10 Gründe, warum ich München liebe

Dies ist kein normaler Post. Er ist vielmehr eine Art „Happy Birthday to us“. Ich bin Mitglied der Ironblogger München. Deren Motto lautet: „Mia san Blogger und mia meng Bier.“ Jawoll. Weintrinker wie ich werden aber auch toleriert, sie müssen bloß – wie alle anderen – jede Woche einen Blogpost schreiben – oder andernfalls in die Gemeinschaftskasse zahlen. Die wird dann irgendwann verflüssigt (in besagtes Bier oder Wein). Anlässlich unseres zweijährigen Bestehens haben wir eine Blogparade gestartet. Jeden Tag im Juli schreibt ein anderer Ironblogger über das Thema „München“. Wie man das Thema auslegt, bleibt jedem selbst überlassen.
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Gestern hatte Nicole von revvet Sieben Tipps für Münchner Tierfreunde. Morgen geht das Staffelholz weiter an Irene vom maxvorstadtblog. Und ich nähere mich heute meiner Wahlheimat in Form einer meiner 10er-Listen an. Manchmal ist es ja eine Hassliebe, dieses München und ich. Manchmal finde ich es hier zu piefig, zu sauber, zu teuer, zu vorhersehbar. Wünsche mir die Abgefucktheit von Berlin, den kreativen Spirit von Kapstadt oder die Internationalität von London – und dann wieder denke ich: Ach, München. Was für eine tolle Stadt. Wie gut ich es hier doch habe. 10 Gründe, warum ich München mog, äh, mag:

DIE ISAR. Städte mit Wasser sind einfach gut. Siehe die Elbe zu Hamburg, die Themse in London – und eben München mit der Isar. In der kann man schwimmen, an ihr entlangradeln oder laufen, man kann an ihr auf den Stufen unter der Wittelsbacherbrücke oder unter der Reichenbachbrücke sitzen und die Beine ins Wasser halten, oder am Flaucher grillen. Ein ziemlich toller Fluss, der verdammt viel Lebensqualität schenkt.

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MEINE HOOD: Zu Anfang meiner München-Zeit, als ich aus Hamburg zum Studium hierherkam, bin ich fast alle zwei Jahre umgezogen. Habe so das Westend, Schwabing, Sendling, die Maxvorstadt und die Au kennengelernt. Dann bin ich zu meinem Freund gezogen, der in Neuhausen wohnte – und geblieben. Sechs Jahre sind es mittlerweile. Der Freund ist inzwischen mein Mann, Mr. B. Und mag es hier, sogar sehr. Weil ich auf einen Plausch mit der Marktfrau am Rotkreuzplatz stehenbleiben kann, beim Garibaldi in der Nymphenburger Straße meinen Lieblingswein aus Südafrika bekomme und in der Stadtbibliothek ziemlich viele coole Serien und Bücher. Und weil es eine ganze Reihe toller Cafés und Restaurants hier gibt, in denen ich gerne meine Zeit verbringe: Der Grieche Kyklos (Wilderich-Lang-Straße 10), die Italo-Bar Piacere (Donnersbergerstraße 54), das Café der Hollabusch (ehemals Café Kiki, Schulstraße 34), das tolle Kaffee mit dem etwas sperrigen Namen Kaffee, Espresso & Barista (Schlörstraße 11), die Wohnküche (Lachnerstraße 1) mit ihrer feinen Weinauswahl und herrlichen Käseplatte, und, und, und.

