10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Puh, was für eine Woche, und was für ein Wochenende! Wir haben gerade erst die Koffer wieder in die Wohnung gerollt, zurück von einem fantastischen Kurztrip nach Wien, der deswegen auch als erstes genannt werden muss auf der Liste der Glücklichmacher der Woche:

  • Wien. Viel zu lange nicht da gewesen und gleich wieder verliebt in diese lässige, leiwande Stadt. Melange getrunken (zum Beispiel im Kleinen Café, Franziskanerplatz 3 und im phil), Schnitzel gegessen (im Concordia Schlössl) und das weltbeste Schnittlauchbrot (im Kaffee Alt Wien), lecker gefrühstückt im Wirr und endlich den Unterschied zwischen Krügl, Seidl und Pfiff gelernt (Biergrößen von groß nach klein). Und dazu noch die super Begleitung, eine lustige, entspannte Truppe von Freunden, mit denen der Trip einfach unvergesslich wurde.
  • Meute. Die Techno-Brass Band aus Hamburg spielte beim Mimamusch-Festival in Wien auf – und heizte richtig ein. Unmöglich, da die Füße stillzuhalten. Was für ein Spaß! Hier ist ihre Facebook-Seite.
  • Lesestoff I. Man soll ja seine Bücher nicht nach dem Einband aussuchen. Aber bei Stephanie Danlers Sweetbitter ist sowohl das Cover sexy als auch das, was drinsteckt. Die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die nach New York kommt und einen Job in einem Szene-Restaurant ergattert. Sex, Drugs & Restaurantgeheimnisse – eine fesselnde Kombination, toll geschrieben.
  • Lesestoff II. Eigentlich nicht aus dieser Woche, aber hey, es ist ein tolles Buch und ich will es empfehlen: Töchter einer neuen Zeit von Carmen Korn beginnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und endet nach dem Zweiten. Und spielt noch dazu in Hamburg, um die Ecke von Orten, an denen ich groß geworden bin. Gekonnt verwebt Carmen Korn die Geschichten von vier jungen Frauen, die in dieser wilden Zeit erwachsen werden. So detailreich und süffig habe ich lange nicht(s) Historisches gelesen. Und zwei weitere „Jahrhundert-Romane“ sollen folgen!
  • Bayrisch essen. Sehr schön auf den Geburtstag einer lieben Freundin angestoßen haben wir am Dienstag beim Weinbauer (Fendstraße 5), und dazu gab’s Knödel und Schnitzel. Urig, aber lässig, zwischen Hirschgeweih, Kini-Bildern und Holzvertäfelung.
  • Asiatisch essen. In der Müllerstraße 51 konnte man bis vor kurzem im Corso ein verdammt gutes Tatar essen, darum fand ich es sehr schade, als der Laden dichtmachte. Aber das ist jetzt vergessen, denn mittlerweile hat an gleicher Stelle The Drunken Dragon aufgemacht, wo man köstliche Dumplings naschen kann und an BBQ Pork Ribs in perfekter Hoisin-Knoblauch-Marinade knabbern, die im Mund schmelzen. Noch besser, wenn man sich (wie ich) einladen lässt, denn ganz billig ist der Spaß nicht. Vielen Dank, J & G, ein tolles Geburtstagsgeschenk!
  • Ein Kino um die Ecke. In München Neuhausen, wo ich wohne, wohnt man eigentlich ganz wunderbar, aber eines hat bislang immer gefehlt: Ein richtiges Kino. Das ist jetzt anders, weil vor kurzem das Neue Maxim eröffnet hat. An gleicher Stelle war auch früher schon ein Kino, aber das Programm dort so speziell, dass es mich dort nie hingezogen hat. Jetzt laufen Filme wie Tschick oder Welcome to Norway, und Popcorn gibt es auch. Ich war bislang noch nicht dort, habe mir aber beim Dumpling-Abend im Drunken Dragon sagen lassen, dass ich das bald ändern sollte.
  • Groundhog Day alias „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Darum habe ich mich sehr gefreut, dass eQuinoxe Europe dessen Drehbuchautor Danny Rubin nach Stuttgart eingeladen hat. Bei einer Masterclass am Montag beschrieb er den Entstehungsprozess des Films – und des Groundhog Day-Musicals, das im Sommer in London uraufgeführt wurde. Oh, das hätte ich gern gesehen, ist aber leider bereits abgespielt.
  • Ein Film, auf den ich mich freue. Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent Mark Duplass, einer meiner absoluten Heroes, hat wieder einen neuen Film gemacht: Blue Jay ist Oh Boy-mäßig in schwarz-weiß gehalten und erzählt von einem Mann und einer Frau, die in der Highschool ein Paar waren und sich jetzt, mittelalt und mittelglücklich, zufällig im Supermarkt wiedertreffen. Auf Amazon Prime kann man ihn streamen, und in der New York Times schreibt Mark Duplass über seine erste große Liebe.
  • Frisches Neulinger-Brot. Für einen Artikel im Magazin Echt Bayern hatte ich vor einer Weile das Vergnügen, den entzückenden Bio-Bäcker Ludwig Neulinger zu interviewen. Seit unserem Gespräch über das Aussterben der Münchner Brotzeitsemmeln und die Pest der Zusatzstoffe in Industriebrot kaufe ich mein Roggen-Vollkornbrot mit noch mehr Enthusiasmus in einer seiner Filialen in der Volkartstraße (Nr. 11 und Nr. 48, er hat noch zwei weitere, u.a. in Haidhausen).

