10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Wenn ich bei diesem stürmischen, regnerischen Wetter aus dem Fenster schaue, ist die Gefahr groß, dass die Laune in den Keller sinkt. Darum erinnere ich mich schnell an all die tollen Sachen, die gerade meine Stimmung heben. Vielleicht ist ja auch eine Idee für euch dabei?

*Ein Abend im Bräustüberl von Giesinger Bräu: Dort kann man für 4,20 Euro „Die kleine Bierprobe“ machen und drei verschiedene Biersorten der coolen Brauerei à la jeweils 0,1 l probieren. Super Idee. Ich mochte vor allem die „Giesinger Erhellung“ und den „Superbock“, äh, „Jubiläumsbock“. Auch fein: der Schweinebraten.
*Anderen zeigen, wie schön München ist: Wenn Gäste zu Besuch sind, gebe ich ihnen gern meine persönliche Stadtführung. Für Neckermann Reisen habe ich jetzt aufgeschrieben, was da alles auf dem Programm steht.
*“Chicago Fire“ gucken. Mr. B hat mal wieder eine Serie aufgetrieben, nach der wir süchtig werden könnten. Er hat schon die erste Staffel geguckt, ich bin erst bei Season 2 rund um Leben und Lieben auf einer Feuerwache in Chicago eingestiegen. Dramen, Rauch und Flammen – was braucht man mehr?!
*Das Buch „Single, Carefree, Mellow“, Kurzgeschichten von Katherine Heiny. Anders als der Titel vermuten lässt, geht es gar nicht nur um Singles. Aber immer sind es Frauen (auch verheiratete), die im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen. Lena Dunham lobte Heinys Erstling mit den Worten: „Katherine Heiny’s work does something magical: elevates the mundane so that it has the stakes of a mystery novel, gives women’s interior lives the gravity they so richly deserve – and makes you laugh along the way.“
*Und noch ein Buch: Da bin ich gerade mittendrin: Gretchen Rubins „Better than before“ (kommt bestimmt auch bald auf deutsch heraus). Die Autorin hat es ja schon mit ihrem Buch „Das Happiness-Projekt“ zu einiger Berühmtheit gebracht, ihrem Bericht über den Versuch, ein Jahr lang alles mögliche auszuprobieren, was Studien als Glücksbringer eruiert haben (hier habe ich darüber geschrieben). Jetzt nimmt sie sich das Thema „Gewohnheiten“ vor. Sie untersucht, wie man es schafft, mehr gute Gewohnheiten ins Leben zu integrieren. Spannend! Zum Thema Gewohnheiten hat mir auch das Buch von Journalist Charles Duhigg sehr gut gefallen.
*Instagram. Ich bin gerade süchtig nach dem Foto-Dienst und all den schönen, inspirierenden Bildern, die da gepostet werden. Ich mag die tollen Food-Fotos von @imfleur, die Aquarellzeichnungen von @roxje und die Vielfalt von @iquitsugar. Hin und wieder veröffentliche ich auch selbst ein Bild dort.
*Mittagspausen. Mit Kolleginnen. Reden und essen, eine gute Kombination.
*Essensplanung. Reichlich spät, aber gerade habe ich richtig Spaß daran, mir zu überlegen, was ich über die Feiertage kochen und backen mag. Vielleicht mal einen Key Lime Pie? Oder wieder Verenas Osterlamm?
*Eine skurrile Mischung: Wie anders ein „Harry Potter“-Trailer wirken kann, wenn man ihn mit der Titelmelodie der Serie Friends unterlegt (eine meiner absoluten Lieblingsserien), sieht man hier. I’ll be there for you…
*Briefe. Oder auch Postkarten. Auf jeden Fall handgeschrieben, mit Liebe. Wenn die im Briefkasten landen, ist das immer ein Grund, sich zu freuen. Danke!