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DAS FILMFEST: Okay, das Filmfest München ist nicht die Berlinale, aber doch eine echte Schau! Das diesjährige Festival ist gerade wieder rum, nächstes Jahr kann man wieder vom 23.6. bis 2.7. 2016 dabeisein. Jede Menge tolle Filme haben wir auch immer hier, und der ein oder andere Promi lässt sich ebenfalls blicken. Dieses Jahr zum Beispiel Viggo Mortensen! Ich habe ihn leider verpasst. Aber seinen Film Den Menschen so fern sehr gemocht. Ein bildgewaltiges Epos aus dem Algerienkrieg 1954, ruhig, langsam, aber fesselnd (läuft jetzt im Kino). Sehr charmant fand ich A Royal Night – Ein königliches Vergnügen (soll am 1.10. im Kino anlaufen), der erzählt, wie die zukünftige Queen Elizabeth und ihre Schwester Margaret aus dem engen Protokoll des Palastes ausbüxen, um mit den ganz normalen Menschen auf der Straße das Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 zu feiern. Die HBO-Serie Togetherness, von der zwei Folgen gezeigt wurden, will ich unbedingt bald im Ganzen sehen (in Deutschland läuft sie bei Sky): schräg, witzig und einfach gute Unterhaltung aus der Feder der Duplass-Brüder. Eine deutsche Indie-Tragikomödie, in Kanada gedreht, ist Coconut Hero (ab 13.8. im Kino). Sehr toll! Das Drehbuch von Elena von Saucen entstand in der Drehbuchwerkstatt München, bei der ich auch Stipendiatin war. Zwei Fernsehproduktionen, die ich empfehlen kann: Sarah Stein – Shalom Berlin, demnächst als neue Krimireihe in der ARD zu sehen, und Der Äthiopier mit Jürgen Vogel, eine Adaption einer Ferdinand von Schirach-Geschichte, vermutlich Anfang 2016 im ZDF. Und das Herz ging mir auf bei Meet Me in Montenegro, einer Independent Produktion eines norwegisch-amerikanischen Pärchens, das ganz, ganz viel Herzblut hineingesteckt hat (dass Rupert Friend mitspielt, schadet natürlich auch nicht). Anders, als der Titel glauben lässt, spielt der Film übrigens zum Großteil in Berlin. Hier die Webseite.

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MIKE’S BIKE TOURS: Auf ihren gemütlichen Cruiser-Rädern sieht man sie regelmäßig über den Odeonsplatz, durch den Hofgarten oder den Englischen Garten radeln: Die Tourguides von Mike’s Bike Tours mit ihren Touri-Gruppen, meistens amerikanische oder australische Touristen. Ich bin großer Fan dieses „Familienunternehmens“ (Gründer Mike ist immer noch dabei). Weil ich über MBT meinen Mann kennengelernt habe, und weil die bunte Crew aus Engländern, Australiern, Kanadiern, US-Amerikanern einen tollen Spirit hat.

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DAS PRINZIP BIERGARTEN: Getrunken wird, was der Wirt verkauft – und essen darf man, was man mag und mitgebracht hat: Diese alte Biergartenregel finde ich einfach super. Ich setze sie gern im Hirschgarten, im Taxisgarten, am Chinesischen Turm oder im Biergarten am Flaucher um. Karin von Wallygusto hatte kürzlich bei ihren Biergarten-Empfehlungen in und um München noch ein paar dabei, die ich nicht kannte. Müssen gleich ausprobiert werden! Immer bringe ich mein Essen übrigens auch nicht mit; vor allem, wenn es leckeren Obatzda zu kaufen gibt, nehme ich auch gern den.

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WEIL MÜNCHEN EINE MEDIENSTADT IST: Ich mag die kleinen Zeitungskästen, die an allerlei Ecken herumstehen und zum Kaufen einladen. Sie sagen: Print lebt! Und ich lebe auch von Print. Trotz allerlei Sparmaßnahmen: In München sind viele der Zeitschriften und Verlage zuhause, für die ich regelmäßig arbeiten darf. Ein Grund mehr, sich hier wohlzufühlen.

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DIE BERG-NÄHE: Als Kind von der Küste (ich bin in Hamburg geboren), ist mir das Meer naturgemäß näher und lieber als die Berge. Aber das weicht so langsam auf. Mittlerweile finde ich es ziemlich schön, im Alpenvorland zu leben und die Berge in der Nähe zu haben. Auch wenn ich davon längst nicht so viel Gebrauch mache wie Stefanie vom Bergblog Gipfelglück (auch eine Ironbloggerin).

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DIE RADLBARKEIT: Auch wenn sich Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer nicht immer grün sind, und auch wenn ich auf dem Fahrrad regelmäßig Touristen vom „Radlweg“ wegklingeln muss: In keiner anderen Stadt macht mir das Radfahren so viel Spaß wie in München. Weil fast jede Ecke in Raddistanz liegt und weil die Radwege hier so zahlreich und gut ausgebaut sind. Aber besser geht es natürlich immer – erst kürzlich wurde demonstriert für einen fahrradfreundlichen Ausbau der Rosenheimer Straße. Im Nymphenburger Schlosspark darf man übrigens nicht radeln, aber vor dem Schloss macht sich so ein Rad doch ganz dekorativ, oder?

