Meatfree Monday: Rote-Linsen-Bällchen

Ich bin kein Sparfuchs, aber irgendwie freue ich mich immer wieder diebisch, wenn ich statt einem mickerigen, in Plastik eingetüteten Bündchen Petersilie für 1,99 € im Supermarkt einen ganzen, Blumenstrauß-großen Bund Petersilie im türkischen Gemüseladen für sensationelle 0,99 € bekomme. Und ein ganz anderes Einkaufserlebnis ist es obendrein, sich an einem Samstag in das Gewimmel von „Klein-Istanbul“ hier in München zu stürzen, also die Ecke nahe des Hauptbahnhofes rund um Landwehr- und Goethestraße. Da gibt es zum Beispiel den Verdi Supermarkt (Landwehrstraße 46), wo ich gerne einkaufe. Die Döner dort sind legendär, Obst und Gemüse toll, und man bekommt halal Fleisch. Auch Kichererbsen sind dort viel günstiger als im normalen Supermark. Neben dem Petersilie-Strauß habe ich diesmal auch Pul Biber (türkisches Chilipulver) und Salça, eine Mischung aus Paprika- und Tomatenmark bekommen, die ich für dieses Rezept brauchte. Das habe ich in der Zeitschrift meine Familie & ich gefunden. Es stammt von Orkide und Orhan Tançgil, die auf kochdichtürkisch.de bloggen, einen Laden in Düsseldorf haben und Autoren diverser türkischer Kochbücher sind, u.a. „Türkei vegetarisch“. Sie richten die Bällchen mit Salat an, bei uns gab es Ofengemüse dazu.

ROTE-LINSEN-BÄLLCHEN
Quelle: Meine Familie & ich 2/2016
Für 4 Portionen
Zutaten:
300 g rote Linsen
Salz
1 Lorbeerblatt
130 g feiner Bulgur
1 Zwiebel
Olivenöl
1 EL Salça (ersatzweise Tomatenmark)
1/2 TL Kreuzkümmel
Saft von 1 Zitrone
1/4 TL Pul Biber (Chilipulver)
1/2 Bund glatte Petersilie
2-3 Lauchzwiebeln
2 Romanasalatherzen
30 g Sesam
Zubereitung:
Linsen mit ca. 700 ml Wasser, 1/2 TL Salz und Lorbeer aufkochen. Schaum abschöpfen, Linsen bei mittlerer Hitze 15-20 Minuten kochen. Sobald sie komplett zerkocht sind (nicht anbrennen lassen!), vom Herd nehmen, mit Bulgur mischen. Topf abdecken, den Mix 20 Minuten quellen lassen.
Währenddessen Zwiebel abziehen, würfeln. In einer Pfanne Öl erhitzen, Zwiebel darin anbraten. Salça und Kreuzkümmel 1-2 Minuten mitbraten. Mit etwas Zitronensaft und Pul Biber zur Linsen-Mischung geben. Masse mit den Händen gut durchkneten. Petersilie fein hacken. Lauchzwiebeln waschen, putzen, samt Grün sehr klein schneiden. In die abgekühlte Linsenmasse geben. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.
Salatblätter abtrennen, waschen. Besam in einer Pfanne leicht rösten, sodass er Farbe bekommt. Aus der Linsenmasse kleine Bällchen formen, in Sesam und Petersilie wälzen. Mit Salat und evtl. Zitronenspalten (Bio) anrichten.

Petersilie übrig? Die macht sich toll in dieser Gremolata.

Meatfree Monday: Dal mit Süßkartoffel und Kokos-Chutney

Von dem schönen vegetarischen Kochbuch a modern way to eat von Jamie Oliver-Schülerin Anna Jones hatte ich ja bereits hier berichtet. Jetzt habe ich endlich ein weiteres Rezept ausprobiert. Fazit: So lecker!
Man braucht eine ganze Menge Gewürze (die meisten am besten im Asia-Laden zu beziehen), aber hat man die erst einmal zusammen, ist das Ganze sehr einfach. Das Dal ist der Hit, das wird es bei mir in Zukunft bestimmt öfter geben. Auf das Kokos-Chutney dazu kann ich allerdings verzichten, das war zu umständlich und kein Wow-Erlebnis. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich keine frischen Curryblätter hatte (die Anna Jones zu ihren Lieblingszutaten zählt), sondern dass sie schon eine Weile bei mir im Eis lagen? Wie dem auch sei: Die Kombi Dal-und würzige Süßkartoffeln ist wirklich toll. Happy Monday!

