Chocolate Chip Cookie Dough-Kugeln (vegan)

Aus meiner Zeit als Austauschschülerin in den USA habe ich einige fatale kulinarische Präferenzen mitgebracht. Seit damals, in den 90ern, stehe ich auf trashiges Texmex-Fastfood à la Taco Bell, auf Mac ’n‘ Cheese (feiste Käse-Maccaroni, natürlich aus der Packung) – und Chocolate Chip Cookies. Genauer gesagt, den Teig, aus dem diese Cookies gemacht werden. Den Chocolate Chip Cookie Dough gab es, wie in eine Wurstpelle in Plastik eingeschweißt, in großen Stangen im Supermarkt zu kaufen. Von denen schnitt man Scheiben herunter, um sie zu backen. Wenn es denn überhaupt so weit kam. Meist aßen wir den Teig einfach roh. Was für eine geile Schweinerei. Oder auch Cookie Dough in Eiscreme von Ben & Jerry’s, für mich damals eine echte Offenbarung. Mittlerweile habe ich seit Jahren kein Mac ’n‘ Cheese mehr gegessen, und auch den Cookie Dough verkneife ich mir meistens. Aber als ich im veganen Kochbuch von Oh She Glows ein Rezept für Peanut Butter Cookie Dough Bites entdeckt habe, konnte ich nicht widerstehen. Aus „all natural ingredients“ sind sie gemacht, vegan und glutenfrei. So richtig gesund deswegen natürlich noch lange nicht – aber vielleicht nicht ganz so fies wie der Teig aus der Plastikpelle. Ich habe Erdnussbutter durch Mandelmus ersetzt und statt Haferflocken Reismehl verwendet, weil mir das Ganze zu sehr nach Müsliriegel schmeckte. Jetzt gefallen sie mir so gut, dass ich mich wirklich arg zusammenreißen muss, um sie nicht alle allein zu essen…

CHOCOLATE CHIP COOKIE DOUGH-KUGELN
für ca. 20 Stück

Zutaten:
2 EL Kokosöl
2 EL Mandelmus
70 g Ahornsirup
1 Msp gemahlene Vanille
125 g Reismehl*
60 g gemahlene Mandeln
1/4 TL Salz
2 EL Schokotröpfchen

Zubereitung:
Kokosöl, Mandelmus, Ahornsirup und Vanille in einer Schüssel mit dem Mixer verquirlen, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nach und nach die restlichen Zutaten hinzufügen und vermischen, ganz zum Schluss die Schokotröpfchen. Mit den Händen walnussgroße Kugeln daraus formen. Die Kugeln ins Gefrierfach geben und etwa 5 bis 10 Minuten fest werden lassen. Danach kann man sie in einem Gefrierbeutel im Kühlfach aufbewahren.

 

*Wer nichts gegen Weizen hat, kann natürlich auch Weizenmehl verwenden.

 

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Sonntagsbäckerei: Veganes Banana Bread

Weil ich mich in letzter Zeit vor allem in meinem Newsletter tummele, war es hier auf dem Blog ein wenig still. Aber dieses Rezept ist so gut, das muss ich einfach teilen. Ich habe es bei Minimalist Baker gefunden und ein wenig abgewandelt – vor allem, weil ich finde, dass in ein ordentliches Banana Bread unbedingt Walnüsse gehören. Eier dagegen müssen, wie ich jetzt festgestellt habe, nicht unbedingt sein, die kann man wunderbar durch eingeweichte Chiasamen ersetzen. Da dieses Bread ja nun mehr Kuchen als Brot ist, schmeckt es sehr gut zum Kaffee oder Tee, auch als süßes Frühstück. Ein bisschen Butter drauf ist lecker, aber natürlich nicht vegan. Dann vielleicht stattdessen Mandelmus nehmen. Der Kuchen ist saftig und sehr gehaltvoll, mit ein bisschen Crunch durch die Walnüsse.

