Sonntagsbäckerei: Sesam-Joghurt-Kardamom-Kuchen

Diese Woche hatten die Tage irgendwie zu wenig Stunden für all das, was ich gern geschafft hätte. Entsprechend still blieb es auch hier im Blog. Aber heute ist Sonntag, es regnet – wie herrlich – ich will/muss/ kann nicht vor die Tür, und was ich wirklich will, ist dieses herrliche Rezept verbloggen: Ein würziger, saftiger Kuchen, der zu allem Überfluss noch mit einem Honig-Zitronenguss getränkt wird. Er stammt aus dem wunderbaren Kochbuch A Week In The Kitchen, das ich aus dem Südafrika-Urlaub mitgebracht hatte. Hier gibt es übrigens den Trailer dazu. The Kitchen ist ein Deli im Woodstock-Viertel in Cape Town, berühmt unter anderem für das „Love Sandwich“. Wir haben auch dort gegessen. Was für ein wunderbarer Ort!
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Das Kochbuch von Deli-Chefin Karen Dudley ist, wie der Titel schon verrät, „eine Woche in The Kitchen“. Die Rezepte sind nach Wochentagen gegliedert, und jeden Tag gibt es auch ein Kuchen- oder Dessert-Rezept. Dieses hier ist vom Sonntag. Das erste Rezept, das ich aus dem Buch tatsächlich nachgemacht habe, und gleich ein Volltreffer. Kardamom und Honig geben einen orientalischen Touch, und der Zitronensaft und die Zitronenschale sind wunderbar frisch. Und der Sesam, ach, der Sesam. Einfach toll. So, jetzt will ich aber nicht länger um den heißen Brei herumreden, hier kommt das Rezept:

SESAM-JOGHURT-KARDAMOM-KUCHEN
SESAME YOGHURT CARDAMOM CAKE
Quelle: Karen Dudley: A Week In The Kitchen
Zutaten:
220 g Butter
1/2 Tasse (ca. 120 g) Zucker
8 EL Honig
Schale von 2 Zitronen, gerieben
4 Eier, Eigelb und Eiweiß getrennt
220 g Mehl
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
220 g griechischer Joghurt
2/3 Tasse Sultaninen (ca. 120 g)
1 TL Samen aus ca. 25 Kardamom-Kapseln
3 EL Sesam
Sirup:
Saft von 2 Zitronen
6 EL Honig
Schale von 1 Zitrone, gerieben
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Butter, Zucker, Honig und Zitronenschale mit dem Mixer verrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Ein Eigelb nach dem anderen unterrühren. In eine zweite Schüssel Mehl, Backpulver und Natron sieben, eine Prise Salz hinzugeben. Nach und nach abwechselnd den Butterteig und den Joghurt unter das Mehl mischen. Dann die Sultaninen und die Kardamom-Samen unterheben. Die Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unterheben. Den Teig in eine eingefettete, mit Backpapier ausgelegte Form von 22 cm Durchmesser geben (ich hatte lediglich eine 20 cm-Form, habe dann noch 4 Muffins aus dem restlichen Teig gemacht). Mit dem Sesam bestreuen. Bei 180 Grad für 65 Minuten backen (50 Minuten für die 20 cm-Form, unbedingt nach einer Weile mit Backpapier abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird). Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Für den Sirup alle Zutaten für 5 Minuten aufkochen lassen, dabei umrühren, um alles zu vermischen. Den etwas abgekühlten Sirup über den noch warmen Kuchen geben oder warmen Sirup über den komplett ausgekühlten Kuchen.

Karen Dudley empfiehlt, den Kuchen mit etwas Joghurt oder Mascarpone-Creme und frischen Feigen zu servieren – yummie! 