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DAS ITALO-FLAIR: München sei die nördlichste Stadt Italiens, heißt es ja. Stimmt. Und zwar nicht nur, weil seit einer Weile auf dem Mittelkanal im Schlosspark von Schloss Nymphenburg eine venezianische Gondel fährt. Ich meine natürlich vor allem das italienische Flair der zahlreichen Restaurants und Cafés. Kulinarisch genieße ich die italienische Atmosphäre am liebsten hier: einen schnellen Cappucino am Morgen oder einen Spritz zum Feierabend in der Bar Centrale (Ledererstraße 23, ab 7.30 Uhr). Den leckersten San Daniele-Schinken (der Rolls Royce unter den Parmaschinken, wie eine Bekannte neulich sagte) und köstlichen saftigen Mozzarella bei Dal Cavaliere am Rosenheimer Platz (Weißenburgerstraße 3), Piazza-Atmosphäre und super Pizza in der Pizzeria Grano am St. Jakobs-Platz (Sebastiansplatz 3). Ebenfalls top für Pizza und mehr: Mozzamo am Romanplatz (Gaßnerstraße 1). Ach, die Liste ließe sich (fast) endlos fortsetzen…

Piacere

MÜNCHNER UND ZUAGROASTE: Last, but not least, liebe ich München natürlich auch wegen der vielen tollen Menschen hier. Nicht alle, aber viele meiner Lieblingsmenschen leben hier und machen das Leben hier so schön. Habt einen schönen Sonntag!

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10 Dinge, die mich gerade glücklich machen

Heute ist das Wetter mies. So richtig schlechte-Laune-mies. Dagegen helfen: gute Erinnerungen und gute Vorsätze. Was mich gerade glücklich macht:

  • Kreativität: Das Theaterstück Helen Lawrence in der Spielhalle der Münchner Kammerspiele. Mr. B hat mich am Wochenende hineingeschleift, und eigentlich hatte ich gar keine Lust, weil ich viel zu müde war. Aber dann hat mich der kurzweilige Krimi von Video-, Film- und Installationskünstler Stan Douglas total gefesselt. Das Stück ist ein Mix aus Live-Schauspiel und Kino: Hinter einer Leinwand agieren die Schauspieler, die dabei gefilmt und in schwarz-weiß im Stil des Film noir auf die Leinwand projiziert werden. Das Bühnenbild wurde als 3D-Animation gebaut. Das Haus der Kunst zeigt auch gerade die Ausstellung „Stan Douglas: Mise en scène“. Am 26.6. wird das Gastspiel zum letzten Mal gegeben.
  • Kontinuität: 12 Jahre hat Regisseur Richard Linklater gebraucht, um den Film Boyhood fertigzustellen. Die Darsteller werden nicht einfach älter geschminkt, sondern man schaut ihnen beim Leben und Altern zu. Faszinierend.
  • Kulinarik: Das neue DelikatEssen Magazin ist gerade herausgekommen. Gastro-Tipps für München, alle anonym getestet. Ich war auch wieder unterwegs.
  • Klänge: Den Ohrwurm „At Least I Wrote a Song About It“ von Junior kriege ich einfach nicht weg. Das minimalistische Video dazu ist auch sehr witzig.
  • Keine Kohle: Ich binge-watche gerade die Sitcom Two Broke Girls, in der es um zwei sehr unterschiedliche Kellnerinnen geht, die pleite sind und sich den Traum vom eigenen Cupcake-Business zusammensparen. Um zwei Mädels, die pleite sind, geht es auch in der Web-Serie Cost of Living, die die Regisseurin Shannon Bowen mittels Crowdfunding auf die Beine gestellt hat. Die Darstellerinnen sind manchmal noch etwas steif, und der Sound nicht richtig ausgesteuert, trotzdem macht es Spaß zuzugucken. Hier kann man die ersten zwei Folgen sehen (und für weitere spenden).
  • Kopeken: Das Buch „Fünf Kopeken“ von Sarah Stricker, das ich gerade angefangen habe, liest sich super.
  • Komik: Am Wochenende habe ich das Seminar „Die lustige Welt des Comedy-Schreibens“ von Dirk Stiller besucht – und viel gelernt.
  • Kino: Ich freue mich auf das Filmfest München, das dieses Wochenende wieder losgeht.
  • Kulinarik II: Obazda im Biergarten essen. Immer wieder gnadenlos gut. Gute-Laune-Garant.
  • KGemüse: Diesen simplen Zucchini-Salat mache ich zur Zeit ständig: 2-3 Zucchinis raspeln (oder durch die Küchenmaschine jagen), in einem Sieb abtropfen lassen, dann aus Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette mischen (Kräuter der Provence passen auch gut dazu) und damit vermischen. Nach Belieben etwas Feta darüber krümeln und – sensationell – mit frischer Minze anrichten.