VEGANES BANANA BREAD
für eine Kastenform

Zutaten:
3 mittelgroße, sehr reife Bananen
1 Msp gemahlene Vanille
1 Chia-Ei: 1 EL Chiasamen, eingeweicht in 2,5 EL Wasser, bis die Masse eine gelartige Konsistenz hat
3 EL Kokosöl, flüssig
110 g brauner Zucker
3/4 TL Salz
1/2 TL Zimt
120 ml cup Hafer- oder Mandelmilch, ungesüßt (evtl. etwas mehr, wenn der Teig zu trocken ist)
150 g Reismehl
120 g gemahlene Mandeln
100 g Haferflocken
1 Päckchen Backpulver

Zubereitung:
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden. Die Bananen in einer Rührschüssel mit dem Stabmixer pürieren. Vanille, Chia-Ei, Zucker, Salz, Zimt und Hafermilch unterrühren. Reismehl, Mandeln, Haferflocken und Backpulver in einer zweiten Schüssel vermischen, dann nach und nach unter die Flüssigmischung geben. Evtl. mehr Hafermilch dazugeben, wenn der Teig zu trocken wirkt. 60 bis 75 min backen; mit Backpapier abdecken, wenn der Kuchen zu dunkel wird. Aus dem Ofen nehmen und eine Stunde auskühlen lassen, damit er beim Schneiden nicht zerbröselt. In Scheiben geschnitten, lässt sich das Banana Bread gut einfrieren und im Toaster wieder auftauen.

 

Sonntagsbäckerei: Cynthia Barcomis New York Cheesecake

Sag zum Abschied leise „Cheesecake!“. Morgen bin ich zum letzten Mal in der Redaktion, in der ich die letzten Monate als Urlaubs- und Schwangerschaftsvertretung aushelfen durfte. Als kleines Dankeschön an die Kolleginnen  und Kollegen werde ich diesen Cheesecake in die Küche stellen und dann mal gucken, was passiert. Das Rezept stammt, wie so oft, wenn ich backe, von Cynthia Barcomi. Good old Cynthia! Ihr Banana Cheesecake with Blueberry Topping war das erste, was ich jemals für den Blog gebacken habe. Sie weiß einfach, wie das geht. Auf einem Pressetermin habe ich sie schon einmal live erlebt, sie ist wirklich eine force of nature, es macht einfach Spaß, ihr dabei zuzusehen, wie sie in der Küche herumwirbelt. Außerdem habe ich gerade Fernweh, da klingt alles mit „New York“ im Titel ziemlich verlockend (trotz Trump). Der Boden wird eigentlich mit Keksbröseln gemacht, aber da es bei uns ja keine „Graham Cracker“ gibt, imitiert Cynthia sie (verdammt gut). Der Cheese-Teil besteht aus zwei Schichten, einer „Füllung“ mit Frischkäse und einer „Glasur“ mit Saurer Sahne, die etwas weicher ist. Alles zusammen schmilzt wunderbar im Mund zusammen, das habe ich an einem kleineren Probe-Cheesecake getestet. Das Kirsch-Topping dazu stammt aus einem anderen Rezept, passt aber wunderbar (und sieht gut aus). Happy Sunday!

NEW YORK CHEESECAKE
Quelle: Cynthia Barcomi: Cheesecakes, Pies & Tartes
für eine Backform mit 23 cm Durchmesser
Zutaten:
Für den Graham-Cracker-Boden:
90 g Mehl
50 g Weizenvollkornmehl
15 g Weizenkleie
45 g Muscovado-Zucker (ich habe einfach normalen braunen Zucker genommen)
1/4 TL Vanillesalz (oder einfach Salz mit einer Prise Vanillepulver)
1/4 TL Zimt
1/4 TL Natron
1/4 TL Backpulver
120 g Butter, weich
1 EL Honig (oder etwas weniger, ist sehr süß)
1 TL Vanilleextrakt
Für die Füllung:
430 g Frischkäse
110 g Zucker
2 Eier
1 TL Zitronensaft
1/2 TL Vanillesalz
Für die Glasur:
460 g Saure Sahne
2 EL und 1 TL Zucker
1 Prise Salz
1/2 TL Vanilleextrakt
Abrieb von einer unbehandelten Zitrone
Zubereitung:
Graham-Cracker-Boden: Ofen auf 175 Grad Umluft oder Unterhitze vorheizen. Backform reinbuttern. Beide Mehlsorten, Weizenkleie, Muscovado-Zucker, Vanillesalz, Zimt, Natron und Backpulver in einer Schüssel vermengen. Mit Küchenmaschine oder Handmixer Butter und Honig einarbeiten, gefolgt von Vanilleextrakt. Nur kurz vermengen. Den Teig fest an den Boden der vorbereiteten Backform drücken. 12 Minuten backen, bis er fest ist. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter in der Form auskühlen lassen.
Füllung: Ofentemperatur auf 190 Grad erhöhen. Den Frischkäse mit Küchenmaschine oder Handmixer cremig aufschlagen. Zucker hinzugeben und ein Ei nach dem anderen unterrühren, gefolgt von Zitronensaft und Vanillesalz. Die Füllung auf dem vorgebackenen Boden verteilen. 20 Minuten im unteren Drittel des Backofens backen. Aus dem Ofen nehmen und mit einem dünnen Messer am Rand des Kuchens entlangfahren, um ein Aufreißen zu verhindern. Auf einem Kuchengitter auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Glasur: Ofentemperatur auf 215 Grad erhöhen. Mit Küchenmaschine oder Handmixer alle Zutaten für die Glasur vermengen. Auf dem torgebackenen Kuchen verteilen. 5 Minuten im unteren Drittel des Backofens backen. Aus dem Ofen nehmen, mit einem dünnen Messer wieder am Rand des Kuchens entlangfahren, um Rissen vorzubeugen. 1 bis 2 Stunden auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, bis der Kuchen Zimmertemperatur erreicht hat. Vor dem Servieren im Kühlschrank mindestens 6 Stunden durchkühlen lassen.

