10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

In einer eher durchwachsenen Woche gab es doch ein paar schöne Sachen. Meine Highlights:

  • Dieses Bild, das meine Großmutter beim Wandern zeigt. Mit einem roten Schirm! Ist das nicht herrlich? Ich habe es beim Dia-Einscannen entdeckt.
  • Diese Straße: Wir haben einen Kurztrip nach Hamburg gemacht, um den 70. Geburtstag meiner Mutter (noch einmal) zu feiern. Und in der (wenigen) freien Zeit in der Marktstraße Karoviertel in ein paar schöne Shops geschaut, z.B. ins Shirtlab (Marktstraße 16) für originelle T-Shirts und in den Upcycling-Laden Lockengelöt (Marktstraße 114), wo es nicht nur Couchtische aus Ölfässern, sondern auch diese Schlüsselbretter aus alten Büchern gibt, über die ich mich hier vor einer Weile schon mal gefreut hatte. Hier gibt’s noch mehr Tipps fürs Karoviertel vom Hamburger Abendblatt.
  • Podcast 1: Mittlerweile habe ich so viele Podcasts abonniert, dass ich mit dem Anhören kaum hinterherkomme. Aber ich tue mein Bestes! Einer meiner neuen Lieblinge: Dear Sugar Radio von WBUR. Autorin Cheryl Strayed („Der große Trip“) berät zusammen mit Steve Almond Menschen in Lebenskrisen. „Dear Sugar“ gab es früher als Ratgeber-Kolumne (und Cheryl Strayeds Texte dafür dann gesammelt als Buch, jetzt als Der große Trip zu dir selbst auf deutsch erschienen). Hier habe ich schon mal davon geschwärmt. Das Prinzip des Podcasts ist ähnlich: Anonyme Briefeschreiber schildern ein Problem, und Almond und Strayed beraten, erklären und geben Denkanstöße, warmherzig, klug und verständnisvoll. Wirklich toll.
  • Podcast 2: Im Scriptnotes Podcast plaudern die Hollywood Drehbuch-Autoren John August und Craig Mazin kompetent und unterhaltsam (auf englisch) übers Drehbuchschreiben. Von ihnen stammt auch der Tipp für den nächsten Gute-Laune-Macher:
  • Eine Food-Webserie: In The Katering Show parodieren die Australierinnen Kate McLennan und Kate McCartney die typischen überperfekten Youtube-Koch-Shows und nehmen den Hype ums Essen auf die Schippe. Die eine gibt die übereifrige Koch-Enthusiastin, die andere kann wegen ihrer Unverträglichkeiten fast nichts essen, gemeinsam erleben sie „The journey of a food intolerant and an intolerable foodie“. Schräg und herrlich albern. Ein Beispiel? Das Phänomen Thermomix beschreiben sie so: McLennan: „It’s the kind of appliance that your rich mother-in-law gives you as a wedding gift, because she doesn’t think you can cook.“ McCartney: „Or something that you buy yourself because you’ve always wanted to join a cult but you don’t have the energy for the group sex.“ Die sechs Folgen der ersten Staffel kann man for free auf ihrer Website und auf Youtube sehen.
  • Cynthia Barcomis aktuelles Backbuch Cheesecakes, Pies & Tartes (Mosaik) kam im März raus, und vor einer Weile bei mir auf den Tisch. Ich habe noch nichts daraus gebacken, aber beim Durchblättern klingen Rezepte wie die „New York Cheesecake Bars with Cherry Topping“ oder der „Lemon Meringue Pie“ schon wieder absolut himmlisch.
  • Kirschen. Vielleicht mein liebstes Sommerobst. Schön, dass sie wieder da sind.
  • Miracoli: Food-politisch absolut inkorrekt, aber für mich sind die Nudeln mit der Packungssoße immer noch ein Wohlfühlessen, weil sie mich an Kindheit und Mama erinnern. Gibt’s nicht oft, aber wenn, dann mit Genuss.
  • Die neuen Leser, die mich hier oder auf Facebook gefunden haben. Schön, dass ihr da seid!
  • Vorfreude: Nächste Woche geht das Filmfest München wieder los. Eine meiner Lieblingswochen des Jahres. Kino, Kino, Kino von morgens bis abends – ich freu mich drauf! Und im Juli folgt dann das Fünf Seen Filmfestival. Ich war noch nie dort, aber hoffe darauf, es dieses Jahr endlich mal zu schaffen.
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Sonntagsbäckerei: Cynthia Barcomis perfekte Brötchen

