Fläche vergrößert: Jetzt kann man auch um die Ecke in der Augustenstraße draußen sitzen. Wir saßen im offenen Fenster, nah am Geschehen. Mr. B war ganz zufrieden mit seinem „Mexikaner“ (Bulette, Speck, Jalapeños, Guacamole und so, schön scharf), aber der „best burger ever“ war es für ihn noch nicht. Diesen Titel halten schon länger die Exemplare der Jim Block-Kette in Hamburg, dicht gefolgt von denen in Tim Mälzers Bullerei. Wie gut, dass wir bald wieder nach Hamburg fahren!
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Anyway… Ich hatte keinen Burger, sondern wieder einen – jawoll! – Salat. Und zwar den Großen Kapstadt Salat. Das Highlight: knusprige Süßkartoffel-Streifen. Rote Beete und Feta sind auch drauf, außerdem ein leckeres Honig-Senf-Dressing. Und ein Burger-Brötchen gibt es auch dazu.
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Alles in allem ein feines Feierabend-Vergnügen. Netter, schneller Service, angenehme Atmosphäre. Ist mittags auch so, ich war schon öfter mit Kolleginnen hier. Dann gab es meistens den „Veganer“, ein Dinkelbrötchen mit Falafel-Bällchen. Yum.
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Sorry für die schlechten Bilder – es war leider nur das iPhone zu Hand…
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HAMBURGEREI
Briennerstraße 49
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-22 Uhr, Sa 13-23 Uhr, So 14-21 Uhr

Draußen sitzen: Salò

Ist der Gardasee viel zu deutsch, oder immer noch die schönste Möglichkeit, schnell mal Italien-Flair zu tanken? Darüber kann man geteilter Meinung sein. Einig waren waren jedoch meine Freundin Irene und ich uns darin, dass wir gestern mit der Pizzeria/Bar Salò in der Schraudolphstraße, benannt nach einem Ort am Gardasee, die perfekte Location gefunden hatten, um nett zu sitzen und zu plaudern. Ich habe mich mit einer sehr anständigen, schön dünnen und knusprigen Pizza Bufala (9,80 €) vergnügt und, glaube ich, meinen neuen Lieblingsdrink gefunden: Crodino Spritz (5,80 €). Wenn man es gern bitter mag – wie ich – ist das Gemisch aus Prosecco, dem alkoholfreien, leicht bitteren Crodino, und Grapefruit eine leckere Sommererfrischung.

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Auf der Facebook-Seite des Salò habe ich übrigens dieses nette und simple Rezept für Spaghetti à la Sophia Loren gefunden:
– Zwiebeln in Olivenöl anbraten
– Geschnittene Tomatenscheiben dazugeben
– Einkochen und immer wieder etwas Wasser dazugeben
– Keine Kräuter oder Knoblauch!
– In einer Schale Sardellenbutter (normale Butter und Sardellen geht auch) mit halber Zitrone wie ein paar Anchovis vermischen und mit Gabel zerdrücken.
– Nudeln in Topf mit Sauce vermengen
– Parmesan drauf
Buon Appetito!
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SALÒ
Schraudolphstraße 44, München Maxvorstadt
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag  11.30 – 0 Uhr, Samstag und Sonntag 19 – 1 Uhr
www.salomuenchen.de