CHERRY TOPPING
Zutaten:
300 g gefrorene Kirchen, leicht angetaut
75 g Zucker (ich würde beim nächsten Mal auf 50 g runtergehen)
10 g Maisstärke
1 Prise Salz
Zubereitung:
In einem Topf alle Zutaten unter Rühren langsam aufkochen (evtl. etwas Wasser zugeben). Für ein paar Minuten köcheln lassen, bis die Sauce eindickt. Vom Herd nehmen und eine Minute abkühlen lassen.

Sonntagsbäckerei: Südafrikanische Rusks

Man könnte sagen, Rusks sind so etwas wie der südafrikanische Zwieback. Aber damit würde man diesen wunderbaren Dingern einfach nicht gerecht werden. Rusks sind das, was dir auf einer frühmorgendlichen Safari, für die du in der Dunkelheit fröstelnd aufgestanden bist, den perfekten Moment noch perfekter macht: Die Sonne geht auf, der Geländewagen hält inmitten einer Landschaft mit Büschen und Bäumen, die so ganz anders aussehen als zuhause, viel poetischer. Du siehst vielleicht eine Giraffe herumwackeln oder ein paar Kudus durch die Gegend hüpfen. Jemand schenkt dir einen Kaffee aus der Thermoskanne ein und du greifst in die Metalldose, die herumgereicht wird. In den Kaffee stippen, bis das harte Ding leicht weich wird. Oder einfach an den Ecken knabbern und den süßen Teig im Mund schmelzen lassen. Viel besser geht’s nicht. Es geht auch ohne Geländewagen, ohne Tiere. Mit einem Instant-Kaffee in einer Ferienwohnung in Kysna. Oder ohne Kaffee, einfach aus dem Karton geknabbert, während du durch die Halbwüste Karoo kurvst. Als Snack am Strand im West Coast National Park. Will sagen: Wenn es einen Geschmack gibt, der für mich typisch Südafrika ist (okay, Biltong lassen wir jetzt mal außen vor), dann sind es Rusks, das traditionelle Buren-Gebäck. Südafrikaner essen sie als kleines Frühstück oder zum Kaffee. Und da sie so lange gebacken sind, bis sie vollkommen trocken sind, halten sie sich auch ewig (das war wichtig zu Zeiten, als die Voortrekker noch mit dem Planwagen das große Land durchquerten). Mein Favorit waren bislang die von Ouma, hier in einer Special Edition im Supermarkt.

Im Karoo-Krimi „Recipes for Love and Murder“, den ich diesmal entdeckt habe, backt die Protagonistin, Tannie Maria, auch ständig Rusks, um sie ihren Kolleginnen mit ins Büro zu bringen. Ihre „beskuit“ (das Afrikaans Wort für Rusks) sind allerdings eine Müsli-Variante. Mir sind sie pur lieber. Jetzt habe ich sie zum ersten Mal selbst gebacken, und Mr. B und ich sind uns einig: Sie sind perfekt. An der Form können wir noch arbeiten, aber der Geschmack von Sonne und Wärme ist schon drin. Das Rezept stammt aus dem Buch „Let’s Cook“ der Zeitschrift YOU (sowas wie die südafrikanische Bunte), das mich noch nie enttäuscht hat. Malva Pudding und Bobotie daraus waren ebenfalls toll.

