Zucchininudeln mit Spinatsauce

So ganz habe ich die Sache mit dem (Food-)Bloggen wohl immer noch nicht raus. Hätte ich sonst das köstliche Essen gestern Abend im Upper Eatside unfotografiert gelassen? Saibling-Pflanzerl! Ochsen-Stroganoff! Desssertvariation von Schoko, Kokos, Ananas!  Aber ich konnte einfach nicht. Es ging nicht. Wahrscheinlich, weil mir immer noch die Kolumne von Stefanie Hentschel aus der aktuellen Brigitte im Kopf herumspukte, in der sie fragt „Muss man wirklich jedes Gericht fotografieren?“ (ihre Antwort: nein), und auf den Blog Pictures of Hipsters Taking Pictures of Food verweist. Nachdem ich da reingeschaut hatte, wollte ich wirklich keine Bilder von Essen in der Öffentlichkeit mehr schießen. Dabei sieht man nämlich leider meistens ziemlich albern aus. Also, muss man jedes Gericht fotografieren? Nee, muss man natürlich nicht. Wahrscheinlich wären meine Bilder in dem angenehm weichen Licht des Restaurants auch gar nicht gut geworden. Aber das Essen war so hübsch! Und so gut! Stimmt. Aber das bleibt mir auch so in Erinnerung, und – das war der eigentliche Grund für meine Foto-Faulheit – der Abend mit der lange nicht gesehenen Freundin war viel zu kostbar, um ihn durch ständige Foodografie zu unterbrechen. Das Smartphone (ihres) wurde nur ganz zum Schluss gezückt, als sie (auf meine Bitte hin) Bilder von ihren entzückenden Kinder zeigte. Danke, Miss S! So, nachdem das geklärt ist, habe ich, um eine Blogger-Ehre zu retten, natürlich trotzdem ein Foto für euch. Eines, das vor ein paar Tagen in der Sicherheit der eigenen vier Wände entstanden ist. Es wird dem Essen, das es abbildet, vielleicht nicht ganz gerecht, denn das war noch leckerer, als mein amateurhafter Versuch das hier wiedergibt. Pasta und Zucchininudeln in einer leichten Joghurtsoße mit selbstbewusster Knoblauchnote, die die Zitrone frech pariert. Ein schönes, leichtes Feierabendessen. Sieht vielleicht nicht umwerfend aus, schmeckt aber toll. Und das war doch der Grund, warum wir Fotos von Essen machen, oder?

ZUCCHININUDELN MIT SPINATSAUCE
Quelle: essen & trinken Für jeden Tag 11/2013
Für 2 Portionen
Zutaten:
150 g Bandnudeln
4 kleine Zucchini
10 g Pinienkerne
100 g TK-Blattspinat (aufgetaut)
1 Knoblauchzehe
300 ml kalte Gemüsebrühe
150 g Vollmilchjoghurt (3,5% Fett)
1 TL Mehl
1 TL fein abgeriebene Bio-Zitronenschale
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Zucchini putzen und mithilfe eines Sparschälers rund um die Kerne in Streifen schneiden (ich habe sie stattdessen durch den Spirelli-Schneider gedreht, dadurch sehen sie mehr wie Spaghetti statt wie Bandnudeln aus). Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldgelb rösten, aus der Pfanne nehmen und grob hacken. Den aufgetauten Blattspinat gut ausdrücken. Mit der Knoblauchzehe, Gemüsebrühe, Joghurt und Mehl in ein hohes Gefäß geben und mit dem Schneidstab fein pürieren. In der Pfanne erhitzen, mit Salz, Pfeffer und der Zitronenschale würzen. Inzwischen das kochende Wasser salzen und die Bandnudeln darin nach Packungsanweisung garen. 1 Minute vor Ende der Garzeit die Zucchinistreifen zugeben. Alles abgießen und unter die Spinatsauce mischen. Mit den Pinienkernen bestreut servieren.

