Geguckt, geklickt, gelesen – 2015

So jetzt ist es also da, diese neue Jahr, das mit seinem bleichen Himmel und dem Feuerwerksmüll auf den Straßen schon wieder ziemlich abgenutzt aussieht. Aber dass mit dem neuen (Neuen?) Jahr alles anders wird, ist ja sowieso eine Illusion. Trotzdem achte ich immer penibel darauf, die Ware vom Wäscheständer unbedingt noch im alten (Alten?) Jahr abzuhängen, damit nur ja nichts Altes mit hinüber ins Neue wandert. Wobei ich mich jedes Mal frage, ob ich diesen Aberglauben richtig in Erinnerung habe: Vielleicht darf man auch an allen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr überhaupt nichts waschen? Aber das halte ich nicht durch.
Mir geistert das alte Jahr also noch ein wenig durch den Kopf. Zum Einen liegt das vermutlich daran, dass es gestern so gespenstisch zu Ende gegangen ist, mit der Terrorwarnung hier in München. Zum anderen hatte ich mich hier auf dem Blog eigentlich noch ausführlicher von 2015 verabschieden wollen. Dann lief mir mal wieder die Zeit davon. Aber als ich heute in meinem E-Mail-Postfach Austin Kleons Liste mit seinen Lieblingsbüchern 2015 fand, beschloss ich, doch auch noch einen Blick zurück zu werfen. Hier kommt er:

Ziemlich am Ende meines Lesejahres, aber auf der Genuss-Liste ganz weit oben: Auf eine Empfehlung in der ZEIT hin habe ich mir den Episodenroman „Momente der Klarheit“ von Jackie Thomae gekauft – und verschlungen. Bitterböse kleine Geschichten, in denen Beziehungen zu Ende gehen.

Noch kürzer, aber auch großartig: Die Stories von Ruth Herzberg „Wie man mit einem Mann glücklich wird„, ein E-Book aus dem Mikrotext-Verlag. Bei Edition F kann man ein bisschen reinlesen.

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ ist das Vermächtnis der mit 22 Jahren viel zu früh verstorbenen Marina Keegan. Brillante Stories und Beobachtungen.

Es war bei mir das Jahr der Kurzgeschichten. Auch Lauren Holmes‘ Erzählband „Barbara die Schlampe und andere Leute“ zählt dazu…

…und Katherine Heinys „Single, Carefree, Mellow“ (auf deutsch: Glücklich, vielleicht). Klasse! Es geht übrigens keineswegs nur um Singles. Mir hat es so gut gefallen, dass ich es auch gleich noch verschenkt habe.

Von Laura Barnetts „The Versions of Us“ hatte ich ja schon hier geschwärmt. Und der Nachhall dieses Buches hält immer noch an. Die möglichen Geschichten einer Liebe – spannend.

Noch ein Liebes-Paar: Lancelott (Lotto) und Mathilde. Lauren Groffs „Fates and Furies“ schildert ihre Geschichte erst aus seiner, dann aus ihrer Perspektive. Fesselnd.

Sehr gemocht habe ich auch Liza Codys „Lady Bag“. Hier bereits erwähnt.

Jakob Arjounis Kayankaya-Romane („Happy birthday, Türke!“, „Mehr Bier“, „Ein Mann, ein Mord“, „Kismet“ und „Bruder Kemal“) haben mir ein paar verregnete Tage auf Ibiza erhellt. Ein abgerockter, rotziger Privatdetektiv, der durch das Frankfurt der 80er und 90er Jahre tigert.

Wer „Gone Girl“ mochte, dem wird auch „Girl on a Train“ von Paula Hawkins gefallen. Leicht zu lesen, perfekt auch für Pendler.

Sehr inspiriert hat mich Elizabeth Gilbert mit „Big Magic“, ihre Gedanken zur Kreativität. Einen kleinen Einblick in ihre Philosophie gibt auch ihr TED Talk.