SÜDAFRIKANISCHE RUSKS
Busy cook’s rusks. Aus „Let’s Cook. Top 500 Recipes“
Für 25-35 Rusks
Zutaten:
1 TL Weißweinessig
350-400 ml Milch
1 Ei, Größe L (oder zwei M)
250 g Butter oder Margarine, flüssig
1 kg Weizenmehl
2 Päckchen Backpulver
230-250 g Zucker
eine Prise Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine rechteckige Form, ca. 37 x 27 x 5 cm, einfetten. Weißwein und Milch mischen (nicht wundern: die Milch stockt dann, wie Buttermilch). Das Ei verquirlen und unterrühren. Alles mit der geschmolzenen Butter in eine Rührschüssel geben. Die trockenen Zutaten separat mischen, dann nach und nach zu den flüssigen geben. Erst mit den Rühr-, dann mit den Knethaken zu einem weichen Teig formen (ich habe eher 400 ml Milch gebraucht). Den Teig in die Form geben, gleichmäßig ausrollen. Die Oberfläche mit einem Messer in etwa fingergroße (etwas breiter) Rechtecke einritzen (das ergibt die Rusk-Form). 40 Minuten backen oder so lange, bis das Innere nicht mehr feucht ist und ein reingepiekster Holzspieß sauber wieder rauskommt. Aus dem Ofen nehmen und etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Alles aus der Form nehmen, abkühlen lassen und dann in Einzelteile schneiden/brechen. Diese wieder auf das Blech geben und für 4 Stunden bei 100 Grad komplett trocknen lassen. In einer Keksdose o.ä. aufbewahren.

 

Sonntagsbäckerei: So eine Art Bananenbrot

Huch! Da wurde aus einer kurzen Sommerpause doch tatsächlich eine fast dreimonatige Auszeit. Viel Arbeit und ein wenig Ratlosigkeit, was ich hier eigentlich mache, was ich eigentlich will mit diesem Blog, waren wohl die Gründe dafür. So ganz weiß ich immer noch nicht, wie „Frau Lehmann“ in Zukunft aussehen soll, aber irgendwie will ich doch, dass es weitergeht. Außerdem schrieb mir eine Leserin, dass ich vermisst werde. Das tat gut.
Aber bevor dieser Post gar nicht fertig wird, weil ich ihn immer wieder umschreibe und lösche, halte ich ihn lieber kurz und komme endlich zum Rezept, das den heutigen Aufmacher bildet: Ein Rezept aus dem sehr schönen und umfangreichen I Quit Sugar. Simplicious von Sarah Wilson, das ich Anfang des Jahres aus dem Urlaub in Australien mitgebracht hatte. Mal wieder ein Bananenbrot (hier und hier habe ich bereits welches gemacht), diesmal ein zuckerfreies. Wir hatten mal wieder zwei schrumpelige Bananen übrig, die ich nicht wegwerfen wollte, und genau so viele braucht man für dieses Rezept. Außerdem mit drin: Pastinaken. Ein schönes Wintergemüse, das ich viel zu selten esse. Den Rest gab’s anschließend als Püree.
Und das Bananenbrot? Lecker, bananig, wenig süß, aber ein bisschen feucht, auch nach verlängerter Backzeit. Vielleicht hilft es, während des Backens mit einem Spieß ein paar Löcher hineinzustechen, damit die Flüssigkeit entweichen kann. Das würde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Aber wenn man es scheibenweise auftoastet, geht es auch so.

