10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Viel Grüße aus Asheville, North Carolina. Ich habe mal wieder ein paar Dinge aufgeschrieben, die mir das Leben gerade schöner machen. Wie sieht es bei euch aus?

  • In einer anderen Zeitzone sein
    Ich bin gerade auf Besuch bei meiner ehemaligen Gastfamilie aus dem Schüleraustausch. Damals lebten sie alle in Concord, North Carolina, jetzt haben sie sich kreuz und quer verteilt: Eine Gastschwester lebt mit Mann und Tochter in der Nähe von Boston, Massachusetts (dort war ich letzte Woche), die andere in Asheville, North Carolina (dort bin ich gerade), der Gastbruder in Durham, North Carolina, und schließlich die Gasteltern in der Nähe von Washington, D.C.. Ich klappere sie alle nacheinander ab und bin dabei eine Art digital nomad, arbeite also ein bisschen aus der Ferne für meine deutschen Auftraggeber. Das Tolle daran: Wenn ich hier so gegen halb sieben aufstehe, ist der Tag in Deutschland schon halb rum – und die E-Mails, die ich sonst alle einzeln abgefangen hätte, kommen jetzt in einem Batzen. Nur zu bestimmten Zeiten meine Mails zu checken, wollte ich mir schon längst mal angewöhnen, denn so ist das viel effektiver. Vielleicht klappt die Umstellung ja jetzt. Auch irgendwie sehr schön: Die Vorstellung, dass in Deutschland schon alle schlafen, während hier Nachmittag und Abend in vollem Gange sind.
  • Im Alltag mitschwimmen
    Ich klappere hier also meine Lieblingsamis ab. Die lassen mich in ihren Gästezimmern schlafen und sorgen für Entertainment – müssen aber ganz normal arbeiten. Ich finde das wunderbar, denn so bekomme ich mit – wie damals beim Schüleraustausch – wie das so ist, das ganz normale Leben hier in den USA. Von der Kinderbetreuung (die Anderthalbjährige ist in der Daycare, die sie gruseliger Weise „school“ nennen, als könne der Ernst des Lebens nicht früh genug beginnen) über die Podcasts, die sie hören, die Nachrichten, die sie gucken (Comey-Investitgation, Basketball Playoffs sind gerade die großen Themen), die Jobs, die sie haben, und das Essen, das sie kochen. Meine Gastschwester Melissa ist ganz begeistert von ihrem „Instantpot“, eine Mischung aus Slow Cooker und Schnellkochtopf, und Bethany hat mir im Slow Cooker ihren Lieblings-Linseneintopf gekocht. Viele kleine Schnipsel, aus denen ich ein Bild bastele, wie es ihnen so geht, und mit denen wir uns einander wieder annähern.
  • Ein neuer Podcast-Fund
    Der Mann meiner Gastschwester ist wie ich ein großer Podcast-Fan. Wir haben unsere Playlists verglichen, und ein paar seiner Empfehlungen habe ich gleich aufgenommen. Allen voran: Wait Wait…Don’t Tell Me! Eine Comedy-Quiz-Show, die aktuelle Nachrichten in Entertainment verwandelt – intelligent und urkomisch.
  • Kino-Dekadenz
    Auch wenn ich hier „nur so halb“ im Urlaub bin, gönne ich mir doch ein paar schöne Auszeiten. Gestern zum Beispiel eine Kinovorstellung am Nachmittag. Eigentlich wollten wir ja „Wonder Woman“ sehen, aber dafür gab es nur noch Plätze in der ersten Reihe. Deswegen sind wir auf „Baywatch“ umgeschwenkt. Sehr albern, aber lustig. Das Beste aber war das Kino, in dem wir waren: Da konnte man die Sitze zurückfahren, eine Fußstütze hoch – wie zuhause auf dem Sofa. Ein kleines Klapptischchen fürs Popcorn und Halterungen für die XXL-Getränkebecher gab es natürlich auch.
  • Film-Vorfreude
    Apropos Kino: Wenn ich zurück bin in München, beginnt bald das Filmfest München – meine Lieblingswoche des Jahres. Ich bin schon eifrig dabei, mir mit Hilfe des Festivalplaners mein Programm zusammenzustellen. Kino von morgens bis abends – ein Traum!
  • Zwei gute Stunden
    Eine Film-Empfehlung: Im Kleinstadtkino von Dedham, Massachusetts, habe ich mir, ebenfalls in einer Nachmittagsvorstellung, den Film Their Finest (deutsch: Ihre beste Stunde) angesehen. Ich dachte eigentlich, dass ich keine Zweiter Weltkrieg-Filme mehr sehen kann, aber das Thema, eine Frau, die ins Drehbuchgeschäft stolpert, hat mich interessiert, und Hauptdarstellerin Gemma Arterton mag ich auch sehr. Und dann wurde ich so richtig schön emotional durchgewalkt, wie ich es mag, und hatte zwei wirklich gute Stunden mit diesem Film. Ab 6. Juli auch in Deutschland zu sehen (und kurz vorher auf dem Filmfest München).
  • Ein Roman mit Boston-Flair
    Zufällig sehr passend: Ich hatte mir den Roman Since We Fell von Dennis Lehane auf den Kindle geladen, ohne zu wissen, dass der zu einem großen Teil in Boston spielt, wo ich mich gerade befand. Die Story: Eine Liebesgeschichte samt Psychothriller.
  • Kulinarische Nostalgie
    Diese Reise ist für mich auch ein „trip down memory lane“: Immer wieder schwappen Gedanken hoch an mein siebzehnjähriges Selbst, das damals zum Schüleraustausch hier ankam. Ganz eng verknüpft sind diese Erinnerungen mit dem Essen, das es damals gab. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel meine Vorliebe für Chocolate Chip Cookies, Tex-mex-Küche, Thanksgiving Dinner und mehr. Meine Gastschwester Melissa hat mir ein kulinarisches Willkommenspaket zusammengestellt, und darin befand sich außer einem Chocolate Chip Cookie-Mix und anderen Süßigkeiten auch ein Sixpack Sun Drop. Das ist eine neongelbe Limonade, die in den Südstaaten sehr beliebt ist, irre viel Koffein enthält und so ähnlich schmeckt wie Mountain Dew (falls das jemandem etwas sagt). Was habe ich die damals geliebt! In Concord gab es eine Sun Drop-Fabrik, die wurde jedoch letztes Jahr geschlossen, wie ich jetzt gelernt habe. Mittlerweile gehört die Marke zur Dr Pepper Snapple Group und ich habe mir Softdrinks total abgewöhnt. Aber für Sun Drop musste ich natürlich eine Ausnahme machen. Tja, was soll ich sagen: Die Erinnerung war besser als der tatsächliche Geschmack. Wie gut, dass sich manche Dinge eben doch ändern…
  • Kulinarische Neuentdeckungen
    In Massachusetts haben sie versucht, mich für Lobster Rolls zu begeistern, die lokale Spezialität. Bei Marvel’s Lunch Box in Hull gab’s ganz gute, aber mein neuer Lieblingssnack wird das nicht. Dann schon eher „Shrimp and Grits“, eine Südstaaten-Spezialität, die Melissas Mann Bary gestern Abend für uns gezaubert hat.
  • Yoga mal anders
    Auch wenn ich meine Yogalehrerin quasi dabei habe (in Form der Yogamour-DVDs von Bärbel Mießner), schnuppere ich doch gern mal in fremde Studios rein. Bei Yoga Now in Dedham muss man durch einen Coffeeshop gehen, um zum Übungsraum zu gelangen. Bei Inspired Change Yoga in Asheville bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen und musste eine Weile rätseln, warum die Lehrerin immer „Sayonara“ murmelte, nachdem sie uns in den nach unten schauenden Hund geleitet hatte. Bis ich dann darauf kam. Sie meinte: „Sigh out.“ – tief ausatmen. Das sollte man in der Tat nicht vergessen. Habt ein schönes Wochenende!