Draußen sitzen: Taverna Molos

Dass und wo ich an lauen Sommernächten gerne im Freien bin, hatte ich ja hier schon mal vertieft. Nunja, wer ist das nicht, oder? Gestern war wieder so ein Abend. Ein Treffen mit einem alten Freund, beim Griechen. Genauer gesagt, in der Taverna Molos in der Maistraße. Auch so eine Lokalität, die gern mal unter der Bezeichnung „Szene-Grieche“ läuft. Ist das was typisch Münchnerisches, jede Lokalität, in der Interieur und Gäste hübsch aussehen, so zu nennen? Nunja. Wir waren jedenfalls nicht da, um irgendeine Szene zu sehen, sondern nur, um zu quatschen und gut zu essen. Und das taten wir auch. Unter großen Sonnenschirmen oder an der Hauswand unter der Markise und unter Blumenkästen sitzt man lauschig und kommt beim Anblick der hellblauen Tische (drinnen sind sie weiß) sogar ein wenig in Urlaubsstimmung.
Die Kellner in ihren weißen Hemden wuseln eifrig durcheinander, nur manchmal scheint die Absprache untereinander nicht so ganz zu funktionieren. Wir mussten jedenfalls ziemlich lange warten, bis wir endlich unser Essen ordern konnten. Einmal bestellt, kam es dann aber sehr prompt. Zuerst haben wir uns Pikilia geteilt, gemischte kalte Vorspeisen (9,40 €), für einen allein eigentlich schon eine Hauptmahlzeit.
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Zur Hauptspeise hatten wir beide die Baby Calamares vom Grill (13,90 €) gewählt. Eine Riesenportion, auch recht schmackhaft – aber für mich nach den üppigen Vorspeisen nicht mehr zu schaffen.
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Auch schon mal hier gegessen und für sehr lecker befunden (aber damals nicht fotografiert): Kotopoulo, Huhn in Zitronen-Olivenöl-Oreganomarinade (10,80 €). Fazit: Ein netter Abend in guter Gesellschaft mit freundlichem, aber manchmal etwas abwesendem Service. Randnotiz: Zwischen den Blumenkästen saß noch ein vergessenes Glas vom letzten Ouzo, wir bekamen (leider? zum Glück?) keinen angeboten.
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TAVERNA MOLOS
Maistraße 26, München Ludwigsvorstadt – Isarvorstadt
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag 17 bis 1 Uhr
www.molos.de

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Feierabend: In der Neuhauser Wohnküche

Meistens reicht eine kurze SMS: „Wokü?“ Wenn ich Zeit habe, hüpfe ich dann aufs Rad und sitze bald auf der kleinen Terrasse der Neuhauser Wohnküche, vor mir einen Holler Fritz (aka Hugo, Weinschorle mit Holundersirup), neben mir die Freunde, die diese SMS geschickt haben. Wir gucken auf die Altbauten gegenüber, hören um die Ecke den Verkehr Richtung Rotkreuzplatz rauschen und erzählen einander, was es Neues gibt. Die lieben Freunde hüpfen leider (für mich zumindest) gerade auf irgendwelchen griechischen Inseln herum, und Mr. B war gestern Abend auch anderweitig verplant. Aber ich wollte unbedingt auf einen Drink vor die Tür, die Nase in den Wind halten und feststellen, ob draußen immer noch Sommer ist (ja, ist es). Ich hatte den ganzen Tag (mehr oder weniger) erfolglos am Schreibtisch gebrütet, mir der Kopf schwirrte und ich wollte ihn ein bisschen auslüften. Also hüpfte ich aufs Rad, und verbrachte in Begleitung eines sehr unterhaltsamen Buches (dazu demnächst mehr) einen weiteren angenehmen Abend in der Wokü. Hunger hatte ich keinen, sonst hätte ich mir einen der leckeren Flammkuchen bestellt, den sie dort servieren, oder einen Käse–Teller. Es gibt auch günstigen Mittagstisch, so lange der Vorrat reicht, Kuchen aus der Zimtschneckenfabrik und ein feines Weinsortiment zum Trinken und Mitnehmen. Herz, was willst du mehr?
Achja, um 22 Uhr ist in der Wohnküche Feierabend – aber ausreichend Schlaf ist ja fürs Wohlbefinden fast genauso wichtig wie gute Bücher, gute Freunde und Wohlfühlorte in der Nachbarschaft…

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NEUHAUSER WOHNKÜCHE
Lachnerstraße 1
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9-22 Uhr, Sa 11-15 Uhr
www.neuhauserwohnkueche.de