An einem Wochenende, an dem diese schrecklichen Nachrichten aus dem Libanon und aus Paris um die Welt gehen, an dem man fassungslos ist und traurig und nicht weiß, was das Ganze soll (Jan Böhmermann hat das in seinen „100 Fragen nach Paris“ auf Facebook sehr gut in Worte gefasst) und wie Menschen Menschen so etwas antun können, an so einem Wochenende also tut ein bisschen Trost gut. Der kommt bei mir aus der Küche. Zum einen habe ich mit Freunden schon ein vorgezogenes Thanksgiving-Dinner verspeist (dazu nächste Woche mehr), und zum anderen diese Brötchen gebacken, die Back-Queen Cynthia Barcomi mit Fug und Recht als die „perfekten Brötchen“ (oder auch „The Holy Grail of Rolls“) bezeichnet. Sie sind fluffig, butterig und frisch aus dem Ofen am leckersten (am nächsten Tag kurz in die Mikrowelle gesteckt aber auch noch grandios). Man kann sie auch ohne Kräuterbutter machen (im Buch „Let’s bake“ von Cynthia Barcomi gibt es noch zwei Varianten), aber ich finde sie so einfach genial. Sie sind in der Muffinform gebacken und lassen sich nach dem Backen schön auseinanderzupfen, so dass man perfekte kleine Brötchen-Happse erhält. Auf der Welt sind ziemlich viele Dinge ziemlich verkehrt – aber diese Brötchen garantiert nicht.

THE HOLY GRAIL OF ROLLS
Die perfekten Brötchen
Quelle: Cynthia Barcomi: Let’s bake (Mosaik)
für 24 Brötchen
Zutaten:
50 g Butter
500 ml Buttermilch, warm
650 g Mehl, Type 405
7 g Trockenhefe
1/4 TL Natron
15 g Salz
20 g Zucker
Kräuterbutter für die Füllung:
100 g Butter, weich
2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
1 Handvoll fein gehackte frische Kräuter, z.B. Schnittlauch, Estragon, Thymian, Salbei, Petersilie (TK geht auch)
Meersalz nach Geschmack
Zubereitung:
Butter in der warmen Buttermilch zerlassen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. In einer großen Schüssel Mehl, Hefe, Natron, Salz und Zucker vermengen. Die abgekühlten flüssigen Zutaten dazugeben. Mit einer Küchenmaschine oder einem Handmixer mit Knethaken ca. 4 Minuten kneten. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mehrere Minuten mit der Hand weiterkneten. Der Teig wird recht weich sein. Kein weiteres Mehl dazunehmen! Die Rührschüssel mit Butter einfetten, aus dem Teig eine Kugel formen, in der Schüssel wenden und hineinlegen. Mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken und etwa 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen des Teigs verdoppelt hat. Den Teig in der Schüssel sanft niederboxen, auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, halbieren und nochmals kurz ruhen lassen.
Die Zutaten für die Kräuterbutter mischen. Eine 12er Muffinform ausbuttern. Eine Teighälfte auf 25 x 30 cm ausrollen. Großzügig mit Kräuterbutter bestreichen. Den Teig der Länge nach in 5 Streifen von je 5 cm Breite schneiden. Die Streifen, z.B. mit Hilfe einer Palette, übereinanderstabeln, so dass man einen länglichen Teigturm hat. Das Ganze in 12 Teile schneiden und mit der Schnittfläche nach oben (so, dass man sieht, dass es mehrere Scheiben sind) in die Muffinförmchen setzen. Vor dem Backen nochmals 30 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen, die Brötchen-Fächer backen, bis sie leicht gebräunt sind, ca. 13-14 Minuten. Mit der zweiten Teighälfte genauso verfahren.