10 Dinge, die mir gerade gute Laune machen

Huch, was war ich in letzter Zeit blogfaul! Ich stelle gerade fest, dass ich seit Wochen, nein, Monaten, hier nichts geschrieben habe. Vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit. Kein Sterbenswörtchen über den Februar, den wir in Südafrika verbracht haben. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte immerhin ein paar Bilder sehen. Das Bild oben zeigt die Strandpromenade von Sea Point. Und vielleicht schaffe ich es hier ja auch noch mit ein paar Recaps. Und ich will auch gar nicht übers Nicht-Schreiben schreiben, sondern lieber wieder mit dem Schreiben anfangen. Ein paar Dinge, die mir gerade gute Laune machen:

  • Digital-Kunst: Es gibt jetzt verschiedene  Frida-Kahlo-Emoji. Wie cool ist das denn, bitte?!
  • Endlich: Ein RomCom-Podcast. In You Had Us At Hello* plaudern zwei Fachleute über das Genre der Romantic Comedy und die neuesten Beispiele: Billy Mernit, Script-Consultant und Autor des Ratgebers Writing the Romantic Comedy, und Drehbuchautorin Tess Morris, die zum Beispiel die sehr nette Komödie Es ist kompliziert…! geschrieben hat (z.B. auf Amazon oder Netflix zu sehen), in der die wunderbare Lake Bell und Simon Pegg mitspielen. Bislang gibt es erst eine Folge, und so ganz haben sie das mit der Lautstärkeregelung noch nicht raus, aber die zwei sind einfach charmant, und für RomCom-Enthusiasten wie mich ist es einfach schön, anderen beim Enthusiasmieren zuzuhören (auf Englisch).
  • Noch ein Podcast, diesmal ein deutscher, den ich gerade erst entdeckt habe: Durch die Gegend. Der Name ist Programm: Journalist und Radiomoderator Christian Möller interviewt Menschen beim gemeinsamen Spaziergang. Ich habe mir die Folge mit Schriftsteller David Wagner angehört. Er sagt „Gehen massiert das Gehirn“. Gefällt mir.
  • Feuerwehr-Drama: Die Serie Chicago Fire hätte ich für Mr. B beinahe mal ruiniert, weil ich anmerkte, dass dort in richtig dramatischen Gesprächen garantiert immer irgendwann der Alarm schrillt und die Mannschaft zu einem Einsatz gerufen wird. Daraufhin guckte er mich erst immer ein wenig vorwurfsvoll, dann belustigt an, wenn das in einer Folge passiert. Aber selbst dieser Dramaturgie-Spoiler konnte unsere Begeisterung für das Leben und Lieben auf der Feuerwache nicht trüben. Wir sind mittlerweile mit Staffel 5 durch und warten auf Nachschub. Bitte, bitte, bitte, noch ein structure fire (Gebäude-Brand), die sind immer so schön dramatisch.
  • Mein neuer Wasserkocher. Gesehen bei Freunden, musste ich dieses tolle Teil von Bosch jetzt auch haben. Guter Grund: Unser vorheriger Wasserkocher hat beim Schütten immer böswillig getropft, so dass oft einiges daneben ging. Aua. Der neue macht das nicht, und ist sogar noch viel toller, weil man bei ihm die gewünschte Temperatur auswählen kann: 70, 80, 90 oder 100 Grad. Tee-Kenner wissen bestimmt genau, bei welcher Temperatur und wie lange irgendein Oolong, Matcha oder sonst etwas gebrüht werden muss, ich weiß nur: bei 70 Grad kann ich meinen Roibos sofort trinken, 80 Grad sind perfekt, wenn ich mir erst noch eine Scheibe Brot toasten und mein Rührei braten will.
  • Koch-Inspiration: Ich hatte schon lange einen Gutschein für den Lebensmittel- und Rezepte-Lieferanten Hello fresh herumliegen und fand das Konzept super: Man bekommt Rezepte mit der genau passenden Menge an Lebensmitteln, allerdings nicht wie beim Kochhaus in einem Laden, sondern direkt nach Hause geliefert. Das will ich jetzt endlich mal ausprobieren. Mit einem Tag Verspätung (weil der Bote es nicht wie gewünscht im Treppenhaus abgestellt hatte) kam heute alles an, und ich freue mich darauf, heute Abend loszukochen.
  • Blaumachen. Auch wenn ich gar nicht so richtig weiß, wie das geht, ist so ein freier Nachmittag hin und wieder doch wirklich eine fantastische Sache.
  • Yoga. Bei der wunderbaren Bärbel von Yogamour. Im Urlaub hatte ich sie auf DVD dabei, jetzt kann ich sie endlich wieder live genießen. Ommmmm.
  • Meine Bücherhalle. Die Stadtbibliothek München, die bei uns in Neuhausen eine super Auswahl hat und einem auch (fast) alles bestellt, was man haben möchte. Ich möchte gerade Eva Menasses Tiere für Fortgeschrittene und den neuesten Tana French-Krimi Gefrorener Schrei haben. Habe ich dann auch bekommen.
  • Backen. Habe ich am letzten Wochenende nach langer Zeit endlich mal wieder gemacht. Hach, war das schön. Das Ergebnis gibt es hoffentlich am Sonntag hier: südafrikanische Rusks.

