Tapas Party, Part 1: Crema Catalana

Das kommt davon, wenn man das Bloggen schleifen lässt: Jetzt sitze ich in einem Hotelzimmer in Nürnberg (im ziemlich lässigen und günstigen Five Reasons, das ich sehr empfehlen kann), denke an Mallorca und versuche, einen Blogpost über einen sehr netten Abend in München zu schreiben. Knoten im Hirn. Aber es wird gehen. Der Abend war eine Dinnerparty, die ich vor ein paar Wochen veranstaltet habe, inspiriert von unserem Mallorca-Trip im letzten Monat. Motto: Tapas. Würde ich sofort wieder machen. Sehr unstressig, sehr lecker. Sechs Leute haben wir mit ein paar kleinen Häppchen ganz locker verköstigt.
Ich fange hier mit dem Dessert an, denn das bereitet man ja am besten ganz am Anfang zu, bevor man Zwiebeln und Knoblauch geschnitten hat, und bevor die Küche nach albondigas oder datiles con bacon riecht (die Rezepte dazu dann in den nächsten Tagen). Das Rezept stammt aus dem sehr praktischen und „Spanien“-Kochbuch von Gräfe & Unzer. Ich hatte die für 4 Personen angegebene Menge verdoppelt, aber das war für 6 Personen viel zu viel. Mr. B und ich hatten noch tagelang mit den Resten zu kämpfen. Wenn man kleine Schälchen (wie oben im Bild) nimmt, müsste dieses Rezept auch für 6 Personen ausreichen.

CREMA CATALANA
Quelle: Margit Proebst: Spanien: Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
Für 4 Personen
Zutaten:
2 gestrichene EL Speisestärke
1/2 l Milch
1 Zimtstange
4 Eigelbe
125 g Zucker
1/2 TL abgeriebene unbehandelte Zitronenschale
Außerdem:
4 EL Zucker für die Kruste
Zubereitung:
Die Stärke mit 6 EL kalter Milch verrühren. Die restliche Milch mit der Zimtstange in einem Topf einmal aufkochen lassen. Vom Herd nehmen. In einem zweiten Topf die Eigelbe und den Zucker mit dem Schneebesen verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Die Milch durch ein feines Sieb dazugießen (die Zimtstange dabei entfernen), die Zitronenschale und die Stärke unterrühren. Den Topf auf den Herd stellen und die Mischung langsam unter ständigem Rühren bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen. Vorsicht, sie darf nicht kochen! Wenn die Masse leicht sämig wird (=eindickt, das dauert ein bisschen), in vier feuerfeste Schalen füllen. Die Creme erst bei Zimmertemperatur, dann mit Frischhaltefolie abgedeckt im Kühlschrank etwa 2 Stunden abkühlen lassen. Zum Servieren den Backofengrill auf 250 Grad erhitzen. Jeweils 1 EL Zucker auf die Creme streuen und unter dem Grill in 2-3 Minuten goldbraun karamellisieren. Noch schicker ist es natürlich mit einem Flambierbrenner, dann kann man am Tisch eine Show abziehen.

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Taco, Taco: Meine mexikanische Dinnerparty