Fernweh-Freitag: Cape Town Diary #15: The Pot Luck Club

Huch, jetzt ist die (Arbeits-)Woche ja schon wieder rum, wie konnte das passieren? Nunja, mit Arbeit ist so eine Woche eben schnell gefüllt und ebenso schnell rum, ohne dass davon irgendwelche nennenswerten (Blog-)Spuren zurückbleiben. Schade eigentlich. Aber langsam kommt das Wochenende, wie ein tiefer, frischer Atemzug auf einem Berggipfel, der den Kopf freimacht. Also kurz innehalten, um noch einmal in die Ferne zu schweifen.
Nach Kapstadt, was jetzt schon wieder ewig weit weg scheint, dabei sind wir erst seit drei Wochen wieder zuhause in München. Nunja, Fernweh ist ja ein schöner Schmerz, deswegen schwelge ich hier noch einmal. Und zwar von The Pot Luck Club, einem wunderbaren Restaurant im Woodstock, und zwar auf dem Gelände der Old Biscuit Mill. Ein gemütliches kleines Areal, in dem einige Cafés und viele hübsche Shops, vor allem mit Interior Design-Artikeln und Klamotten, versammelt sind. Wer schon mal in Kapstadt war, kennt bestimmt das leckere, szenige (und leider mittlerweile ziemlichen überlaufene) Foodie-Fest Neighbourgoods Market, das dort jeden Samstagvormittag stattfindet. Hoch oben über dem ganzen, im obersten Stock des grauen Silo-Gebäudes, in dem auch die Cape Town Creative Academy ihre Räumlichkeiten hat, thront das Restaurant von Luke Dale Roberts. Der ist einer der bekanntesten Köche Südafrikas und hat mit The Test Kitchen, ebenfalls auf dem Gelände der Biscuit Mill, noch ein preisgekröntes Fine Dining Restaurant am Start. Pot Luck ist sein jüngeres Projekt, erst vergangenes Jahr eröffnet und unglaublich erfolgreich. Das Konzept: kleine, aber brillant gestaltete Gerichte, von denen man viele verschiedene „Tapas“ essen kann, gerne auch am Tisch untereinander probiert und teilt. Die Karte ist nach den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen aufgeteilt: Süß, Sauer, Salzig, Umami, etc.
Im vergangenen Jahr waren wir zum ersten Mal dort und restlos begeistert. Vom Essen, vom Wein, von der lebhaften und lockeren Atmosphäre, die die Kellner und auch die Köche, denen man in der offenen Küche bei der Arbeit zugucken kann, verbreiten. Und unter uns vor den Fenstern funkelten die Lichter von Kapstadt. Diesmal waren wir nicht abends da. Wir hatten uns zu spät um eine Reservierung gekümmert, deswegen war nichts mehr zu machen. Aber als wir mittags einfach hinspaziert sind, bekamen wir noch einen sehr schönen Tisch am Fenster. Das Publikum: jung, hip, Business.
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Die Köche bei der Arbeit. Unsere schwerste „Arbeit“: Auswählen, was wir essen bzw. nicht essen wollen.
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Es fing schon mal super an aus der „Salty“-Ecke: Chrisna Olives with Red Pepper Pesto and Artisan Bread, mal wieder schick auf nem Brett serviert. Das Brot ein Gedicht, die Oliven wunderbar saftig, das Pesto köstlich. Nur den weich gegarten, auch sehr leckeren Knoblauch haben wir dann nicht ganz aufgegessen.DSC04111
Noch ein sehr leckeres „Salty“ Gericht: Korean Fried Chicken with Pineapple and Miso Slaw. Nicht zu scharf, aber intensiv würzig, und – ja – salzig. Sehr hübsch: die kleine Portion Miso Slaw, also eine Art Krautsalat mit Miso, in eine dünne Scheibe Ananas eingerollt. Dann folgte, nicht ganz so fotogen und auch etwas zu „hammelig“: Moroccan Lamb Ribs, Harrisa Sauce, Buffalo Yoghurt with Rosemary and Cumin Roti. Das war auch Salty, wie langweilig. Ein absolutes Gedicht aber das Umami Smoked Beef Fillet with Black Pepper and Truffle Café Au Lait. Rinderfleisch, das leicht (köstlich!) rauchig schmeckt, dazu eine sähmige Soße, die das Kunststück hinbekommt, nach Trüffel und Kaffee gleichzeitig zu schmecken. Ich liebe beides, Trüffel und Kaffee, war also hingerissen.
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Ein Klassiker, den wir schon letztes mal hatten: Sour: Pot Luck Club Fish Tacos. Yummie! Ebenfalls ohne Bild: Grilled Local Fish with Thai Style Black Pepper Sauce, Thai Basil. Sehr fein! Und an dieses Dessert hatte ich mich auch noch vom letzten Mal erinnert, das musste unbedingt sein: DSC04119
Sweet Ending: Nectarine and Almond Tart with Malted Popcorn Ice Cream. Eine herrlich süße Mandel-Nektarinen-Tarte, dazu Eis mit malzigem Popcorn. Sorry, mir fehlen die Worte, um diese Köstlichkeit adäquat zu beschreiben.
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Mr. B war auch sehr glücklich mit seiner Wahl: Coconut Tapioca, Passion Fruit Sorbet, Fresh Summer Fruit and Cinnamon Tuile. Leicht und fruchtig, leckere Kokosnuss-Sauce. Was „tuile“ genau bedeutet, weiß ich nicht, es war aber so eine Art süßes Papadam, also sehr dünner Teig, mit Zimt bestäubt.
Ach, was haben wir geschlemmt! Und nach ein, zwei Gläsern vom Elgin Ridge Sauvignon Blanc zur Mittagszeit war ich auch herrlich angetüddelt. Wie beim letzten Mal auch schon, ein ganz wunderbares Erlebnis.