 

*Natürlich eine Anspielung auf das berühmte Zitat „You had me at hello“, mit dem Renée Zellweger Tom Cruises Liebesmonolog in „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ beantwortet.

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Ich bin wahrscheinlich nicht die einzige, die ganz, ganz feste hofft, dass dieses frische Jahr um einiges besser wird als das abgenutzte, das gerade vergangen ist. Nicht nur hier auf dem Blog ging mir zum Ende ein wenig die Puste aus. Zu viel schlimme Nachrichten, zu wenig gute, und dazu noch der ganz normale Alltagsquatsch. Das muss anders werden, auch wenn ich (oder weil ich?) dazu keine lange, schlaue Liste mit Vorsätzen habe. Ich lass das mal. Stattdessen gucke ich lieber, was bis jetzt schon ziemlich schön war:

  • Ein Besuch in Hamburg und Mecklenburg, bei meiner Familie. Auch wenn ich zwischenzeitlich flachgelegen habe, war es doch schön, die vertrauten Gesichter mal wieder zu sehen.
  • Besonders: Nichte und Neffe, die mir begeistert ihren Knetsand à la Frozen vorführten. Ob sie so viel Spaß am von mir mitgebrachten und vorgelesenen Kinderbuch Der Miesepups hatten wie ich? I hope so!
  • Ein neues Sweatshirt von Femme de Marin mit Walt Whitman-Zitat. Genauer: „Oh Captain! My Captain“, wohl besser bekannt als Zitat aus dem tollen Film Der Club der toten Dichter. Gefunden bei Su in der Schanze.
  • Ein großes Lesevergnügen. So schnell bin ich wohl lange nicht mehr durch einen Roman gebrettert, wie durch die herrliche, traurig-schöne Familiensaga Als wir unsterblich waren von Charlotte Roth, von Mama empfohlen.
  • Butterkuchen. In München selten gefunden, in Hamburg dafür umso mehr genossen. Dafür habe ich sogar meine „Kein Zucker“-Parole kurzzeitig gelockert.
  • Serie 1: Call the Midwife: Die Serie über Hebammen im Londoner East End der 50er und 60er Jahre verfolge ich schon seit Staffel 1. Mittlerweile sind es fünf, die sechste soll dieses Jahr kommen, und meine Begeisterung ist ungebrochen. Im aktuellen Holiday-Special reisen sie sogar nach Südafrika. Bei Netflix.
  • Serie 2: Deadbeat: Schönes Kontrastprogramm zu den hochmoralischen Nonnen und Hebammen aus Call the Midwife: Marihuana-Fan und Medium Pac aus der Serie Deadbeat. Der Schluffi mit Plauze kann Geister sehen und sorgt mit unorthodoxen Methoden dafür, dass diese letzte unerledigte Dinge beenden und „ins Licht gehen“ können. Staffel 3 hat eine ganze Reihe Charaktere aussortiert, macht aber noch genauso viel Spaß wie die vorigen. Bei Amazon.
  • Serie 3: Designated Survivor. So, so amerikanisch, aber leider einfach echt fesselnd. Die Serie über einen Hinterbänkler im amerikanischen Kongress, der als (beinahe) einziger Überlebender eines Terror-Angriffs auf die Regierung plötzlich Präsident wird. Und wer würde nicht lieber Kiefer Sutherland als POTUS sehen als Witzfigur Donald Trump? Bei Netflix.
  • Listen machen. Die Vorfreude auf den anstehenden Urlaub in Südafrika wächst, und vor allem meine Liste, welchen tollen Restaurants diesmal besucht werden sollen, wird immer länger. Auf jeden Fall dabei: The Short Market Club, der neueste Streich von Luke Dale-Roberts, Chef des Potluck Club, eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants in Kapstadt.
  • Granatäpfel. Zur Zeit mein liebstes Obst. Nicht nur, weil die rubinroten Kerne so hübsch aussehen, sondern auch, weil sie so köstlich schmecken. Und das Herauspflücken aus der Schale ist eine schöne Meditationsübung.