Geguckt, geklickt, gelesen

In den letzten Tagen habe ich seit langem mal wieder viel Zeit mit und in der Deutschen Bahn verbracht. Und nein, ich werde jetzt nicht darüber meckern, dass die Ansage „Es werden alle Anschlusszüge erreicht“ eine Lüge ist, wenn man den ICE nach Köln zwar noch „erreicht“, aber nur noch, indem man einen Blick auf seine Rücklichter werfen kann. Nein, diese Scharte hat die nette Dame an der Info gleich wieder ausgewetzt. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich endlich mal wieder sehr viel Zeit zum Lesen hatte – herrlich. Ein paar meiner Highlights:

  • Brigid Schulte: Overwhelmed. Work, Love And Play When No One Has The Time
    Nichts gegen einen guten Roman, aber in letzter Zeit habe ich irgendwie vermehrt Lust auf Bücher, die mich bis vor ein paar Jahren noch null interessiert haben: nämlich Sachbücher. Erlebnisberichte, Memoiren, Ratgeber – die finde ich zunehmend spannender (hier hatte ich schon mal welche vorgestellt). Vor allem, wenn sie nicht nur lehrreich, sondern auch noch gut geschrieben sind. Verschlungen habe ich zum Beispiel das Buch der Amerikanerin Brigid Schulte, Overwhelmed. Work, Love and Play When No One Has The Time. Die Journalistin startet mit ihrem eigenen Gefühl der Überforderung. Statt wirklich Zeit für die Dinge zu haben, die ihr wichtig sind (und für sich selbst), hat sie den Eindruck, ihr Alltag bestünde nur noch aus wertlosen Fetzen „Zeit-Konfetti“. Als ihr dann auch noch ein Zeitforscher erklärt, sie habe doch jede Woche 30 Stunden „Freizeit“, wird sie richtig wütend, denn ihr Leben fühlt sich überhaupt nicht so an. Vor allem, weil sie – wie sie dann im Laufe ihrer Recherche herausfindet – als Mutter sehr viel „unsichtbare“ geistige Arbeit (mental labor) in Bezug auf Kinder und Familie hat. Also z.B. nicht nur die Zeit, die sie damit verbringt, Kinder zu Hobbys oder Arztbesuchen zu chauffieren, sondern überhaupt die geistige Anstrengung, die es erfordert, all diese Termine im Kopf zu haben und zu koordinieren. Sie bearbeitet das Thema gründlich von allen möglichen Seiten, erklärt z.B. auch die historischen und politischen Hintergründe der Entwicklung hin zur Überforderung. In den USA, wo Arbeitnehmer ja sehr viel weniger Urlaubstage haben als wir in Europa (und von diesen auch noch viele einfach verfallen lassen) und Kinderbetreuung staatlich sehr viel schlechter (bis gar nicht) organisiert ist, hat das Problem noch ganz andere Dimensionen, aber die Ergebnisse, zu denen Schulte kommt, sind auch auf dieser Seite des Atlantiks spannend und lehrreich. Zum Beispiel, weil sie anregt, sich mal wieder Gedanken über die eigenen Prioritäten zu machen (womit will ich wirklich meine Zeit verbringen?). Dabei musste ich an den schönen Satz aus Gretchen Rubins Happiness Project denken: What you do every day matters more than what you do once in a while. Weiterer Denkanstoß: Sich in Partnerschaften dem Ideal der Gleichberechtigung wirklich mehr anzunähern, wenn es um Haushalt & Co. geht, auch wenn das viele und vielleicht mühsame Diskussionen erfordert. Wer mehr erfahren will: Bei goop gibt es ein längeres Interview mit Brigid Schulte (unterbrochen von anderen Beiträgen, nicht wundern) unter der Überschrift „Ending the Mommy Wars“.
  • Eve O. Schaub: Year of No Sugar