Sonntagsbäckerei: Bananen-Walnuss-Muffins

Neulich, auf der Suche nach einem passenden Rezept für einen Party-Kuchen (es wurde dann der Schoko-Cheesecake), habe ich mal wieder festgestellt, wie gerne ich die Back-Rezepte von Cynthia Barcomi mag. In meiner Rezeptsammlung sieht man das ja auch deutlich… Die Sachen sind vielleicht nicht besonders gesund, aber einfach immer garantiert lecker. So auch diese schlichten Bananen-Walnuss-Muffins. Eine klassische Kombi, wie man sie aus amerikanischen Coffeeshops kennt. Immer gut, wenn man ein paar „alte“ Bananen hat, die dringend wegmüssen…
Und weil hier noch Platz ist, und „because I can“, jetzt noch zu einem ganz anderen Thema: Zwei Bücher, die ich gerade gelesen und die mich sehr begeistert haben: Ich möchte euch den Roman Das Liebesleben des Nathaniel P. (Liebeskind) von Adelle Waldman ans Herz legen, ein kluges und böses Buch über „die Ungleichheit der Geschlechter innerhalb der vermeintlich so aufgeklärten Literatur-, Kunst- oder Musikszenen“ (Chris Köver auf Zeit Online), das den intellektuellen Sexismus seiner Hauptfigur brillant entlarvt. Sehr berührt hat mich die Kurzgeschichtensammlung Das Gegenteil von Einsamkeit (S. Fischer) von Marina Keegan. Keegan starb mit 22 Jahren, wenige Tage nach ihrem Uni-Abschluss, bei einem Autounfall. Unglaublich, wie viel und wie viel großartige Sachen sie hinterlassen hat! Jetzt liegt Caitlin Morans erster Roman All About a Girl (carl’s books) auf meinem Nachttisch. Habt einen schönen Sonntag.

BANANA WALNUT MUFFINS
Bananen-Walnuss-Muffins
Quelle: Cynthia Barcomi’s Backbuch (Mosaik)
für 12 Muffins
Zutaten:
Zutaten A:
330 g Mehl
1/2 TL Natron
1/2 TL Backpulver
1/8 TL Nelken
1/8 TL Muskat (ich finde stattdessen auch immer Zimt wunderbar)
Zutaten B:
140 g weiche Butter
125 g Zucker
2 große Eier
Zutaten C:
240 ml Bananenpüree (3 mittelgroße Bananen)
70 g Walnüsse (oder mehr, nach Belieben)
Zubereitung:
Ofen auf 190 Grad vorheizen. Papierförmchen in die Muffinform geben. Die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren (Mixer). Wenn die Zucker-Butter-Mischung cremig ist, die Eier hinzufügen und so lange weitermixen, bis alles gut verrührt ist. Walnüsse grob hacken – oder mit der Hand zerbröseln. Banenenpüree (es sollten keine Stücke mehr drin sein!) unter die Butter-Zucker-Ei-Mischung geben. Die trockenen Zutaten A gut miteinander vermischen. Jetzt den Teig mit einem Holzlöffel oder Gummispachtel zusammenwischen, so dass die Zutaten sich gerade so verbinden. Nicht den Mixer dafür nehmen! Dann die Walnüsse unterhaben und noch ein kleines bisschen rühren. Den Teig gleichmäßig in die Förmchen verteilen und 18 Minuten backen. Garprobe machen.