 

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Kurz habe ich überlegt, diese Liste generell in eine „Gute Laune-Liste“ umzuwandeln, weil es manchmal gar nicht so leicht ist, in einer Woche zehn Highlights zusammenzubringen. Aber dann sind mir doch immer mehr Dinge und Erlebnisse eingefallen, die die Liste gefüllt haben – und das waren keine Verlegenheitspunkte. Also, here we go:

  • Gespräche, die wehtun, aber guttun. Weil sie ehrlich sind und zum Nachdenken anregen. Mit echten Freunden geht sowas. Danke dafür.
  • Kaffee am Küchentisch. Eine Kaffeemaschine im Büro habe ich zwar auch, aber viel toller ist es, sich hin und wieder aus dem Büro zu stehlen und bei meiner Freundin Kerstin, die um die Ecke wohnt, einen Cappuccino aus ihrer tollen Maschine serviert zu bekommen. Dazu gibt es neuerdings immer ganz köstliche
  • Mandorlini, die ich jetzt auch mal nachgebacken habe und nächste Woche hier vorstellen werde.
  • Selbstgebackenes Brot: Wird dank Sauerteig-Backkurs jetzt öfter bei uns gegessen. Aufwändig, aber so lecker!
  • Noch ein Foodie-Podcast. Neulich habe ich ja schon vom The Sporkful Podcast geschwärmt, und jetzt habe ich noch KCRW’s Good Food entdeckt. Herrlich, diese Sendung für Food-Nerds. Da wird dann mal schnell zum Wochenmarkt (in Santa Monica) geschaltet, um über das Gemüse der Woche zu plaudern, ein Rezept für Blumenkohl-Tatar verraten oder ausführlich über die Geschichte des Spritz geredet. Love it.
  • Das Schlüsselbrett, das meine Freundin Jule in ihrer Wohnung hat (hier gibt’s ein ähnliches). Und ihre Gastfreundschaft!
  • Unkompliziert reisen. Mein Kurztrip nach Stuttgart, um eine Führung über historische Kriminalfälle mitzumachen und Jule wiederzusehen war eine schöne Abwechslung. Hin ging es mit dem Megabus,  günstig und pünktlich – die Deutsche Bahn wurde dagegen auf der Rückfahrt allen Vorurteilen gerecht…
  • Mal wieder einen Krimi verschlingen. Die beste Methode, um die Wartezeit auf einen um anderthalb Stunden verspäteten Zug zu überbrücken. Ich hatte mir Val McDermids „Der Verrat“ aus der Bahnhofs-Buchhandlung geschnappt. Fesselnd.
  • Die Pizza im L.A. Signorina, Stuttgart  – und der Antipasti-Teller auch! Ein netter, hipper und freundlicher Laden am Marienplatz. Hier die Facebook-Page.
  • Filme mit Tanz und Gesang. In Cuban Fury kämpft sich ein übergewichtiger Spießer mit Salsa zurück ins Leben, in Make My Heart Fly geht es zur Musik der Proclaimers („…and I would walk five hundred miles…“) um Lieben und Leiden in Edinburgh (beide bei Amazon Prime). Großartig für einen verregneten Nachmittag.

Kehrwoche2

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Auf das Wetter als Gute-Laune-Macher kann man sich diese Tage ja nicht so recht verlassen, aber ich habe ein paar andere Dinge, die mich beglücken:

  • Kinoglück: Gerade habe ich entdeckt, dass der Münchner Drehbuchautor und Regisseur Ralf Westhoff, dessen Filme „Shoppen“ und „Wir sind die Neuen“ ich einfach großartig finde, im Münchner Monopol Kino eine Filmreihe kuratiert: Beste Gute Filme nennt sich das, und soll Aufmerksamkeit auf tolle Filme lenken, die sonst vielleicht ein wenig untergehen/gegangen sind. Aber auch wer nicht in München wohnt, kann sich die Filmtipps als Newsletter schicken lassen oder auf der Website stöbern und die Filme anschließend online, auf DVD oder teilweise noch im Kino gucken. Die Filmreihe im Monopol läuft immer sonntags um 19.30 Uhr. Das kollidiert natürlich mit dem „Tatort“, aber ich hoffe, dass ich es trotzdem bald mal dort hin schaffe. Am 17.4. läuft „Whiplash“, am 24.4. vermutlich „The Lobster“.
  • Theaterrestaurant: Seit ein paar Monaten ist das Restaurant beim Münchner Volkstheater (vormals Volksgarten, dann Volksküche) neu bestückt: Es heißt jetzt Meschugge und wird von     den Betreibern des „Schmock“ geführt. Auf der Karte: eine Mischung aus israelischen, arabischen und internationalen Gerichten. Wir hatten unter anderem die israelisch-arabischen Vorspeisen mit Hummus, nein „Chummus“, Falafel und Tabbouleh (15 Euro) und waren sehr zufrieden. Nette Location, super netter Service.
  • Handgemachtes: Nach dem Meschugge ging es ein paar Schritte weiter, ins Volkstheater. Da las im Rahmen von Krimi im Foyer diese Woche Friedrich Ani, der coole Hund, aus seinem neuesten Tabor Süden-Roman, „Der einsame Engel“, und die Max Bronski Band ließ es krachen.
  • Vorfreude: Ich habe mich gerade ein wenig auf Kindle-Diät gesetzt, weil das unkontrollierte Auffüllen meines E-Readers die Kosten doch ein wenig in die Höhe getrieben hat. Jetzt leihe ich wieder aus der Stadtbibliothek – und genieße das schöne Gefühl, auf den Lesegenuss erst einmal ein wenig warten zu müssen, wenn ich ein neues Buch in meine Neuhausener-Filiale bestellt habe. Heute kann ich zum Beispiel „Amerikanische Gefühle“ von Susanne Heinrich abholen.
  • Nachfreude: Schön, wenn man in alten Notizbüchern liest und dabei kleine vergessene Schätze entdeckt. Sprüche und Gedanken, die ich mal notiert und jetzt wieder gemocht habe.
  • Kirschblüten: Immer noch, auch wenn sie jetzt bald wieder weggeweht sind: Wie herrlich ist diese kurze, intensive Blütenpracht!
  • Noch mehr Frühlingszeichen: Die Statuen im Nymphenburger Park sind wieder ausgepackt und in der Patisserie Lehmann (Holzstraße 22) haben sie endlich wieder die Eistheke rausgeholt (und befüllt).
  • Granatapfel und Rhabarber: Beides liebe ich und beides steckt in diesem Rezept von der I Quit Sugar- Website, das bestimmt bald in meiner Küche gebacken wird.
  • Beisammensein: Um sich in einer größeren Gruppe gut zu unterhalten, ist es im Augustiner Klosterwirt ein wenig zu laut, aber das Essen war gut, die Bedienung fix und das dortige Treffen unseres Dinnerclubs war trotzdem mal wieder ein wunderbarer Abend.
  • Wie lustig Wein macht: Das zeigt diese Fotoserie von Marcos Alberti mit Porträts nach null, einem Glas, zwei oder mehr Gläsern Wein. Großartig.

