Fernweh-Freitag: Schlemmen & Schleudern

So, jetzt ist Weihnachten schon wieder rum. Nein, vom Kirchenkalender her natürlich noch nicht, aber für mich de facto schon, es wird wieder gearbeitet. Ich esse zwar immer noch Plätzchen zum Frühstück, aber langsam kehrt wieder Normalität ein. Darum muss natürlich auch der Fernweh-Freitag wieder in Schwung kommen, den ich ja den ganzen Dezember über bislang sträflich vernachlässigt habe. Bittesehr:

  • Zunächst einmal ein kleiner Nachklapp zu unserem London-Kurztrip: Wunderbar gegessen haben wir thailändisch im Blue Elephant, Tapas in der Notting Hill Kitchen, portugiesisch-südafrikanisches Hähnchen in Camden bei Nando’s (und einen unglaublich leckeren Caramel Cheesecake, to die for!). In Jamie Olivers Recipease (Kochschule, Kochzubehör- und Delikatessenladen) haben wir eine Pie-Form und weihnachtliche Mince Pies erstanden, bei Guns for Fun in Notting Hill (47 Pembridge Rd) originelle E-Book-Cover (hier gibt’s die auch), außerdem geshoppt und geschaut auf dem Camden Lock Market. Schöner Spaziergang: Am Regent’s Canal kann man herrlich kuriose Hausboote, Dekorationen und herrschaftliche Anwesen sehen – und die „Before I die“-Tafel, auf der man Wünsche und Träume eintragen kann.
  • Nach Island will ich schon lange mal, jetzt gibt es noch einen Grund mehr: Das isländische Restaurant Dill in Reykjavík unter Leitung von Chefkoch Gunnar Karl Gislason wurde als bestes nordisches Restaurant des Jahres ausgezeichnet. Und: Vom 26. Februar bis zum 3. März 2014 findet in Reykjavík das Food & Fun Festival statt. Schade, da kann ich leider nicht: Wir sind dann mal wieder in Südafrika im Urlaub. Aber werden bestimmt auch da gut essen!
  • Berliners, aufgepasst: Am 10. Januar findet wieder der Thyme Supperclub statt, am 11. kocht Fräulein Kimchi (bekannt vom Streetfood Thursday).
  • Das US-Foodmagazin bon appétit macht wieder einen neuen Gastrotrend aus: Laundrobars, kulinarische Waschsalons. Einmal Schlemmen und Schleudern, bitte!

So viel für heute. Schöne Ferien, falls ihr noch welche habt, ansonsten auf jeden Fall ein schönes Wochenende, das ist ja nicht mehr weit!

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Fernweh-Freitag: Fenster, Funding, Flashpacker

Eigentlich hatte ich heute überhaupt keine Lust, einen Beitrag zu schreiben. Der Kopf ist dumpf von der Erkältung, die nach zwei Wochen Abwesenheit ein fulminantes Comeback feiert, und die feiertägliche Ruhe (Allerheiligen) macht mich ebenfalls schläfrig. Aber so fängt man doch keinen Artikel an! Das zieht doch keinen Leser rein! Also, nochmal mit ein bisschen mehr Power und positiver Attitude: Es ist Freitag, gefühlt Sonntag (yay!), und ich bin beim Aufräumen in einem alten ZEITmagazin (welche Ausgabe? kann ich leider nicht mehr sagen, schlampige Ablage) über eine Notiz gestoßen, bei der ich sofort dachte: Das wäre doch was für den Fernweh-Freitag! So kam sie dann doch zurück, die Schreiblust. Ich hätte mir natürlich auch einfach noch einmal den motivierenden Beitrag von Doris Schuppe mit Tipps gegen Schreibblockade beim Bloggen durchlesen können. Aber das mache ich dann beim nächsten Mal.

  • Was mich im ZEITmagazin aufhorchen ließ? Der Blog windowsofnewyork.com. Gerade mal reingeschaut, gefällt mir. Ein Grafikdesigner stellt jede Woche eine neue Illustration eines New Yorker Fensters ein. Mal ein ganz neuer Blick auf die Stadt, die man schon so oft gesehen zu haben meint. Ungewöhnlich.
  • Bei Indiegogo kann, wer möchte, ein kulinarisches Reisebuch über Zypern crowdfunden. Hier geht’s zur Info.
  • Schon seit längerem sammle ich Ideen für Island. Irgendwann schaffe ich es auch noch dorthin! Diese Woche habe ich mir die 11 Island Tipps von Travel Run Play gemerkt. Zum Beispiel: Street Art in Reykjavík angucken oder in den heißen Quellen bei  Hveravellir im Hochland baden.
  • In den Reisedepeschen beschreiben und zeigen Aylin und Stefan den Sehnsuchtsort Insel, in diesem Fall: thailändische Insel. Ganz klar: Fernwehgefahr, wenn ich das sehe. Und jetzt weiß ich auch, was ein Flashpacker ist. Wieder was gelernt.