Cynthia Barcomis Brownie Marble Cheesecake

Bei der Frage Cheesecake oder Käsekuchen bin ich eindeutig Fan der amerikanischen Variante. Team Cheesecake! Liegt vielleicht an der US-Food-Sozialisation in meinem Jahr als Austauschschülerin in North Carolina. Die mit Frischkäse gemachte Variante ist mir geschmacklich daher sehr viel lieber als die deutsche Quark-Geschichte. Anyway. Hier habe ich endlich mal wieder etwas richtig Dekadentes gebacken: Einen Schoko-Cheesecake, den ich gestern zum Party-Buffet einer lieben Freundin beigesteuert habe. Jede Menge Zucker, nicht zu wenig Butter, reichlich Schokolade und jede Menge Frischkäse. In allerbeste Form gebracht von einem Rezept von Cynthia Barcomi. Was man wissen muss, wenn man es nachmachen will: Man braucht reichlich Zeit dafür, denn erst muss die selbst gemachte Schokosauce für obendrauf (und mittendrin) hergestellt und gekühlt werden, und dann muss der Kuchen auch immer wieder zwischendurch abkühlen und am Schluss für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Das Ergebnis ist den Aufwand aber auf jeden Fall wert. Allerdings ist der Kuchen, wenn er nicht mehr kühlschrankkalt ist, ziemlich weich und lässt sich nicht so gut schneiden. Nicht optimal buffettauglich – aber super lecker!

BROWNIE MARBLE CHEESECAKE
Brownie-Marmor-Käsekuchen
Quelle: Cynthia Barcomi: Let’s Bake
Für eine 23-24 cm Springform
Zutaten:
Für die Schokoladensauce
(ca. 200 ml, am besten am Vortag machen, damit sie richtig kalt und dickflüssig wird):
75 ml Wasser
25 g Zucker
40 ml Zuckerrübensirup
30 g ungesüßter Kakao
20 g Zartbitterschokolade, gehackt
Für den Boden:
200 g Zartbitterschokolade, gehackt
75 g Butter
150 g Zucker
2 Eier, leicht verquirlt
100 g Mehl
1/4 TL Salz
1/4 TL Natron
Für die Füllung:
650 g Frischkäse
200 g Zucker
200 g saure Sahne
2 Eier
1/4 TL Salz
Zubereitung:
Für die Schokoladensauce Wasser, Zucker, Sirup und Kakao in einem kleinen Topf mit dem Schneebesen verrühren. Zum Kochen bringen, dann vom Herd nehmen und die gehackte Schokolade hineinführen, bis sie schmilzt. Abkühlen lassen und in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank kaltstellen.
Für den Boden den Ofen auf 175 Grad vorheizen. Die Springform einfetten. Die Schokolade mit Butter und Zucker im Wasserbad schmelzen. Ca. 20 Minuten abkühlen lassen (wichtig!), die Eier hinzufügen (nicht, solange die Schoko-Mischung noch warm ist, sonst wird der Boden hart, sagt Cynthia). Mehl, Salz und Natron verrühren und dazugeben. Den Teig gleichmäßig in der Backform verteilen und 20 Minuten backen. Danach 30 Minuten abkühlen lassen. Nachdem die Form abgekühlt ist, für das Wasserbad vorbereiten: Mit zwei Bahnen Alufolie von außen umwickeln und abdichten. Also erst eine Schicht von unten an zwei Rändern hochziehen und festdrücken, dann eine zweite, damit unten kein Wasser reinläuft.
Für die Füllung Frischkäse und Zucker mit dem Mixer verschlagen. Dann die saure Sahne und nacheinander die Eier hineingeben, Salz hinzufügen. Die Hälfte der Füllung über den Boden verteilen, die Hälfte der Schokoladensauce darüberträufeln, anschließend die verbliebene Füllung dazugeben. Die restliche Schokoladensauce in sechs Klecksen obendrauf setzen. Mit einem Holzstäbchen die Mischungen vorsichtig verquirlen, so dass ein marmorierter Effekt entsteht. Die Backform auf ein tiefes Backblech oder in einen Bräter stellen, auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens schieben. 2 cm kochend heißes Wasser einfüllen. 50 Minuten backen. Der Kuchen ist noch etwas wackelig, wenn er aus dem Ofen kommt, aber das soll so sein. Die Alufolie entfernen und mit einem dünnen Messer am Rand des Kuchens entlangfahren, um zu verhindern, dass er einreißt. 2 Stunden auf einem Gitter abkühlen lassen, dann in den Kühlschrank stellen, mindestens 4-6 Stunden. Auf keinen Fall direkt nach dem Backen in den Kühlschrank stellen, sonst weicht der Boden durch.