 

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Auch wenn ihr hier wahrscheinlich lieber Rezepte lesen würdet (am Montag gibt es ein neues, versprochen!), mal wieder eine Glücks-Liste, einfach, damit ich diese Momente nicht vergesse:

  • Besuch haben. Viel zu kurz, aber schön war es, dass Papa mal wieder vorbeigeschaut hat.
  • Spaziergänge machen.
  • Die Statuen im Nymphenburger Schlosspark, die jetzt zum Frühling endlich wieder ausgepackt werden.
  • Neues entdecken. Die Schwanthalerstraße bin ich schon so oft hinauf- und hinabgefahren, aber erst jetzt ist mir beim Vorbeilaufen eine wunderschöne Jugendstil-Häuserfassade aufgefallen.
  • Auf Ideen kommen. Mal sehen, was daraus wird.
  • Neuen Lesestoff haben. Ich freue mich sehr auf Die Strömung von Calla & Rolf Björlind, frisch aus der Bücherei entliehen. Die Vorgängerromane Die Springflut und Die dritte Stimme habe ich hier ja bereits vorgestellt.
  • Guter Kaffee und gute Gespräche. Die Rösterei gangundgäbe (Kapuzinerstraße 12) ist der perfekte Ort für beides zusammen.
  • Nachmittags ins Kino gehen. Im Himmel trägt man hohe Schuhe mit Toni Colette und Drew Barrymore gesehen und geheult wie ein Schlosshund, sehr kathartisch. Es geht darum, wie eine Krebserkrankung die Freundschaft der beiden Frauen auf die Probe stellt.
  • (Spät-)Abends ins Kino gehen. Und überrascht feststellen, wie viele Leute um 21.15 Uhr Hail, Caesar! sehen wollen. Ja, kann man gucken, muss man aber nicht.
  • Vorfreude. In diesem Fall auf das Dokumentarfilmfestival DOK.fest im Mai.

IMG_8900 IMG_8903_neu

Lesefutter

Beim Heimkommen aus dem Urlaub habe ich mich vor allem auf eines gefreut: Meine eigene Küche. Endlich wieder selber kochen! Und wie günstig gute Lebensmittel hier im Vergleich zu Australien sind… Von Down Under habe ich jede Menge Kochzeitschriften mitgebracht, die ich jetzt mit Vergnügen durchblättere. Und das Thema gesunde Ernährung treibt mich um. Nach Wochen mit zu viel French Fries und anderem Junk on the road habe ich richtig Lust, wieder gut zu essen. Gute Inspiration dazu:

Auf Netflix läuft gerade die tolle Doku Cooked von und mit Michael Pollan. Pollan ist ein bekannter US-Journalist, der zahlreiche Beststeller zum Thema Ernährung verfasst hat und Ernährungsregeln ziemlich gut auf den Punkt bringt: „Eat food. Not too much. And mostly plants.“ Die vierteilige Serie „Cooked“ (hier der Trailer) basiert auf seinem gleichnamigen Buch (auf deutsch: Kochen: Eine Naturgeschichte der Transformation, erschienen im Verlag Antje Kunstmann). Pollan betrachtet menschliche Ernährung anhand der vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Sie sind es, die Fleisch, Gemüse oder Getreide erst in Essen und Trinken verwandeln, so Pollan: Feuer etwa beim Grillen, Wasser, indem wir damit kochen, Luft, indem es beim Backen seinen Zauber wirkt und Erde beim Fermentieren. So geht Pollan zum Beispiel in der Feuer-Folge unserer Liebe zu Gegrilltem nach und erklärt die anthropologische These, dass erst die Fähigkeit, gegartes Fleisch zu essen, dem Homo sapiens einen solchen Boost und Vorteil gegenüber anderen Spezies verschaffte, dass er sich so vehement durchsetzte und wir zu dem wurden, was wir heute sind. Wer gegartes Fleisch ist, nimmt damit auf einmal viel mehr Kalorien zu sich, viel einfacher, als mühsam nach Beeren oder Nüssen zu suchen. Und so entwickelte sich beim Homo sapiens allmählich ein viel größeres Gehirn. Rund um die Welt beobachtet Pollan, wie Menschen kochen: Aborigines in Australien, die noch wie vor tausenden von Jahren im Feuer garen, marokkanische Frauen, die allmorgendlich ihr Brot backen, oder eine kanadische Nonne, die Käse nach alten französischem Rezept herstellt. Faszinierend, wunderschön gefilmt, und lehrreich – ein starkes Plädoyer fürs Selberkochen! Pollans Buch Lebens-Mittel. Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn (Goldmann) habe ich mir jetzt auch auf den Kindle geladen und freue mich darauf, es zu lesen.