DAL MIT KNUSPRIGER SÜSSKARTOFFEL UND SCHNELLEM KOKOS-CHUTNEY
für 4 Personen
Zutaten:
Für die Süßkartoffeln:
2 Süßkartoffeln, ungeschält, gewaschen und in etwa 1,5 cm große Würfel geschnitten
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL Fenchelsamen
Olivenöl
Für das Dal:
2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und grob gehackt
1 grüner Chili, fein gehackt
1 rote Zwiebel, geschält und grob gehackt
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Koriandersamen
1 TL gemahlener Kurkuma
1 TL Zimt
200 g rote Linsen
1 Dose Kokosmilch (400 ml)
2 große Handvoll Blattspinat (gern auch mehr)
1 Bund Koriandergrün, mit Stängeln grob gehackt
Saft von 1 Zitrone
Für das Kokos-Chutney:
50 g Kokosraspel
1 TL schwarze Senfsamen (habe ich nicht bekommen, daher nur „normale“ genommen)
10 Curryblätter
etwas Pflanzenöl oder Kokosöl
1 Stück (20 g) Ingwer, geschält und fein gerieben
1 roter Chili, fein gehackt
Zubereitung:
Den Backofen auf 220 Grad (Umluft 200 Grad/Gas Stufe 7) vorheizen. Die Kokosraspel mit 150 ml kochendem Wasser übergießen.
Inzwischen für das Dal in einem großen Topf den Knoblauch mit dem Ingwer, dem Chili und der roten Zwiebel etwa 10 Minuten in etwas Öl anbraten, bis sie weich und süß geworden sind. Die Kreuzkümmel- und Koriandersamen im Mörser zerstoßen, dann mit den anderen Gewürzen in den Topf geben und einige Minuten anbraten, damit sie ihre Öle freisetzen. Die Linsen, die Kokosmilch und die Brühe hinzufügen und zum Simmern bringen. Die Temperatur senken und alles 25 bis 30 Minuten sanft köcheln lassen.
Die Süßkartoffeln auf einem Backblech verteilen, eine kräftige Prise Salz und Pfeffer, den Kreuzkümmel und die Fenchelsamen darüberstreuen und mit Olivenöl beträufeln. Im Ofen 20 bis 25 Minuten rösten, bis die Süßkartoffeln innen weich und süß und außen knusprig braun sind.
Inzwischen das Chutney (so man denn will) zubereiten. Dazu die eingeweichten Kokosraspel abgießen und in eine Schüssel geben. Die Senfsamen und die Curryblätter in etwas Öl anbraten, bis sie zu knistern beginnen, dann über die Kokosraspel gießen. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann den Ingwer und den Chili unterrühren und alles sorgfältig vermischen.
Zum Fertigstellen das Dal vom Herd nehmen, den Blattspinat unterrühren und kurz zusammenfallen lassen. Die Hälfte des gehackten Koriandergrüns und den Zitronensaft untermischen. In Schüsseln verteilen, die Süßkartoffelstücke darauf anrichten, darauf ein paar Löffel Kokos-Chutney und das restliche Koriandergrün geben.

Anna Jones serviert das Dal gern mit gegrilltem Chapati oder Roti, und empfiehlt für sehr Hungrige noch etwas Natur-Basmatireis dazu. Es ist aber sehr sättigend.

Noch mehr Linsen-Rezepte?
Wie wäre es zum Beispiel mit dieser Ananas-Linsen-Suppe oder einer Asiatischen Kokos-Linsensuppe?

