Über-Nacht-Bircher-Müsli à la Anna Jones

Ich habe ein neues Lieblingsbuch. Vor ein paar Wochen hatte ich das Kochbuch „a modern way to eat“ von Anna Jones das erste Mal in Händen – und seitdem viele, viele weitere Male. Es ist nicht nur wunderhübsch und auf biologisch abbaubarem „Apfelpapier“gedruckt, d.h. aus Apfelresten, sondern auch ein echt tolles Kochbuch mit über 200 vegetarischen und veganen Rezepten. Das Tolle am Konzept von Köchin, Stylistin und Autorin Anna Jones (die übrigens bei Jamie Oliver gelernt hat): Sie nennt immer Variationsmöglichkeiten und ermuntert einen mit einer Art Baukastenprinzip, eigene Rezepte zu kreieren. Nur ein kleines Beispiel dafür ist dieses Bircher-Müsli: Da empfiehlt sie Pfirsiche, aber wenn deren Saison vorbei ist, kann man im Herbst und Winter z.B. gut Birnen nehmen (oder getrocknete Pfirsiche), im Sommer sind Erdbeeren toll. Ich habe mich diesmal für Himbeeren entschieden. Ich frage mich nur gerade beim Titel des Rezepts: Ist Bircher nicht immer ein Über-Nacht-Müsli? Wie dem auch sei: Habt einen schönen Tag!

annajones

ÜBER-NACHT-BIRCHER-MÜSLI
Quelle: Anna Jones: a modern way to eat (Mosaik)
für 2 Personen
Zutaten:
100 g Haferflocken
2 EL weiße Chiasamen (schwarze gehen auch, sind nur nicht so hübsch)
1 EL Kürbiskerne
350 ml Milch nach Wahl
1 EL Ahornsirup
1 Spritzer natürlicher Vanilleextrakt
1 Spritzer Zitronensaft
Obst, z.B. 2 Pfirsiche
Zubereitung:
Am Vorabend die Haferflocken mit den Chiasamen und den Kürbiskernen in eine Schüssel geben, mit der Milch übergießen, dann den Ahornsirup, den Vanillextrakt und den Zitronensaft hinzufügen. (Ich raspele manchmal noch einen Apfel hinein.) Gründlich vermischen, abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Morgens die Pfirsiche (oder anderes Obst) in kleine Stücke schneiden, mit etwas Zitronensaft beträufeln und entweder abwechselnd mit den Haferflocken und den Saaten in ein Glas oder eine Schüssel schichten oder einfach alles in einen Behälter mit Deckel geben und mitnehmen.

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Sonntagsbäckerei: Donna Hay Scones

Seit ich mal von einem Interview mit Donna Hay deren Brownie-Backmischung mitgebracht habe, ist Mr. B, mein Mann, der größte Fan der australischen Kochbuch-Queen. Als ich ihn gestern fragte, was ich denn mal wieder so backen könnte, war klar, dass es nicht so etwas Gesundes wie Süßkartoffel-Brot, Black Bean Brownies oder Zucchini-Brownies sein würde. Für ihn war die Antwort also klar: Irgendwas von Donna Hay! Ein reines Backbuch gibt es von ihr, soweit ich weiß, nicht, aber in ihren „Modern Classics süß“ wurden wir fündig: Scones, zum Frühstück. Sie mussten sich an den köstlichen Scones von Cynthia Barcomi messen lassen, die mir eine liebe Freundin mal serviert hat – und können auf jeden Fall mithalten! Sie sind leicht, fluffig, großartig. Das liegt vor allem an der reichlich darin enthaltenen Sahne… Sie schmecken zum Frühstück oder Nachmittagstee/-kaffee, und zwar am besten warm aus dem Ofen, mit ein wenig Marmelade, clotted cream (sofern man sie finden kann) oder Schlagsahne. Habt einen schönen Sonntag!

SCONES
Quelle: Donna Hay: Modern Classics süß (AT Verlag)
für 12-24 Stück
Zutaten:
625 ml Sahne
400 g Mehl
3 TL Backpulver
2 EL feiner Zucker
zum Servieren: Erdbeermarmelade & Schlagsahne
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Sahne halbsteif schlagen. Mehl und Backpulver dazu sieben, Zucker hinzufügen und alles gut verrühren (mit den Knethaken des Mixers). Den Teig auf einer leicht bemehlten Unterlage 3 cm dick ausbreiten (ausrollen lässt er sich nicht, ist ziemlich klebrig). Kreise von 4 cm Durchmesser (oder etwas größer) ausschneiden oder -stechen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und die Oberseite jeweils mit etwas Milch bestreichen. 12 bis 15 Minuten backen, bis die Scones schön aufgegangen sind. Warm mit Marmelade und/oder Sahne servieren.