Aber vorher bin ich noch dran an First Bite von Bee Wilson. Die britische Food-Journalistin geht in ihrem Buch der Frage nach, wie unsere Essensvorlieben in der Kindheit geprägt werden – und wie man es schafft, die Lust auf Junkfood & Co. durch Lust an gesunderer Küche zu ersetzen. Ihre These: Es ist sehr wohl möglich, seinen Geschmack zu verändern und Freude an gesundem Essen zu finden, auch wenn die Vorliebe für Süßes und industriell hergestellten Mist tief verwurzelt ist, weil sie oft an so positive Kindheitserinnerungen geknüpft ist. Spannend, was sie dabei kulturhistorisch alles aufdeckt. Welche Nahrungsmittel zum Beispiel früher als nicht-kindertauglich gesehen wurden (Obst!) und was dagegen oft auf dem Speiseplan (der Kinder armer Leute) stand (altes, trockenes Brot).

Aufmerksam geworden bin ich auf Bree Wilson durch die BBC Radio 4-Sendung Food Programme, die sich in einer Folge unter anderem mit Wilsons Buch beschäftigt hat. Außerdem kam in der Sendung eine Familie zu Wort, in der der Vater an Diabetes litt und damit konfrontiert war, eventuell bald seine Füße amputiert sehen zu müssen, weil sein gesundheitlicher Zustand so schlecht war. Die Söhne haben es sich daraufhin zur Aufgabe gemacht, ihren Vater zu gesünderem Essen zu erziehen – zunächst gegen seinen erheblichen Widerstand, weil er fest davon überzeugt war, er könne nie Genuss darin sehen, und seine Essgewohnheiten seien nun einmal, wie sie sind. Das hat sich mittlerweile stark verändert, und diese Wandlung kann man nun in ihrem Dokumentarfilm Fixing Dad sehen. (ich habe ihn noch nicht geguckt, werde das aber bald tun)

Von „I Quit Sugar“-Autorin Sarah Wilson (in Deutschland heißt ihr erstes Buch „Goodbye Zucker“) habe ich hier ja schon öfter erzählt. In Australien habe ich ihr neuestes Werk, Simplicious (eine Zusammensetzung aus simple + delicious) entdeckt. In mein Gepäck passte es nicht mehr, aber nach der Rückkehr habe ich es mir gleich bestellt – und bin begeistert. Wilson ist jetzt nicht mehr nur auf der Anti-Zucker-Mission, sondern hat noch ein anderes wichtiges Anliegen: Lebensmittelverschwendung verringern. Und so erklärt sie, wie man gesunde, gemüsereiche und leckere Mahlzeiten zaubert und dabei vom Stängel bis zur Schale alles verwendet. In selbstgemachter Brühe zum Beispiel. Fleisch isst sie auch, und empfiehlt dabei, möglichst die ungeliebten, schwierigeren Teile zu kaufen. Weil sie günstiger sind – und weil so weniger Überfluss entsteht, als wenn alle immer nur Hühnerbrust oder Rumpsteak kaufen.

Außerdem endlich gelesen: Die GEO kompakt-Ausgabe Gesunde Ernährung (3/2015), die ich mir vor ewigen Zeiten mal zugelegt hatte. Interessante Artikel darin unter anderem: Psyche: Wie Essen unser Fühlen bestimmt. Und: Appetit: Was uns hungrig und satt macht.

So, und hier wird hoffentlich auch bald wieder „richtig“ gekocht, mit Rezepten und so. Es gab schon einige schöne Experimente in der Küche, aber die waren zwar lecker, aber unfotogen. Auf bald!

Geguckt, geklickt, gelesen – 2015

So jetzt ist es also da, diese neue Jahr, das mit seinem bleichen Himmel und dem Feuerwerksmüll auf den Straßen schon wieder ziemlich abgenutzt aussieht. Aber dass mit dem neuen (Neuen?) Jahr alles anders wird, ist ja sowieso eine Illusion. Trotzdem achte ich immer penibel darauf, die Ware vom Wäscheständer unbedingt noch im alten (Alten?) Jahr abzuhängen, damit nur ja nichts Altes mit hinüber ins Neue wandert. Wobei ich mich jedes Mal frage, ob ich diesen Aberglauben richtig in Erinnerung habe: Vielleicht darf man auch an allen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr überhaupt nichts waschen? Aber das halte ich nicht durch.
Mir geistert das alte Jahr also noch ein wenig durch den Kopf. Zum Einen liegt das vermutlich daran, dass es gestern so gespenstisch zu Ende gegangen ist, mit der Terrorwarnung hier in München. Zum anderen hatte ich mich hier auf dem Blog eigentlich noch ausführlicher von 2015 verabschieden wollen. Dann lief mir mal wieder die Zeit davon. Aber als ich heute in meinem E-Mail-Postfach Austin Kleons Liste mit seinen Lieblingsbüchern 2015 fand, beschloss ich, doch auch noch einen Blick zurück zu werfen. Hier kommt er:

Ziemlich am Ende meines Lesejahres, aber auf der Genuss-Liste ganz weit oben: Auf eine Empfehlung in der ZEIT hin habe ich mir den Episodenroman „Momente der Klarheit“ von Jackie Thomae gekauft – und verschlungen. Bitterböse kleine Geschichten, in denen Beziehungen zu Ende gehen.

Noch kürzer, aber auch großartig: Die Stories von Ruth Herzberg „Wie man mit einem Mann glücklich wird„, ein E-Book aus dem Mikrotext-Verlag. Bei Edition F kann man ein bisschen reinlesen.

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ ist das Vermächtnis der mit 22 Jahren viel zu früh verstorbenen Marina Keegan. Brillante Stories und Beobachtungen.

Es war bei mir das Jahr der Kurzgeschichten. Auch Lauren Holmes‘ Erzählband „Barbara die Schlampe und andere Leute“ zählt dazu…

…und Katherine Heinys „Single, Carefree, Mellow“ (auf deutsch: Glücklich, vielleicht). Klasse! Es geht übrigens keineswegs nur um Singles. Mir hat es so gut gefallen, dass ich es auch gleich noch verschenkt habe.

Von Laura Barnetts „The Versions of Us“ hatte ich ja schon hier geschwärmt. Und der Nachhall dieses Buches hält immer noch an. Die möglichen Geschichten einer Liebe – spannend.