Meatfree Monday: Brokkoli-Salat mit Granatapfel und Rosinen

Ich mag diese stille Zeit zwischen den Jahren. Der Straßen und Geschäfte sind leerer, und das E-Mail-Postfach ist es auch. Herrlich, endlich will mal keiner was von mir und ich kann klammheimlich ein bisschen was wegarbeiten. Vorarbeiten, quasi, denn eigentlich hätte ja alles noch Zeit bis zum Neuen Jahr. Aber mir gefällt es, der Zeit ein bisschen voraus zu sein – als würde ich meiner To-Do-Liste ein Schnippchen schlagen. Ich hab da mal was vorbereitet… Dafür gehe ich es auch ein bisschen langsamer an als sonst, ich muss ja nicht hetzen, es „zählt“ ja noch nicht richtig.
Auch mit der Umsetzung der guten Vorsätze habe ich schon mal angefangen. Mehr Gemüse essen? Bittesehr, bitte gern. Aber bitte auf interessante Art und Weise – so wie hier. Dieses Rezept, das von den Machern des vegetarischen Blogs Green Kitchen Stories stammt, wollte ich schon lange mal ausprobieren. Es prangt auch farbenfroh auf dem Titel ihres Kochbuchs The Green Kitchen (auf deutsch: Die grüne Küche: Köstliche vegetarische Ideen für jeden Tag, bei Knesebeck): Grüner Brokkoli und leuchtende Granatapfelkerne – eine tolle Kombi. Der Brokkoli bleibt hier ungekocht, und das tut ihm richtig gut. Ein frischer, unkomplizierter Salat, der nach fetten Feiertagen richtig gut tut. Habt eine schöne Woche!

BROKKOLI-SALAT MIT GRANATAPFEL & ROSINEN
Broccoli Salad with Pomegranate & Raisins
Quelle: David Frenkiel & Luise Vindahl: The Green Kitchen
Für 4 Personen
Zutaten:
2 Köpfe frischer Brokkoli
1 kleine rote Zwiebel, fein geschnitten
Kerne von einem Granatapfel
150 g Rosinen
75 g Sonnenblumenkerne, geröstet
250 ml Naturjoghurt
1/2 TL Meersalz
frischer Pfeffer
Zubereitung:
Die Brokkoliröschen vom Strunk abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden. Den Strunk der Länge nach halbieren und in dünne Scheiben schneiden. In eine Salatschüssel geben, zusammen mit der Zwiebel, den Granatapfelkernen, Rosinen und Sonnenblumenkernen. Alles gut vermischen. Joghurt dazugeben, mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. Alles gut (mit den Händen) vermischen.

Meatfree Monday: Grüne Pfannkuchen mit scharfem Frischkäse

Im Supermarkt bin ich neulich zum ersten Mal über das Magazin eathealthy gestolpert, bei dem es zur aktuellen Ausgabe eine alte gleich mit dazu gab. Die Rezepte sehen ansprechend aus und sind meist recht einfach. Wie dieses hier zum Beispiel, kleine gesunde Puffer aus Kichererbsenmehl und Feldsalat. Mr. B war nicht so begeistert, sie schmecken auch in der Tat ein bisschen seltsam – aber kombiniert mit dem scharfen Hüttenkäse-Dip waren sie dann doch noch ganz essbar. Beim nächsten Mal würde ich vielleicht statt des Feldsalats eher Rucola oder Spinat nehmen für besseren Geschmack und die Puffer unbedingt noch mehr würzen, z.B. mit Senf oder Chili-Flocken. Dann könnte das eine runde Sache werden. Aber auf jeden Fall ein leichter Start in die Woche, denn das Ganze hat nur 390 Kalorien (falls da jemand mitzählt?).

GRÜNE PFANNKUCHEN MIT SCHARFEM FRISCHKÄSE
Quelle: eathealthy 2/2015
für 2 Personen
Zutaten:
100 g Kichererbsenmehl
1 TL Trockenhefe
200 g Buttermilch
140 g Feldsalat, geputzt
Salz, Pfeffer
2 EL Rapsöl
200 g körniger Frischkäse
2 TL Meerrettich (frisch gerieben oder aus Glas)
Zubereitung:
Aus Kichererbsenmehl, Trockenhefe und lauwarmer Buttermilch einen glatten Teig anrühren und ihn zugedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde ruhen und aufgehen lassen. Die Hälfte des Feldsalats zum Teig geben und alles mit Stabmixer fein pürieren, mit Salz und Pfeffer leicht würzen. 1 EL Öl in einer beschichteten Pfanne nicht zu stark erhitzen.  2 EL Teig hineingeben und zu einem kleinen Pfannkuchen ausbacken. Weitere 7 Pfannkuchen (im Rezept steht 11, aber das kam nicht so ganz hin) genauso backen, dabei zwischendurch das restliche Öl nach und nach in die Pfanne geben. Inzwischen vom übrigen Feldsalat 4 Büschel beiseite nehmen. Den Rest hacken und mit Hüttenkäse sowie Meerrettich verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Puffer, Feldsalat (evtl. mit Essig & Öl) und Frischkäse anrichten und servieren.