UPPER EATSIDE
Werinherstraße 15, München-Obergiesing
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 18 bis 0 Uhr
uppereatside.de

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Mittags in München: Warmi Nudel Bar

Es gibt ja so Tage (oder Wochen), an denen alles irgendwie mühsam ist: das Aufstehen, das Denken, das Funktionieren… Dann sollte zumindest eine Sache keine Probleme bereiten: Das Mittagessen. Mein Vorschlag: Eine Schüssel Nudelsuppe. Schmeckt, macht froh, macht warm. Wenn einem dazu noch ein netter Mensch gegenüber sitzt (wie bei mir gestern), wird ein mauer Tag gleich ein paar Grad wärmer. Wo man dieses Glücks-Doping bekommt? Zum Beispiel in der Warmi Nudel Bar in der Barer Straße, nicht weit entfernt von der Filmhochschule. Da gibt es leckere japanische Süppchen, alle wahlweise mit Eier- oder Reisnudeln, Udon, Ramen oder Reis. Entscheiden muss man dann auch noch, ob man sie als vegetarische Variante, oder lieber mit Huhn, Schweine- oder Rindfleisch möchte.

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Wenn man keine Lust auf Suppe hat, kann man sie auch pur, d.h. gebraten, ordern (was aber ein Fehler wäre). Ich nehme eigentlich immer „Udon vegetarisch, als Suppe“ (5,80 €) – und bin jedes Mal happy damit. Noodle Soup for the Soul, irgendwie.
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Ein Rätsel bleibt jedoch ungelöst: Diese kryptische Ansage auf der Speisekarte:
Liefert nur den Hinweis, betätigt den materiellen Gegenstand ist der Standard.

WARMI NUDEL BAR
Barerstraße 56, München Maxvorstadt
Öffnungszeiten: Montags bis samstags 11.30 bis 15.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr

Kalter Kaffee, heiß geliebt

„Du musst unbedingt Crema di Caffè probieren!“ Das war so ziemlich das Einzige, was meine Freundin Verena nach ihrem Italien-Urlaub erzählte. „Crema di caffè, wirklich.“  Ahja. Schön. Nach einer Internet-Recherche war ich schlauer: Crema di Caffè fredda ist ein Dessert, das sich als Kaffeegetränk tarnt: Espresso, Zucker und Sahne eiskalt verrührt. Eine Art Frappuccino, Kaffee-Milchshake, nur viel besser. Klingt göttlich, aber wo bekomme ich das jetzt her? Einen Italien-Urlaub habe ich so bald nicht geplant, aber neugierig war ich doch. Dann machte sich Verena schlau und erfuhr, dass es diese Kaffee-Droge auch in München gibt, „in diesem Laden in der Schulstraße“. Super, ganz bei mir in der Nähe. Das Café mit dem etwas sperrigen Namen Kaffee – Espresso & Barista (in der Schlörstraße, Ecke Schulstraße) bietet es an. Die Herrschaften dort sind echte Kaffee-Spezialisten und haben nicht nur Barista-Kurse im Programm, sondern reparieren und verkaufen auch Kaffeemaschinen (und zwar nicht irgendwelche, sondern richtig tolle Teile).
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Gestern Nachmittag war ich dort, und wurde erstmal enttäuscht: Ja, haben wir, aaaaber – der ist gerade aus… Und ist das Gerät einmal leer, dauert es 3-4 Stunden, bis eine neue Füllung die richtige Konsistenz hat und fertig ist. Verdammt. Und nun?
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Links im Bild: Der Crema di Caffè-Zaubermixer, das Gerät daneben wird gelentlich für eine Mango-Mischung verwendet.
Ich hatte Glück: Eine Restportion der Crema (die hier als „geeister Cappuccino“ oder so bezeichnet wird) konnte noch herausgepresst werden, und die bekam ich dann sogar umsonst. Und, was soll ich sagen: Ihr müsst unbedingt Crema di Caffè probieren. Crema di Caffè, wirklich! Meine Probierportion war eine herrlich sämige Soße, the best of both worlds, Kaffee und Eis. Wie Frappuccino, nur cremiger, italienischer, besser. So sah das dann aus:
Caffe
Rechts im Bild: ein feiner Johannisbeerstreuselkuchen.
Fazit: Ich glaube, ich muss  nochmal wiederkommen, um mir eine richtige, große Portion einzuverleiben. Und bis dahin überlege ich mir, kalte Kaffee-Spezialitäten selbst zu machen:

KAFFEE – ESPRESSO & BARISTA
Schlörstraße 11 (Ecke Schulstraße)
Öffnungszeiten: Mo-Fr 7 bis 19 Uhr, Sa 8.30-18 Uhr

