Sonntagsbäckerei: Sesam-Joghurt-Kardamom-Kuchen

Diese Woche hatten die Tage irgendwie zu wenig Stunden für all das, was ich gern geschafft hätte. Entsprechend still blieb es auch hier im Blog. Aber heute ist Sonntag, es regnet – wie herrlich – ich will/muss/ kann nicht vor die Tür, und was ich wirklich will, ist dieses herrliche Rezept verbloggen: Ein würziger, saftiger Kuchen, der zu allem Überfluss noch mit einem Honig-Zitronenguss getränkt wird. Er stammt aus dem wunderbaren Kochbuch A Week In The Kitchen, das ich aus dem Südafrika-Urlaub mitgebracht hatte. Hier gibt es übrigens den Trailer dazu. The Kitchen ist ein Deli im Woodstock-Viertel in Cape Town, berühmt unter anderem für das „Love Sandwich“. Wir haben auch dort gegessen. Was für ein wunderbarer Ort!
TheKitchen DSC02590DSC02587CapeTownTheKitchen
Das Kochbuch von Deli-Chefin Karen Dudley ist, wie der Titel schon verrät, „eine Woche in The Kitchen“. Die Rezepte sind nach Wochentagen gegliedert, und jeden Tag gibt es auch ein Kuchen- oder Dessert-Rezept. Dieses hier ist vom Sonntag. Das erste Rezept, das ich aus dem Buch tatsächlich nachgemacht habe, und gleich ein Volltreffer. Kardamom und Honig geben einen orientalischen Touch, und der Zitronensaft und die Zitronenschale sind wunderbar frisch. Und der Sesam, ach, der Sesam. Einfach toll. So, jetzt will ich aber nicht länger um den heißen Brei herumreden, hier kommt das Rezept:

SESAM-JOGHURT-KARDAMOM-KUCHEN
SESAME YOGHURT CARDAMOM CAKE
Quelle: Karen Dudley: A Week In The Kitchen
Zutaten:
220 g Butter
1/2 Tasse (ca. 120 g) Zucker
8 EL Honig
Schale von 2 Zitronen, gerieben
4 Eier, Eigelb und Eiweiß getrennt
220 g Mehl
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
220 g griechischer Joghurt
2/3 Tasse Sultaninen (ca. 120 g)
1 TL Samen aus ca. 25 Kardamom-Kapseln
3 EL Sesam
Sirup:
Saft von 2 Zitronen
6 EL Honig
Schale von 1 Zitrone, gerieben
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Butter, Zucker, Honig und Zitronenschale mit dem Mixer verrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Ein Eigelb nach dem anderen unterrühren. In eine zweite Schüssel Mehl, Backpulver und Natron sieben, eine Prise Salz hinzugeben. Nach und nach abwechselnd den Butterteig und den Joghurt unter das Mehl mischen. Dann die Sultaninen und die Kardamom-Samen unterheben. Die Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unterheben. Den Teig in eine eingefettete, mit Backpapier ausgelegte Form von 22 cm Durchmesser geben (ich hatte lediglich eine 20 cm-Form, habe dann noch 4 Muffins aus dem restlichen Teig gemacht). Mit dem Sesam bestreuen. Bei 180 Grad für 65 Minuten backen (50 Minuten für die 20 cm-Form, unbedingt nach einer Weile mit Backpapier abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird). Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Für den Sirup alle Zutaten für 5 Minuten aufkochen lassen, dabei umrühren, um alles zu vermischen. Den etwas abgekühlten Sirup über den noch warmen Kuchen geben oder warmen Sirup über den komplett ausgekühlten Kuchen.

Karen Dudley empfiehlt, den Kuchen mit etwas Joghurt oder Mascarpone-Creme und frischen Feigen zu servieren – yummie! 