 

Sommer am See: Deininger Weiher

„Ist doch wie am Gardasee hier, oder?“, sagt der Kellner. Hmmm, vielleicht nicht ganz. Der Deininger Weiher, ca. 20 Kilometer südlich von München, ist doch um einiges kleiner und sehr viel brauner als sein großer Bruder südlich der Alpen – aber was das Flair angeht, hat der Kollege durchaus Recht. Zumindest, wenn man wie wir im Restaurant Waldhaus Deininger Weiher sitzt, unter dem Sonnenschirm aufs Wasser blinzelt, ein bisschen Dolce far niente betreibt und gute „Alpenländische Küche“ isst. Da gibt es dann zum Beispiel so feine Sachen wie Pustertaler Speckknödel mit Pfifferlingsbutter oder Linguine mit Spargel und Kirschtomatenragout. Und zum Abschluss vielleicht ein Hollunderkücherl mit Beerenragout und Vanilleeis. Das Leben ist gut.
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Der Kellner, den ich eingangs zitierte, hat übrigens früher in einem meiner Lieblingsrestaurants, dem La Bruschetta, in München gearbeitet, das ich erst kürzlich hier empfohlen hatte. Da ist er einmal an meinem Geburtstag nur knapp einem Blitzschlag entgangen, puh… Auf jeden Fall weiß ich jetzt gar nicht mehr, ob meine La Bruschetta-Empfehlung noch stimmt, denn der bisherige Pächter des Bruschetta, die Familie Tschurtschenthaler, unter der es dort sensationelle Südtiroler Küche gab, hat das Restaurant abgegeben. Dafür sind sie nun hier, am See. Auch schön – nur leider nicht mehr bei mir um die Ecke.
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Und im Bruschetta muss ich wohl auch mal wieder zum Testen vorbeischauen…

WALDHAUS DEININGER WEIHER
www.waldhaus-deiningerweiher.de
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82064 Straßlach-Dingharting
Öffnungszeiten: täglich von 10 Uhr bis 24 Uhr (warme Küche von 11.30 Uhr bis 21 Uhr)
Für Veranstaltungen (Geburtstage, Hochzeiten) gibt es einen separaten Bereich.
Außerdem: Es gibt auch ein paar Gästezimmer – falls man nach dem Essen dann doch nicht mehr heimfahren will…

Der Deininger Weiher ist ein gemütlicher kleiner Badesee, beliebt bei Familien mit Kindern, weil das Wasser nicht so tief und (relativ) warm ist.

Fernweh-Freitag: Bücher, Berge & Botanik

Was macht der Lieblingsbruder, wenn er aus Hamburg zu Besuch nach München kommt? Bringt Franzbrötchen mit. Best Bruder ever! So konnte ich heute morgen mein Lieblingsgebäck vernaschen, das zwar Brötchen heißt, aber eigentlich eine Süßigkeit ist. Was für ein Start in den Tag: Hefeteig, Zucker, Zimt, und Butter, Butter, Butter. In den besten Franzbrötchen der Stadt, denen von Bäckerei Daube, ist, glaube ich, auch noch Marzipan drin – pure Dekadenz!
Zum Thema Franzbrötchen Familie gehört auch dieses Bild. Es ist eines der alten Dias, die mein Großvater gemacht hat, als er mit seiner Familie 1957/58 als Austausch-Professor für ein Jahr an der Southern Illinois University in den USA war. Hier zu sehen: mein kleiner Papa vor einem großen Kaktus. Weil mein Großvater jedes Dia penibel beschriftet hat, weiß ich, dass das in Texas war. Östlich der Guadalupe Mountains, auf der McComb-Ranch, um genau zu sein. Vielleicht sind diese Dias daran schuld, dass ich mit dem Reisevirus infiziert bin, auf jeden Fall aber mein Großvater, der als Paläontologe auf seinen Recherchereisen für Fossilien-Ausgrabungen fast jeden Kontinent bereist hat.

