10 Dinge, die mich gerade glücklich machen

Heute ist das Wetter mies. So richtig schlechte-Laune-mies. Dagegen helfen: gute Erinnerungen und gute Vorsätze. Was mich gerade glücklich macht:

  • Kreativität: Das Theaterstück Helen Lawrence in der Spielhalle der Münchner Kammerspiele. Mr. B hat mich am Wochenende hineingeschleift, und eigentlich hatte ich gar keine Lust, weil ich viel zu müde war. Aber dann hat mich der kurzweilige Krimi von Video-, Film- und Installationskünstler Stan Douglas total gefesselt. Das Stück ist ein Mix aus Live-Schauspiel und Kino: Hinter einer Leinwand agieren die Schauspieler, die dabei gefilmt und in schwarz-weiß im Stil des Film noir auf die Leinwand projiziert werden. Das Bühnenbild wurde als 3D-Animation gebaut. Das Haus der Kunst zeigt auch gerade die Ausstellung „Stan Douglas: Mise en scène“. Am 26.6. wird das Gastspiel zum letzten Mal gegeben.
  • Kontinuität: 12 Jahre hat Regisseur Richard Linklater gebraucht, um den Film Boyhood fertigzustellen. Die Darsteller werden nicht einfach älter geschminkt, sondern man schaut ihnen beim Leben und Altern zu. Faszinierend.
  • Kulinarik: Das neue DelikatEssen Magazin ist gerade herausgekommen. Gastro-Tipps für München, alle anonym getestet. Ich war auch wieder unterwegs.
  • Klänge: Den Ohrwurm „At Least I Wrote a Song About It“ von Junior kriege ich einfach nicht weg. Das minimalistische Video dazu ist auch sehr witzig.
  • Keine Kohle: Ich binge-watche gerade die Sitcom Two Broke Girls, in der es um zwei sehr unterschiedliche Kellnerinnen geht, die pleite sind und sich den Traum vom eigenen Cupcake-Business zusammensparen. Um zwei Mädels, die pleite sind, geht es auch in der Web-Serie Cost of Living, die die Regisseurin Shannon Bowen mittels Crowdfunding auf die Beine gestellt hat. Die Darstellerinnen sind manchmal noch etwas steif, und der Sound nicht richtig ausgesteuert, trotzdem macht es Spaß zuzugucken. Hier kann man die ersten zwei Folgen sehen (und für weitere spenden).
  • Kopeken: Das Buch „Fünf Kopeken“ von Sarah Stricker, das ich gerade angefangen habe, liest sich super.
  • Komik: Am Wochenende habe ich das Seminar „Die lustige Welt des Comedy-Schreibens“ von Dirk Stiller besucht – und viel gelernt.
  • Kino: Ich freue mich auf das Filmfest München, das dieses Wochenende wieder losgeht.
  • Kulinarik II: Obazda im Biergarten essen. Immer wieder gnadenlos gut. Gute-Laune-Garant.
  • KGemüse: Diesen simplen Zucchini-Salat mache ich zur Zeit ständig: 2-3 Zucchinis raspeln (oder durch die Küchenmaschine jagen), in einem Sieb abtropfen lassen, dann aus Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette mischen (Kräuter der Provence passen auch gut dazu) und damit vermischen. Nach Belieben etwas Feta darüber krümeln und – sensationell – mit frischer Minze anrichten.

 