 

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Sonntagsbäckerei: So eine Art Bananenbrot

Huch! Da wurde aus einer kurzen Sommerpause doch tatsächlich eine fast dreimonatige Auszeit. Viel Arbeit und ein wenig Ratlosigkeit, was ich hier eigentlich mache, was ich eigentlich will mit diesem Blog, waren wohl die Gründe dafür. So ganz weiß ich immer noch nicht, wie „Frau Lehmann“ in Zukunft aussehen soll, aber irgendwie will ich doch, dass es weitergeht. Außerdem schrieb mir eine Leserin, dass ich vermisst werde. Das tat gut.
Aber bevor dieser Post gar nicht fertig wird, weil ich ihn immer wieder umschreibe und lösche, halte ich ihn lieber kurz und komme endlich zum Rezept, das den heutigen Aufmacher bildet: Ein Rezept aus dem sehr schönen und umfangreichen I Quit Sugar. Simplicious von Sarah Wilson, das ich Anfang des Jahres aus dem Urlaub in Australien mitgebracht hatte. Mal wieder ein Bananenbrot (hier und hier habe ich bereits welches gemacht), diesmal ein zuckerfreies. Wir hatten mal wieder zwei schrumpelige Bananen übrig, die ich nicht wegwerfen wollte, und genau so viele braucht man für dieses Rezept. Außerdem mit drin: Pastinaken. Ein schönes Wintergemüse, das ich viel zu selten esse. Den Rest gab’s anschließend als Püree.
Und das Bananenbrot? Lecker, bananig, wenig süß, aber ein bisschen feucht, auch nach verlängerter Backzeit. Vielleicht hilft es, während des Backens mit einem Spieß ein paar Löcher hineinzustechen, damit die Flüssigkeit entweichen kann. Das würde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Aber wenn man es scheibenweise auftoastet, geht es auch so.