  • Apropos Fernweh: Für Mitte November habe ich jetzt einen Yoga-Urlaub in Marokko gebucht. Ich freue mich so! Und im Februar, finden Mr. B und ich, müssten wir eigentlich unbedingt mal wieder nach Kapstadt, in seine Heimatstadt. Warum man den Winter in Cape Town verbringen sollte? Die Travelettes haben dafür gleich 30 gute Gründe gefunden.
  • Gegen Reisefieber geholfen hat ganz sicher nicht der gestrige Abend mit Meike Winnemuth, die – auf ihrer Lesereise mittlerweile in München angekommen – aus ihrem Buch Das große Los vorgelesen und dazu erzählt hat. Meike Winnemuth? Ja, die Journalistin (sie war auch mal meine Chefin), die bei Günther Jauch 500000 Euro gewann und dann beschloss, ein Jahr lang in zwölf verschiedenen Städten rund um den Globus zu leben. Was sie auch getan hat. Davon handelt ihr Buch (von dem ich hier auch schon geschwärmt habe) und ihr Blog, den sie währenddessen führte. Die Lesung war rappelvoll und (bis auf anfängliche Mikrofon-Probleme) sehr unterhaltsam. Die wichtigste Botschaft des Abends: Please walk on the grass. So steht es auf einem Schild im Botanischen Garten in Sydney, und Meike bittet darum, diese Botschaft ernst zu nehmen und auch metaphorisch zu verstehen. Will heißen: sich mehr zu erlauben, mehr zu trauen, mehr zu wagen. „Es ist viel mehr möglich, als man denkt“, sagt sie. Und: „Please walk on the grass. Es werden wunderbare Dinge passieren, wenn Sie es tun.“ Für 2014 plant sie übrigens ein neues Projekt: 12 Monate in 12 deutschen Städtchen.
  • Eine super Kombi, Reisen und Schreiben. Wer das in den USA tun will: Flavorwire empfiehlt Great American Cities for Writers, alles außer New York: Chicago, Illinois, ist dabei, aber auch Bellingham, Washington und Saint Paul, Minnesota. Und einmal musste ich auch wehmütig seufzen, weil hier nämlich auch das schöne Städtchen Asheville in North Carolina empfohlen wird, in dem meine amerikanische Gastschwester Melissa wohnt. Flavorwire empfiehlt dort das Buchladen-Café Malaprop’s. Den Tipp kann ich nur unterschreiben. Dort kann man nicht nur bestens sitzen, lesen, schreiben, Kaffee trinken, sondern auch tolle Mitbringsel erstehen. Mein geliebter Magnet Yay! Dreams! stammt von dort. Und ein Shirt mit der Aufschrift Eat. Sleep. Read. Muss ich noch mehr sagen? Wenn ihr mal in der Nähe seid – unbedingt hin!
  • North Carolina zählt ja zu den Südstaaten, und wer mal da war, hatte sicherlich die ein oder andere Begegnung mit Fried Chicken. Aber dieses kulinarische Kuriosum gibt es nicht nur dort. Die Fried Chicken Road Map verrät, wo man für den fetten Snack am besten anhalten sollte.
  • Stefanie vom Gipfelglück Blog hat die (auf ihrer Seite) 10 beliebtesten Bergtouren in den Alpen zusammengestellt. Schnell noch mal in die Berge, bevor der Winter kommt!
  • Für mich nicht fern, aber vielleicht für euch: München. Irma’s World macht Lust, das neue Occam Deli in Schwabing zu testen und Harper’s Bazaar empfiehlt einen München-Cityguide für Frauen.
  • Was man beim Reisen so alles lernt: Life Lessons vom Thought Catalogue.
  • Heimdeko-Guru Martha Stewart sorgt gerade in der Blogosphäre für Aufruhr, weil sie sich in einem Interview mit Bloomberg TV recht abfällig über (Food-)Blogger geäußert hat. Zitat Martha Stewart: „Who are these bloggers? They are not editors at Vogue. … They are not experts.“ Der Amateur Gourmet hat dazu eine kluge Replik geschrieben: Whatever, Martha. Holly Becker von Decor8 argumentiert, dass man die Kritik als Ansporn nehmen sollte, noch besser zu werden und selbstbewusst zu sagen, wer man ist und wofür man steht: Who are these bloggers?
  • Apropos Meinungsverschiedenheiten: Anne vom wunderbaren Reiseblog Prêt à voyager beschreibt ein originelles Fastfood-Restaurant in Pittsburgh: Bei Conflict Kitchen gibt es Gerichte aus Ländern, mit denen die USA gerade Zwist haben – und dazu Broschüren mit Infos zu den jeweiligen Ländern. Gerade im Angebot: Iranisches Essen.
  • Zum Schluss noch etwas Versöhnliches: Schöne Landschaftsaufnahmen zum Ersten: Die Zeit zeigt schöne Island-Luftbilder aus dem Blog Iceland for 91 days. Und zum Zweiten: hier die Aufnahmen zum Wildlife Photographer of the Year. Atemberaubend!