Sommer am See: Deininger Weiher

„Ist doch wie am Gardasee hier, oder?“, sagt der Kellner. Hmmm, vielleicht nicht ganz. Der Deininger Weiher, ca. 20 Kilometer südlich von München, ist doch um einiges kleiner und sehr viel brauner als sein großer Bruder südlich der Alpen – aber was das Flair angeht, hat der Kollege durchaus Recht. Zumindest, wenn man wie wir im Restaurant Waldhaus Deininger Weiher sitzt, unter dem Sonnenschirm aufs Wasser blinzelt, ein bisschen Dolce far niente betreibt und gute „Alpenländische Küche“ isst. Da gibt es dann zum Beispiel so feine Sachen wie Pustertaler Speckknödel mit Pfifferlingsbutter oder Linguine mit Spargel und Kirschtomatenragout. Und zum Abschluss vielleicht ein Hollunderkücherl mit Beerenragout und Vanilleeis. Das Leben ist gut.
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Der Kellner, den ich eingangs zitierte, hat übrigens früher in einem meiner Lieblingsrestaurants, dem La Bruschetta, in München gearbeitet, das ich erst kürzlich hier empfohlen hatte. Da ist er einmal an meinem Geburtstag nur knapp einem Blitzschlag entgangen, puh… Auf jeden Fall weiß ich jetzt gar nicht mehr, ob meine La Bruschetta-Empfehlung noch stimmt, denn der bisherige Pächter des Bruschetta, die Familie Tschurtschenthaler, unter der es dort sensationelle Südtiroler Küche gab, hat das Restaurant abgegeben. Dafür sind sie nun hier, am See. Auch schön – nur leider nicht mehr bei mir um die Ecke.
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Und im Bruschetta muss ich wohl auch mal wieder zum Testen vorbeischauen…

WALDHAUS DEININGER WEIHER
www.waldhaus-deiningerweiher.de
Deininger Weiher 4
82064 Straßlach-Dingharting
Öffnungszeiten: täglich von 10 Uhr bis 24 Uhr (warme Küche von 11.30 Uhr bis 21 Uhr)
Für Veranstaltungen (Geburtstage, Hochzeiten) gibt es einen separaten Bereich.
Außerdem: Es gibt auch ein paar Gästezimmer – falls man nach dem Essen dann doch nicht mehr heimfahren will…

Der Deininger Weiher ist ein gemütlicher kleiner Badesee, beliebt bei Familien mit Kindern, weil das Wasser nicht so tief und (relativ) warm ist.

Best of Bayern: Eine Wanderung zur Elmauer Alm

Rein wettermäßig wird dieser Montag seinem Ruf gerecht: Es regnet, es ist grau, die Laune mies. Vielleicht hilft es, ein wenig ans Wochenende zurückzudenken? Da war es noch schön. Und ich war unterwegs: Als Nordlicht (gebürtige Hamburgerin) bin ich immer mal wieder überrascht, wie postkartenidyllig es hier in Bayern ist. Versteht mich nicht falsch: Ich mag das! Auch an diesem Wochenende bei einem Auflsug in die Berge wurde ich wieder daran erinnert, warum so viele Touristen hierher kommen: Es ist einfach, hach!, schön hier. Meine liebe Freundin Verena hatte eine Tour für uns beide herausgesucht, ein einfacher Rundweg zur Elmauer Alm, gefunden im praktischen Büchlein Die schönsten Wanderungen mit dem Bayern-Ticket. Selbiges hatten wir dann auch erworben, und gondelten am Samstag Vormittag vom Münchner Hauptbahnhof aus los. Weil unterwegs Schienenersatzverkehr herrschte, dauerte das etwas länger als geplant, aber wir hatten ja Proviant dabei und uns auch viel zu erzählen, so dass es nicht langweilig wurde.
In Klais ging es dann los mit dem Wandern, und dort kamen wir nach ein paar Stunden auch wieder an – gerade rechtzeitig, um erneut in den Schienersatzverkehr-Bus zu hüpfen. Unterwegs gabs Bayern pur: Blumenverhangene Balkone (wie machen die das nur?!), saftige Almwiesen, (mehr oder weniger) blauen Himmel, mächtige Berge und leckeres Essen. Zwischendurch auch ein wenig Sightseeing: Wir passierten das Nobel-Hotel Kranzbach und das legendäre 5 Sterne-Hotel Schloss Elmau. Fazit: Schee war’s! Hier sind ein paar Bilder:
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Start und Ziel der Rundtour: Das Städtchen Klais, etwa 20 Minuten von Garmisch-Partenkirchen entfernt (mit dem Auto)
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Augenweide
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Bei der kleinen Kapelle bitte links ab
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Auf historischem Grund: Für ein paar Meter wandern wir auf einer alten Römerstraße
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Erste Rast mit Blick aufs Kranzbach
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Nochmal das Kranzbach. Warum es so unbayerisch aussieht? Eine englische Aristokratin ließ sich das Schmuckstück 1913 errichten, ursprünglich als Gästehaus. Dann kam der Erste Weltkrieg und die Pläne wurden durchkreuzt. Später war es lange Zeit eine Freizeitstätte der evangelischen Kirche, schließlich nach vierjährigem Umbau 2007 als Hotel eröffnet.
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Und so sieht es von vorne aus
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Traumkulisse
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In dieser Umgebung hat das Kranzbach auch einige Bienenkörbe stehen. Der Honig ist bestimmt fantastisch!
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Gleich geschafft!
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Versteckt hinter den poppigen Schirmen: Unser Ziel, die kleine, aber feine Elmauer Alm auf 1203 Metern Höhe, 1924 als Almwirtschaft gebaut, seit etwa zwei Jahren von Schloss Elmau betrieben
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Von den Terrassen kann man (bei klarem Wetter) die Zugspitze sehen, außerdem Alpspitze, Dreitorspitze, Wetterstein- und Karwendelgebirge
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Die herzhaften Sachen haben wir nicht probiert, weil wir ja unterwegs gepicknickt hatten – sahen bei anderen Gästen aber sehr lecker aus
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Die Kuchen (Zwetschgendatschi und Johannisbeerstreusel) waren auf jeden Fall fein
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Auf dem Rückweg kamen wir dann noch bei Schloss Elmau vorbei
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Imposant – hier noch einmal etwas aus der Nähe.