Sonntagsbäckerei: Oatmeal Cookies with Chocolate

Eigentlich sollte hier mal wieder etwas Gesundes zu sehen sein. Ich hatte ein Quinoa-Bananenbrot gebacken. Aber das wurde und wurde nicht fest, auch nach 2 1/2 Stunden im Ofen nicht, die Konsistenz war äußerst merkwürdig.* Und weil dann noch Mr. B irgendwie neben der Spur war und wirkte, als könnte er kulinarischen Trost gebrauchen, habe ich kurzerhand noch ein paar Cookies gebacken. Nach einem Rezept von Cynthia Barcomi. So richtig feiste, nix gluten- oder zuckerfrei. Manchmal muss auch das sein. Und, was soll ich sagen: Sie scheinen zu wirken. Auf jeden Fall liegt Mr. B jetzt recht vergnügt auf der Couch. Habt einen schönen Sonntag, ob mit oder ohne Zucker!

*Wer das Quinoa-Bananenbrot ausprobieren möchte: Hier ist der Link.

OATMEAL COOKIES WITH CHOCOLATE
Cookies mit Haferflocken, Schokolade und Kirschen
Quelle: Cynthia Barcomi: Let’s Bake (Mosaik)
für ca. 24 Cookies
Zutaten:
140 g Mehl
1/2 TL Natron
1/4 TL Salz
140 g Butter, Zimmertemperatur
100 g Zucker
100 g brauner Zucker
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt
100 g kernige Vollkornhaferflocken
150 – 200 g Zartbitterschokolade, grob gehackt
125 g getrocknete (Sauer-)Kirschen, 20 Minuten in warmem Wasser eingeweicht und abgegossen (ich habe stattdessen getrocknete Cranberries genommen; Rosinen wären bestimmt auch lecker – oder einfach weglassen)
100 g Mandelstifte, leicht angeröstet (bei mir: Mandelblättchen)
Zubereitung:
Ofen auf 175 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen. Mehl, Natron und Salz in einer mittelgroßen Schüssel mischen. Mit dem Handrührer in einer zweiten Schüssel Butter, weißen und braunen Zucker verschlagen, bis sie gut vermischt sind. Dann Ei und Vanille untermischen. Die Mehlmischung unterrühren. Haferflocken, Scholadenstückchen, Sauerkirschen/Cranberries und Mandeln dazugeben und kurz untermischen. Gehäufte Esslöffel Teig in ca. 3 cm Abstand aufs Backblech setzen. Cookies backen, bis sie goldfarben sind (ca. 10-12 Minuten). Abkühlen lassen.

Sonntagsbäckerei: Cynthia Barcomi’s Cinnamon Rolls

In letzter Zeit ging es hier auf dem Blog sehr gesund zu, habe ich beim Durchsehen meiner letzten Beiträge festgestellt. Vegan, glutenfrei, zuckerfrei – alles gut, ich probiere gern Dinge aus. Aber damit das Ganze nicht zu dogmatisch wird, und damit auch die neuen Leser wissen, woran sie hier sind (willkommen!, schön, dass ihr da seid), kommt hier mal wieder ein Werk, das so gar nichts von alldem ist: Weizenmehl ist drin, Milch auch (die zu Unrecht in letzter Zeit ein so schlechtes Image hat, wie Jenny Hoch kürzlich in der Süddeutschen Zeitung schrieb), Ei, Zucker… Das Ergebnis ist perfekt für ein spezielles Sonntagsfrühstück: süße, fluffige Zimtschnecken.
Noch ein origineller Bestandteil: Kartoffelpüree, und zwar nicht das aus der Tüte, sondern selbstgemacht. Das macht den Hefeteig besonders luftig, verspricht Cynthia Barcomi. Stimmt auch, und rausschmecken kann man die Kartoffel(n) am Ende überhaupt nicht mehr. Am besten schmecken die Zimtschnecken noch warm, frisch aus dem Ofen.