Hippe Burger und schicker Salat: Die Hamburgerei

Ich habe meinen Augen fast nicht getraut, als ich gestern sah, wie hier die Besucherzahlen auf einmal explodierten. „Schuld“ war Yotam Ottolenghi, dessen Salat mit Süßkartoffel, Feige und Ziegenkäse ich auf Facebook angeteasert hatte. Den wollten irgendwie alle sehen. Lustig. Kommt ruhig mal wieder vorbei! Ich probiere bestimmt bald ein neues Ottolenghi-Rezept aus.
Heute wird hier allerdings nicht selbst gekocht, denn Mr. B und ich waren mal wieder aushäusig essen gestern. Ich glaube, die vielen Salate, die ich in letzter Zeit aufgetischt habe, wurden ihm allmählich unheimlich – auf jeden Fall forderte er ganz klar: Burger! Dafür fiel unsere Wahl auf die Hamburgerei, weil die so günstig zwischen Arbeit und Daheim liegt. Über das Erstarken des Burgertums in München habe ich hier ja schon mal geschrieben und dabei auch die Hamburgei kurz erwähnt. In den Räumen in der Brienner Straße, die früher eine sehr beliebte, aber nicht sehr schicke Suppenküche beherbergten, ist jetzt das Interior hip und das Personal auch. Wegen des guten Wetters wurde die Outdoor-Fläche vergrößert: Jetzt kann man auch um die Ecke in der Augustenstraße draußen sitzen. Wir saßen im offenen Fenster, nah am Geschehen. Mr. B war ganz zufrieden mit seinem „Mexikaner“ (Bulette, Speck, Jalapeños, Guacamole und so, schön scharf), aber der „best burger ever“ war es für ihn noch nicht. Diesen Titel halten schon länger die Exemplare der Jim Block-Kette in Hamburg, dicht gefolgt von denen in Tim Mälzers Bullerei. Wie gut, dass wir bald wieder nach Hamburg fahren!
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Anyway… Ich hatte keinen Burger, sondern wieder einen – jawoll! – Salat. Und zwar den Großen Kapstadt Salat. Das Highlight: knusprige Süßkartoffel-Streifen. Rote Beete und Feta sind auch drauf, außerdem ein leckeres Honig-Senf-Dressing. Und ein Burger-Brötchen gibt es auch dazu.
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Alles in allem ein feines Feierabend-Vergnügen. Netter, schneller Service, angenehme Atmosphäre. Ist mittags auch so, ich war schon öfter mit Kolleginnen hier. Dann gab es meistens den „Veganer“, ein Dinkelbrötchen mit Falafel-Bällchen. Yum.
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Sorry für die schlechten Bilder – es war leider nur das iPhone zu Hand…
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HAMBURGEREI
Briennerstraße 49
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-22 Uhr, Sa 13-23 Uhr, So 14-21 Uhr

Draußen sitzen: Salò

Ist der Gardasee viel zu deutsch, oder immer noch die schönste Möglichkeit, schnell mal Italien-Flair zu tanken? Darüber kann man geteilter Meinung sein. Einig waren waren jedoch meine Freundin Irene und ich uns darin, dass wir gestern mit der Pizzeria/Bar Salò in der Schraudolphstraße, benannt nach einem Ort am Gardasee, die perfekte Location gefunden hatten, um nett zu sitzen und zu plaudern. Ich habe mich mit einer sehr anständigen, schön dünnen und knusprigen Pizza Bufala (9,80 €) vergnügt und, glaube ich, meinen neuen Lieblingsdrink gefunden: Crodino Spritz (5,80 €). Wenn man es gern bitter mag – wie ich – ist das Gemisch aus Prosecco, dem alkoholfreien, leicht bitteren Crodino, und Grapefruit eine leckere Sommererfrischung.

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Auf der Facebook-Seite des Salò habe ich übrigens dieses nette und simple Rezept für Spaghetti à la Sophia Loren gefunden:
– Zwiebeln in Olivenöl anbraten
– Geschnittene Tomatenscheiben dazugeben
– Einkochen und immer wieder etwas Wasser dazugeben
– Keine Kräuter oder Knoblauch!
– In einer Schale Sardellenbutter (normale Butter und Sardellen geht auch) mit halber Zitrone wie ein paar Anchovis vermischen und mit Gabel zerdrücken.
– Nudeln in Topf mit Sauce vermengen
– Parmesan drauf
Buon Appetito!
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SALÒ
Schraudolphstraße 44, München Maxvorstadt
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag  11.30 – 0 Uhr, Samstag und Sonntag 19 – 1 Uhr
www.salomuenchen.de