Türöffner-Tag

Wir haben Besuch. Ein junger Mann (mein Lieblingsneffe – und auch mein einziger) und eine ältere Dame (ich hoffe, sie nimmt mir das ältere nicht übel: meine Mutter) sind für ein paar Tage aus Hamburg angereist. Also ist jetzt Kinderprogramm angesagt. Fürs Bloggen bleibt wenig Zeit. Eigentlich hatte ich schon gestern von einer Lauch-Tarte berichten wollen, die ich nachgebacken hatte. Aber die stellte sich dann beim Essen auch noch als wenig berichtenswert heraus. Darum empfehle ich lieber die Tomato Mustard-Tart, die The Wednesday Chef Luisa kürzlich verbloggt hat, und die sich ohnehin viel spannender anhört, und zeige euch ein paar Bilder vom heutigen Tag. Heute ist nicht nur Tag der Deutschen Einheit, sondern – für alle, die es noch nicht wussten – auch noch Türöffner-Tag 2013 der Sendung mit der Maus:
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Das heißt: Deutschlandweit haben 452 Vereine, Institute, Museen und sonstige Einrichtungen neugierige Kinder (und ihre Eltern beziehungsweise Omi und Tante, in unserem Fall) hinter die Kulissen schauen lassen. Von der Kläranlage bis zum Klavierbauer war alles dabei. Mein Neffe liebt Maschinen, Baustellen, Flugzeuge. Wir haben daher die Gelegenheit genutzt, um uns bei den Werdenfelser Segelfliegern im Segelflugzentrum Ohlstadt umzusehen. Die Ausführungen zu Thermik und Technik waren für den Fünfjährigen ein wenig laaangweilig, aber (Winden-)Start und Landung der Segelflieger aus nächster Nähe zu beobachten, fanden wir alle wirklich spannend. Und danach durfte auch noch ein Flugzeug ausgemalt werden! Und Kaffee und Kuchen gab es auch. Das Team vom Flugplatz hatte wirklich eine tolle Rundum-Versorgung für kleine und große Gäste auf die Beine gestellt.
Was mich am meisten beeindruckt hat: die Zahl 40. So viele Entscheidungen muss ein Segelflugpilot pro Minute teilweise fällen. Puh! Und ich finde die Wahl zwischen Mohn- und Sesambrötchen schon anstrengend. Ich glaube, das wäre nichts für mich. Hier ein paar Eindrücke:
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Sorry, für Bildunterschriften war leider keine Zeit mehr: Der Lieblingsneffe muss jetzt ins Bett!
Und sehen die Bilder bei euch auch so klein aus? Keine Ahnung, woran das liegt!