Sonntagsbäckerei: Banana Bread

Was man in englischsprachigen Ländern so unter dem Begriff „Banana Bread“ zusammenfasst, hat ja meistens mit Brot nicht viel zu tun. Banana Bread ist vielmehr ein reichlich süßer Kuchen, dessen Scheiben man nach Belieben dann auch noch mit Butter bestreicht. Die südafrikanische Variante eines solchen Kuchens habe ich hier schon gebacken. Die Variante, die die Schwestern Jasmine & Melissa Hemsley in ihrem Kochbuch „The Art of Eating Well“ auftischen, kann man dagegen mit Fug und Recht als Banana BREAD bezeichnen, denn das Backwerk ist nur ganz dezent gesüßt (mit zwei Esslöffeln Ahornsirup). Außerdem verzichten sie auf Weißmehl. Der Kuchen/das Brot wird mit gemahlenen Mandeln gemacht. „The Art of Eating Well“ ist jetzt übrigens unter dem Titel Natürlich gut essen auch auf deutsch erschienen. Ich habe die gesunden Rezepte der Hemsley-Schwestern schon hier, hier und hier getestet und kann sie nur empfehlen.
So, und noch eine kleine Leseempfehlung: In der Welt am Sonntag schreibe ich heute über die Kunst des richtigen Sprechens.

BANANA BREAD
Quelle: Jasmine & Melissa Hemsley: The Art of Eating Well
für 1 Brot oder 15 Muffins
Zutaten:
300 g reife Bananen (ca. 3 Bananen)
30 g Butter, Zimmertemperatur
2 EL Ahornsirup (nach Geschmack auch etwas mehr)
1 TL Zimt, gemahlen
1 TL Vanilleextrakt*
3 Eier, Größe L
1/2 TL Natron
1 EL Zitronensaft
220 g Mandeln, gemahlen
30 g Leinsamen, gemahlen
1 EL Leinsamen zum Drüberstreuen
Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 170 Grad vorheizen. Eine Kastenform (Anmerkung: sie nehmen eine mit den Maßen 23 x 13 cm, meine hatte 28 x 8 cm, darin wird das Brot nicht ganz so hoch) mit Backpapier auslegen (in das kann man das Brot später auch zur Aufbewahrung einwickeln). Die Bananen und die Butter mit einer Gabel zu einem Brei zerdrücken. Ahornsirup, Zimt, Vanille, Eier, Natron, Zitronensaft und eine Prise Salz hinzufügen und verrühren. Die Mandeln und die gemahlenen Leinsamen untermischen und gut verrühren. Oder man gibt einfach alles in eine Küchenmaschine. Den Teig in die vorbereitete Kastenform geben und 60 – 75 Minuten backen (mit einem Holzstäbchen testen, ob er schon fertig ist). Wenn das Brot schnell zu dunkel aussieht, evtl. mit Backpapier abdecken. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
Die Hemsley-Schwestern empfehlen, es im Kühlschrank aufzubewahren. Man kann das Brot auch in Scheiben schneiden und einfrieren, es macht sich gut als kleines Frühstück.

*Seit mir eine Kollegin erzählt hat, dass es das Mark der Vanilleschoten schon fertig ausgekratzt im Bioladen gibt, benutze ich eigentlich nur noch das. Vanilleextrakt, wie er hier im Rezept vorkommt, ist flüssig (und enthält Zucker).

 

Beerenmarmelade mit Basilikum

In dem Versuch, weniger Zucker zu essen, gab es bei uns nicht nur weniger Sonntagskuchen, sondern auch gar keine Frühstücksmarmelade mehr. Ach, aber irgendwie fehlt da was… Als ich also letzte Woche im Zeit Magazin das Rezept für eine Beerenmarmelade sah, konnte ich nicht widerstehen, die musste gemacht werden. Sie enthält Brombeeren (leider hatte ich diesmal keine aus dem Garten meines Vaters), Himbeeren und Heidelbeeren. Das Beste des Sommers also quasi, dazu noch einen angenehmen Kick von frischem Basilikum. Natürlich ist das Selbermachen viiiiel teurer, als sich einfach ein Glas im Supermarkt zu kaufen – aber so viel befriedigender und leckerer. Und, wie Elisabeth Raether so schön dazu schreibt: „Das Marmeladeeinkochen gehört zu den einfachsten Tätigkeiten in der Küche, es ist leichter als Geschirrabspülen.“ Stimmt. Und dazu gab es noch den guten Tipp, wie man Gläser sterilisiert: Deckel und Gläser nach oben offen auf einem Backblech platzieren und das Blech 10 Minuten lang bei 160 Grad im Ofen lassen. Vor der Verwendung etwas abkühlen lassen.

BEERENMARMELADE MIT BASILIKUM
Quelle: Véronique Witzigmann: Das Marmeladenbuch via Zeit Magazin
für 2-3 Gläser
Zutaten: 
250 g Brombeeren
250 g Heidelbeeren
250 g Himbeeren
Saft von 1/2 Zitrone bzw. 60 ml Zitronensaft (bei mir war dafür eine ganze Zitrone nötig)
300 g Gelierzucker (3:1)
12 frische Basilikumblätter von mittlerer Größe
Zubereitung:
Die Beeren verlesen, schlechte aussortieren. Brombeeren und Heidelbeeren waschen. Zitrone auspressen und den Saft abmessen. Die Beeren in einem Topf mit einem Kartoffelstampfer andrücken. Zitronensaft und Gelierzucker unter die Beeren mischen und 30 Minuten lang ziehen lassen. Dann unter Rühren langsam zum Kochen bringen und 5 Minuten kochen lassen. Basilikumblätter in die heiße Masse geben, alles mit dem Zauberstab fein pürieren. Kurz aufkochen. Schließlich in sterilisierte Gläser füllen – sie sollten randvoll sein – und gut verschließen.