Draußen sitzen: Taverna Molos

Dass und wo ich an lauen Sommernächten gerne im Freien bin, hatte ich ja hier schon mal vertieft. Nunja, wer ist das nicht, oder? Gestern war wieder so ein Abend. Ein Treffen mit einem alten Freund, beim Griechen. Genauer gesagt, in der Taverna Molos in der Maistraße. Auch so eine Lokalität, die gern mal unter der Bezeichnung „Szene-Grieche“ läuft. Ist das was typisch Münchnerisches, jede Lokalität, in der Interieur und Gäste hübsch aussehen, so zu nennen? Nunja. Wir waren jedenfalls nicht da, um irgendeine Szene zu sehen, sondern nur, um zu quatschen und gut zu essen. Und das taten wir auch. Unter großen Sonnenschirmen oder an der Hauswand unter der Markise und unter Blumenkästen sitzt man lauschig und kommt beim Anblick der hellblauen Tische (drinnen sind sie weiß) sogar ein wenig in Urlaubsstimmung.
Die Kellner in ihren weißen Hemden wuseln eifrig durcheinander, nur manchmal scheint die Absprache untereinander nicht so ganz zu funktionieren. Wir mussten jedenfalls ziemlich lange warten, bis wir endlich unser Essen ordern konnten. Einmal bestellt, kam es dann aber sehr prompt. Zuerst haben wir uns Pikilia geteilt, gemischte kalte Vorspeisen (9,40 €), für einen allein eigentlich schon eine Hauptmahlzeit.
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Zur Hauptspeise hatten wir beide die Baby Calamares vom Grill (13,90 €) gewählt. Eine Riesenportion, auch recht schmackhaft – aber für mich nach den üppigen Vorspeisen nicht mehr zu schaffen.
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Auch schon mal hier gegessen und für sehr lecker befunden (aber damals nicht fotografiert): Kotopoulo, Huhn in Zitronen-Olivenöl-Oreganomarinade (10,80 €). Fazit: Ein netter Abend in guter Gesellschaft mit freundlichem, aber manchmal etwas abwesendem Service. Randnotiz: Zwischen den Blumenkästen saß noch ein vergessenes Glas vom letzten Ouzo, wir bekamen (leider? zum Glück?) keinen angeboten.
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TAVERNA MOLOS
Maistraße 26, München Ludwigsvorstadt – Isarvorstadt
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag 17 bis 1 Uhr
www.molos.de

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Feierabend: In der Neuhauser Wohnküche

Meistens reicht eine kurze SMS: „Wokü?“ Wenn ich Zeit habe, hüpfe ich dann aufs Rad und sitze bald auf der kleinen Terrasse der Neuhauser Wohnküche, vor mir einen Holler Fritz (aka Hugo, Weinschorle mit Holundersirup), neben mir die Freunde, die diese SMS geschickt haben. Wir gucken auf die Altbauten gegenüber, hören um die Ecke den Verkehr Richtung Rotkreuzplatz rauschen und erzählen einander, was es Neues gibt. Die lieben Freunde hüpfen leider (für mich zumindest) gerade auf irgendwelchen griechischen Inseln herum, und Mr. B war gestern Abend auch anderweitig verplant. Aber ich wollte unbedingt auf einen Drink vor die Tür, die Nase in den Wind halten und feststellen, ob draußen immer noch Sommer ist (ja, ist es). Ich hatte den ganzen Tag (mehr oder weniger) erfolglos am Schreibtisch gebrütet, mir der Kopf schwirrte und ich wollte ihn ein bisschen auslüften. Also hüpfte ich aufs Rad, und verbrachte in Begleitung eines sehr unterhaltsamen Buches (dazu demnächst mehr) einen weiteren angenehmen Abend in der Wokü. Hunger hatte ich keinen, sonst hätte ich mir einen der leckeren Flammkuchen bestellt, den sie dort servieren, oder einen Käse–Teller. Es gibt auch günstigen Mittagstisch, so lange der Vorrat reicht, Kuchen aus der Zimtschneckenfabrik und ein feines Weinsortiment zum Trinken und Mitnehmen. Herz, was willst du mehr?
Achja, um 22 Uhr ist in der Wohnküche Feierabend – aber ausreichend Schlaf ist ja fürs Wohlbefinden fast genauso wichtig wie gute Bücher, gute Freunde und Wohlfühlorte in der Nachbarschaft…

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NEUHAUSER WOHNKÜCHE
Lachnerstraße 1
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9-22 Uhr, Sa 11-15 Uhr
www.neuhauserwohnkueche.de