Fernweh-Freitag

Jetzt haben wir schon ziemlich lange richtig Sommer, so mit morgens ohne Jacke aus dem Haus gehen, abends lange draußen sitzen, in den blauen Himmel lächeln, die Laune immer ein paar Grad wärmer als sonst. Da muss man eigentlich gar nicht weit weg fahren, um Urlaubsgefühle zu bekommen. Ich habe trotzdem wieder eine kleine Reise-Webschau gemacht:

  • Ich, du und die U-Bahn: In New York hat ein Pärchen in jeder der 118 U-Bahnstationen ein Selfie, also Selbstporträt, von sich gemacht. Süß. Für Klugscheißer: Eigentlich gibt es 143 Stationen, aber wenn man jeden U-Bahn-Komplex als eine Station zählt, kommt man auf besagte 118. Hier und hier wurde darüber berichtet, die komplette Galerie der Fotos steht hier.
  • Daumen hoch! Reiseblogger Matt alias Expert Vagabond fährt gerade per Anhalter quer durch die USA, von Küste zu Küste. Auf seiner Seite kann man ihm quasi live dabei zusehen, die App auf seinem Telefon verrät, wo er gerade ist.
  • Kissenschlacht? Nein, Tomatenschlacht! Am Samstag findet in Brooklyn zum ersten Mal der Tomato Battle statt. Für 50 Dollar darf man sich gegenseitig mit matschigen Nachtschattengewächsen beschmeißen. Really? In San Francisco gibt es das anscheinend schon länger. Nunja.
  • Woran erkennt man einen Touristen in München? Außer an Fotoapparat, verlorenem Blick und Turnschuhen auch daran, dass er das „rechts stehen, links gehen“-Gesetz auf den Rolltreppen nicht befolgt. Was passiert, wenn man sich nicht daran hält und die „Überholspur“ blockiert, haben Münchner Soziologen jetzt mit studentischen Lockvögeln untersucht. Ein paar Erkenntnisse: Frauen sind unfreundlicher zu (im Weg stehenden) Frauen, und wer besser angezogen ist, wird weniger angepöbelt. Hier berichtet die Süddeutsche darüber.
  • Up & away: Wo findet man in Lissabon schöne Dachterrassen-Bars? Steht hier.
  • Lecker: Meine liebe Reisejournalisten-Kollegin Marion Trutter bloggt jetzt auf jamon.de über die kulinarische Welt Spaniens.
  • Die Zahl der Fahrradfahrer in London ist seit 2000 um 110% gestiegen, und auch als Tourist findet man mittlerweile rund ums Stadtgebiet praktische Leihräder. Wenn man mal ein bisschen mehr sehen will: BBC Travel hat Ideen für schöne Tagestouren, die aus der Metropole rausführen.
  •  Einfach abtauchen: Der Condé Nast Traveller zeigt die schönsten Swimmingpools rund um die Welt. Immer wieder schön anzusehen.

Ich freue mich jetzt auf ein sonniges Wochenende und auf meine Mama, die in ein paar Stunden am Bahnhof eintrudelt. Happy Weekend, everyone!

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Fernweh-Rezept: Gurkensalat mit Mohn

Oftmals überlese ich die Sinnsprüche, die Tag für Tag auf Facebook gepostet werden. Aber manchmal ist einer dazwischen, der hängenbleibt. Auf dem ich wieder und wieder gedanklich herumkaue. So wie dieser hier:
If you want something you’ve never had,
then you’ve got to do something you’ve never done.
So simpel, und so wahr. Wenn ich etwas erreichen möchte, das bislang unvorstellbar und unerreichbar schien, dann muss ich dafür neue Wege finden, Ungewohntes ausprobieren. Einen Blog starten, zum Beispiel. Oder mehr trainieren als sonst, um den 16-Kilometer-Lauf im September zu schaffen. Neues tun, um neue Resultate zu erhalten, gilt für so vieles im Leben – und in der Küche! Hier kommt ein Rezept ins Spiel, das von Sami Tamimi stammt und in Ottolenghi. Das Kochbuch auftaucht. Dieses kleine, einfache Rezept ist zu einem meiner absoluten Lieblinge geworden. Weil es anders schmeckt als „normale“ Gurkensalate. Weil es mich in Urlaubslaune bringt. Weil ich mich damit nach Israel träume, wo ich noch nie war.
Also: Wenn ich einen Gurkensalat haben möchte, der anders schmeckt als alle Gurkensalate, die ich bislang gegessen habe, dann muss ich auch andere Dinge reintun als sonst. So einfach ist das. Das fängt schon bei den Gurken an: Das sind keine geschmacksneutralen Supermarkt-Schlaffis, sondern kleine Aromawunder. Dazu kommt Koriander, wie herrlich exotisch. Und rote Chilis, die herrlich leuchten und das Draufbeißen irgendwie aufregend machen. Und Mohn. Mohn! Ich liebe Mohn, auch wenn das Essen immer mit einem gewissen optischen Risiko verbunden ist. Was für eine wunderbare Idee, mit diesen kleinen, schwarzen Perlen so etwas Simples wie einen Gurkensalat zu veredeln. So, jetzt aber genug geplappert, ich will euch dieses großartige Rezept nicht länger vorenthalten. Doch, Halt!, eines noch: Ich mache damit zum ersten Mal bei einem Blog-Event mit, nämlich bei den Fernweh-Rezepten von Penne im Topf. Noch eine Premiere. Wie aufregend!

GURKENSALAT MIT MOHN
Quelle: Ottolenghi. Das Kochbuch
Zutaten:
für 4 Personen, oder 2 mit gutem Appetit
6 Mini-Salatgurken (am besten vom griechischen oder türkischen Gemüsehändler)
2 milde rote Chilischoten, entkernt und in dünne Ringe geschnitten
3 EL grob gehackte Koriandergrün
60 ml Weißwein- oder Reisessig
125 ml Sonnenblumenöl
2 EL Blaumohn
2 EL Zucker
Salz und schwarzer Pfeffer

Soundtrack:
Devendra Banhart: Never Seen Such Good Things
melancholische kleine Folk-Nummer

Zubereitung:
Von den Gurken die Enden abschneiden und wegwerfen. Die Gurken schräg in Scheiben schneiden, sodass 1cm dicke und 3-4cm lange Stücke entstehen. Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermischen. Die Gewürze mit den Händen sanft in die Gurken einmassieren (jawohl! If you want something you’ve never had…). Probieren und je nachdem, wie ausgeprägt das Gurkenaroma ist, mit mehr oder weniger Zucker und Salz abschmecken. Der Salat sollte scharf und süß schmecken, fast wie sauer eingelegtes Gemüse. Falls der Salat nicht sofort serviert wird, eventuell später etwas Flüssigkeit abgießen. Anschließend prüfen, ob nachgewürzt werden muss.