EINE ART BANANENBROT
Not quite banana bread 
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar. Simplicious
Zutaten:
2 große, sehr reife Bananen
150 g geraspelte Pastinaken
4 Eier
75 g Kokosnussöl
3 EL Kokosmilch
1 1/2 TL Zimt, gemahlen
1/2 TL Ingwer, gemahlen
1/2 TL Muskat, gemahlen
1/2 TL Piment, gemahlen
1/2 TL Vanille, gemahlen (gibt’s z.B. im Bioladen)
3 TL Chia-Samen, eingerührt in 250 ml Wasser, 10 Minuten stehenlassen
55 g Kokosmehl (ich habe Kokosraspel genommen)
4 EL Buchweizen- oder Quinoa-Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine kleine Kastenform einfetten und mit Backpapier auslegen. (Sarah Wilson verwendet eine 23 x 13 cm große, meine ist nur 21 x 13 cm, daher habe ich noch zwei kleine Muffins extra gemacht. Beim nächsten Mal würde ich aber evtl. die nächstgrößere, 30 x 13 cm nehmen, so dass das Brot nicht ganz so hoch ist aber vielleicht besser durchbackt.)
Die Bananen, Pastinaken-Raspel, Eier, Kokosöl, Kokosmilch und Gewürze in einer Küchenmaschine zu einer weichen Masse pürieren. Anschließend die Chia-Pampe hinzufügen und kurz untermixen. Dann alles in eine Schüssel umfüllen und schnell Mehl, Backpulver und Salz unterheben. In die Kastenform geben und 1 Stunde backen. Evtl. nach 45 Minuten mit Backpapier abdecken, falls das Bananenbrot zu schnell braun wird. Mit einem Holzspieß kontrollieren, ob es durch ist. (Wie gesagt, ich würde evtl. zwischen durch das Brot anpieksen, damit die Flüssigkeit entweichen kann). Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.
Im Kühlschrank aufbewahren oder scheibenweise einfrieren.
Anmerkung: Wer mag, dekoriert das Brot vor dem Backen mit Pastinakenscheiben. Sarah Wilson nimmt außerdem „Activated Groaties“ zum Verzieren, also Buchweizen-Körner, über Nacht eingeweicht und anschließend im Ofen bei 50 Grad ca. 8 Stunden getrocknet.

 

Sonntagsbäckerei: Zitronentarte mit (oder ohne) Safran

Wenn das Wetter auch nicht so recht will, kann man sich zumindest mit diesem Kuchen ein wenig Sommer-Feeling herholen. Einen ähnlichen, ist mir dann eingefallen, habe ich hier schon einmal gebacken. Das schadet aber nicht. Zitronentartes kann es, finde ich, gar nicht genug geben. Diese hier hat auch mehr Füllung, einen saftigen Guss mit Buttermilch und Crème double. Ganz wichtig: Das Rezept ist für eine 26 cm-Form. Nimmt man eine zu kleine, passt nicht genug Füllung rein (ich habe es ausprobiert). Aber auch mit der richtigen Form muss man darauf achten, die Ränder möglichst hoch zu ziehen, denn sie sinken beim Backen nach unten – und man hat wieder das Problem, dass nicht genug Guss reinpasst. Achja, und wenn man Safran im Kuchen haben will, sollte man ihn auch hineintun (ich habe es vergessen). Ohne ist er aber auch fein.

ZITRONENTARTE MIT SAFRAN
Quelle: Myself, Mai 2016
für eine Form von 26 cm Durchmesser
Zutaten:
Mürbeteig:
200 g Mehl
2 EL fein gemahlene Mandeln
1 Prise Salz
60 g Zucker
120 g kalte Butter
1 Ei
Fett für die Form
Füllung:
1 Bio-Zitrone
4 Eier
3 Eigelb
200 g Zucker
150 ml Buttermilch
125 Crème double (oder Crème fraiche)
1 Msp. Safran
Für die Deko:
2 Bio-Zitronen
200 ml Wasser
300 g Zucker
Zubereitung:
Mehl, Mandeln, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Kalte Butter in Stückchen und 1 Ei dazugeben. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Eine Kugel daraus formen und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, die Backform einfetten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. In die Form legen und dabei einen Rand hochdrücken. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstrichen, damit sich der Teig beim Backen nicht wölbt. Im Ofen auf der mittleren Schiene 25 Minuten backen. Form aus dem Ofen nehmen und den Tarteboden auf einem Gitter abkühlen lassen. Den Backofen auf 160 Grad herunterschalten.
Die Zitrone heiß waschen, abtrocknen und die Schale abreiben. Die Zitrone auspressen. Eier, Eigelb und Zucker in einer Schüssel mit dem Handrührer zu einer hellgelben, cremigen Masse aufschlagen. Buttermilch und Crème double nach und nach dazugeben und unterrühren. Zitronensaft, -schale und den Safran unter die Masse rühren. Die Füllung auf dem vorgebackenen Boden gleichmäßig verteilen. Auf der mittleren Schiene im Ofen weitere 30 Minuten backen, herausnehmen und abkühlen lassen.
Nach Belieben: Für die Zitronen-Deko die zwei Bio-Zitronen heiß abwaschen, in dünne Scheiben schneiden. Wasser mit Zucker aufkochen, die Scheiben darin 30 Minuten köcheln und anschließend auf einem Gitter abtropfen lassen. Auf der Tarte verteilen.