CINNAMON ROLLS
Zimtschnecken
Quelle: Cynthia Barcomi’s Backbuch
Für ca. 12 Stück
Zutaten:
Flüssige Zutaten:
125 ml Kartoffelpüree
60 g weiche Butter
1 großes Ei
125 ml Milch, Zimmertemperatur
125 ml Buttermilch
Trockene Zutaten:
650 g Mehl
35 g Zucker
3/4 TL Salz
40 g Rosinen
1 Würfel frische Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
Füllung:
2 EL Sirup (CB empfiehlt Zuckerrübensirup wie Grafschafter Goldsaft, ich habe Ahornsirup genommen)
60 g Butter
1 EL Zimt
4 EL Zucker
Glasur:
2 EL Milch
70 g Puderzucker
Zubereitung:
Zunächst das Kartoffelpüree herstellen: Dazu ca. 125 g Kartoffeln schälen, in Wasser weichkochen, abgießen und mit einer Gabel zerdrücken, bis der Brei glatt ist. Dann die Butter unterrühren, so lange der Brei noch warm ist. Dann Ei, Milch und Buttermilch dazugeben. Die Hefe dazugeben und gut vermischen. Alle trockenen Zutaten in einer großen Rührschüssel vermischen. Die flüssigen zu den trockenen Zutaten geben, mit dem Handmixer (Knethaken!) alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig dann noch einmal mit den Händen etwa 5 Minuten auf der Arbeitsplatte durchkneten, bis er weich und elastisch ist. Die Rührschüssel ein wenig einbuttern und den Teig zurück hineinlegen. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
Inzwischen den Ofen auf 190 Grad vorheizen und die Füllung vorbereiten: Sirup und Butter zusammen schmelzen, z.B. in der Mikrowelle oder in einem kleinen Topf auf dem Herd. Zimt und Zucker mischen. Boden und Seiten einer Springform einbittern (sie sollte 26 cm Durchmesser haben – meine war 28 cm, das hat aber auch gut funktioniert).
Wenn der Teig lange genug gegangen ist und sich etwa verdoppelt hat, kurz zusammenkneten, dann aus der Schüssel nehmen und auf der bemehlten Arbeitsplatte ausrollen. Ca. 2 cm dick, sodass ein Rechteck von ca. 35 cm Länge und 30 cm Breite entsteht.
Mit dem Buttersirup einpinseln, am Rand jeweils 1 cm fei lassen. (Anmerkung: Ich hatte danach so ziemlich viel Buttersirup übrig. Damit habe ich die Schnecken bepinselt, bevor ich sie in den Ofen geschoben habe.) Mit einem großen Löffel den Zimtzucker gleichmäßig großzügig über dem Sirup verteilen. Den Teig vom vorderen Ende her (die längere Seite) gleichmäßig und fest aufrollen, wie einen Teppich. Mit einem scharfen Messer 3-4 cm dicke Scheiben abschneiden und dicht nebeneinander in die Springform legen. Sie sollten gerade so alle miteinander hineinpassen. Die Cinnamon Rolls noch mal 30 Minuten gehen lassen und dann etwa 30 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Wichtig: Auf einem Backblech, nicht dem Gitter in den Ofen schieben, denn es könnte sein, dass etwas Butter ausläuft, und das qualmt dann fürchterlich. Ich habe es ausprobiert, nicht schön.
Nach dem Backen die Schnecken 10 Minuten auskühlen lassen, dann aus der Form nehmen. Wer mag, beträufelt sie dann, vor dem Zerteilen in einzelne Schnecken, noch mit der Glasur. Ich habe darauf verzichtet, fand sie auch ohne Topping süß genug. Möglichst frisch essen!