Werbeanzeigen

Fernweh-Freitag: Cape Town Diary #15: The Pot Luck Club

Huch, jetzt ist die (Arbeits-)Woche ja schon wieder rum, wie konnte das passieren? Nunja, mit Arbeit ist so eine Woche eben schnell gefüllt und ebenso schnell rum, ohne dass davon irgendwelche nennenswerten (Blog-)Spuren zurückbleiben. Schade eigentlich. Aber langsam kommt das Wochenende, wie ein tiefer, frischer Atemzug auf einem Berggipfel, der den Kopf freimacht. Also kurz innehalten, um noch einmal in die Ferne zu schweifen.
Nach Kapstadt, was jetzt schon wieder ewig weit weg scheint, dabei sind wir erst seit drei Wochen wieder zuhause in München. Nunja, Fernweh ist ja ein schöner Schmerz, deswegen schwelge ich hier noch einmal. Und zwar von The Pot Luck Club, einem wunderbaren Restaurant im Woodstock, und zwar auf dem Gelände der Old Biscuit Mill. Ein gemütliches kleines Areal, in dem einige Cafés und viele hübsche Shops, vor allem mit Interior Design-Artikeln und Klamotten, versammelt sind. Wer schon mal in Kapstadt war, kennt bestimmt das leckere, szenige (und leider mittlerweile ziemlichen überlaufene) Foodie-Fest Neighbourgoods Market, das dort jeden Samstagvormittag stattfindet. Hoch oben über dem ganzen, im obersten Stock des grauen Silo-Gebäudes, in dem auch die Cape Town Creative Academy ihre Räumlichkeiten hat, thront das Restaurant von Luke Dale Roberts. Der ist einer der bekanntesten Köche Südafrikas und hat mit The Test Kitchen, ebenfalls auf dem Gelände der Biscuit Mill, noch ein preisgekröntes Fine Dining Restaurant am Start. Pot Luck ist sein jüngeres Projekt, erst vergangenes Jahr eröffnet und unglaublich erfolgreich. Das Konzept: kleine, aber brillant gestaltete Gerichte, von denen man viele verschiedene „Tapas“ essen kann, gerne auch am Tisch untereinander probiert und teilt. Die Karte ist nach den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen aufgeteilt: Süß, Sauer, Salzig, Umami, etc.
Im vergangenen Jahr waren wir zum ersten Mal dort und restlos begeistert. Vom Essen, vom Wein, von der lebhaften und lockeren Atmosphäre, die die Kellner und auch die Köche, denen man in der offenen Küche bei der Arbeit zugucken kann, verbreiten. Und unter uns vor den Fenstern funkelten die Lichter von Kapstadt. Diesmal waren wir nicht abends da. Wir hatten uns zu spät um eine Reservierung gekümmert, deswegen war nichts mehr zu machen. Aber als wir mittags einfach hinspaziert sind, bekamen wir noch einen sehr schönen Tisch am Fenster. Das Publikum: jung, hip, Business.
DSC04103
DSC04101
Die Köche bei der Arbeit. Unsere schwerste „Arbeit“: Auswählen, was wir essen bzw. nicht essen wollen.
DSC04104DSC04109
Es fing schon mal super an aus der „Salty“-Ecke: Chrisna Olives with Red Pepper Pesto and Artisan Bread, mal wieder schick auf nem Brett serviert. Das Brot ein Gedicht, die Oliven wunderbar saftig, das Pesto köstlich. Nur den weich gegarten, auch sehr leckeren Knoblauch haben wir dann nicht ganz aufgegessen.DSC04111
Noch ein sehr leckeres „Salty“ Gericht: Korean Fried Chicken with Pineapple and Miso Slaw. Nicht zu scharf, aber intensiv würzig, und – ja – salzig. Sehr hübsch: die kleine Portion Miso Slaw, also eine Art Krautsalat mit Miso, in eine dünne Scheibe Ananas eingerollt. Dann folgte, nicht ganz so fotogen und auch etwas zu „hammelig“: Moroccan Lamb Ribs, Harrisa Sauce, Buffalo Yoghurt with Rosemary and Cumin Roti. Das war auch Salty, wie langweilig. Ein absolutes Gedicht aber das Umami Smoked Beef Fillet with Black Pepper and Truffle Café Au Lait. Rinderfleisch, das leicht (köstlich!) rauchig schmeckt, dazu eine sähmige Soße, die das Kunststück hinbekommt, nach Trüffel und Kaffee gleichzeitig zu schmecken. Ich liebe beides, Trüffel und Kaffee, war also hingerissen.
DSC04110
Ein Klassiker, den wir schon letztes mal hatten: Sour: Pot Luck Club Fish Tacos. Yummie! Ebenfalls ohne Bild: Grilled Local Fish with Thai Style Black Pepper Sauce, Thai Basil. Sehr fein! Und an dieses Dessert hatte ich mich auch noch vom letzten Mal erinnert, das musste unbedingt sein: DSC04119
Sweet Ending: Nectarine and Almond Tart with Malted Popcorn Ice Cream. Eine herrlich süße Mandel-Nektarinen-Tarte, dazu Eis mit malzigem Popcorn. Sorry, mir fehlen die Worte, um diese Köstlichkeit adäquat zu beschreiben.
Potluck
Mr. B war auch sehr glücklich mit seiner Wahl: Coconut Tapioca, Passion Fruit Sorbet, Fresh Summer Fruit and Cinnamon Tuile. Leicht und fruchtig, leckere Kokosnuss-Sauce. Was „tuile“ genau bedeutet, weiß ich nicht, es war aber so eine Art süßes Papadam, also sehr dünner Teig, mit Zimt bestäubt.
Ach, was haben wir geschlemmt! Und nach ein, zwei Gläsern vom Elgin Ridge Sauvignon Blanc zur Mittagszeit war ich auch herrlich angetüddelt. Wie beim letzten Mal auch schon, ein ganz wunderbares Erlebnis.