Sonntagsbäckerei: Buchweizen-Süßkartoffelbrot

Zwei Dinge habe ich beim Backen dieses Brotes aus Sarah Wilsons Buch „I Quit Sugar: Simplicious“ gelernt: Erstens: Ich sollte mich mehr auf meinen Kücheninstinkt als auf ein Internet-Wörterbuch verlassen. Das Wörterbuch spuckte mir für die „buckwheat groats“, die Sarah Wilson verwendet, „Buchweizengrütze“ als Übersetzung aus. Diese feinen Flocken waren erstens schwer zu bekommen und zweitens, nunja, fein. Ich dachte mir noch, dass die normalen Buchweizen(Körner), die ich sowieso im Haus hatte, vielleicht besser wären, habe die Grütze dann aber trotzdem verwendet und mich gewundert, dass der Teig so flüssig war – und blieb. Auch nach zwei Stunden im Ofen wollte und wollte daraus kein Brot werden. Ergo: Es waren doch die normalen Buchweizenkörner gemeint. Hmpf. Ich musste also ein zweites Mal ran. Dann klappte es aber.
Zweitens habe ich beim Backen dieses Brotes gelernt, dass es so etwas wie FODMAP gibt. Die Abkürzung steht für „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“, was (laut Wikipedia) für vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole steht – und der Grund dafür sein könnte, dass man auf Gluten mit Unverträglichkeit reagiert, obwohl man nicht unter Zöliakie oder Weizenallergie leidet.
Dieses Rezept nimmt auf FODMAP-Empfindliche (FODMAPs?) Rücksicht und ist auch für Veganer, Menschen mit Zöliakie und Nussallergie geeignet. Sarah Wilson nennt es daher „My allergy-free bread“. Es ist dank Zwiebel und Süßkartoffel schön herzhaft und saftig – es fehlt nur, wie bei allen nicht „richtigen“ Broten, die knusprige Kruste. Ich glaube, ich muss dringend mal wieder ein Sauerteigbrot backen!

BUCHWEIZEN-SÜSSKARTOFFELBROT
My allergy-free bread
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar: Simplicious
Für 1 Laib Brot
Zutaten:
350 g Buchweizen
4 TL Chia-Samen
1 1/2 TL glutenfreies Backpulver
150 g Süßkartoffel, geraspelt
50 g Kokosnussöl
1 Zwiebel, gehackt (für FODMAPS: 2 TL Frühlingszwiebeln plus 75 g extra Süßkartoffel)
1 TL Salz
4 TL Sonnenblumenkerne
Zubereitung:
Die Buchweizenkörner in ein Sieb geben und gut abspülen. Dann in eine Schüssel geben, mit reichlich Wasser bedecken und mindestens vier Stunden (besser: über Nacht) einweichen lassen.
Den Ofen auf 160 Grad vorheizen, eine Kastenform mit Backpapier auslegen. (Anmerkung: Sarah Wilson verwendet eine 23 x 13 cm große Form – das ist etwas größer als unsere kleine Kastenform, daher habe ich lieber eine große verwendet.) Die Chia-Samen mit 250 ml in ein großes Marmeladen- oder Joghurtglas geben. Den Deckel draufgeben und alle paar Minuten schütteln, bis sich nach etwa 10 Minuten oder mehr ein Chia-Gel gebildet hat.
Den Buchweizen in einem Sieb gut abspülen und abtropfen lassen. Mit dem Chia-Gel, Backpulver, Süßkartoffel, Kokosöl, Zwiebel und Salz in einer Schüssel mischen. Anschließend portionsweise in eine Küchenmaschine geben und zu einer festen Paste zerkleinern. (Anmerkung: Wer eine so große Küchenmaschine hat, dass alle Zutaten auf einmal hineinpassen, muss sie natürlich nicht vorher in einer Schüssel mischen.) In die Kastenform füllen, die Oberfläche glattstreichen und mit Sonnenblumenkernen bestreuen. Eine Stunde backen (besser mehr: ich habe noch zwanzig Minuten draufgegeben, weil doch sehr viel Flüssigkeit im Teig ist), dann Garprobe machen. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Dann aus der Form nehmen und komplett auskühlen lassen, bevor man das Brot in ca. 1 cm dicke Stücke schneidet. Es soll sich im Kühlschrank 4-5 Tage halten. Man kann es auch in Scheiben geschnitten einfrieren, dann am besten immer ein kleines Stück Butterbrotpapier zwischen die Scheiben legen.

BUchweizen-Süßkartoffel3