EINE ART BANANENBROT
Not quite banana bread 
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar. Simplicious
Zutaten:
2 große, sehr reife Bananen
150 g geraspelte Pastinaken
4 Eier
75 g Kokosnussöl
3 EL Kokosmilch
1 1/2 TL Zimt, gemahlen
1/2 TL Ingwer, gemahlen
1/2 TL Muskat, gemahlen
1/2 TL Piment, gemahlen
1/2 TL Vanille, gemahlen (gibt’s z.B. im Bioladen)
3 TL Chia-Samen, eingerührt in 250 ml Wasser, 10 Minuten stehenlassen
55 g Kokosmehl (ich habe Kokosraspel genommen)
4 EL Buchweizen- oder Quinoa-Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine kleine Kastenform einfetten und mit Backpapier auslegen. (Sarah Wilson verwendet eine 23 x 13 cm große, meine ist nur 21 x 13 cm, daher habe ich noch zwei kleine Muffins extra gemacht. Beim nächsten Mal würde ich aber evtl. die nächstgrößere, 30 x 13 cm nehmen, so dass das Brot nicht ganz so hoch ist aber vielleicht besser durchbackt.)
Die Bananen, Pastinaken-Raspel, Eier, Kokosöl, Kokosmilch und Gewürze in einer Küchenmaschine zu einer weichen Masse pürieren. Anschließend die Chia-Pampe hinzufügen und kurz untermixen. Dann alles in eine Schüssel umfüllen und schnell Mehl, Backpulver und Salz unterheben. In die Kastenform geben und 1 Stunde backen. Evtl. nach 45 Minuten mit Backpapier abdecken, falls das Bananenbrot zu schnell braun wird. Mit einem Holzspieß kontrollieren, ob es durch ist. (Wie gesagt, ich würde evtl. zwischen durch das Brot anpieksen, damit die Flüssigkeit entweichen kann). Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.
Im Kühlschrank aufbewahren oder scheibenweise einfrieren.
Anmerkung: Wer mag, dekoriert das Brot vor dem Backen mit Pastinakenscheiben. Sarah Wilson nimmt außerdem „Activated Groaties“ zum Verzieren, also Buchweizen-Körner, über Nacht eingeweicht und anschließend im Ofen bei 50 Grad ca. 8 Stunden getrocknet.

 

Sonntagsbäckerei: Zitronentarte mit (oder ohne) Safran

Wenn das Wetter auch nicht so recht will, kann man sich zumindest mit diesem Kuchen ein wenig Sommer-Feeling herholen. Einen ähnlichen, ist mir dann eingefallen, habe ich hier schon einmal gebacken. Das schadet aber nicht. Zitronentartes kann es, finde ich, gar nicht genug geben. Diese hier hat auch mehr Füllung, einen saftigen Guss mit Buttermilch und Crème double. Ganz wichtig: Das Rezept ist für eine 26 cm-Form. Nimmt man eine zu kleine, passt nicht genug Füllung rein (ich habe es ausprobiert). Aber auch mit der richtigen Form muss man darauf achten, die Ränder möglichst hoch zu ziehen, denn sie sinken beim Backen nach unten – und man hat wieder das Problem, dass nicht genug Guss reinpasst. Achja, und wenn man Safran im Kuchen haben will, sollte man ihn auch hineintun (ich habe es vergessen). Ohne ist er aber auch fein.

ZITRONENTARTE MIT SAFRAN
Quelle: Myself, Mai 2016
für eine Form von 26 cm Durchmesser
Zutaten:
Mürbeteig:
200 g Mehl
2 EL fein gemahlene Mandeln
1 Prise Salz
60 g Zucker
120 g kalte Butter
1 Ei
Fett für die Form
Füllung:
1 Bio-Zitrone
4 Eier
3 Eigelb
200 g Zucker
150 ml Buttermilch
125 Crème double (oder Crème fraiche)
1 Msp. Safran
Für die Deko:
2 Bio-Zitronen
200 ml Wasser
300 g Zucker
Zubereitung:
Mehl, Mandeln, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Kalte Butter in Stückchen und 1 Ei dazugeben. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Eine Kugel daraus formen und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, die Backform einfetten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. In die Form legen und dabei einen Rand hochdrücken. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstrichen, damit sich der Teig beim Backen nicht wölbt. Im Ofen auf der mittleren Schiene 25 Minuten backen. Form aus dem Ofen nehmen und den Tarteboden auf einem Gitter abkühlen lassen. Den Backofen auf 160 Grad herunterschalten.
Die Zitrone heiß waschen, abtrocknen und die Schale abreiben. Die Zitrone auspressen. Eier, Eigelb und Zucker in einer Schüssel mit dem Handrührer zu einer hellgelben, cremigen Masse aufschlagen. Buttermilch und Crème double nach und nach dazugeben und unterrühren. Zitronensaft, -schale und den Safran unter die Masse rühren. Die Füllung auf dem vorgebackenen Boden gleichmäßig verteilen. Auf der mittleren Schiene im Ofen weitere 30 Minuten backen, herausnehmen und abkühlen lassen.
Nach Belieben: Für die Zitronen-Deko die zwei Bio-Zitronen heiß abwaschen, in dünne Scheiben schneiden. Wasser mit Zucker aufkochen, die Scheiben darin 30 Minuten köcheln und anschließend auf einem Gitter abtropfen lassen. Auf der Tarte verteilen.