Fernweh-Freitag

Ihr Lieben, eine Woche neigt sich wieder ihrem Ende, nein, ihrem Höhepunkt zu. Für das Wochenende erwarten uns hier in München wohl Rekordtemperaturen, bevor wir dann wieder ein bisschen durchatmen können.  Aber ich will gar nicht meckern, Sommer ist super. Ich war heute früh – endlich! – das erste Mal in diesem Jahr im Freibad und dachte danach wieder: Mensch, warum machst du das nicht öfter?! Für ein paar kurze, wunderbare Minuten war ich sogar ganz allein im Becken. Herrlich. Dann aus dem Wasser steigen, in ein Handtuch hüllen, das man bald danach schon nicht mehr braucht, weil es so warm ist, hinlegen, in die Sonne blinzeln und ein gutes Buch lesen (bei mir zur Zeit Gone Girl von Gillian Flynn, ab 22.8. auf deutsch. Dazu in Kürze mehr in einem eigenen Bücher-Update). Ich glaube, ich habe da auch gerade mein Programm fürs Wochenende zusammengefasst. Fazit: Manchmal ist das Gute tatsächlich so nah. In der Ferne passieren aber auch ganz spannende Dinge:

  • Wo wir gerade beim Thema Schwimmen sind: In Miesbach kann man in der Bayerischen Meerjungfrauen Schwimmschule lernen, wie man sich als Nixe elegant durchs Wasser bewegt. Flossen inklusive! Männer sind natürlich auch erlaubt.
  • Noch mehr Mädchenkram: In San Diego eröffnet demnächst das Sushi Restaurant Bang Bang, dessen Damentoilette eine einzige große Hommage an Ryan Gosling ist: Sämtliche Wände sind mit Bildern des Schauspielers tapeziert. Uiuiui. Bei den Herren dagegen ist Godzilla das Design-Element.
  • Was für eine tolle Idee: In England trifft man sich zum Sketchmob statt zum Flashmob. Regelmäßig kommen an wechselnden Orten Menschen zusammen, um gemeinsam zu zeichnen. Nächstes Event: Am 3. August in der Serpentine Gallery in Kensington Gardens, London. Super!
  • Bestimmt kennt ihr Humans of New York, die wunderbare Website, auf der täglich faszinierende Menschen mit Bild und Mini-Porträt gezeigt werden? Hier ist etwas Ähnliches: Auf Someone once told me zeigt Initiator Mario Cacciottolo Menschen, die ein Blatt Papier mit einem für sie bedeutsamen Zitat halten. Von versöhnlich bis verstörend, abgebildet in Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Angefangen hat Mario mit seinen Porträts in London, aktuell ist er auf einer World Tour, gerade in Südafrika. Deutschland stand auch auf seiner Route, ich konnte aber nicht herausfinden, ob er schon hier war, oder erst noch herzukommen plant.
  • Vor lauter RoyalBaby aka Prince George-Berichterstattung hat dieses Event viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen: Am 21.7. wurde ein neuer Riverdance Weltrekord aufgestellt! Jawoll! In Dublin ertanzten 1693 Tänzer aus 44 Ländern in einer kilometerlangen Menschenschlange den Titel. Gleichzeitig und synchron! Dafür muss man die Iren doch einfach lieben, oder? Beim Guardian gibt es ein Video.
  • Wir Deutschen dagegen kommen in diesem Video nicht besonders gut weg: How German Sounds Compared to Other Languages macht sich reichlich übertrieben, aber sehr amüsant, über unsere Aussprache lustig: Viel ccccchhhh, rrrrr und so.
  • Damals & heute: Passend zum Wetter gibt es hier 30 Fotos aus New York im „Summer of 69“ – spannend! Wer wissen möchte, wo man aktuell einen guten Cocktail in NYC bekommt, klickt hier.
  • Und zum Schluss ein Text auf jetzt.de, der mich nachdenklich macht: Fernweh ist eine Illusion. Tenor: Weglaufen gilt nicht. Man muss es doch auch anderswo immer nur wieder mit der Person aushalten, vor der man nicht weglaufen kann: Sich selbst.

Kann und darf Reisen trotzdem Spaß machen? Aber hallo! Auch, wenn die Reise nur bis zum nächsten Schwimmbad geht. Ich wünsche euch ein fabelhaftes Wochenende!