Meatfree Monday: Kürbissuppe à la Kochhaus

Gefühlt wird es seit zwei Wochen nicht mehr richtig hell. Ob die nahende Zeitumstellung etwas daran ändern kann? Auf jeden Fall gibt es vermutlich keinen besseren Tag, sich für eine Woche in die Sonne zu verabschieden, als diesen kalten, grauen, verregneten Montag. Aber bevor wir in den Flieger nach Ibiza steigen, habe ich noch ein herbstliches Rezept für euch:
Vom Konzept des „Kochhaus“ war ich schon zur Eröffnung begeistert: Im „begehbaren Rezeptbuch“, wie der Claim lautet, kauft man Rezepte und die dazu passenden Zutaten, aber genau in der richtigen Menge, z.B. für zwei oder vier Personen. Super, weil dann keine Reste bleiben, ein halber Kürbis etwa oder ein langsam vor sich hin welkender Bund Schnittlauch. Und was man selbst noch im Vorrat hat, z.B. Brühe, Senf o.ä. muss man nicht kaufen (kann man aber). Die Läden hier in München (in vielen anderen Städten gibt es auch Kochhäuser) sind für mich leider zu weit entfernt für einen regelmäßigen Einkauf dort – aber neulich habe ich mal wieder vorbeigeschaut. Die Rezeptauswahl finde ich eigentlich immer inspirierend, und sie wechselt regelmäßig. Da ich mir vorgenommen hatte, dieses Jahr saisonal Kürbis zu essen, bis er mir zu den Ohren rauskommt (ich überkompensiere da wohl etwas, weil ich im Sommer, meiner Meinung nach, nicht genug Erdbeeren, Kirschen & Co. gegessen habe), habe ich bei diesem Rezept zugegriffen. Und bin – mal wieder – sehr angetan. Der Orangensaft, der drin ist, macht die Suppe schön mild, sie hat auch guten Wumms durch die Peperoni, und dass man dabei noch was knabbern kann (die Kürbiskerne), finde ich auch super. Durch die kleinen Extras (Schnittlauch-Crème, gerösteter Kürbiskerne) ist sie etwas aufwändiger als eine „nur“ pürierte Suppe, aber dafür auch leckerer, finde ich. Habt eine schöne Zeit!

ORANGEN-KÜRBISSUPPE MIT SCHNITTLAUCH-CRÈME UND GERÖSTETEN KÜRBISKERNEN
für 2 (bzw. 4) Personen
Zutaten:
250 g (500 g) Butternusskürbis (ohne Kerne)
2 (4) Bio-Orangen
1 Peperoni
1 (2) Schalotte(n)
1 Knoblauchzehe (kann man auch weglassen)
1/2 (1) Bund Schnittlauch
150 g (200 g) Crème fraiche
250 ml (500 ml) Gemüsebrühe
20 g (40 g) Kürbiskerne
2 g (4 g) Kreuzkümmel
2 (4) EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Kürbis schälen, säubern und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Peperoni vom Strunk befreien, längs halbieren, von Kernen befreien und in feine Streifen schneiden. Schalotte(n) pellen und fein hacken. Knoblauch pellen und fein hacken. Orangen abwaschen, ca. 1/2 bzw. 1 TL Schale abreiben, mit der Hälfte der Crème fraiche verrühren. Den Saft der Orangen auspressen, 3 bzw. 6 EL Orangensaft zur Crème fraiche-Orangenschalen-Mischung geben. Schnittlauch in feine Ringe schneiden (z.B. mit einer Küchenschere) und 1 bzw. 2 EL für die Deko beiseite legen. Den Rest mit der Orangensaft-Crème fraiche vermischen, nach Geschmack salzen und pfeffern.
In einem Topf 2 bzw. 4 EL Öl erhitzen und Kürbis, Schalotte, Peperoni und Knoblauch 2 Minuten bei hoher Temperatur anbraten. Mit verbliebenem Orangensaft und 250 ml bzw. 500 ml Brühe ablöschen. Aufkochen, dann 10 Minuten mit einem Deckel bedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
Inzwischen eine Pfanne ohne Öl erhitzen und Kürbiskerne ca. 2 Minuten bei hoher Temperatur goldbraun rösten, bis sie zu knacken beginnen. Anschließend herausnehmen.
Die Suppe vom Herd nehmen, Kreuzkümmel sowie pure Crème fraiche dazugeben und alles mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit 1/2 bzw. 1 Tl Salz und nach Belieben mit Pfeffer würzen. Suppe in einen Teller oder eine Schüssel geben und mit Schnittlauch-Crème, Kürbiskernen und Schnittlauchringen garnieren.