Aus dem Austauschjahr in den USA (vor seeehr langer Zeit) habe ich die Liebe zu mexikanischem Essen à la Taco Bell mitgebracht (ja, das ist eine Fastfood-Kette, ihren Bean Burrito liebe ich trotzdem). Tacos sind für mich wie Nudeln – ich könnte sie einfach immer essen. Sie sind nicht nur ein umkompliziertes Feierabend-Essen (zumindest, wenn man nicht zu viele Befüll-Optionen zubereitet), sondern auch perfekt für eine Dinner-Party, weil es viele Möglichkeiten gibt, Vegetarier und Fleischfans gleichermaßen glücklich zu machen. Nur wer keinen Koriander mag, hat ein Problem…
Gestern und vorgestern gab es bei uns einfache Feierabend-Varianten, aber wenn wir Gäste haben, koche ich gern groß auf uns bereite möglichst viele verschiedene Dips und Toppings vor. Die Rezepte, die ich euch gleich vorstelle, sind dabei meine absoluten Favoriten geworden. Die meisten davon stammen aus dem amerikanischen Oprah Magazine, nur bei der Zubereitung der Guacamole halte ich mich an ein Rezept meiner Mutter, mit Tomatenstückchen drin für zusätzlichen Biss und ein wenig Farbe. Zum Befüllen nehme ich immer kleine weiche Maistortillas, die gibt es beim Mercado de México bei uns um die Ecke in Neuhausen, aber ja mittlerweile auch in jedem Supermarkt. Die bestreue ich zum Servieren mit geriebenem mexikanischen Oaxaca-Käse oder Gouda und erhitze sie kurz in der Mikrowelle, so dass der Käse schön zerläuft. Pro Person 3-4 kleine oder 2 große Tacos rechnen. Eher mehr… Auch immer gut: Redfried Beans und Saure Sahne parat haben. Schmeckt gut und nimmt die Schärfe. Die meisten Zutaten bekommt man im normalen Supermarkt, nur bei Achiote-Paste, Chili Ancho und Chipotle-Soße könnte es schwierig werden. Man kann sie aber zum Beispiel  hier bestellen. Auf zur Fiesta Mexicana!
Taco5
DIP: FEIERABEND-GUACAMOLE
(für 2 Personen)
Zutaten:
1 Avocado
1 EL Limettensaft
1 EL Frischkäse
1 Tomate
Tabasco-Soße
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Avocado, Limettensaft und Frischkäse in eine Schüssel geben, mit dem Pürierstab (oder einer Gabel) einen Brei herstellen. Mit Tabasco, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Tomate vierteln, entkernen und in appetitliche Würfeln schneiden. Unter die Guacamole mischen, ein paar on top als Deko.
Den Frischkäse nehme ich zum „Verlängern“, aber auch, weil das Ganze dann nicht so schnell braun wird. Ich habe auch mal gelesen, dass man den Avocado-Kern bis kurz vor dem Servieren in der Guacamole lassen soll, damit sie nicht braun wird. Das habe ich aber noch nie ausprobiert.

VEGETARISCHE FÜLLUNG: SÜSSKARTOFFEL, PAPRIKA UND SCHWARZE BOHNEN
(für 12 Tacos)
Zutaten:
1 Zwiebel, kleingeschnitten
1 grüne Paprika, entkernt und kleingeschnitten
2 Knochlauchzehen, zerdrückt
1 mittelgroße Süßkartoffel, geschält und in Würfel geschnitten
ca. 200 g (1 cup, US-Maßeinheit) schwarze Bohnen, gegart
Öl
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. In 1 EL Öl in einer Pfanne die Zwiebel und die Paprikastücke anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Knoblauch und Salz unterrühren. In einer Schüssel die Süßkartoffelstückchen mit 1/2 EL Öl und 1/2 TL Salz vermischen, mit in die Pfanne geben. 1 Minute mitbraten. Dann die Mischung auf einem mit Backpapier belegten Blech ca. 15 Minuten im Ofen weitergaren (oder in einer ofenfesten Pfanne, wenn man eine hat). Herausnehmen und die schwarzen Bohnen untermischen. Maistortillas mit Käse bestreuen, in der Mikrowelle oder im Ofen kurz erwärmen und die Füllung darufgeben, dazu etwas Chiptole-Soße und Pico de Gallo.

DIP: CHIPOTLE-SOSSE
Zutaten:
1 (200g) Dose Chipotle in Adobo-Soße
200 ml Mayonnaise, evtl. mehr
Saft von 1 Limette
Salz
Zubereitung:
1 EL Chipotle mit Soße, Mayonnaise, Limettensaft und Salz in eine Küchenmaschine geben und pürieren. Abschmecken. Wenn es noch nicht scharf genug ist, mehr Chipotles hinzugeben. Wenn es zu scharf ist, mit Mayo mildern.
Die Chipotle-Chilis haben einen sehr eigenen, würzig-rauchigen Geschmack, pikant! Bei einer Dinnerparty mit Freunden war die Soße mal der absolute Hit. Schmeckt auch gut als Brotaufstrich, zu Maiskolben oder gegrilltem Gemüse.