THE POT LUCK CLUB AND GALLERY
potluckclub.co.za
Silo Top Floor, The Old Biscuit Mill
373-375 Albert Rood, Woodstock, Cape Town

Von hier aus ist es übrigens nicht weit zur Tagesbar The Kitchen, über die ich mich hier gefreut habe. Und wenn man schon mal in Woodstock ist, sollte man auch unbedingt durch die Geschäfte und Cafés in der Woodstock Exchange schlendern. Wir waren leider ein bisschen zu spät dran (um 17 Uhr machen die meisten zu), aber einen feinen Kaffee und exzellenten Service haben wir noch bekommen. Wir kommen wieder!
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Fernweh-Freitag: Hip, hipper, Cape Town

Eigentlich wollte ich heute ja endlich wieder mit dem „regulären“ Fernweh-Freitag und News und Kuriositäten aus aller Welt einsteigen, aber da ich für die Recherche gerade keine Zeit habe, und bevor ich gar nichts poste, greife ich lieber noch einmal schnell in meine virtuelle Kapstadt-Fotokiste und schwelge noch ein bisschen.
Vom Frühstück bei Clarke’s zum Beispiel. Ein schon ziemlich lange ziemlich angesagter Laden in der Bree Street (Innenstadt).
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Mr. Bs Freund Thane hatte uns hierher bestellt – und auf seine Tipps ist eigentlich immer Verlass. So auch diesmal. Das Frühstück gibt es den ganzen Tag (wir hatten Hash Eggs, Grilled Cheese Sandwich und ein Granola-Müsli), es ist köstlich, und außerdem hat man trotz der kargen Einrichtung viel zu sehen. Das Publikum ist jung und hip, man trägt Tattoo und Schnauzbart (die Männer), flatternde Vintage-Kleidchen und Blogger-Dutt (die Frauen), und an der Bar, wo zwei (bestimmt irre kreative) Menschen in ihre Macbooks starren, ist eine kleine Plakette angebracht, auf der (ja, auf deutsch) „Stammtisch“ steht. Jägermeister servieren sie hier übrigens auch. Und wie cool sind denn bitte diese old school-Glühbirnen an Kordeln?! Einziger Wermutstropfen: Das legendäre handgemachte Eis von der Creamery war leider gerade aus, zumindest die Sorte Caramel Seasalt, die ich so gern probieren hätte. 
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Und nach diesen Bildern habe ich natürlich wieder Hunger. Na toll!