Fazit: Ein kleine, feine Wanderung (reine Gehzeit 3 1/4 Stunden) durch schöne Kulisse, und bis auf das letzte Stück zur Alm ist es auch nicht anstrengend. Wer sich den ersten Schlenker über die Römerstraße schenken will und nicht so viel Zeit hat, kann mit dem Auto auf dem Wanderparkplatz in der Nähe vom Kranzbach parken. Festes Schuhwerk mitnehmen!

ELMAUER ALM
Elmau 10
82494 Krün
Öffnungszeiten: Mai – Juni – Juli: Montag und Dienstag Ruhetag; August – September – Oktober: Montag Ruhetag.
Von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
Bei unsicheren Wetterverhältnissen vorab erkundigen, ob geöffnet ist!
Betriebsferien: 31.10.2013 – 20.12.2013

Sommer am See

Für große Abenteuer war die Zeit dieses Wochenende zu kurz, aber für eine nette kleine Entdeckung reichte es: Wir waren zum ersten Mal beim Buchscharner Seewirt am Starnberger See. Ein fast 300 Jahre alter Bauernhof, der ursprünglich in Tirol stand und jetzt am südöstlichen Ufer des Sees, direkt am Wasser. Drumherum riesige Liegewiesen, für die man keinen Eintritt zahlt (allerdings 3 Euro Parkgebühr, wenn man mit dem Auto kommt), ein langer Steg, Sonnenschirme, Kinderkreischen und Boote auf dem See, dessen gegenüberliegendes Ufer diesig flirrt. Dazwischen rennen ein paar Gänse herum und Radfahrer rollen über den Kiesweg. Unter Sonnenschirmen isst man gehobene ländliche Küche (klar, Schweinebraten und Kaiserschmarrn gibt es auch) und lässt den Herrgott einen guten Mann sein. Dann schlendert man noch ein bisschen am Ufer entlang, wünscht sich, man hätte sechs Wochen Schulferien und könnte jeden Tag, den ganzen Tag, hier am See liegen, steigt ins Auto und fährt zufrieden wieder in sein Stadtleben zurück.

BUCHSCHARNER SEEWIRT
Buchscharn 1, Münsing – Starnberger See
Öffnungszeiten: tägl. ab 10 Uhr

Schirm P1030023