So viel (oder wenig?) für heute. Habt es gut!

Bild: Salar de Atacama, Chile

Fernweh-Freitag: Bücher, Berge & Botanik

Was macht der Lieblingsbruder, wenn er aus Hamburg zu Besuch nach München kommt? Bringt Franzbrötchen mit. Best Bruder ever! So konnte ich heute morgen mein Lieblingsgebäck vernaschen, das zwar Brötchen heißt, aber eigentlich eine Süßigkeit ist. Was für ein Start in den Tag: Hefeteig, Zucker, Zimt, und Butter, Butter, Butter. In den besten Franzbrötchen der Stadt, denen von Bäckerei Daube, ist, glaube ich, auch noch Marzipan drin – pure Dekadenz!
Zum Thema Franzbrötchen Familie gehört auch dieses Bild. Es ist eines der alten Dias, die mein Großvater gemacht hat, als er mit seiner Familie 1957/58 als Austausch-Professor für ein Jahr an der Southern Illinois University in den USA war. Hier zu sehen: mein kleiner Papa vor einem großen Kaktus. Weil mein Großvater jedes Dia penibel beschriftet hat, weiß ich, dass das in Texas war. Östlich der Guadalupe Mountains, auf der McComb-Ranch, um genau zu sein. Vielleicht sind diese Dias daran schuld, dass ich mit dem Reisevirus infiziert bin, auf jeden Fall aber mein Großvater, der als Paläontologe auf seinen Recherchereisen für Fossilien-Ausgrabungen fast jeden Kontinent bereist hat.

  • Apropos Fernweh: Für Mitte November habe ich jetzt einen Yoga-Urlaub in Marokko gebucht. Ich freue mich so! Und im Februar, finden Mr. B und ich, müssten wir eigentlich unbedingt mal wieder nach Kapstadt, in seine Heimatstadt. Warum man den Winter in Cape Town verbringen sollte? Die Travelettes haben dafür gleich 30 gute Gründe gefunden.
  • Gegen Reisefieber geholfen hat ganz sicher nicht der gestrige Abend mit Meike Winnemuth, die – auf ihrer Lesereise mittlerweile in München angekommen – aus ihrem Buch Das große Los vorgelesen und dazu erzählt hat. Meike Winnemuth? Ja, die Journalistin (sie war auch mal meine Chefin), die bei Günther Jauch 500000 Euro gewann und dann beschloss, ein Jahr lang in zwölf verschiedenen Städten rund um den Globus zu leben. Was sie auch getan hat. Davon handelt ihr Buch (von dem ich hier auch schon geschwärmt habe) und ihr Blog, den sie währenddessen führte. Die Lesung war rappelvoll und (bis auf anfängliche Mikrofon-Probleme) sehr unterhaltsam. Die wichtigste Botschaft des Abends: Please walk on the grass. So steht es auf einem Schild im Botanischen Garten in Sydney, und Meike bittet darum, diese Botschaft ernst zu nehmen und auch metaphorisch zu verstehen. Will heißen: sich mehr zu erlauben, mehr zu trauen, mehr zu wagen. „Es ist viel mehr möglich, als man denkt“, sagt sie. Und: „Please walk on the grass. Es werden wunderbare Dinge passieren, wenn Sie es tun.“ Für 2014 plant sie übrigens ein neues Projekt: 12 Monate in 12 deutschen Städtchen.
  • Eine super Kombi, Reisen und Schreiben. Wer das in den USA tun will: Flavorwire empfiehlt Great American Cities for Writers, alles außer New York: Chicago, Illinois, ist dabei, aber auch Bellingham, Washington und Saint Paul, Minnesota. Und einmal musste ich auch wehmütig seufzen, weil hier nämlich auch das schöne Städtchen Asheville in North Carolina empfohlen wird, in dem meine amerikanische Gastschwester Melissa wohnt. Flavorwire empfiehlt dort das Buchladen-Café Malaprop’s. Den Tipp kann ich nur unterschreiben. Dort kann man nicht nur bestens sitzen, lesen, schreiben, Kaffee trinken, sondern auch tolle Mitbringsel erstehen. Mein geliebter Magnet Yay! Dreams! stammt von dort. Und ein Shirt mit der Aufschrift Eat. Sleep. Read. Muss ich noch mehr sagen? Wenn ihr mal in der Nähe seid – unbedingt hin!
  • North Carolina zählt ja zu den Südstaaten, und wer mal da war, hatte sicherlich die ein oder andere Begegnung mit Fried Chicken. Aber dieses kulinarische Kuriosum gibt es nicht nur dort. Die Fried Chicken Road Map verrät, wo man für den fetten Snack am besten anhalten sollte.
  • Stefanie vom Gipfelglück Blog hat die (auf ihrer Seite) 10 beliebtesten Bergtouren in den Alpen zusammengestellt. Schnell noch mal in die Berge, bevor der Winter kommt!
  • Für mich nicht fern, aber vielleicht für euch: München. Irma’s World macht Lust, das neue Occam Deli in Schwabing zu testen und Harper’s Bazaar empfiehlt einen München-Cityguide für Frauen.
  • Was man beim Reisen so alles lernt: Life Lessons vom Thought Catalogue.
  • Heimdeko-Guru Martha Stewart sorgt gerade in der Blogosphäre für Aufruhr, weil sie sich in einem Interview mit Bloomberg TV recht abfällig über (Food-)Blogger geäußert hat. Zitat Martha Stewart: „Who are these bloggers? They are not editors at Vogue. … They are not experts.“ Der Amateur Gourmet hat dazu eine kluge Replik geschrieben: Whatever, Martha. Holly Becker von Decor8 argumentiert, dass man die Kritik als Ansporn nehmen sollte, noch besser zu werden und selbstbewusst zu sagen, wer man ist und wofür man steht: Who are these bloggers?
  • Apropos Meinungsverschiedenheiten: Anne vom wunderbaren Reiseblog Prêt à voyager beschreibt ein originelles Fastfood-Restaurant in Pittsburgh: Bei Conflict Kitchen gibt es Gerichte aus Ländern, mit denen die USA gerade Zwist haben – und dazu Broschüren mit Infos zu den jeweiligen Ländern. Gerade im Angebot: Iranisches Essen.
  • Zum Schluss noch etwas Versöhnliches: Schöne Landschaftsaufnahmen zum Ersten: Die Zeit zeigt schöne Island-Luftbilder aus dem Blog Iceland for 91 days. Und zum Zweiten: hier die Aufnahmen zum Wildlife Photographer of the Year. Atemberaubend!