Meatfree Monday: Türkischer Gavurdag-Salat

So hübsch bunt, und so aromatisch: dieser Salat gefällt mir. Und das Beste: Man kann ihn gemütlich löffeln. Tomaten, Paprika und Zwiebeln sind so klein geschnitten wie die dekorativen (und leckeren) Granatapfelkerne, die obendrauf kommen. Petersilie und frische Minze geben dem Ganzen Frische. Walnüsse sind auch drin. Eine tolle Mischung. Das Rezept habe ich aus der britischen Zeitschrift Psychologies, die es aus dem Buch Anatolia: Adventures in Turkish Cooking von Somer Sivrioglu nachdruckt. Sivrioglu ist ein türkischstämmiger Australier, der in Sydney das beliebte Restaurant Efendy führt. Laut Psychologies wird der Gavurdag-Salat mit Kebaps überall in der Türkei gegessen. Heute ist ja Meatfree Monday, aber ich verrate es trotzdem: Man kann den Salat auch hervorragend zu Lammkoteletts essen. Habt eine schöne Woche!

GAVURDAG
Quelle: Somer Sivrioglu: Anatolia
für 4 Personen
Zutaten:
6 reife Tomaten
1 rote Zwiebel (nicht zu groß, sonst ist ihr Geschmack zu dominant)
1 Bund Minze
1/2 Bund glatte Petersilie
115 g Walnüsse
3 kleine grüne türkische Paprikas (oder 1 große „normale“)
1 grübe Chili (ich habe Jalapeno-Scheiben aus dem Glas genommen)
1 EL Sumach
2 EL Granatapfelsirup
60 ml Olivenöl
1 TL Apfelessig
1 TL Meersalz
150 g Granatapfelkerne
Zubereitung:
Die Tomaten vierteln, entkernen und fein schneiden (etwa Granatapfelkern-groß). Die rote Zwiebel fein schneiden. Von Minze und Petersilie die Stängel entfernen, die Blätter fein hacken. Die Walnüsse hacken. Die Paprika(s) und Chili halbieren, weiße Innenhäutchen und Kerne entfernen, waschen, in kleine Würfel schneiden.  Alles in einer Schüssel vermischen. Für das Dressing Sumach, Granatapfelsirup, Olivenöl, Essig und Salz vermischen, über den Salat geben und alles vermischen. Zum Schluss die Granatapfelkerne darüber geben und servieren.

Meatfree Monday: Reisküchlein mit Sellerie-Kapern-Safran-Salsa

Auch heute habe ich hier wieder ein Resteessen (oder schreibt man das, der Lesbarkeit halber, besser Reste-Essen?). Diesmal gibt es „Gebratene Reisküchlein mit Sellerie-Kapern-Safran-Salsa“ à la Yotam Ottolenghi, mit denen er Reisreste kreativ aufbraucht. Das Rezept habe ich in seiner Kolumne auf Spiegel Online gefunden. Das Highlight ist dabei die Salsa, eine herrlich wilde Aromen-Mischung, wie man sie von Ottolenghi kennt und liebt (ich habe hierhier und hier schon Rezepte von ihm nachgekocht). Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch etwas mehr sein können – also gerne mit mehr Selleriestangen verlängern. Und vielleicht ein bisschen weniger Öl nehmen, denn damit ist Ottolenghi ja immer sehr großzügig. Ich habe zum Dressing noch etwas Zitronensaft hinzugefügt, die Säure hat mir gut gefallen, vor allem als Kontrast zu den süßen Rosinen in der Salsa. Wer keinen Safran hat, kann darauf auch verzichten, das würde, glaube ich, nicht weiter auffallen. Keinesfalls verzichten sollte man aber auf frische Petersilie, die ist einfach super in der Mischung. Überhaupt, ist frische Petersilie nicht einfach immer genial? Die Küchlein sind im Vergleich zur Salsa fast ein wenig fad, da kann man gut noch mit Gewürzen experimentieren. Aber diese Bratlinge spielen kulinarisch hier ja auch nicht die Hauptrolle, sondern dienen, wie gesagt, vor allem dazu, Reisreste aufzubrauchen. Anstelle von Basmati, so Ottolenghi, eignet sich übrigens auch gut Risotto- oder klebriger Asia-Reis.