Noch ein Liebes-Paar: Lancelott (Lotto) und Mathilde. Lauren Groffs „Fates and Furies“ schildert ihre Geschichte erst aus seiner, dann aus ihrer Perspektive. Fesselnd.

Sehr gemocht habe ich auch Liza Codys „Lady Bag“. Hier bereits erwähnt.

Jakob Arjounis Kayankaya-Romane („Happy birthday, Türke!“, „Mehr Bier“, „Ein Mann, ein Mord“, „Kismet“ und „Bruder Kemal“) haben mir ein paar verregnete Tage auf Ibiza erhellt. Ein abgerockter, rotziger Privatdetektiv, der durch das Frankfurt der 80er und 90er Jahre tigert.

Wer „Gone Girl“ mochte, dem wird auch „Girl on a Train“ von Paula Hawkins gefallen. Leicht zu lesen, perfekt auch für Pendler.

Sehr inspiriert hat mich Elizabeth Gilbert mit „Big Magic“, ihre Gedanken zur Kreativität. Einen kleinen Einblick in ihre Philosophie gibt auch ihr TED Talk.

Adele Waldman hat mit „Das Liebesleben des Nathaniel P.“ ja 2015 sehr für Furore gesorgt. Ich habe es gern gelesen. Aber immer noch keinen einzigen Knausgård. Naja, vielleicht dieses Jahr.

Frohes Neues!

Geguckt, geklickt, gelesen

In zehn Tagen beginnt in München wieder das Filmfest, ich freue mich schon sehr darauf. Aber vorher habe ich mich schon mal mit ein paar anderen Filmen, Serien und Büchern amüsiert. Meine Highlights der letzten Zeit:

  • Roman: Laura Barnett: The Versions of Us
    Romane, in denen verschiedene mögliche Versionen eines Lebens durchgespielt werden, mag ich sehr. Zuletzt Kate Atkinsons Life After Life, schon vor längerer Zeit Lionel Shrivers „The Post-Birthday World“. Darum wurde ich auch bei einer Rezension in der britischen Grazia zu diesem Roman gleich hellhörig. Zu Recht: Was für ein tolles Buch! Ich habe es mit Tränen in den Augen aus den Händen gelegt, mochte mich von den Figuren, die hier erschaffen werden, einfach nicht trennen. Wie die britische Autorin Laura Barnett es schafft, so dicht drei mögliche Variationen der Leben ihrer beiden Hauptfiguren zu erzählen, ist meisterhaft. Dreimal beginnt es mit einer kurzen, zufälligen Begegnung zwischen Eva und Jim, aber dreimal entwickeln sich komplett unterschiedliche Leben der beiden Hauptfiguren daraus. Sie werden ein Paar, oder auch nicht, sind beruflich erfolgreich, oder auch nicht – aber eine Verbindung zwischen ihnen gibt es immer, auf die eine oder andere Weise. Großartig!
  • Krimis: Cilla und Rolf Börjlind: Die SpringflutDie dritte Stimme
    Einen richtig guten Skandi-Krimi hatte ich länger nicht gelesen. Da kamen diese gerade Recht. Eine Kollegin hatte mir den ersten Band einer neuen Reihe geliehen, den die Drehbuchautoren-Duo Cilla und Rolf Börjlind geschrieben haben. Sie schicken ein ungewöhnliches, unfreiwilliges Team auf Verbrecherjagd: Die Polizistenschülerin Olivia Rönning und den ehemaligen Cop, jetzt Obdachlosen, Tom Stilton. Darum herum noch ein Ensemble weiterer liebenswerter Unterstützer. Band 1 ist „Die Springflut“, Band 2 „Die dritte Stimme“ – beide absolute Pageturner!
  • Zeitschrift: Stern Crime
    Apropos Verbrechen: Seit einer Weile liegt das neue Magazin Stern Crime am Kiosk – mitnehmen! Wirklich gut gemacht und sehr lesenswert, diese Zeitschrift über „Wahre Verbrechen“. Etwa der Artikel über einen ungewöhnlichen Bankräuber oder den Skandalmord, der Irland so sehr aufgewühlt hat.
  • Buch: Stephan Harbort: Wenn Frauen morden
    Nachdem ich Stern Crime ausgelesen hatte, musste Nachschub her. Ich habe also ein wenig in meinem Bücherregal gewühlt und ein älteres Buch ausgegraben, das ich schon lange hatte lesen wollen. Kriminalist Stephan Harbort schildert spektakuläre Fälle aus der neueren und älteren Kriminalgeschichte, in denen die Täter Frauen waren. Gibt es mittlerweile auch als Taschenbuch.
  • DVD: Ferdinand von Schirach: Schuld
    Die Bücher von Ferdinand von Schirach (u.a. „Verbrechen“ und „Schuld“), in denen er aus seiner Praxis als Strafverteidiger erzählt, habe ich vor ein paar Jahren verschlungen. Eine feine, ungewöhnliche Sprache, und ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf Verbrechens-„Stories“, den man so bislang noch nicht kannte. Kongenial fürs Fernsehen adaptiert wurden die Bücher in der Produktion von Oliver Berben fürs ZDF. Vor zwei Jahren lief die erste 6-teilige Serie zu „Verbrechen“, vor ein paar Monaten jetzt die zu „Schuld“. Fesselnd!
  • DVD: Houdini
    Fesselnd im doppelten Sinne des Wortes ist die Geschichte von Zauberer, nein „Escape Artist“ Harry Houdini, den Adrien Brody in dieser biographischen Mini-Serie brillant verkörpert. Ein Getriebener, der in immer waghalsigeren Stunts mit seinem Leben spielt, z.B. wenn er sich kopfüber, gefesselt in einen Wassertank einsperren lässt oder gefesselt von einer Brücke in ein kleines Eisloch springt. Tolle Unterhaltung.
  • Kino: Love & Mercy
    Ich bin nicht der weltgrößte Beach Boys-Fan, daher hätte mich die Filmbiographie von Beach Boys-Kopf Brian Wilson normalerweise wohl nicht angesprochen. Aber da ich selbst gerade am Drehbuch einer Künstlerbiographie sitze, war mein Interesse geweckt. Und, siehe da – ein toller Streifen! Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, in den 60er bzw. 90er Jahren, beides bedeutsame Perioden im Leben von Brian Wilson. In der frühen Phase ist ein der junge, begnadete Komponist, der den Sound der Beach Boys weiterentwickeln will, aber immer mehr durch psychische Probleme (er hört Stimmen in seinem Kopf) daran gehindert wird. Grandios gespielt von Paul Dano. In der späten Phase spielt John Cusack den älteren Brian, mittlerweile völlig abgedriftet und abhängig von einem dubiosen Psychiater, der ihn mit viel zu vielen Medikamenten in einem Dämmerzustand hält. Aus diesem erwacht er langsam, als er die patente Autoverkäuferin Melinda (Elisabeth Banks) kennenlernt. Eine zarte Liebesgeschichte beginnt.