Sonntagsbäckerei: Süßkartoffel-Brownies

Am 10. (so steht es auf der Verlags-Website) oder 11. August (so steht es in der Pressemitteilung) erscheint „Deliciously Ella“, das vegane Kochbuch von Ella Woodward, nun auch auf deutsch. Mit dem Untertitel „Genial gesundes Essen für ein glückliches Leben“ kommt es auf im Berlin Verlag heraus. Ich habe es hier ja bereits kurz vorgestellt – und hier bereits ein Rezept daraus ausprobiert. In England ist es das erfolgreichste Kochbuch des Jahres, und es hat auch die New York Times Bestseller-Liste gestürmt. Ich bin gespannt, wie es in Deutschland ankommt. Und wie es übersetzt ist. Beim ersten Reinlesen in die englische Ausgabe bin ich ein wenig über die große Anzahl an Wiederholungen des Wortes „goodness“ gestolpert. Ob Obst, Gemüse oder rohes Kakaopulver – alles voller „goodness“. Stimmt ja auch, ist aber wenig präzise. Vitamine, Antioxidantien – oder was genau macht denn nun besagte „goodness“ aus? Aber egal. Ich mag Ellas Rezepte und ihre Begeisterungsfähigkeit, ihre Freude an veganem Essen, die man auch beim Lesen ihres Blogs spürt. Und auch dieses Rezept hat mich mit dem Goodness-Overkill wieder voll und ganz versöhnt: Saftige, süße Brownies (mit Datteln und Ahornsirup nicht fruktosefrei, aber lecker). Ich habe noch ein paar Walnüsse hinzugefügt, die kann man aber auch einfach weglassen.

SÜSSKARTOFFEL-BROWNIES
Sweet Potato Brownies
Quelle: Ella Woodward: Deliciously Ella. Awesome ingredients and incredible food that your body will love
für 10-12 Brownies
Zutaten:
2 mittelgroße Süßkartoffeln (600 g)
14 saftige Datteln (Ella empfiehlt die Sorte Medjool), ohne Stein
80 g gemahlene Mandeln
100 g Buchweizenmehl
4 EL Kakaopulver, roh (wenn man normales zuckerfreies Kakaopulver verwendet, evtl. die Menge erhöhen, es ist nicht ganz so geschmacksintensiv wie das rohe)
3 EL Ahornsirup
1 Prise Salz
nach Belieben: 2 Handvoll Walnüsse, grob gehackt
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Süßkartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in einem Dampfgarer (oder mit ganz wenig Wasser im Topf) etwa 20 Minuten dämpfen, bis sie sehr weich sind. Dann zusammen mit den Datteln in eine Küchenmaschine (elektrischer Zerhacker) geben und pürieren, bis man einen cremigen, glatten Brei hat. Die restlichen Zutaten in eine Schüssel geben. Dann den Süßkartoffel-Dattel-Brei hinzugeben, gut mixen. Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte rechteckige Form (bei mir: 21 x 24 cm Kantenlänge) geben und 20-30 Minuten backen. Garprobe: Wenn kein Teig mehr an einer hineingepiksten Gabel oder einem Holzspieß kleben bleibt rausnehmen. Mindestens 10 Minuten auskühlen lassen, damit sich alles setzen kann und die Brownies beim Anschneiden nicht auseinander fallen.

Anmerkung: Brownies backe ich ziemlich oft, stelle ich gerade fest: Zum Beispiel die von Donna Hay (mit Zucker), die von Sarah Wilson (ohne Zucker, dafür mit Zucchini im Teig), die aus dem Hemsley + Hemsley-Kochbuch „The Art of Eating Well“ (mit schwarzen Bohnen) oder die von Cynthia Barcomi mit Himbeeren und Frischkäse.