Im Bann des Burgers

Dass in München das Burgerfieber ausgebrochen ist, habe ich lange Zeit sehr gut ignorieren können – bis es mir selbst in die Quere kam: Als nämlich die Suppenküche in der Brienner Straße, in der ich viele frohe Mittagspausen verbracht habe, plötzlich keine Suppenküche, sondern eine Fleischklops-Kneipe mehr war, die Hamburgerei nämlich. Und ganz um die Ecke machte dann auch noch ein Laden mit ähnlichem Konzept auf, taste my burger.
Von schnöden Imbiss-Buden sind die neuen schicken Burger-Tempel weit entfernt, und tatsächlich sind sie mittlerweile überall in der Stadt, Burger House, Belicious Burgger, Ruffs Burgerbraterei und wie sie alle heißen.
Mercedes Lauenstein hat diesen Trend, die Faszination Burger und welche Sehnsüchte eigentlich dahinter stecken, auf jetzt.de sehr schön erklärt. Sie schreibt: „Sieht man sich die Zielgruppe der neuen Burgerläden an, findet man dort … nicht den herkömmlichen McDonald’s-Kunden, sondern einen, der zwar auch gern mal einen Burger hätte, dann aber gesund, regional und exklusiv. Und der dafür auch bereit ist, mehr zu zahlen.“ Fastfood mit Anspruch also, eine kleine, exklusive Sünde, bei der man kein schlechtes Gewissen mehr haben muss: „Die neue, schizophrene Mischung von Slowfood und Fastfood bringt all das auf einen Nenner: Genuss und Gesundheit stehen sich nicht mehr im Weg, prollig und schick geht, unterwegs zu Hause sein auch, faul und sportlich sowieso.“
Wow, was so ein Stückchen Fleisch im Brötchen auf einmal alles können soll! Kann es natürlich nicht, aber es reicht ja schon, wenn es hin und wieder gut schmeckt.
Aber wo denn eigentlich? Hier ein paar Empfehlungen:

In die oben bereits erwähnte Hamburgerei, die ich eigentlich nie betreten wollte, habe ich mich schließlich doch gewagt. Und den veganen Burger (mit Falafel-Bällchen) probiert, den meine Kollegin T. so liebt. Der ist tatsächlich sehr lecker. Über die fleischvolle Variante kann ich nichts sagen, nur dass die Menschen, die sie rund um uns gegessen haben, davon sehr angetan schienen. Wechselnde Tagessuppen gibt es übrigens auch. Aber eine Suppe wollte ich dann auf einmal gar nicht mehr, als ich erstmal drin war…
HAMBURGEREI
Brienner Straße 49
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-22 Uhr, Sa 13-23 Uhr, So 14-21 Uhr

Über das M.C. Mueller habe ich ja schon beim Thema draußen sitzen geschrieben, ich stehe auf den „Mädchen Burger“ und die saftigen Fritten, die es dort gibt.
M.C. MUELLER
Fraunhoferstraße 2
Öffnungszeiten: Mo-S0 ab 12 Uhr, Küche bis 24 Uhr (wochentags) bzw. 2 Uhr (Wochenende)

Den Hans im Glück Burger Grill gibt es mittlerweile zweimal in München, und auch in anderen Städten. Man sitzt lauschig zwischen Birkenstämmen und futtert „Glücksburger“. Die sind tatsächlich sehr lecker. Auch Mr. B, der mehr Burger-Erfahrung hat als ich, war angetan.
HANS IM GLÜCK
Nymphenburger Straße 69, Türkenstraße 79
Öffnungszeiten: Mo-So 11 – Ende offen

Und wo gibt es noch mehr dolle Dinger? Da ich mich noch nicht rund um die Stadt gefuttert habe, lasse ich andere sprechen, die es wissen müssen:
Die Wahlmünchnerin ist begeistert vom Burger House. (Eine sehr lustige unkonventionelle Gastro-Kritik.)
BURGER HOUSE
Rablstr. 37
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 11.30 – 15.30 Uhr  & 17 – 22 Uhr, Sa 12 – 22 Uhr
Ismaninger Straße 5
Öffnungszeiten:
Mo-Mi 11.30 – 15.30 Uhr  & 17 – 22 Uhr
Do-Fr 11.30 – 15.30 Uhr & 17 – 1 Uhr
Sa 12 – 1 Uhr