Sonntagsbäckerei: Buchweizen-Süßkartoffelbrot

Zwei Dinge habe ich beim Backen dieses Brotes aus Sarah Wilsons Buch „I Quit Sugar: Simplicious“ gelernt: Erstens: Ich sollte mich mehr auf meinen Kücheninstinkt als auf ein Internet-Wörterbuch verlassen. Das Wörterbuch spuckte mir für die „buckwheat groats“, die Sarah Wilson verwendet, „Buchweizengrütze“ als Übersetzung aus. Diese feinen Flocken waren erstens schwer zu bekommen und zweitens, nunja, fein. Ich dachte mir noch, dass die normalen Buchweizen(Körner), die ich sowieso im Haus hatte, vielleicht besser wären, habe die Grütze dann aber trotzdem verwendet und mich gewundert, dass der Teig so flüssig war – und blieb. Auch nach zwei Stunden im Ofen wollte und wollte daraus kein Brot werden. Ergo: Es waren doch die normalen Buchweizenkörner gemeint. Hmpf. Ich musste also ein zweites Mal ran. Dann klappte es aber.
Zweitens habe ich beim Backen dieses Brotes gelernt, dass es so etwas wie FODMAP gibt. Die Abkürzung steht für „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“, was (laut Wikipedia) für vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole steht – und der Grund dafür sein könnte, dass man auf Gluten mit Unverträglichkeit reagiert, obwohl man nicht unter Zöliakie oder Weizenallergie leidet.
Dieses Rezept nimmt auf FODMAP-Empfindliche (FODMAPs?) Rücksicht und ist auch für Veganer, Menschen mit Zöliakie und Nussallergie geeignet. Sarah Wilson nennt es daher „My allergy-free bread“. Es ist dank Zwiebel und Süßkartoffel schön herzhaft und saftig – es fehlt nur, wie bei allen nicht „richtigen“ Broten, die knusprige Kruste. Ich glaube, ich muss dringend mal wieder ein Sauerteigbrot backen!

BUCHWEIZEN-SÜSSKARTOFFELBROT
My allergy-free bread
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar: Simplicious
Für 1 Laib Brot
Zutaten:
350 g Buchweizen
4 TL Chia-Samen
1 1/2 TL glutenfreies Backpulver
150 g Süßkartoffel, geraspelt
50 g Kokosnussöl
1 Zwiebel, gehackt (für FODMAPS: 2 TL Frühlingszwiebeln plus 75 g extra Süßkartoffel)
1 TL Salz
4 TL Sonnenblumenkerne
Zubereitung:
Die Buchweizenkörner in ein Sieb geben und gut abspülen. Dann in eine Schüssel geben, mit reichlich Wasser bedecken und mindestens vier Stunden (besser: über Nacht) einweichen lassen.
Den Ofen auf 160 Grad vorheizen, eine Kastenform mit Backpapier auslegen. (Anmerkung: Sarah Wilson verwendet eine 23 x 13 cm große Form – das ist etwas größer als unsere kleine Kastenform, daher habe ich lieber eine große verwendet.) Die Chia-Samen mit 250 ml in ein großes Marmeladen- oder Joghurtglas geben. Den Deckel draufgeben und alle paar Minuten schütteln, bis sich nach etwa 10 Minuten oder mehr ein Chia-Gel gebildet hat.
Den Buchweizen in einem Sieb gut abspülen und abtropfen lassen. Mit dem Chia-Gel, Backpulver, Süßkartoffel, Kokosöl, Zwiebel und Salz in einer Schüssel mischen. Anschließend portionsweise in eine Küchenmaschine geben und zu einer festen Paste zerkleinern. (Anmerkung: Wer eine so große Küchenmaschine hat, dass alle Zutaten auf einmal hineinpassen, muss sie natürlich nicht vorher in einer Schüssel mischen.) In die Kastenform füllen, die Oberfläche glattstreichen und mit Sonnenblumenkernen bestreuen. Eine Stunde backen (besser mehr: ich habe noch zwanzig Minuten draufgegeben, weil doch sehr viel Flüssigkeit im Teig ist), dann Garprobe machen. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Dann aus der Form nehmen und komplett auskühlen lassen, bevor man das Brot in ca. 1 cm dicke Stücke schneidet. Es soll sich im Kühlschrank 4-5 Tage halten. Man kann es auch in Scheiben geschnitten einfrieren, dann am besten immer ein kleines Stück Butterbrotpapier zwischen die Scheiben legen.