Adele Waldman hat mit „Das Liebesleben des Nathaniel P.“ ja 2015 sehr für Furore gesorgt. Ich habe es gern gelesen. Aber immer noch keinen einzigen Knausgård. Naja, vielleicht dieses Jahr.

Frohes Neues!

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10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Wenn ich bei diesem stürmischen, regnerischen Wetter aus dem Fenster schaue, ist die Gefahr groß, dass die Laune in den Keller sinkt. Darum erinnere ich mich schnell an all die tollen Sachen, die gerade meine Stimmung heben. Vielleicht ist ja auch eine Idee für euch dabei?

*Ein Abend im Bräustüberl von Giesinger Bräu: Dort kann man für 4,20 Euro „Die kleine Bierprobe“ machen und drei verschiedene Biersorten der coolen Brauerei à la jeweils 0,1 l probieren. Super Idee. Ich mochte vor allem die „Giesinger Erhellung“ und den „Superbock“, äh, „Jubiläumsbock“. Auch fein: der Schweinebraten.
*Anderen zeigen, wie schön München ist: Wenn Gäste zu Besuch sind, gebe ich ihnen gern meine persönliche Stadtführung. Für Neckermann Reisen habe ich jetzt aufgeschrieben, was da alles auf dem Programm steht.
*“Chicago Fire“ gucken. Mr. B hat mal wieder eine Serie aufgetrieben, nach der wir süchtig werden könnten. Er hat schon die erste Staffel geguckt, ich bin erst bei Season 2 rund um Leben und Lieben auf einer Feuerwache in Chicago eingestiegen. Dramen, Rauch und Flammen – was braucht man mehr?!
*Das Buch „Single, Carefree, Mellow“, Kurzgeschichten von Katherine Heiny. Anders als der Titel vermuten lässt, geht es gar nicht nur um Singles. Aber immer sind es Frauen (auch verheiratete), die im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen. Lena Dunham lobte Heinys Erstling mit den Worten: „Katherine Heiny’s work does something magical: elevates the mundane so that it has the stakes of a mystery novel, gives women’s interior lives the gravity they so richly deserve – and makes you laugh along the way.“
*Und noch ein Buch: Da bin ich gerade mittendrin: Gretchen Rubins „Better than before“ (kommt bestimmt auch bald auf deutsch heraus). Die Autorin hat es ja schon mit ihrem Buch „Das Happiness-Projekt“ zu einiger Berühmtheit gebracht, ihrem Bericht über den Versuch, ein Jahr lang alles mögliche auszuprobieren, was Studien als Glücksbringer eruiert haben (hier habe ich darüber geschrieben). Jetzt nimmt sie sich das Thema „Gewohnheiten“ vor. Sie untersucht, wie man es schafft, mehr gute Gewohnheiten ins Leben zu integrieren. Spannend! Zum Thema Gewohnheiten hat mir auch das Buch von Journalist Charles Duhigg sehr gut gefallen.
*Instagram. Ich bin gerade süchtig nach dem Foto-Dienst und all den schönen, inspirierenden Bildern, die da gepostet werden. Ich mag die tollen Food-Fotos von @imfleur, die Aquarellzeichnungen von @roxje und die Vielfalt von @iquitsugar. Hin und wieder veröffentliche ich auch selbst ein Bild dort.
*Mittagspausen. Mit Kolleginnen. Reden und essen, eine gute Kombination.
*Essensplanung. Reichlich spät, aber gerade habe ich richtig Spaß daran, mir zu überlegen, was ich über die Feiertage kochen und backen mag. Vielleicht mal einen Key Lime Pie? Oder wieder Verenas Osterlamm?
*Eine skurrile Mischung: Wie anders ein „Harry Potter“-Trailer wirken kann, wenn man ihn mit der Titelmelodie der Serie Friends unterlegt (eine meiner absoluten Lieblingsserien), sieht man hier. I’ll be there for you…
*Briefe. Oder auch Postkarten. Auf jeden Fall handgeschrieben, mit Liebe. Wenn die im Briefkasten landen, ist das immer ein Grund, sich zu freuen. Danke!