    Zuckerfrei gebacken habe ich ja schon hier und da, aber das Experiment von Eve O. Schaub geht noch sehr viel weiter: Sie hat mitsamt ihrer Familie (Ehemann und zwei Töchter) ein Jahr lang zuckerfrei gelebt – und dabei nicht nur festgestellt, in wievielen Produkten (Brot, Mayonnaise, Balsamico-Essig) unerwartet Zucker enthalten ist, sondern auch, wie sich der Geschmack verändert, wenn man längere Zeit darauf verzichtet. Und wie viel Aufwand das bedeutet (Brot backen, Tomatensoße selbst kochen etc.). Außerdem fiel ihr natürlich vermehrt auf, wie sehr Feiertage (Ostern, Weihnachten, Halloween) um den Konsum von Zucker kreisen. Um nicht völlig zu Außenseiter zu werden beziehungsweise um besser durchzuhalten, hatte Schaub übrigens mit ihrer Familie vereinbart, dass es jeden Monat einen Nachtisch oder Kuchen mit Zucker geben sollte, den abwechselnd eines der Familienmitglieder aussuchen durfte. Am Ende des Jahres waren sie dann teilweise schon gar nicht mehr in der Lage, das ganz aufzuessen, weil ihnen die Süßigkeiten mit der Zeit viel zu süß vorkamen. Nach Abschluss des Experiments lebt die Familie übrigens (anders als z.B. die Australier Sarah Wilson oder David Gillespie) nicht mehr komplett zuckerfrei, hat aber viele ihrer Gewohnheiten umgestellt und verwendet statt normalem Haushaltszucker für viele Rezepte Dextrose (Traubenzucker), also „gute“ Glucose statt der „bösen“ Fructose. Den Anstoß zu ihrem Experiment gab übrigens das Video Sugar: The Bitter Truth von US-Kinderarzt und Neuroendokrinologe Dr. Robert Lustig, einem vehementen Anti-Zucker-Aktivisten.
  • Caitlin Moran: Moranthology
    Von Caitlin Moran, einer britischen Autorin und Feministin, und ihrem Buch How to be a woman, hatte ich ja schon hier geschwärmt. Ihr zweites, Moranthology, eine Sammlung von Kolumnen, ist bislang nicht auf deutsch erschienen. Und wird es vermutlich auch nicht, weil es phasenweise sehr speziell britisch ist, sich auf britische TV-Serien, Politiker etc. bezieht. Trotzdem fand ich es sehr lesenswert, weil sie immer wieder auf ihre witzige Art aus ihrem Alltag erzählt und weil ihre TV-Kritiken fantastisch geschrieben sind. Im Moment ist sie übrigens gerade mit ihrem neuen Buch, How To Build A Girl, auf Lesereise.
  • Cheryl Strayed: Tiny Beautiful Things
    Jeder, den ich zur Zeit treffe, muss sich mein Schwärmen von diesem wunderbaren Buch anhören. Mann, ist das toll! Cheryl Strayed ist nicht nur die Autorin des Bestsellers Der große Trip. Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst (gerade mit Reese Witherspoon verfilmt), sondern auch die Frau, die unter dem Pseudonym „Sugar“ auf der Kultur-Website The Rumpus.net in der Kolumne Dear Sugar Lebenshilfe erteilt. Das klingt jetzt so banal, dabei sind Strayeds Texte alles andere als das. Sie gibt keine Kummerkasten-Tanten-Tipps, sondern nimmt die Fragen und Sorgen der Menschen, die ihr schreiben, wirklich ernst und packt bei ihren Antworten auch selbst richtig aus, erzählt zum Beispiel von ihrer gescheiterten ersten Ehe, dem Tod ihrer Mutter und anderen prägenden Lebensereignissen, die ihr helfen, das Leiden anderer besser zu verstehen. Das Ganze in einer so wunderbaren Sprache, so authentisch, wahr und wortgewaltig, dass ich beim Lesen ganz oft Tränen in den Augen hatte. Kleine und große Lebensweisheiten und -wahrheiten. Mann, ist das toll!
    BücherCollage
    Meine Mutter wird jetzt bestimmt wieder schimpfen, dass ich wieder nur englische Bücher vorgestellt habe, aber das musste diesmal einfach sein. Sorry, Mama!