BUchweizen-Süßkartoffel3

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Filme, Filme, Filme – so sah meine Woche aus, bzw. die vergangenen 9 Tage auf dem Münchner Filmfest. 9 Tage und 28 Filme später bin ich erschöpft, aber glücklich (und muss mich dringend mal wieder bewegen). Nicht alle meine Gute-Laune-Macher haben mit dem Filmfest zu tun, aber doch die meisten…

  • Ausnahmezustand: Wenn Filmfest ist, gelten andere Regeln als sonst, das Leben ist aufregender, die Nächte kürzer und die Tage voller. Ich liebe das.
  • Ein Vortrag von Steve Kaplan: „Warum lacht ihr nicht?“, lautete die Frage, die der Comedy-Guru versuchte, in seinem Vortrag zu beantworten. Dabei wurde jedoch wirklich viel gelacht. Lehrreich und lustig.
  • Der münchnerischste Film des Festivals: So zumindest wurde Dinky Sinky in der Vorführung angepriesen. Eine lakonische Komödie, in der das Leben einer Sportlehrerin mit Kinderwunsch aus dem Ruder läuft. Drehbuch und Regie von HFF-Absolventin Mareille Klein, die dafür den Förderpreis Neues Deutsches Kino für das beste Drehbuch bekam. Verdient! Achja, und der Titel erinnert an die Akronyme DINK (double income no kids) und SINK (single income no kids).
  • Ein München-Krimi: Ein weiterer Film aus der von mir sehr geschätzten Reihe „München Mord“ wurde auf dem Filmfest gezeigt: Wo bist du, Feigling?, basierend auf einer wahren Geschichte. Demnächst im TV.
  • Ein Allgäu-Krimi: Im Fernsehen waren die Kommissar Kluftinger-Filme mit Herbert Knaup bislang an mir vorbeigegangen – aber diesmal hatte ich sehr viel Spaß an dem mit viel Gusto westernmäßig inszenierten Schutzpatron.
  • Eine Coming-of-Age-Geschichte: Ein amerikanischer Indie-Film, der in Deutschland spielt, in Heidelberg, um genau zu sein: Dorthin ist der dreizehnjährige Morris aus Amerika mit seinem Vater hingezogen – und hasst es. Er spricht die Sprache kaum, hat keine Freunde – bis er sich in das coolste Mädchen im Jugendclub verliebt… Ab 3. November im Kino.
  • Ein lustiger Kostümfilm: Mein letzter Film auf dem Festival war Love & Friendship, basierend auf der recht unbekannten Jane Austen-Novelle „Lady Susan“ und die wohl bislang witzigste Jane Austen-Verfilmung, die ich gesehen habe. Mit der wundervollen Kate Beckinsale in der Hauptrolle der intriganten Lady Susan. Ab 29. Dezember bei uns im Kino.
  • Eine Gastro-Neuentdeckung: Die netten Mädels von Frieder Film hatten mich auf ihren Empfang eingeladen. Bei der Gelegenheit war ich zum ersten Mal im sehr netten Tagescafé Stenz (Lindwurmstraße 122) in Sendling. Es gab zum Beispiel perfekt geschmortes Gulasch und eine fatale Mousse au Chocolat. Den Laden kann man auch für Veranstaltungen mieten – sehr zu empfehlen!
  • Italien-Flair in München: Jetzt schon nicht mehr so ganz neu, für mich aber schon: Das Eataly in der Schrannenhalle, Restaurant, Feinkostladen und Event-Location. Ich war zur Präsentation des neuen DelikatEssen dort und sehr angetan.
  • Ein Klassiker mal komisch: Erinnert sich noch jemand an die letzte Szene aus „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“? Wie Hugh Grant Andy McDowell im strömenden Regen einen Nicht-Heirats-Antrag macht? In der „Graham Norton Show“ interpretiert Hugh Grant die Szene noch einmal neu, und von Romantik ist hier keine Spur mehr: Großartig, wie sein Gesicht immer wieder zuckt, weil er sich so sehr das Lachen verkneifen muss…