Fernweh-Freitag: Von A wie Apfel bis Z wie Zuagroast

Wenn ich ehrlich bin, habe ich heute eigentlich gar kein Fernweh. Im Gegenteil: Ich freue mich, einfach nur hier zu sein, ein Wochenende zuhause in Aussicht, mit Zeit zum Ausruhen, Lesen, Rumpusseln. Ganz vielleicht schaue ich auch mal auf der Wiesn vorbei, um ein, zwei Lieder anzustimmen. Weil ich aber Rituale mag und die Struktur, die sie dem Leben geben, findet der Fernweh-Freitag heute trotzdem statt. Meine Fundstücke:

      • Passend: Heute ist Welttourismus-Tag. Ich glaube, für morgen werde ich dann den Welt-Pyjama-Tag ausrufen. Oder, etwas kleiner: Meinen ganz persönlichen Pyjama-Tag.
      • Apropos Wiesn i.e. Oktoberfest: Marianna vom Weltenbummler-Mag hat einen kleinen Oktoberfest-Guide verfasst. Die Ochsensemmel vom Spatenbräu, die sie empfiehlt, mag ich auch sehr. Noch eine kleine klugscheißerische Anmerkung für Zuagroaste: „Die Wiesn“ (=Wiese) ist Singular, nicht Plural! Man hat also nicht „viel Spaß auf den Wiesn“, sondern „a Mords-Gaudi auf der Wiesn“.
      • Bei OhLadycakes werden passend zum Oktoberfest Brezn beziehungsweise Pretzels gebacken. Hier geht’s zum Rezept.
      • Auch eine Möglichkeit fürs Wochenende: Mal wieder ins Freilichtmuseum Glentleiten. Dort dreht sich am Samstag und Sonntag alles um historische Obstsorten. Es gibt eine große Obstsortenschau, Infos übers Pressen, Dörren und Verkochen von Früchten und Märchen und Lieder rund ums Obst. Klingt nett!
      • So, und jetzt mal über den Tellerrand von Bayern geguckt: Die (ehemalige) Merkel-Wohnung in Berlin kann man jetzt über Airbnb mieten, ging diese Woche durch die Presse.
      • Am Wochenende war ich ja nicht nur in Amsterdam, sondern auch in der Gemeinde Westland bei meiner Freundin Sanne. Die riesigen Gewächshäuser, in denen Tomaten, Paprika und sonstiges gezüchtet werden, sind dort nicht zu übersehen. Schon bei meinem Aufenthalt habe ich mich gefragt, wie es wohl da drinnen aussieht. Dank des Wurstsack-Blogs weiß ich es jetzt. Dort gibt es nämlich einen feinen Beitrag darüber: Zu Besuch bei den Supermarkt-Tomaten.
      • Wenn ich das hier lese, packt mich jetzt doch wieder das Fernweh: Am 9. Oktober wird in Reykjavík der Imagine Peace Tower zum Leben erweckt. Den hat John Lennons Witwe Yoko Ono entworfen, und passend zu Lennons Geburtstag wird sie ihn am 9.10. eröffnen beziehungsweise einschalten. Dann leuchtet bis zum 8. Dezember (Lennons Todestag) eine gigantische Lichtsäule in den Himmel, aus einem weißen Zylinder, in den in 24 Sprachen die Worte „Imagine Peace“ graviert sind. Betrieben wird er umweltfreundlich mit geothermaler Energie.
      • Neuer Trend in New York: Silent Dining. Wer bei Eat in Brooklyn während des Vier-Gänge-Menüs quatscht, der muss zur Strafe draußen weiteressen. Schön, dass man sich so besser auf sein Essen konzentrieren kann. Aber nicht so toll, dass man nicht mal fragen darf: „Und, wie schmeckt’s dir?“…
      • Nochmal New York: Okka von Slomo hat einen Monat dort Urlaub gemacht und hier ihre besten Tipps verraten. I like!
      • Blogazine Kalinka.Kalinka hat mich auf das Kunstprojekt Station to Station ufmerksam gemacht. Seit dem 6. September ist ein zum kreativen Thinktank umfunktionierter alter Amtrak-Zug unterwegs von New York nach San Francisco, wo er morgen ankommen soll. Unterwegs wurden von Künstlern verschiedenster Genres Events, Konzerte, Performances auf die Beine gestellt, und im Zug selbst wurde auch kreativ gearbeitet, zum Beispiel in einem Tonstudio. Ausgedacht hat sich das ganze Video- und Installationskünstler Doug Aitken aus Los Angeles. Im Blog des Radiosenders KCRW kann man ein paar Fotos von der vorletzten Etappe sehen.
      • Nicht Fernweh, sondern Food: Heute kommt das neue Magazin foodies in den Handel. Klingt gut und sieht hübsch aus. Mal sehen, ob ich es irgendwo finden kann.