THE POT LUCK CLUB AND GALLERY
potluckclub.co.za
Silo Top Floor, The Old Biscuit Mill
373-375 Albert Rood, Woodstock, Cape Town

Von hier aus ist es übrigens nicht weit zur Tagesbar The Kitchen, über die ich mich hier gefreut habe. Und wenn man schon mal in Woodstock ist, sollte man auch unbedingt durch die Geschäfte und Cafés in der Woodstock Exchange schlendern. Wir waren leider ein bisschen zu spät dran (um 17 Uhr machen die meisten zu), aber einen feinen Kaffee und exzellenten Service haben wir noch bekommen. Wir kommen wieder!
DSC04152 Kopie

Fernweh-Freitag: Hip, hipper, Cape Town

Eigentlich wollte ich heute ja endlich wieder mit dem „regulären“ Fernweh-Freitag und News und Kuriositäten aus aller Welt einsteigen, aber da ich für die Recherche gerade keine Zeit habe, und bevor ich gar nichts poste, greife ich lieber noch einmal schnell in meine virtuelle Kapstadt-Fotokiste und schwelge noch ein bisschen.
Vom Frühstück bei Clarke’s zum Beispiel. Ein schon ziemlich lange ziemlich angesagter Laden in der Bree Street (Innenstadt).
DSC04058Clarke'sDSC04057DSC04060
Mr. Bs Freund Thane hatte uns hierher bestellt – und auf seine Tipps ist eigentlich immer Verlass. So auch diesmal. Das Frühstück gibt es den ganzen Tag (wir hatten Hash Eggs, Grilled Cheese Sandwich und ein Granola-Müsli), es ist köstlich, und außerdem hat man trotz der kargen Einrichtung viel zu sehen. Das Publikum ist jung und hip, man trägt Tattoo und Schnauzbart (die Männer), flatternde Vintage-Kleidchen und Blogger-Dutt (die Frauen), und an der Bar, wo zwei (bestimmt irre kreative) Menschen in ihre Macbooks starren, ist eine kleine Plakette angebracht, auf der (ja, auf deutsch) „Stammtisch“ steht. Jägermeister servieren sie hier übrigens auch. Und wie cool sind denn bitte diese old school-Glühbirnen an Kordeln?! Einziger Wermutstropfen: Das legendäre handgemachte Eis von der Creamery war leider gerade aus, zumindest die Sorte Caramel Seasalt, die ich so gern probieren hätte. 
DSC04067DSC04066DSC04065
Und nach diesen Bildern habe ich natürlich wieder Hunger. Na toll!

CLARKE’S BAR AND DINING ROOM
Bree Street 133, Kapstadt
Öffnungszeiten: Montag 7-18 Uhr, Dienstag-Freitag 7 Uhr bis „spät“, Samstag 8 Uhr bis „spät“, Sonntag 8-15 Uhr
clarkesdining.co.za

Wieder da

Ein Monat in Afrika – jetzt ist er schon wieder rum. Am Münchner Flughafen umweht uns ein Hauch von Kuhmist, aber als wir die Koffer nach Hause rollern, liegt Frühlingsduft in der Luft. Irgendwie auch schön, wieder zuhause zu sein. Und die Sonne lässt sich hier hoffentlich auch bald mal wieder blicken. Die Koffer sind jetzt schon ausgepackt, nur die Seele braucht wohl noch eine Weile, bis sie wieder angekommen ist. Ein paar Geschichten aus dem Urlaub sind auch noch übrig, die werden dann in der nächsten Zeit verbloggt.

Cape Town Diary #14: Design oder Nicht-Sein!