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

In einer eher durchwachsenen Woche gab es doch ein paar schöne Sachen. Meine Highlights:

  • Dieses Bild, das meine Großmutter beim Wandern zeigt. Mit einem roten Schirm! Ist das nicht herrlich? Ich habe es beim Dia-Einscannen entdeckt.
  • Diese Straße: Wir haben einen Kurztrip nach Hamburg gemacht, um den 70. Geburtstag meiner Mutter (noch einmal) zu feiern. Und in der (wenigen) freien Zeit in der Marktstraße Karoviertel in ein paar schöne Shops geschaut, z.B. ins Shirtlab (Marktstraße 16) für originelle T-Shirts und in den Upcycling-Laden Lockengelöt (Marktstraße 114), wo es nicht nur Couchtische aus Ölfässern, sondern auch diese Schlüsselbretter aus alten Büchern gibt, über die ich mich hier vor einer Weile schon mal gefreut hatte. Hier gibt’s noch mehr Tipps fürs Karoviertel vom Hamburger Abendblatt.
  • Podcast 1: Mittlerweile habe ich so viele Podcasts abonniert, dass ich mit dem Anhören kaum hinterherkomme. Aber ich tue mein Bestes! Einer meiner neuen Lieblinge: Dear Sugar Radio von WBUR. Autorin Cheryl Strayed („Der große Trip“) berät zusammen mit Steve Almond Menschen in Lebenskrisen. „Dear Sugar“ gab es früher als Ratgeber-Kolumne (und Cheryl Strayeds Texte dafür dann gesammelt als Buch, jetzt als Der große Trip zu dir selbst auf deutsch erschienen). Hier habe ich schon mal davon geschwärmt. Das Prinzip des Podcasts ist ähnlich: Anonyme Briefeschreiber schildern ein Problem, und Almond und Strayed beraten, erklären und geben Denkanstöße, warmherzig, klug und verständnisvoll. Wirklich toll.
  • Podcast 2: Im Scriptnotes Podcast plaudern die Hollywood Drehbuch-Autoren John August und Craig Mazin kompetent und unterhaltsam (auf englisch) übers Drehbuchschreiben. Von ihnen stammt auch der Tipp für den nächsten Gute-Laune-Macher:
  • Eine Food-Webserie: In The Katering Show parodieren die Australierinnen Kate McLennan und Kate McCartney die typischen überperfekten Youtube-Koch-Shows und nehmen den Hype ums Essen auf die Schippe. Die eine gibt die übereifrige Koch-Enthusiastin, die andere kann wegen ihrer Unverträglichkeiten fast nichts essen, gemeinsam erleben sie „The journey of a food intolerant and an intolerable foodie“. Schräg und herrlich albern. Ein Beispiel? Das Phänomen Thermomix beschreiben sie so: McLennan: „It’s the kind of appliance that your rich mother-in-law gives you as a wedding gift, because she doesn’t think you can cook.“ McCartney: „Or something that you buy yourself because you’ve always wanted to join a cult but you don’t have the energy for the group sex.“ Die sechs Folgen der ersten Staffel kann man for free auf ihrer Website und auf Youtube sehen.
  • Cynthia Barcomis aktuelles Backbuch Cheesecakes, Pies & Tartes (Mosaik) kam im März raus, und vor einer Weile bei mir auf den Tisch. Ich habe noch nichts daraus gebacken, aber beim Durchblättern klingen Rezepte wie die „New York Cheesecake Bars with Cherry Topping“ oder der „Lemon Meringue Pie“ schon wieder absolut himmlisch.
  • Kirschen. Vielleicht mein liebstes Sommerobst. Schön, dass sie wieder da sind.
  • Miracoli: Food-politisch absolut inkorrekt, aber für mich sind die Nudeln mit der Packungssoße immer noch ein Wohlfühlessen, weil sie mich an Kindheit und Mama erinnern. Gibt’s nicht oft, aber wenn, dann mit Genuss.
  • Die neuen Leser, die mich hier oder auf Facebook gefunden haben. Schön, dass ihr da seid!
  • Vorfreude: Nächste Woche geht das Filmfest München wieder los. Eine meiner Lieblingswochen des Jahres. Kino, Kino, Kino von morgens bis abends – ich freu mich drauf! Und im Juli folgt dann das Fünf Seen Filmfestival. Ich war noch nie dort, aber hoffe darauf, es dieses Jahr endlich mal zu schaffen.