Habt ein schönes Wochenende!

Foto: in den Cederberg Mountains, Südafrika

Fernweh-Freitag: Löwen, Lichter, Liebe

Langsam neigt sich die Arbeitswoche dem Ende zu. Nagut, ein paar Stunden am Schreibtisch habe ich noch vor mir (ihr auch?), aber zuerst suche ich noch mal kurz das Weite – zumindest gedanklich. Wollt ihr mitkommen? Hier meine kleine Webschau über Schönes, Skurriles, Schokierendes rund um die Welt:

  • Die Gewinner des renommierten Preises Wildlife Photographer of the Year werden zwar erst im Oktober bekannt gegeben, aber ein paar besonders sehenswerte Bewerbungen (43000 sind eingegangenen!) kann man schon jetzt beim Guardian sehen: Gorillas in Ruanda, vom Regen durchweichte Löwen in Tansania, ein Dugong (Seeschwein) in Ägypten, ein schildkrötenverzehrendes Krokodil in Costa Rica… Beeindruckende Bilder!
  • Weniger Natur, mehr Action (manchmal aber auch beides zusammen): The Atlantic zeigt die Gewinner des Red Bull Illume Photo Wettbewerbs: Ein großer Spaß mit BMX-Rädern, Skateboards, Surfbrettern.
  • Ziemlich verstörend: Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Simbabwes Diktator Robert Mugabe plant, rund um die Victoriafälle einen Disneyland-ähnlichen Vergnügungspark zu bauen. Absurd. Als wären die Wasserfälle nicht Spektakel genug. Bei meiner Reise durch das südliche Afrika Anfang des Jahres war ich ja auch dort. Hier habe ich davon erzählt.
  • Was ich noch nie gesehen habe, aber ganz hoch auf meiner Liste steht, ist das Polarlicht (Aurora borealis). Am liebsten live und echt, aber das Glück hat man ja nicht immer. In Island kann man sich jetzt die Wartezeit verkürzen. Im Aurora Reykjavik Northern Lights Center wird das Phänomen mithilfe von Multimedia-Technologie das ganze Jahr über erlebbar. Besser als nichts, oder?
  • Verliebt sein und zusammen reisen – eine super Kombi. Die Travellettes haben romantische Ideen für Dates around the world von Sidney bis Kapstadt.
  • Und noch eine Blogschau: Die Reisefreunde geben Tipps für Streetfood in Singapur.
  • Apropos Essen. Eater verrät, auf welche Restaurant-Neueröffnungen man sich im Herbst in New York freuen kann (nicht, dass man überhaupt noch einen Grund braucht, um mal wieder nach New York zu fliegen…).

So viel für heute. Habt einen fröhlichen Freitag und ein traumhaftes Wochenende!