Haidhausen ist eine Burger-Hochburg, hier findet man auch das Belicious Burger Restaurant, die Empfehlung gibt’s bei Spotted by Locals.
BELICIOUS BURGER
Pariser Straße 34
Öffnungszeiten:
Di-Fr 11 – 23 Uhr
Sa-So 17 – 23 Uhr
Und sonntags kann man hier zum gemeinschaftlichen Tatort-Gucken vorbeikommen, wie nett.

Food-Bloggerin Petra Hammerstein, die ich gestern kennenlernen durfte, schreibt über einen Burger Workshop im Hard Rock Café.
HARD ROCK CAFE
Platzl 1
Öffnungszeiten:
So-D0 12-24 Uhr, Fr-Sa 12-2 Uhr

Und dann noch ein Blick über den Großen Teich: Bei Serious Eats gibt es eine sehr lustige Karte, die zeigt, dass fast jeder der amerikanischen Staaten seinen eigenen Burger hat. In Wisconsin muss man also anscheinend den Butter Burger bestellen, der tatsächlich in einer Buttersoße schwimmt, in Texas unbedingt mal bei „Whataburger“ gegessen haben, und in Montana ist der „Nutburger“ Kult, beschmiert mit einer Soße aus Erdnüssen und Mayo – Grusel!

Burger deluxe gibt es dagegen in London: Bei Burger and Lobster. Der Name ist Programm.
Habt einen leckeren Freitag!

Mittags in München: Knödel-Glück

Manche Menschen können ja keinem Burger widerstehen (dazu morgen mehr), ich dagegen sage fast nie bei einem Knödel nein. Ich esse ihn auch, wenn er sich als Kloß oder Klops tarnt. Wahrscheinlich ist meine Mutter schuld daran. Die machte und macht nämlich regelmäßig an Feiertagen unfassbar gute Hefeklöße (mit Sauerbraten, aber die heimliche Hauptsache sind die Klöße), so dass ich die runden Dinger wahrscheinlich automatisch mit Glücksgefühlen assoziiere. Großes Glück für mich also, dass gar nicht weit von mir mein „Knödel-Dealer“ sitzt. Er heißt Michele, stammt aus Sardinien, und betreibt zusammen mit seiner zauberhaften Freundin Julia die Tagesbar Dreiviertelzwölf in Neuhausen. Dort ist, schon vom Vorbesitzer vor Jahren eingeführt, regelmäßig jeden Dienstag und Donnerstag Knödeltag. Heute kredenzte Michele sein „Duetto di Knödel“ in den Sorten Ziegenkäse und Olive, bestreut mit Parmesankäse, als Soße dazu einfach gute Butter. Einen Salat bekommt man auch noch dazu. Braucht es noch mehr zum Glücklichsein? Für mich nicht viel.
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Außerdem kann man im Dreiviertelzwölf auch frühstücken, Kaffee trinken und wunderbare kulinarische Mitbringsel aus Italien erstehen, Olivenöl vom Fass, feine Weine, Pasta und seeehr leckere Kekse. Bei gutem Wetter wie heute sitzt man draußen unter Sonnenschirmen und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Da fällt es dann manchmal schwer, wieder aufzustehen. Daran sind aber natürlich nicht die Knödel schuld, auf die lasse ich nichts kommen!