Geguckt, geklickt, gelesen

So ein Feiertag ist doch eine gute Gelegenheit, um mal ein wenig innezuhalten und Bestandsaufnahme zu machen. Hier folgen ein paar Filme, Bücher und Co., die mir in letzter Zeit Spaß gemacht haben.

  • DVD: Small Island
    Seit „Sherlock“ habe ich ein Faible für Benedict Cumberbatch (wer nicht?!). Jetzt hat Mr. B den BBC-Zweiteiler Small Island von 2009 aufgestöbert, in dem Cumberbatch mitspielt. Er tritt er zwar viel zu selten auf, aber wenn er zu sehen ist, dass ist er natürlich großartig. Die Geschichte stellt zwei Frauen in den Mittelpunkt, deren Schicksale sich in England im Zweiten Weltkrieg treffen. Die naive Hortense aus Jamaica und Queenie, verheiratet mit dem steifen Bernard (Benedict Cumberbatch). Beide Frauen wünschen sich so viel mehr vom Leben, als sie in dieser Zeit kriegen können – und beide treffen und lieben denselben Mann, der ihr Leben verändert.
  • DVD: Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit 
    Mann, was für ein toller Film. Und Himmel, was habe ich am Ende geflennt. Mr. May (Eddie Marsan) arbeitet in einer Behörde und sieht auch aus wie ein typischer Beamter, dabei hat er so viel mehr Herz, als man es von den meisten Paragraphenreitern glauben würde. Er sucht Angehörige von Toten, die niemand mehr kennt, um ihnen eine würdevolle Beerdigung zu ermöglichen. Meistens findet er niemanden, und dann ist er der einzige, der am Grab steht, die Musik auswählt und die Rede schreibt, mit der die vergessenen Toten verabschiedet werden. Als er jedoch in seinem Job, der ihm sein ganzes Leben ist, gekündigt wird, nimmt sein Weg eine Wende. Er beißt sich an einem letzten Fall fest, den er unbedingt noch lösen möchte – und tatsächlich findet er Menschen, die Billy Stoke kannten, den Mann, der als einsamer Alkoholiker gestorben ist, bezeichnenderweise in einer Wohnung, die der von Mr. May direkt gegenüber liegt. Auch Mr. May ist ein einsamer Mensch, aber die Menschen, die er auf der Suche nach Angehörigen von Billy Stoke trifft, berühren und verändern ihn. Ein zarter, langsamer und stiller Film, wunderschön und traurig.
  • DVD: Arschkalt
    Noch so ein Überraschungsfund von Mr. B aus der Stadtbibliothek. Herbert Knaup spielt einen desillusionierten, schlechtgelaunten Tiefkühlkost-Vertreter à la Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Schön anzusehen, wie er – with a little help from his friends – allmählich auftaut… Hier der Trailer.
  • Kino: Pitch Perfect 2
    Ich gestehe: Ich habe eine Schwäche für Filme, in denen gesungen und getanzt wird. In die Oper gehe ich, trotz Theaterwissenschafts-Studium, nur ungern, aber in einen guten Musicalfilm jederzeit. Alltime-Favoriten: Step Up und Pitch Perfect. Von letzterem läuft ab heute Teil zwei in den Kinos, yeah. Zur Einstimmung: Hier ist ein Trailer zu Pitch Perfect 2, der mir auf jeden Fall schon mal gute Laune macht, und ein Clip aus der Ellen de Generes-Show, in dem Brittany Snow, eine der Hauptdarstellerinnen des Films (demnächst auch zu sehen in diesem Film, auf den ich mich schon freue), den Song „Gangsta’s Paradise“ rappt.
  • Buch: Kate Atkinson: A God in Ruins
    Gerade erst angefangen, aber schon sehr angetan bin ich von Kate Atkinsons „A God in Ruins“, eine Art Fortsetzung zu ihrem großartigen Zeitreise-Roman „Life After Life“ (auf deutsch: „Die Unvollendete“), von dem ich hier schon geschwärmt habe.
  • Zeitschrift: Philosophie Magazin
    „Bin ich, was ich esse?“, so lautet die Fragestellung des Titeldossier des Philosophie Magazins, das gestern erschienen ist. Bestimmt eine lohnende Lektüre für jeden Foodie. Ich mache mich als erstes an den Essay von Ronald Dürer: „Sushi, Spaghetti, Austern, Humus, Steak und Bier – Eine Entschlüsselung zeitgenössischer Ikonen“. Klingt vielversprechend!

Das Bild hat übrigens mein Großvater, Ulrich Lehmann, 1975 in Spitzbergen gemacht. Er hat dort als Paläontologe an einer gemeinsamen Expedition der Universitäten Hamburg und Cambridge teilgenommen. Eines von vielen Dias aus seinem Nachlass, die ich jetzt allmählich sichte und einscanne.