Kapstadt ist dieses Jahr Weltdesignhauptstadt, und wow, ja, haben wir hier viel großartiges Design und unglaubliche Kreativität gesehen! Wir nehmen jede Menge Ideen mit nach Hause. Eine geballte Ladung kreative Energie bekamen wir gestern noch einmal zu spüren: Da wurde nämlich die alljährliche Design Indaba Expo eröffnet (läuft noch bis morgen). Wir waren auch dort und haben uns inspirieren lassen. Mode, Schmuck, Illustration, Interior Design, und, und, und – eine große Messehalle voller schöner Sachen. Ein paar Eindrücke:
Indaba1
Indaba12
Indaba2
Indaba25
Indaba23
Indaba22
Indaba21
Indaba10
Indaba20
Indaba17 Indaba26
Indaba7 Indaba5 Indaba3  Indaba24
Besonders gemocht:
*Die Seidentücher mit von Schmetterlingen inspirierten Prints von Papillon Belle. Und schönen Schmuck machen sie auch!
*Die gestickten Lebensweisheiten von Molo Mimi: „The best is yeti to come.“ zum Beispiel.
*Die stylish-schlichten Leder-Accessoires von Urban Africa.
*Die umwerfenden Illustrationen von Victoria Verbaan.
*Die ultracoolen Lampen von Hoi P’loy (Edison-Glühbirnen!).
*Die praktischen Taschen von Hooley, aus recycelten Materialien, sowas wie Freitag auf südafrikanisch.
*Die knuddeligen Stofftiere von Baobab Batik, handgefertigt in Swasiland.
*Die Armbänder von Relate, mit deren Kauf man immer einen guten Zweck unterstützt.
*Die farbenfrohen Taschen der Non-Profit-Initiative township, die Frauen aus den Townships Arbeit verschafft.

Achja, ein paar winzige, winzige Kleinigkeiten haben wir dann doch noch gekauft…
Indaba28
Postkarte „Heidi does Table Mountain“ von maid in africa
Indaba14
Teelichthüllen von Tamarillo Ceramics & Design
Indaba13
Die passenden Becher zu diesen Karaffen (ebenfalls von Tamarillo).
IMG_9600
Ringe von BellaReathy Jewellery, made of mettle und Daleen Fiorini (von links). Seufz. Schön war’s!

Cape Town Diary #13: Table Mountain

Was für ein perfektes Ende für einen ziemlich perfekten Tag – und mal wieder der Beweis, dass oft die besten Sachen rauskommen, wenn man improvisiert und vom Plan abweicht. Der Plan war nämlich, oben zu sein, AUF dem Tafelberg. Aber als wir unten bei der Gondel ankamen, war die Schlange am Ticketschalter so lang, dass wir vermutlich eine 3-stündige Wartezeit vor uns gehabt hätten. Stattdessen sind wir dann zuerst auf den Signal Hill gefahren. Von dort hat man schon eine ziemlich spektakuläre Sicht auf Table Mountain & Co (Devil’s Peak, die Twelve Apostles, Lion’s Head):
IMG_9251
IMG_9276
Viele Capetonians kommen gern hierher, um zum Sonnenuntergang ein Picknick zu machen, sich mit Freunden zu treffen – oder sie joggen oder biken hier hoch (crazy!).
Das alles haben wir nicht gemacht. Stattdessen sind wir Richtung Norden aus der Stadt herausgefahren – und wurden am Strand von Milnerton mit diesem Sonnenuntergang beschenkt.
CapeTownSunset3
CapeTownSunset2

Mal ehrlich: Wie fotogen sind denn bitteschön diese Berge?!

Cape Town Diary #12: Urlaubs-Endspurt

Ein Monat in Afrika – und der ist schon fast wieder rum! Aber noch nicht ganz, bis Ende der Woche ist noch Zeit, um Kapstadt weiter zu entdecken und alte Favoriten wiederzusehen. Nach kurzer Panik – „das müssen wir noch machen, da waren wir noch nicht, da auch nicht…!“ – haben ich jetzt aber beschlossen, mich von meiner To-Do-Liste nicht mehr stressen zu lassen. Ein, zwei, Wünsche habe ich noch (wieder im Pot Luck Club essen, noch einmal auf den Tafelberg hoch), aber eigentlich will ich einfach nur hier sein, in die Sonne blinzeln, mir vom South Easter den Kopf freipusten lassen (diesen Wind nennen sie hier auch den „Cape Doctor“, weil er angeblich den Smog aus der Stadt bläst und die Luft wieder klar macht), Freunde treffen und die letzten Urlaubstage genießen. Und ein bisschen was soll ja auch noch fürs nächste Mal übrig bleiben. Ich will ja schließlich (wieder) wiederkommen.

Nachtrag: Wer Kapstadt-Fan ist (oder werden möchte), sollte sich diese Links ansehen:
*Vom travelstart-Blog: 50 photos of Cape Town that will make you want to live in the Mother City
*Die New York Times über die zur Zeit hipsten Cafés der Stadt