GEBRATENE REISKÜCHLEIN MIT SELLERIE-KAPERN-SAFRAN-SALSA
Quelle: Spiegel Online
für 8 Küchlein (3-4 Personen)
Zutaten: 
Reisküchlein:
400 g gekochter Basmatireis (150 g ungekocht)
75 g grob geriebener Parmesan
100 g griechischer Joghurt
2 geschlagene Eier
2 EL Olivenöl
Salz und weißer Pfeffer
Sellerie-Kapern-Safran-Salsa:
75 ml Olivenöl (oder weniger, ich fand es etwas zu viel)
4 Selleriestangen, geschnitten in 1-Zentimeter-Würfel (180 Gramm); die Blätter entfernen, aber zum Garnieren aufbewahren
30 g grob gehackte Pinienkerne (alternativ: Mandelstifte)
40 g Kapern, dazu 2 Esslöffel der Salzlake
10 große grüne Oliven (40 g), entkernt und in 1-Zentimeter-Würfel geschnitten
Eine gute Prise Safran, vermischt mit einem Esslöffel heißem Wasser
1 1/2 Teelöffel Weißweinessig
1/2 Teelöffel Streuzucker
100 g Rosinen, für 10 Minuten in warmes Wasser gelegt
20 g gehackte Petersilie
1 EL fein geriebene Zitronenschale
1 zerkleinerte Knoblauchzehe
Saft einer halben Zitrone (wer mag, habe ich noch hinzugefügt)
Zubereitung:
Für die Salsa das Olivenöl bei hoher Hitze in eine große Bratpfanne geben. Sellerie und Pinienkerne (oder Mandelstifte) hinzufügen und für vier bis fünf Minuten unter häufigem Rühren anbraten, bis die Nüsse braun werden. Vom Herd nehmen und Kapern, Lake, Oliven, Safranwasser, Essig und Zucker hinzugeben. Die Rosinen aus dem Wasser nehmen und mit Petersilie, Zitronenschale, Knoblauch und einer Prise Salz ebenfalls hinzugeben. Umrühren und warmhalten – oder abkühlen lassen und bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen. Alle Zutaten für die Reisküchlein – abgesehen vom Öl – in eine mittelgroße Schale geben und 0,5 Teelöffel Salz und 0,25 Teelöffel weißen Pfeffer hinzufügen. Gut durchmischen und dann zu acht Bratlingen formen. Jeder sollte etwa 80 Gramm wiegen, einen Durchmesser von sieben Zentimetern und eine Dicke von einem Zentimeter haben. Einen Esslöffel Olivenöl in eine große antihaftbeschichtete Bratpfanne gießen und den Herd auf mittlere Hitze einstellen. Wenn das Öl heiß ist, vier Bratlinge in die Pfanne legen und für acht Minuten anbraten. Nach vier Minuten umdrehen, damit beide Seiten knusprig und braun werden. Die fertigen Bratlinge auf einen mit Küchenpapier bedeckten Teller legen und warmstellen, bis die vier anderen Küchlein fertig gebraten sind. Den verbleibenden Esslöffel Olivenöl nach Bedarf in die Pfanne geben. Die Küchlein bis zum Verzehr warmhalten. Die warmen Reisküchlein auf Teller verteilen und die Salsa mit einem Löffel darüber geben. Mit Sellerieblättern bestreuen, wenn es welche gibt – fertig, servieren.