 

Couch-Geflüster: Meine März-Bücher

Das beste Mittel gegen Aufschieberitis: sich dadurch zu einer Sache, die man eigentlich schon ewig machen wollte, zu motivieren, dass man sich eine andere Sache vornimmt, die auch ganz dringend erledigt werden sollte. In diesem Fall heißt das: Eigentlich wollte ich hier im Blog dieses Jahr jeden Monat über die Bücher schreiben, die ich gerade so lese. Dann war die Buch-Ausbeute im Januar so mau, und dann kam der Februar und der Urlaub – und jetzt ist es März, ohne dass ich eine einzige Zeile über neue lesenswerte Zeilen geschrieben habe. Weil ich aber eigentlich auch heute zum Sport gehen wollte, habe ich auf einmal irre Lust, endlich diesen (auf meiner imaginären To-Do-Liste) längst fälligen Post zu schreiben. Das nutze ich aus. Hier also, was ich zuletzt gelesen und gemocht habe:

*NoViolet Bulawayo: We Need New Names
Ein Buch, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Die Autorin ist eine simbabwische Schriftstellerin, die in den USA lebt, und ihre Sprache hat so viel Power, dass es einen einfach umhaut. Sie schreibt über ihr Heimatland Simbabwe (ohne dass der Name des Landes jemals fällt) und das, was die Regierung unter Mugabe dort angerichtet hat. Vor allem geht es um die „Operation Murambatsvina“ (Shona für „Müllentsorgung“; offiziell heißt sie „Operation Restore Order“), in der die Regierung seit 2005 mit brutaler Gewalt Menschen aus ihren Behausungen vertreibt und so genannte „informal settlements“ zerstört. Erzählt wird das mit der Stimme eines Mädchens, Darling, das dadurch sein Zuhause verliert und daraufhin im Slum „Paradise“ aufwächst. Der Roman und Darlings Weg, der schließlich nach Amerika führt, wird episodenhaft geschildert. Besonders das titelgebende Kapitel „We Need New Names“ macht mir Gänsehaut. Wir haben Simbabwe letztes Jahr auf unserer Afrika-Reise besucht, vielleicht interessiert es mich deswegen so, was in diesem schönen, gebeutelten Land passiert. Fesselnd, verstörend, berührend.
Was hängenbleibt: Der Gedanke, dass man alles auch ganz anders sehen kann: So denkt die Protagonistin angesichts müllfreier Straßen in Amerika nicht, wie schön sauber es sei, sondern vermisst den Abfall, der in ihrer Heimat den Straßenrand ziert: Daran sehe man doch erst, dass Menschen hier leben.

*Caitlin Moran: How To Be A Woman (dt. how to be a woman. Wie ich lernte, eine Frau zu sein)
Die britische Kolumnistin Caitlin Moran hat mit How To Be A Woman vor zwei Jahren eine Mischung aus Autobiographie, Lebensratgeber und feministischem Manifest vorgelegt – die auch noch wahnsinnig witzig ist. Ehrlich, derb und witzig schildert Moran ihren Weg von der 13-Jährigen, die die Unterhosen ihrer Mutter auftragen muss, zur Mittdreißigerin, die Lady Gaga interviewt, glücklich verheiratet ist, und zwei Kinder hat, und arbeitet dabei amüsant durch, was Frausein heute bedeutet. Feminismus für Fortgeschrittene nannte die Zeit das damals in einer Rezension. Von Highheels, Handtaschen, Sexismus im Büro bis hin zu Intimrasur und Abtreibung – Moran lässt nichts aus. Fragen wie BH-Kauf, Tangas und welche Kosenamen für Brüste und Vagina angemessen sind, verhandelt sie angesichts eigener Erfahrungen und brüllkomischer Anekdoten („my girls“ könne eigentlich keine Frau mehr zu ihren Brüsten sagen, weil man dabei reflexartig an Scarlett Johanssons‘ girls denken müsse, seit die den Begriff einmal verwendet hat). Selten so oft „ja, ja, ja“ gedacht beim Lesen eines Buches. Und so viele Passagen markiert. Zum Beispiel:
*These days, sexism is a bit like Meryl Streep, in a new film: sometimes you don’t recognise it straightaway.
*Oder: You should NOT buy an outfit if you have to strike a sexy pose in the changing-room mirror to make it look good.
*Und: You can always tell when a woman is with the wrong man, because she has so much to say about the fact that nothing’s happening.
Was hängenbleibt: 1. Dass zwei Fragen ausreichen, um herauszufinden, ob man Feministin ist: a) Do you have a vagina? b) Do you want to be in charge of it? Zwei Mal „ja“? Herzlichen Glückwunsch, Sie sind eine Feministin! 2. Ein guter Rat: Um herauszufinden, ob jemand sich gerade frauenfeindlich verhält, solle man sich einfach mal fragen „Ist das höflich?“ (Don’t call it sexism. Call it ‚manners‘ instead.). Und dann auch genauso kontern: „Das war jetzt aber ein wenig… unhöflich.“ Damit nehme man Dummschwätzern den Wind aus den Segeln, ohne hysterisch zu wirken und deswegen nicht ernst genommen zu werden. 3. Noch ein guter Rat: Frauen sollten sich nicht mehr mit Selbstverbesserung und lähmender Selbstkritik stressen, sondern machen statt sein. (Accepting that you’re just some perfectly ordinary woman who is going to have to crack on, work hard and be polite in order to get anything done is – once you’ve got over the crippling disappointment of your thundering ordinariness – incredibly liberating.)