DREIVIERTELZWÖLF
Schulstraße 42, München-Neuhausen
Öffnungszeiten: Mo – Fr 8-18 Uhr, Sa 9-16 Uhr

Mittags in München: Ein bisschen Dolce Vita

Der Sommer kann sich ja anscheinend gerade nicht so richtig entscheiden – should I stay or should I go?, also macht man sich sein Sommergefühl am besten selbst. Mir gelingt das stets zuverlässig mit einer ordentlichen Dosis Italien: Guter Kaffee, schnulzige Musik, leckeres Essen, guter Wein. Oder Hugo. Klar, dieser „Szene-Drink“ ist eigentlich schon wieder total out, mir schmeckt er trotzdem noch. Außerdem hat meine Freundin Denise gerade von einem Kurzurlaub am Gardasee die Inspiration für eine gepimpte Variante mitgebracht:

HUGO MIT SCHUSS

Zusätzlich zu Eiswürfeln, Holundersirup, Prosecco und Minzblättern gibt man neuerdings noch ein paar Tropfen Sambuca dazu. Cin cin!

Man muss also gar nicht unbedingt über den Brenner fahren für ein bisschen Dolce Vita… Mittags findet man das süße Leben in München zum Beispiel auch im Restaurant OhJulia, (wie in Romeo & Julia, you know…). Wir waren an Mr. Bs Geburtstag dort, in der Hofstatt-Passage an der Sendlinger Straße. Hier bekommen nicht nur unsere Mägen, sondern auch die Augen Futter: Hell, freundlich, modern und stylisch ist der im April eröffnete Laden. In die Antipasti-Theke und die Türme aus frisch gebackenem Brot möchte man gleich reinhüpfen, so lecker sieht alles aus.
Serviert wird italienisches Essen auf die Schnelle, aber mit Anspruch. Mr. B und ich teilen uns einen kleinen vegetarischen Antipasti-Teller, danach gibt es für mich einen Toscanischen Brotsalat und für Mr. B eine Pizza Margherita. Bestellt wird an der Theke, dann erhalten wir für jedes Hauptgericht einen Pager, den wir am Tisch auf eine markierte Stelle legen. So kann uns dann der Service finden und das Essen an den richtigen Tisch bringen. Die Getränke holen wir mit dem Kassenbon an der Bar, die Antipasti-Zusammenstellung können wir aus der Vitrine selbst wählen, zum Beispiel eine halbe Kugel Mozzarella, Paprika- und Zucchini in Öl, Oliven, Pecorino-Käse und eingelegte Zwiebeln und Pilze. Dazu gibt es zwei Scheiben frisches Brot. Am Pizza- und Brotofen stehen italienische Pizzabäcker, das Servicepersonal sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch fähig und freundlich. We like! Und das Essen schmeckt vorzüglich, die Pizza ist die perfekte Symbiose aus Knusprigkeit und Saftigkeit, die Antipasti auch eine Wucht.
OhJulia
Am Schluss räumt Chef Marc Uebelherr (betreibt unter anderem auch Gast, Ocui, Le Copain) noch persönlich unseren Tisch ab, fragt, wie es uns geschmeckt hat, und lädt uns zum OhJulia,-Sommerfest ein. Netter Zug. Warum die italienische „OhJulia,“ (gesprochen Ohdschulia) eigentlich nicht italienisch „Giulia“ geschrieben wird, will ich noch von ihm wissen. Das sah einfach nicht gut aus, sagt er. Na dann. Dolce vita with a twist.
Hier gibt es ein Porträt über ihn.
OhJulia Innenhof
Im Innenhof kann man auch nett draußen sitzen. Und am 12.7. ab 19 Uhr findet das Sommerfest mit „Gerry&Gary with their used underwear“ und DJ ChrisTiano statt.