Kräuterbrot mit Schafskäse

Wenn am Baum vor dem Fenster des Freelancer-Büros weiße Blüten vor blauem Himmel leuchten und von unten aus dem Glockenbackviertel laut „Love is in the Air“ aus einem Cabrio schallt, ist es ziemlich schwer, schlechte Laune zu haben. Eigentlich fast unmöglich, wie ich gerade feststelle. Wobei, ich war ohnehin schon den ganzen Tag gut drauf. Gute Laune macht mir auch dieses Rezept. Als ich es in der freundin-Redaktion, wo ich gelegentlich als freie Textchefin arbeite, zum Redigieren auf den Tisch bekam, wusste ich sofort: Das will ich ausprobieren. Nicht zuletzt, weil die Redakteurin es als „passt gut zu einem Glas Wein“ angepriesen hatte. Das weckte sofort Feierabend-Gefühle. Ich habe es dann tatsächlich am gleichen Abend gebacken und war sehr angetan. Saftig, kräuterig, lecker, schmeckt gut mit vegetarischem Aufstrich oder Butter zu einem bunten Salat. Heute gibt es das Heft, aus dem das Rezept stammt, übrigens frisch am Kiosk.

KRÄUTERBROT MIT SCHAFSKÄSE
Quelle: freundin 9/2015
für 12 Scheiben
Zutaten:
180 g Mehl
3 TL Backpulver
1/2 TL Salz
3 Eier
100 ml Olivenöl
1 EL Sonnenblumenöl
100 ml Milch
Pfeffer
200 g Feta (in Stücken oder zerkrümelt)
100 g Gruyère (oder Bergkäse), gerieben
je 2 TL frischer Rosmarin und Thymian, gehackt
nach Belieben: je 2 EL Basilikum- und Petersilienblättchen, gehackt
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Mehl, Backpulver und Salz mischen. Die Eier mit den Ölen und der Milch schaumig rühren. Dann Mehl-Backpulver-Mix, Käse und Kräuter unter die Eier mischen. Den Teig in die Kastenform füllen und im Ofen ca. 45 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen. Schmeckt lecker zu einem knackigen Salat.

Meatfree Monday: Gemüse-Curry

Das Kichererbsen-Curry von letzter Woche war im Hause Lehmann-B. ein solcher Erfolg, dass ich gleich noch ein weiteres Rezept aus dem Oh She Glows Cookbook ausprobiert habe. Der Clou dabei: Die Flüssigkeit ist eine Art Cashew-Milch, d.h. eingeweichte, mit etwas Wasser pürierte Cashews. Weil Mr. B (nach dem Foto) fand, das sei zu wenig Soße, habe ich allerdings noch eine halbe Dose Kokosmilch dazugegeben. Und da wir keine Erbsen mehr im Haus hatten, wurde mit grünen Bohnen aus dem Tiefkühlfach improvisiert – hat nicht gestört, im Gegenteil. Mr. B hat das Kichererbsen-Curry besser geschmeckt, aber ich war von diesem hier auch sehr angetan. Es hat mir auf jeden Fall jetzt den Feierabend gerettet, weil von gestern noch zwei Portionen übrig waren. Genau das Richtige am Ende eines dank Zeitumstellungs-Jetlag gefühlt seeeeehr langen Tages.

GEMÜSE-CURRY
creamy vegetable curry
Quelle: Angela Liddon: The Oh She Glows Cookbook
für 4 Portionen
Zutaten:
125 ml Cashews, eingeweicht (mind. 3-4 Stunden in Wasser)
1 EL Kokosöl
1 kleine Zwiebel, gehackt
3 Knoblauchzehen, gehackt
1 1/2 TL frischer, geriebener Ingwer
1 grüne Chile oder Jalapeño, gehackt (und entkernt), nach Belieben
2 mittelgroße Kartoffeln oder 1 mittelgroße Süßkartoffel, geschält und in Würfel geschnitten (ca. 2 cups/500 ml)
2 mittelgroße Karotten, in Scheiben (ca. 1 1/2 cups/375 ml)
1 rote Paprika, in mundgerechte Stücke geschnitten
1 große Tomate, entkernt und in Stücken
2 EL mildes gelbes Curry-Pulver (oder mehr, nach Geschmack)
Salz
250 ml TK-Erbsen (oder frische)
Zum Servieren:
Basmati-Reis (nach Geschmack)
frische Koriander-Blätter
geröstete Cashews
Zubereitung:
Die eingeweichten Cashews abspülen und dann mit 175 ml Wasser in der Küchenmaschine pürieren. Beiseite stellen. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Bei mittlerer Hitze Zwiebel, Knoblauch und Ingwer ca. 5 Minuten anbraten, bis die Zwiebel glasig ist. Dann die Chili, Kartoffeln, Karotten, Paprika, Tomate, Curry-Pulver und Salz hinzufügen. Weitere 5 Minuten braten. Die Cashew-Paste und die Erbsen hinzufügen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Etwa alle 5 Minuten umrühren. Wenn die Mischung zu trocken wird, die Hitze reduzieren und/oder etwas Wasser/Öl hinzufügen. Mit Reis servieren und nach Belieben mit Cashews und frischem Koriander servieren.