Sonntagsbäckerei: Life-changing Bread

Ich bin late to the party, wie man so schön neudeutsch sagt. Der „Life-changing loaf of bread“ von Gesund-Bloggerin Sarah Britton ist schon einmal quer durchs Internet getobt, war eine absolute Klick-Sensation. Aber nachdem mir nun auch noch ein Bekannter IRL vorgeschwärmt hat, wie großartig dieses mehlfreie Brot schmeckt und mir das übersetzte Rezept dazu geschickt hat, musste ich es doch auch noch mal selbst ausprobieren. Sarah Britton, bekannt geworden durch ihren Blog My New Roots und besagtes Brot, hat übrigens auch ein Kochbuch herausgebracht, das auch auf deutsch erhältlich ist (und heißt wie ihr Blog). Life-changing oder zumindest (für manche) lebensverbessernd ist ihr LCB wohl vor allem deswegen, weil es schnell zusammengerührt ist, ohne Mehl auskommt und dafür vollgepackt ist mit gesundem Zeug wie Sonnenblumenkernen, Nüssen, Chia-Samen etc. Wer mag, kann es auch in einer glutenfreien Variante herstellen. Es ist zwar eher ein Müsli in Scheiben als ein Brot (also ohne knusprige Kruste), aber lecker ist es auf jeden Fall .

LIFE-CHANGING LOAF OF BREAD
Quelle: Sarah Britton, My New Roots
für eine kleine Kastenform
Zutaten:
135 g Sonnenblumenkerne
90 g Leinsamen
65 g Haselnüsse oder Mandeln
145 g Haferflocken (alternativ, d.h. glutenfrei: Hirseflocken)
2 EL Chia-Samen
4 EL Flohsamenschalen (Bioladen)
1 TL feinkörniges Meersalz
1 EL Ahornsirup (alternativ 2 EL Reissirup)
3 EL Kokosöl
350 ml Wasser
Zubereitung:
Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Alle feuchten Zutaten (Ahornsirup, Kokosöl und Wasser) in einer separaten Schüssel vermische (eventuell muss man das Kokosöl dafür erst flüssig machen, denn bei Zimmertemperatur und drunter hat es eine feste Konsistenz). Dann die flüssigen Zutaten nach und nach über die trockenen geben und alles so lange verrühren, bis alles gut vermischt ist. Falls der Teig zu dickflüssig ist, noch ein bis zwei Teelöffel Wasser unterrühren. Den Brotteig glatt in eine kleine Kastenform streichen und mindestens zwei Stunden – besser über Nacht – bei Zimmertemperatur stehenlassen. Den Ofen auf 175 Grad vorheizen, das Brot zunächst für 20 Minuten in der Form backen. Dann aus dem Ofen nehmen, das Brot aus der Kastenform lösen und es mit der Oberseite nach unten direkt auf das Ofengitter legen. Weitere 30-40 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es beim darauf Klopfen hohl klingt. Vor dem Schneiden vollständig abkühlen lassen. Luftdicht verpackt hält das Brot bis zu fünf Tage.