Sonntagsbäckerei: Himbeer-Cheesecake und eine Wanderung im Mangalltal

Schön, wenn man Freunde hat, die einen auf gute Ideen bringen: Heute war perfektes Ausflugswetter und wir fanden in der Sportscheck Outdoor-App (Danke für den Tipp, G.!) eine nette kleine Tour zum Nachwandern. Wir waren im Mangfalltal, eine gute halbe Stunde von München, wo erstaunlich wenig los war. Am Anfang und Ende der Tour war es noch recht matschig – kein Wunder, bei all dem Regen, den wir in der letzten Zeit hatten, dann einfach nur schön, schattig, angenehm. Bis auf ein paar obligatorische Mountainbiker waren wir unterwegs fast allein, und es war herrlich: Der Fluss, der Wald, die Luft. Bewegen, durchatmen. Sooo entspannt waren wir ungefähr:
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Pferde, Kühe und sogar – verrückte Welt – ein paar Kamele haben wir unterwegs gesehen.
Hier steht die Tour, die wir gegangen sind.
Zuhause wartete dann der gestern bereits gebackene Himbeer-Cheesecake auf uns. Ein ziemlich runder Tag, würde ich sagen. Wenn das jetzt der Sommer ist, dann darf er gerne (so) bleiben.

HIMBEER-CHEESECAKE
 Quelle: essen & trinken 3/2013
Zutaten:
Boden:
100 g Zwieback
100 g Vollkornhaferkekse (z.B. Hobbits)
100 g Butter
Butter für die Form
Himbeermasse:
300 g TK-Himbeeren
2 TL Speisestärke
200 g Himbeerkonfitüre
Crème:
750 g Magerquark
300 g Doppelrahmfrischkäse
1 TL fein abgeriebene Bio-Orangenschale
100 g Zucker
2 Pk. Vanillezucker
3 Bio-Eier (Kl. M)
80 g Mehl
Außerdem: Holzspieß, Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
1. Für den Boden Zwieback und Kekse in einem Blitzhacker fein zerkleinern. Butter zerlassen und unter die Brösel mischen. In eine gefettete Springform (24 cm Ø) drücken, dabei einen 1 ½ cm hohen Rand formen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad (Gas 2-3, Umluft 160 Grad) auf der untersten Schiene 10 Minuten backen.
2. Für die Himbeermasse die Himbeeren auftauen lassen. Dann durch ein Sieb streichen und 100 g Püree abwiegen, mit Stärke und Himbeerkonfitüre verrühren.
3. Für die Creme Quark, Frischkäse, Orangenschale, Zucker und Vanillekuchen mit den Quirlen eines Handrührers 5 Minuten cremig rühren. Eier nacheinander jeweils ½ Minute unterrühren, Mehl kurz unterrühren.
4. Die Hälfte der Frischkäsecreme in die Springform streichen. Mit einem Löffelrücken fünf Mulden in die Creme drücken, die Hälfte der Himbeermasse in die Mulden geben, mithilfe eines Holzspießes leicht mit der Creme marmorieren. Die restliche Creme vorsichtig darauf verteilen, wieder fünf Mulden in die Creme drücken, die restliche Himbeermasse in die Mulden geben und mit dem Holzspieß leicht marmorieren.
5. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft nicht empfehlenswert) auf der untersten Schiene des Ofens 50 Minuten backen. In der Form auf einem Gitter 2 Stunden bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dann abgedeckt im Kühlschrank mindestens 5 Stunden, am besten über Nacht, abkühlen lassen. Vorsichtig aus der Form lösen, mit Puderzucker bestäubt servieren.

Ich hatte nur eine Form mit 26 cm Durchmesser, daher haben die Proportionen bei mir nicht so ganz gestimmt. Mr. B fand das Ergebnis trotzdem super, ich ganz okay. Ein wenig Himbeermasse war noch übrig geblieben, die haben wir nach und nach draufgeträufelt – lecker. Beim nächsten Mal würde ich wahrscheinlich eher Zitronen- als Orangenschale in die Quarkmasse geben. Aber mein ultimativer Cheesecake, wie ich ihn mir in meinen Food-Träumen ausmale, war das immer noch nicht. Ich muss wohl weitersuchen…