Meatfree Monday: Kichererbsen-Curry

Aus dem veganen Kochbuch der kanadischen Foodbloggerin Angela Liddon, die auf Oh She Glows bloggt („The Oh She Glows Cookbook“ heißt ihr Buch), das ich mir vor einer Weile gekauft habe, wollte ich schon lange mal etwas ausprobieren. Der erste Versuch: ein Kichererbsen-Curry, zu dem mein (normalerweise sehr fleischverliebter) Mann meinte: „Das kannst du gern öfter machen.“ Vollste Zufriedenheit also. Weiterer Pluspunkt: Das Curry ist eigentlich sehr einfach zu machen – wenn man erstmal die ganzen Gewürze beisammen und abgemessen hat. Ich habe noch eine Handvoll frischen Spinat hinzugefügt (auf dem Foto noch nicht drin), das hat mir gut gefallen. Beim nächsten Mal würde ich allerdings etwas weniger Knoblauch verwenden, dessen Aroma war doch sehr dominant.

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KICHERERBSEN-CURRY
quick & easy chana masala
Quelle: Angela Liddon: The Oh She Glows Cookbook
für 4 Portionen
Zutaten:
1 EL Kokos- oder Olivenöl
1 1/2 TL Kreuzkümmelsaat (aus dem Asia-Laden)
1 Gemüsezwiebel, gewürfelt
1 EL Knoblauch, gehackt (Anmerkung: das war mir etwas zu viel, beim nächsten Mal würde ich nur 1 Knoblauchzehe nehmen)
1 EL frischer Ingwer, geschält und gehackt
1 grüne Serrano Chili, gehackt (mit oder ohne die Kerne. Ich habe sie durch Jalapeno-Scheiben aus den Glas ersetzt)
1 1/2 TL Garam Masala (oder andere indische Gewürzmischung)
1 1/2 TL gemahlener Koriander
1/2 TL Kurkuma
3/4 TL Salz (oder mehr, nach Belieben)
1/4 TL Cayenne Pfeffer (optional)
1 große Dose geschälte Tomaten (800 g), gründlich abgespült
2 Dosen Kichererbsen (à 400 g)
2 Handvoll frischer Spinat, grob gehackt (optional)
zum Servieren: frischer Zitronensaft und Korianderblätter
dazu: Basmati-Reis, nach Belieben
Zubereitung:
Das Öl in einem Wok oder einer Pfanne erhitzen. Sobald es heiß genug ist (mit einem Tropfen Wasser testen – wenn es zischt, ist es soweit), auf mittlere Hitze runterschalten und die Kreuzkümmelsamen hineingeben. Etwa zwei Minuten anbraten, bis sie duften, dabei regelmäßig umrühren, damit sie nicht anbrennen. Dann Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Chili dazugeben, ein paar Minuten braten. Schließlich Garam Masala, Koriander, Kurkuma, Salz und evtl. Cayenne Pfeffer hinzufügen und für weitere 2 Minuten anbraten. Die Tomaten (samt Saft) dazugeben und mit einem Kochlöffel in Stücke zerdrücken. Die Hitze wieder etwas aufdrehen und die Kichererbsen dazugeben. Alles zusammen etwa 10 Minuten kochen. Ganz zum Schluss, wenn man mag, noch den frischen Spinat dazugeben, zusammenfallen lassen und unterrühren.
Zum Servieren nach Belieben mit etwas Zitronensaft abschmecken und mit frischen Koriander dekorieren. Mit Basmati-Reis servieren.
Angelas Tipp: Wenn man keinen Reis essen möchte, kann man das Curry auch in einer Ofenkartoffel servieren.