CLARKE’S BAR AND DINING ROOM
Bree Street 133, Kapstadt
Öffnungszeiten: Montag 7-18 Uhr, Dienstag-Freitag 7 Uhr bis „spät“, Samstag 8 Uhr bis „spät“, Sonntag 8-15 Uhr
clarkesdining.co.za

Wieder da

Ein Monat in Afrika – jetzt ist er schon wieder rum. Am Münchner Flughafen umweht uns ein Hauch von Kuhmist, aber als wir die Koffer nach Hause rollern, liegt Frühlingsduft in der Luft. Irgendwie auch schön, wieder zuhause zu sein. Und die Sonne lässt sich hier hoffentlich auch bald mal wieder blicken. Die Koffer sind jetzt schon ausgepackt, nur die Seele braucht wohl noch eine Weile, bis sie wieder angekommen ist. Ein paar Geschichten aus dem Urlaub sind auch noch übrig, die werden dann in der nächsten Zeit verbloggt.

Cape Town Diary #14: Design oder Nicht-Sein!

Kapstadt ist dieses Jahr Weltdesignhauptstadt, und wow, ja, haben wir hier viel großartiges Design und unglaubliche Kreativität gesehen! Wir nehmen jede Menge Ideen mit nach Hause. Eine geballte Ladung kreative Energie bekamen wir gestern noch einmal zu spüren: Da wurde nämlich die alljährliche Design Indaba Expo eröffnet (läuft noch bis morgen). Wir waren auch dort und haben uns inspirieren lassen. Mode, Schmuck, Illustration, Interior Design, und, und, und – eine große Messehalle voller schöner Sachen. Ein paar Eindrücke:
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Besonders gemocht:
*Die Seidentücher mit von Schmetterlingen inspirierten Prints von Papillon Belle. Und schönen Schmuck machen sie auch!
*Die gestickten Lebensweisheiten von Molo Mimi: „The best is yeti to come.“ zum Beispiel.
*Die stylish-schlichten Leder-Accessoires von Urban Africa.
*Die umwerfenden Illustrationen von Victoria Verbaan.
*Die ultracoolen Lampen von Hoi P’loy (Edison-Glühbirnen!).
*Die praktischen Taschen von Hooley, aus recycelten Materialien, sowas wie Freitag auf südafrikanisch.
*Die knuddeligen Stofftiere von Baobab Batik, handgefertigt in Swasiland.
*Die Armbänder von Relate, mit deren Kauf man immer einen guten Zweck unterstützt.
*Die farbenfrohen Taschen der Non-Profit-Initiative township, die Frauen aus den Townships Arbeit verschafft.

Achja, ein paar winzige, winzige Kleinigkeiten haben wir dann doch noch gekauft…
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Postkarte „Heidi does Table Mountain“ von maid in africa
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Teelichthüllen von Tamarillo Ceramics & Design
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Die passenden Becher zu diesen Karaffen (ebenfalls von Tamarillo).
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Ringe von BellaReathy Jewellery, made of mettle und Daleen Fiorini (von links). Seufz. Schön war’s!

Cape Town Diary #13: Table Mountain

Was für ein perfektes Ende für einen ziemlich perfekten Tag – und mal wieder der Beweis, dass oft die besten Sachen rauskommen, wenn man improvisiert und vom Plan abweicht. Der Plan war nämlich, oben zu sein, AUF dem Tafelberg. Aber als wir unten bei der Gondel ankamen, war die Schlange am Ticketschalter so lang, dass wir vermutlich eine 3-stündige Wartezeit vor uns gehabt hätten. Stattdessen sind wir dann zuerst auf den Signal Hill gefahren. Von dort hat man schon eine ziemlich spektakuläre Sicht auf Table Mountain & Co (Devil’s Peak, die Twelve Apostles, Lion’s Head):
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Viele Capetonians kommen gern hierher, um zum Sonnenuntergang ein Picknick zu machen, sich mit Freunden zu treffen – oder sie joggen oder biken hier hoch (crazy!).
Das alles haben wir nicht gemacht. Stattdessen sind wir Richtung Norden aus der Stadt herausgefahren – und wurden am Strand von Milnerton mit diesem Sonnenuntergang beschenkt.
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Mal ehrlich: Wie fotogen sind denn bitteschön diese Berge?!