OhJulia!
Am Färbergraben 18, München
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-1 Uhr, So 10-21 Uhr

So, und jetzt meine letzte Maßnahme für heute, um den Sommer heraufzubeschwören: Musik! Im OhJulia, liefen jede Menge italienische Ohrwürmer, als wir dort waren, und die machen mir eigentlich immer gute Laune. Gefühlt waren es diese hier:
Enzo Belmonte: Ti amo
Toto Cotugno: Innamorati
Marco Pizzini: Tu sei l’unica donna per me
Marino Marini: Marina
Al Bano & Romina Power: Felicità
Angelo Fabiani: Canzone Italiana
Toto Cotugno: Insieme: 1992
Adriano Celentano: Azzurro
I Santo California: Tornerò
Ricchi & Poveri: Sarà perche ti amo

Wer bei Spotify registriert ist, kann sie sich hier anhören

Draußen sitzen

Unterm Dach im Haus gegenüber saß vorhin eine junge Frau im Fenster. Sie genoss die letzten Sonnenstrahlen und sah unglaublich entspannt aus. Ihre Fensterbank schien der perfekte Ort zu sein, um abends draußen zu sein. Meine Fensterbank ist leider zu vollgestellt, um es mir darauf gemütlich zu machen, und einen Balkon habe ich auch nicht, daher gehe ich zum Draußensitzen am liebsten in Cafés oder Restaurants.
In München sind dies meine Favoriten:
Das La Bruschetta liegt zwar an einer vielbefahrenen Straße (der Nymphenburger), aber in dem lauschigen Garten unter Sonnenschirmen vergisst man das, und die Zeit. Und isst wie in Südtirol. Ausgezeichnet!
Wie auf einer italienischen Piazzetta (sagt man das so, ein kleiner Platz?) fühlt man sich im Bavarese im Dreimühlenviertel. Kinder wuseln herum, Kinderwagen (oder auch: -wägen, wie man in Bayern sagt) werden vorbeigeschoben, und viele schöne Menschen flanieren vorbei. Man isst bayerisch-mediterran und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.
Im m.c. mueller gibt es zum Essen nur Burger – aber die sind ausgezeichnet. Und die Fritten dazu erst! Man chillt in einem recht dunklen Innenhof, aber der ist erstaunlich gemütlich, so dass man gar nicht mehr hinein will – aber zur Sperrzeit natürlich muss, wir sind schließlich in München, und die Nachbarn wollen schlafen.
Der Hirschgarten, angeblich der größte Biergarten der Welt, ist ein wunderbar entspannter Ort, um seinen Feierabend zu verbringen – und um Besucher aus den USA zu beeindrucken: Wie, hier darf man sein Essen selbst mitbringen? Und das Bier ist sooo groß? Ganz genau! Brotzeit mitbringen oder kaufen, den Masskrug füllel lassen und gut ist. Einen Platz findet man hier immer, und wenn man Lust hat (oder Kinder dabei), schaut man ins angrenzende Damwildgehege, was da gerade so läuft.

Fürs Draußensitzen in New York gibt es bei Grubstreet ein paar schöne Empfehlungen.
Und zum Schluss noch eine schöne Anregung, die ich gestern bei ETB Screenwriting gelesen habe:
Good book
Schönen Abend und Gute Nacht!

Mittags in München: Pho – Flavour of Vietnam

Hitze und warmes Essen? Danach war mir gestern Mittag überhaupt nicht. Wobei, über die Hitze, habe ich mir vorgenommen, werde ich nicht meckern, schließlich war es lange genug kalt und nass. Aber das mit dem warmen Essen… Ich hatte jedenfalls Lust auf was Kaltes. Vietnamesische Sommerrollen zum Beispiel. Die habe ich schon öfter bei dem schnellen, hellen Vietnamesen Pho in der Nymphenburger Straße gegessen. Irgendwo zwischen Laden-Betreten und Bestellen kam dann noch die Idee mit dem Salat auf, so dass ich schließlich mit zwei Sommerrollen (auf dem Foto ist schon eine weggefuttert) und einem Mango-Salat dasaß.
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Die Sommerrollen werden im Pho mit einer hausgekochten Hoisin-Soße, verziert mit Erdnusskrümeln, serviert, und sind absolut köstlich. Frische Kräuter wie Minze und Koriander sind drin, außerdem Reisnudeln und je nach Geschmack Garnelen, Tofu oder Meeresfrüchte. Garnelen fanden sich auch im Mangosalat, außerdem scharfe Chilis, frische Kräuter und eine süß-scharfe Soße, sehr apart. Beide Gerichte zusammen waren mir aber zu viel. Die Reste des Salats musste ich mir schließlich einpacken lassen. Auf der Karte stehen im Pho natürlich auch die namensgebende Pho-Suppe, lecker!, und viele frische Reis- und Nudelgerichte, bei deren Zubereitung man in der offenen Küche zugucken kann. I like!
PHO – Flavour of Vietnam
Nymphenburger Straße 70
München
Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-20 Uhr, Take-Away bis 21 Uhr
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8 vor 8: Cafés für Frühaufsteher in München