*Gretchen Rubin: The Happiness Project (dt. Das Happiness-Projekt)
Auch dieses Buch ist schon ein paar Jährchen alt und damals durch viele Medien gewandert. Selbstversuche gehen ja immer gut. Aber das meine ich gar nicht zynisch, denn dieses Buch ist toll, ich habe gern gelesen, wie Journalistin Rubin ein Jahr damit verbringt, glücklicher zu werden, indem sie versucht, alle möglichen Erkenntnisse aus der Glücksforschung in die Tat umzusetzen. Ihr Fazit: Ja, es kann einen glücklicher machen, morgens zu singen, den Kleiderschrank auszumisten oder Sachen zu erledigen. Auch mit Hilfe ihres Blogs ist daraus eine richtige Glücks-Bewegung geworden, sehr hands-on, sehr motivierend. Die deutsche Version des Projekts, Das Glücksprojekt von Alexandra Reinwarth, ist übrigens auch sehr nett.
Was hängenbleibt: Zynismus ist einfach, Begeisterung ist mutig. Oder, wie Rubin schreibt: Enthusiasm is a form of social courage. Sie erklärt, warum es manchmal so schwer sein kann zu sagen, dass man etwas gut findet, oder warum wir ungefilterte Begeisterung bei anderen gern belächeln. Eine Studie zeigte zum Beispiel, dass Menschen glauben, die Schreiber von negativen Buchkritiken hätten mehr Ahnung als die von positiven. Also, Mut zum „Gefällt mir“! Und noch ein Satz, den ich mir gemerkt habe: What you do every day matters more than what you do once in a while. Im Augenblick schreibt Rubin übrigens an einem Buch über Gewohnheiten. Bin gespannt drauf!

So, langsam muss ich jetzt aber doch los zum Sport. Deswegen die letzten drei nur noch kurz:

*Zadie Smith: London NW
Ich mag Zadie Smith, ihre Bücher Von der Schönheit und Zähne zeigen fand ich anbetungswürdig. Auf ihr neues Buch über vier Menschen aus dem eher problematischen Londoner Stadtteil North West hatte ich mich daher sehr gefreut. Aber bei London NW packten mich die Charaktere irgendwie nicht. Toll geschrieben, keine Frage, aber diesmal habe ich keinen rechten Zugang gefunden. Klug und erhellend, aber kalt wie Marmor, schrieb die Zeit.

*Daniel Bergner: What Do Women Want? (dt. Die versteckte Lust der Frauen)
Schlaue Journalisten, die schlaue Bücher schreiben, finde ich toll. In diesem geht es um weibliche Sexualität, Lust und Begehren und darum, was die Libido anfeuert – auch, wenn sie mal eingeschlafen ist. Mit diesen Fragen beschäftigen sich ja zurzeit auch diverse Pharmafirmen, die versuchen, eine Art „Viagra für die Frau“ zu entwickeln. Was Bergner aus seinen Gesprächen mit zahlreichen Wissenschaftlern destilliert, ist spannend und super zu lesen und hat für reichlich Wirbel gesorgt: Er sagt zum Beispiel, dass Frauen von Natur aus gar nicht so monogamie-fähig seien, wie sie immer dargestellt werden. Im Zweifelsfall feuert nämlich nichts eine schlappe Libido so sehr an wie ein neuer Partner.

*Robert Galbraith: Der Ruf des Kuckucks
Der Krimi, den Harry Potter-Autorin J.K. Rowling unter Pseudonym geschrieben hat, ist ein ziemlicher Schinken. Irgendwie (auf gute Weise) altmodisch, eine Detektivgeschichte, die sich viel Zeit lässt. Eine nette Lektüre, nur bei der Auflösung geht ihr leider ein wenig die Luft aus. Bin gespannt, ob daraus eine Reihe wird, denn die Hauptfiguren, der abgehalfterte Privatdetektiv Cormoran Strike und seine Sekretärin Robin, hätten das Potenzial dazu.