Cape Town Diary #12: Urlaubs-Endspurt

Ein Monat in Afrika – und der ist schon fast wieder rum! Aber noch nicht ganz, bis Ende der Woche ist noch Zeit, um Kapstadt weiter zu entdecken und alte Favoriten wiederzusehen. Nach kurzer Panik – „das müssen wir noch machen, da waren wir noch nicht, da auch nicht…!“ – haben ich jetzt aber beschlossen, mich von meiner To-Do-Liste nicht mehr stressen zu lassen. Ein, zwei, Wünsche habe ich noch (wieder im Pot Luck Club essen, noch einmal auf den Tafelberg hoch), aber eigentlich will ich einfach nur hier sein, in die Sonne blinzeln, mir vom South Easter den Kopf freipusten lassen (diesen Wind nennen sie hier auch den „Cape Doctor“, weil er angeblich den Smog aus der Stadt bläst und die Luft wieder klar macht), Freunde treffen und die letzten Urlaubstage genießen. Und ein bisschen was soll ja auch noch fürs nächste Mal übrig bleiben. Ich will ja schließlich (wieder) wiederkommen.

Nachtrag: Wer Kapstadt-Fan ist (oder werden möchte), sollte sich diese Links ansehen:
*Vom travelstart-Blog: 50 photos of Cape Town that will make you want to live in the Mother City
*Die New York Times über die zur Zeit hipsten Cafés der Stadt

Cape Town Diary #11: Ausflüge in die Winelands

Bald passt die Überschrift „Cape Town Diary“ wirklich nicht mehr. Seit gestern sind wir in Knysna an der Garden Route, und das kann man mit fast 500 Kilometern Entfernung bei aller Liebe nicht mehr als „in der Nähe“ bezeichnen.
Den ganzen Morgen nach einem Wifi-Hotspot gesucht, um endlich den versprochenen Nachklapp zu Franschhoek & Co zu posten, aber unterdessen mal wieder gemerkt, wie schön es ist, Urlaub zu haben und vom Weg, vom Zeitplan, vom Planen überhaupt abweichen zu können: großartige Eggs Benedict auf Spinat gegessen (bei Jean’s Café on Grey), zwei Kleider (hier) und Stoff-Servietten (hier) für die nächste Dinnerparty gekauft (lange nicht mehr so viel Spaß am Shoppen gehabt), über die Hitze gestöhnt, und schließlich im Rose Café fündig geworden: Wifi und Ventilatoren, ein Traum.
Aber noch einmal zurück zur vergangenen Woche, die eindeutig im Zeichen des Weins stand. Von all unseren Weinproben sind noch neun Flaschen im Kofferraum (drei haben wir schon verschenkt), und die müssen wir wohl auch noch leeren, bevor wir zurückfliegen (oder auch verschenken). Gefühlte hundert Weine haben wir probiert, und immer wieder gemerkt, wie schwer es ist, zu beschreiben, was man da eigentlich schmeckt, ob man es mag, wonach es riecht, und, und, und.
Passend zum Thema haben wir uns dann noch den Dokumentarfilm SOMM angesehen, den uns Mr. Bs Freund Philip empfohlen hatte: Er folgt vier Männern, die sich um das renommierte Zertifikat des Master Sommelier bewerben und dafür jahrelang büffeln. Vor allem für die Blindverkostung, bei der sie sechs Weine benennen müssen: Sorte, Region, Jahrgang etc. – Wahnsinn! Und eine Übung in Achtsamkeit par excellence: So intensiv und aufmerksam riechen und schmecken normale Menschen wohl nie. Denn schließlich muss man das, was im Wein wiedererkennen will, ja erstmal überhaupt irgendwo vorher geschnuppert haben: nasse Tennisbälle, der Dachboden meiner Oma oder den Geruch von nassem Asphalt nach einem Sommerregen.
Anyway. Jetzt fasse ich mich kürzer, versprochen. Eine kurze Zusammenfassung, wo wir waren und was wir mochten:

Wo?
Riebeek-Kasteel, eines der ältesten Städtchen in Südafrika, etwa 80 Kilometer nord-östlich von Kapstadt. Ziemlich verschlafen, aber süß.
Gegessen:
Im Royal Hotel, eines der Lieblingsausflugsziele von Mr. Bs Schwester Erika. Kolonialstil, Blick auf Weinreben, ein Swimmingpool – herrlich für einen faulen Nachmittag!
Getrunken (und sehr gemocht):
Den Kloovenburg Chardonnay 2013 (im Fass gegoren). Dazu die hauseigenen Oliven und die frischen Weintrauben.

Wo?
In der Studentenstadt Stellenbosch. Wenn man länger in Cape Town rumhängt, glaubt man ja irgendwann, jeder Südafrikaner würde Englisch sprechen (tun ja auch die meisten), aber in „Stellies“ merkt man schnell wieder, dass es ja auch noch das Afrikaans gibt. Skurril. Mr. B, der es in der Schule gelernt hat, kramt jetzt auch immer öfter sein Afrikaans heraus. Lustig. Mein Lieblingswort: vuurwarm! (=Feuerwar, i.e.: heiß!)
Gegessen:
*Auf dem Slowmarket (immer samstags von 9 bis 14 Uhr), Oude Libertas Road. Da gibt es alles, was das Herz begehrt, von Bratwurst über Samosas, Pies, mexikanisch, Cupcakes en masse, Biltong, Brot, Oliven, Austern und, und, und… Nett zum Schlendern, aber schnell sehr voll.
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*Hingesetzt zum Essen und die wunderbare Aussicht genossen haben wir schließlich im Bistro DeliCatEssen auf dem Weingut Tokara: hell, großzügig, und überall stehen leckere Sachen herum, die man kaufen und essen kann.
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*Kaffee und Kuchen (und Wifi) gibt es in der Dorp Street bei Liza’s. Hier hat, glaube ich, meine Obsession mit Red Velvet Cake angefangen…
Geguckt:
*Ebenfalls in der Dorp Street und eine Institution in Stellenbosch ist Oom Samie Se Winkel (Onkel Sams Laden). Der kuriose Shop hat alles, was man in der „guten alten Zeit“ in einem Afrikaansen Kramladen so finden konnte: von handgenähten Schuhen und Puppen über Süßigkeiten, Wein, Gewürze und Kunsthandwerk. Hübsch für Mitbringsel!
*Das Weingut Spier ist riesig, auf dem weitläufigen, grünen Gelände kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Praktisch: Im Eight to go Deli kann man leckere Kleinigkeiten einkaufen oder vorab einen Picknickkorb buchen und dann irgendwo im Schatten futtern. Außerdem gibt es noch das „normale“ Restaurant Eight und das Event-Restaurant Moyo:
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*Ein echtes Juwel: Das Weingut Delaire Graff. Als wir kamen, war gerade die Mittagszeit vorbei, da wurde erstmal der elegante schwarze Parkettboden im Speisesaal gewienert. Die Ausblicke von der Terrasse sind phänomenal. Hier findet im März übrigens die Charity-Aktion Cape Wine Auction statt. Wird bestimmt eine schicke Sache!
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Getrunken:
Sutherland 2011 Sauvignon Blanc vom Weingut Thelema
Tokara Chardonnay 2013