FLEISCH-FÜLLUNG: STEAKSTREIFEN MIT CHIMICHURRI
(für 12 Tacos)
Zutaten:
750 g Rindersteak
1/2 Cup kleingeschnittene Zwiebel, rot oder weiß
5 Knoblauchzehen, zerdrückt
1/2 Limette, evtl. mehr zum Anrichten
1 TL Kreuzkümmel
Öl
Pfeffer, grobes Salz
Zubereitung:
Das Steak in 6 Stücke teilen. In einer Schüssel. Kreuzkümmelpulver, 3 EL Öl, Salz, Pfeffer und Knoblauch vermischen.  Die Steak-Stücke hineingeben, die Marinade in das Fleisch einmassieren. Limettensaft darüberträufeln, dann die Zwiebelstrückchen dazugeben. 30 Minuten im Kühlschrank marinieren. Zum Servieren das Steak 2-3 Minuten auf einer Seite scharf anbraten, ohne es zu bewegen, dann umdrehen und auf der anderen Seite wiederholen. Bei 2-3 Minuten auf jeder Seite sollte es medium rare sein, also länger braten, wenn man es lieber „durch“ mag. 5 Minuten ruhen lassen, dann in Streifen schneiden, mit grobem Salz bestreuen und pfeffern.
Mit Chimichurri und Pico de Gallo auf den Taco-Fladen geben.

DIP: CHIMICHURRI-SOSSE
Zutaten:
2 Knoblauchzehen
1 Bund Koriander
1 Bund glatte Petersilie
100 ml Olivenöl
2 TL Limettensaft
1/2 TL getrocknete rote Chiliflocken
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Alle Zutaten in einer Küchenmaschine zu einer grünen Soße verarbeiten. Sooo lecker!

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DIP: PICO DE GALLO

(im Bild oben links)
Zutaten:
4 Roma Tomaten, entkernt und gewürfelt
1 Zwiebel, kleingeschnitten
1 Jalapeño, entkernt und kleingeschnitten
1 EL Limettensaft
Salz
Zubereitung:
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen.
Wer sich das Kleinschneiden von Zwiebel und Tomaten sparen will, wählt wie ich die Turbovariante: Tomaten vierteln und entkernen (wichtig, weil sonst das Ganze zu flüssig wird, beim Essen nicht so praktisch – habe ich extra ausprobiert…), dann alle Zutaten in die Küchenmaschine geben und stückig zerkleinern.

Taco3
FLEISCH-FÜLLUNG: SCHWEINEFILET MIT ANANAS

(im Bild oben, für 12 Tacos)
Zutaten:
750 g Schweinefilet
2 EL Ancho/Poblano Chili-Pulver
2 EL getrocknete Guajillo Chili
(ersatzweise 2 EL scharfes Paprikpulver)
2 TL Achiote-Ppaste (ersatzweise 1 TL Kurkuma)
3 Knoblauchzehen, zerdrückt
½ frische Ananas, in kleine Stücke geschnitten
1 rote Zwiebel, kleingeschnitten
1 Handvoll frischer Koriander, gezupft
1 TL Kreuzkümmel (Pulver)
2 EL Weißweinessig (oder ca. 100 ml Orangen- oder Ananassaft, meine Variante)
2 TL grobes Salz
Öl
Zubereitung:
Das Schweinefilet von überflüssigem Fett befreien und zwischen zwei Klarsichfolien dünn klopfen. In schmale Streifen schneiden. Für die Marinade das Chili-Pulver, Achiote-Paste, Knoblauch, Kreuzkümmel, Salz, Essig oder Saft und Öl in einer Schüssel vermischen, die Achiote-Paste dabei gründlich zerdrücken. Das Schweinfilet hineingeben. Eine Pfanne sehr heiß werden lassen und 1 EL Öl darin erhitzen. Die Fleischstückchen scharf anbraten, sie dürfen ruhig ein bisschen schwarz werden. Mit Ananas, Zwiebel und Koriander servieren.
So pur ist es original, aber die Chipotle-Soße schmeckt hervorragend dazu.

In der Sammlung sind noch zwei Rezepte für Huhn- und Fisch-Tacos, die ich noch nicht ausprobiert habe. Bericht folgt!