Manchmal sehne ich mich danach, neben Aufstehen – Arbeit – Nachhausekommen noch ein bisschen mehr Abwechslung in den Tag zu bringen. Nach der Arbeit bin ich dazu meist zu müde, da will ich nur noch heim auf meine Couch. Aber morgens fühle ich mich manchmal abenteuerlustig. Auch wenn ich kein geborener Frühaufsteher bin (eher einer aus Gewohnheit), versuche ich gelegentlich, den Spalt zwischen Bett und Büro noch ein bisschen zu vergrößern. Zum Beispiel, indem ich nicht zuhause frühstücke, sondern vor der Arbeit aushäusig Kaffee trinke. Außer Starbucks & Co gibt es nur leider wenige Etablissements in München, die zu der mir genehmen Zeit, also vor 8 Uhr morgens, schon geöffnet haben. In einer Großstadt muss das doch drin sein, oder? Ich mag die italienische Sitte, in Bars und Cafés auf dem Weg zur Arbeit ein „Cornetto“ und einen schnellen Kaffee zu nehmen (und den neuesten Klatsch zu erfahren).
Ein paar Anlaufstellen habe ich aber doch gefunden, die ich in den nächsten Wochen mal testen möchte. Ein bisschen geschummelt, denn es sind auch zwei Bäckereien dabei – aber so lange man dort nett sitzen kann, zählen auch die, finde ich. Vielleicht kennt ihr das eine oder andere davon, oder habt noch andere Vorschläge?

L’Angolo dei Sapori, Ohlmüllerstraße 12 (Au) verspricht „Dolce vita ab 7 Uhr morgens“ – genau das will ich! Ich habe mal ganz um die Ecke gewohnt, komisch eigentlich, dass ich noch nie dort war.
Noch ein „Italiener“, ein Klassiker: Die Bar Centrale, Ledererstraße 23 (Zentrum), um die Ecke vom Hofbräuhaus. Bislang auch immer nur After Work dort gewesen.
Café Cordial, Elisabethstraße 2 (Schwabing). Macht laut prinz.de um 7.30 Uhr auf. Meine Freundin I., die um die Ecke wohnt, sagt 8. Wir werden sehen!
Große Pause, Baaderstraße 59 (Gärtnerplatzviertel). Die Kritik auf sueddeutsche.de klingt vielversprechend!
Café del Fiore, Gärtnerplatz 1. Ab 7.30 Uhr, das lasse ich gerade nochmal gelten.
Café Zimt, Ehrengutstraße 9 (Sendling) kenne und mag ich schon, war bislang aber immer erst nachmittags oder abends dort.
Bäckerei Neulinger, Volkartstraße 11 (Neuhausen)
Backspielhaus, Südliche Auffahrtsallee 77 (Nymphenburg). Jaaa, ein Bäcker. Eine Kette noch dazu. Aber die Filialen sind so nett, die kann man fast als Cafés gelten lassen.

Und dann will ich auch bald noch hier hin, aber die machen „erst“ um 8 Uhr auf: Cole & Porter, Sendlinger Straße 10, in der Hofstatt (Altstadt). „9 vor 9“ zu finden, wäre übrigens um einiges leichter. Vielleicht mache ich das als nächstes.