Wo?
Franschhoek, die „französische Ecke“, wo die französischen Hugenotten siedelten und ihr Weinwissen mitbrachten. Hat mir fast besser gefallen als Stellenbosch, irgendwie gemütlicher, hübscher, wenn auch ziemlich touristisch. Hat uns nicht gestört, im Gegenteil. Wir haben vom Touri-Programm gern Gebrauch gemacht und uns am ersten Tag von der Franschhoek Wine Tram (und Bus und Traktor) zu sechs verschiedenen Weingüter chauffieren lassen. Ein großer Spaß!
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Gegessen:
*Ob es daran lag, dass wir nach dem Besuch von zwei Weingütern schon die rosarote Brille aufhatten? Oder am Sonnenschein, der hell, aber nicht zu heiß war? Am Schatten unter den Weinreben? An der netten Bedienung? An noch mehr Wein? Vielleicht war es auch alles zusammen. Auf jeden Fall waren wir vom Bread & Wine Restaurant auf dem Weingut Môreson restlos begeistert. Und dann noch das Essen! Wassermelonen-Gazpacho. Butterzartes Karoo-Lamm. Thunfischsteak. We love!
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*Nach all dem, was ich über ihn gelesen hatte, wollte ich doch wissen, was es mit dem Wirbel um den südafrikanischen Promikoch Reuben Riffel so auf sich hat. Gesagt, getan: Mittagessen bei Reuben’s. Elegant, aber nicht einschüchternd, in einem schattigen Innenhof unter weißen Schirmen (und mit weißen Stoffservietten). Mr. B schwärmt immer noch von der Hühnerleber, ich war sehr angetan vom Zucchinisalat mit Feta, Belugalinsen und mehr. Kann was!
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* Noch ein Highlight, schon beschrieben: Das Valentinstagdinner im The Kitchen @ Maison. Seufz.

Getrunken:
*Sehr elegant, sehr pompös: das Weingut Grande Provence hat es mir angetan. Und die Angel’s Tears-Reihe, eher die Einsteiger-Weine, auch.
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*Mr. Bs Favorit: sehr modern, und exzellent im Service: bei Leopard’s Leap hatten wir für die Weinprobe unseren eigenen Sommelier. Ob es an dessen intensiver Beratung lag, dass er hier beim Chenin Blanc ordentlich zugeschlagen hat?
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*Bei Rickety Bridge wiederum habe ich zugeschlagen. Und kann mich jetzt gar nicht mehr daran erinnern, welcher Wein das war – upps! Er liegt im Kofferraum. Mit all seinen Freunden. Was für ein Fest, diese Weintesterei. Davon muss ich mich jetzt erstmal erholen…
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Cape Town Diary #9: Ausflüge an die Westküste

Wir erweitern gerade unsere Kreise um Cape Town, sind in den letzten Tagen viel die Westküste hochgefahren (und mittlerweile in der Weinregion um Franschhoek gelandet, aber dazu später mehr). Für den Überblick hier eine (sorry, schlecht fotografierte) Karte der Region:
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Einer unserer Lieblingsorte an der Westküste, an den wir es diesmal nicht geschafft haben, ist Paternoster. Ein ehemals verschlafenes Fischerdörfchen, das in den letzten Jahren mächtig aufgeholt hat und auch als Wochenend-Domizil der Kapstädter immer beliebter wird. Mr. B und ich haben dort immer wieder gern im Voorstrand Restaurant am Strand gegessen (super Seafood, und der Dom Pedro-Drink ist als Dessert ein echter Killer), aber beim nächsten Mal müssen wir wohl diese Szene-Location testen: Promi-Koch Reuben Riffel (sowas wie der südafrikanische Tim Mälzer, glaube ich) hat letztes Jahr in Paternoster im 5-Sterne Hotel Abalone House ein Restaurant eröffnet. (Das mittlerweile vierte Restaurant, das Reuben Riffel in Südafrika hat. Die südafrikanische Bloggerin Ilse von The Food Fox hat hier darüber geschrieben).
Aber, wie gesagt, in Paternoster waren wir diesmal nicht, sondern ein bisschen weiter südlich, in Langebaan. Dort kann man im Atlantik schwimmen, weil das Wasser hier viel wärmer ist als in Kapstadt. Der Strand liegt an einer Lagune und ist sehr beliebt bei Kitesurfern:
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Kitesurfer
So sportlich waren wir nicht, wir haben lieber am Strand herumgelegen…
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Außerdem haben wir natürlich gut gegessen. Hier zum Beispiel:

  • Bei Friday Island (ich liebe den Namen! klingt so schön nach Wochenende & Erholung) sitzt man mit Blick auf den Strand, wir haben hier sehr lecker gefrühstückt. Etwas abseits vom (nicht sehr großen) Zentrum von Langebaan, man kann hier auch übernachten.
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    Und nach dem „Hobie Breakfast“ (Obst, Müsli, Joghurt) bekamen wir Besuch von diesem Gesellen:Mungo
    Ein Mungo, auf der Suche nach Essbarem.
  • Auch nett: Lekka By Die See, was ungefähr so viel heißt wie „lässig am Meer“.

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Lekka bzw. lekker passt ja für eigentlich alles, was man in Südafrika super, lecker, lässig findet. (Auch gut: „kiff“, cool.)
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Im Lekka By Die See jedenfalls kann man „lekkere“ Sundowner mit Blick aufs Meer trinken und bekommt auch ziemlich (im besten Sinne) feiste Calamari-Ringe.
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Calamari

  • Unser „go-to-place“, also so etwas wie der Laden für alle Fälle, wurde an diesem Wochenende aber eindeutig Pearly’s.
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    Direkt am Hauptstrand von Langebaan, netter Vibe, immer gut besucht, hervorragender Service, klasse Essen: Burger, Fisch, Steaks. Meine Spanakopita, mit Spinat gefüllte Teigtaschen, waren auch top. Und der Nachtisch! Unwiderstehlich: der Malva Pudding, eine südafrikanische Spezialität.
  • Was wir nicht getestet haben, sah aber ebenfalls gut aus: Das Breeze Restaurant vom Windtown Hotel.
  • Und dann hatten wir noch ein Erlebnis der ganz anderen Art: südafrikanisches Brunch im Boesmanland.

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Dort bekommt man traditionelle „boerekos“, also Buren-Essen (klingt irgendwie furchtbar auf deutsch, oder?), und zwar als All-you-can-Eat-Buffet: Braai (Gegrilltes), Potjies (Poikies ausgesprochen, die typischen Eintöpfe in schweren gusseisernen Töpfen zubereitet), Fisch, Milie Pap (Brei aus Maismehl), und zum Abschluss Süßes wie Milktart und Koeksisters. Ein ziemlich deftige Angelegenheit!
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Und dazu spielte (am Sonntag) eine Zwei-Mann-Kombo Schlager auf Afrikaans. Hui!
Das war also unser Wochenende. Anfang der Woche haben wir uns die Lagune von Langebaan dann noch einmal von der anderen Seite angeguckt, vom West Coast National Park aus. Das Naturreservat ist von Kapstadt ca. 100 km entfernt. Gut zum Wandern, Radfahren, Erholen.
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Wir sind ein ganzes Stück weit hineingefahren, bis zur Kraalbaai.
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Diese wunderschöne Bucht (irgendwie karibisch, oder?) hatten wir dann fast für uns, nur ein reichlich lautes deutsch-niederländisches Paar war noch dort und später ein paar Einheimische. Am Wochenende wird es dort aber bestimmt ziemlich voll.
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In unseren Picknickkorb krabbelte eine wilde Maus, und beim Rausfahren aus dem Park kamen wir noch einmal Auge in Auge mit einem Strauß. Ach, Afrika – du bist ne Wucht!
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Cape Town Diary #8: Heiß auf Holz

Ein wiederkehrendes Deko-Motiv, das wir auf unseren Streifzügen durch die Restaurants von Kapstadt und Umgebung entdecken: schwere Holzbretter. Die eignen sich als Unterlage für so ziemlich alles von Müsli bis Fish & Chips. Gefällt mir!
Im Bild von links oben im Uhrzeigersinn: Müsli mit Obst im Pepper Tree Art Stable & Coffee Shop in Philadelphia; Eggs Benedict & Müsli mit Joghurt in der Truth Coffee Roasting; Salat (leider schlecht gewaschen) bei YoursTruly; Fish and Chips & Caesar Salad im Roundhouse.