Meatfree Monday: Kürbissuppe à la Kochhaus

Gefühlt wird es seit zwei Wochen nicht mehr richtig hell. Ob die nahende Zeitumstellung etwas daran ändern kann? Auf jeden Fall gibt es vermutlich keinen besseren Tag, sich für eine Woche in die Sonne zu verabschieden, als diesen kalten, grauen, verregneten Montag. Aber bevor wir in den Flieger nach Ibiza steigen, habe ich noch ein herbstliches Rezept für euch:
Vom Konzept des „Kochhaus“ war ich schon zur Eröffnung begeistert: Im „begehbaren Rezeptbuch“, wie der Claim lautet, kauft man Rezepte und die dazu passenden Zutaten, aber genau in der richtigen Menge, z.B. für zwei oder vier Personen. Super, weil dann keine Reste bleiben, ein halber Kürbis etwa oder ein langsam vor sich hin welkender Bund Schnittlauch. Und was man selbst noch im Vorrat hat, z.B. Brühe, Senf o.ä. muss man nicht kaufen (kann man aber). Die Läden hier in München (in vielen anderen Städten gibt es auch Kochhäuser) sind für mich leider zu weit entfernt für einen regelmäßigen Einkauf dort – aber neulich habe ich mal wieder vorbeigeschaut. Die Rezeptauswahl finde ich eigentlich immer inspirierend, und sie wechselt regelmäßig. Da ich mir vorgenommen hatte, dieses Jahr saisonal Kürbis zu essen, bis er mir zu den Ohren rauskommt (ich überkompensiere da wohl etwas, weil ich im Sommer, meiner Meinung nach, nicht genug Erdbeeren, Kirschen & Co. gegessen habe), habe ich bei diesem Rezept zugegriffen. Und bin – mal wieder – sehr angetan. Der Orangensaft, der drin ist, macht die Suppe schön mild, sie hat auch guten Wumms durch die Peperoni, und dass man dabei noch was knabbern kann (die Kürbiskerne), finde ich auch super. Durch die kleinen Extras (Schnittlauch-Crème, gerösteter Kürbiskerne) ist sie etwas aufwändiger als eine „nur“ pürierte Suppe, aber dafür auch leckerer, finde ich. Habt eine schöne Zeit!

ORANGEN-KÜRBISSUPPE MIT SCHNITTLAUCH-CRÈME UND GERÖSTETEN KÜRBISKERNEN
für 2 (bzw. 4) Personen
Zutaten:
250 g (500 g) Butternusskürbis (ohne Kerne)
2 (4) Bio-Orangen
1 Peperoni
1 (2) Schalotte(n)
1 Knoblauchzehe (kann man auch weglassen)
1/2 (1) Bund Schnittlauch
150 g (200 g) Crème fraiche
250 ml (500 ml) Gemüsebrühe
20 g (40 g) Kürbiskerne
2 g (4 g) Kreuzkümmel
2 (4) EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Kürbis schälen, säubern und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Peperoni vom Strunk befreien, längs halbieren, von Kernen befreien und in feine Streifen schneiden. Schalotte(n) pellen und fein hacken. Knoblauch pellen und fein hacken. Orangen abwaschen, ca. 1/2 bzw. 1 TL Schale abreiben, mit der Hälfte der Crème fraiche verrühren. Den Saft der Orangen auspressen, 3 bzw. 6 EL Orangensaft zur Crème fraiche-Orangenschalen-Mischung geben. Schnittlauch in feine Ringe schneiden (z.B. mit einer Küchenschere) und 1 bzw. 2 EL für die Deko beiseite legen. Den Rest mit der Orangensaft-Crème fraiche vermischen, nach Geschmack salzen und pfeffern.
In einem Topf 2 bzw. 4 EL Öl erhitzen und Kürbis, Schalotte, Peperoni und Knoblauch 2 Minuten bei hoher Temperatur anbraten. Mit verbliebenem Orangensaft und 250 ml bzw. 500 ml Brühe ablöschen. Aufkochen, dann 10 Minuten mit einem Deckel bedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
Inzwischen eine Pfanne ohne Öl erhitzen und Kürbiskerne ca. 2 Minuten bei hoher Temperatur goldbraun rösten, bis sie zu knacken beginnen. Anschließend herausnehmen.
Die Suppe vom Herd nehmen, Kreuzkümmel sowie pure Crème fraiche dazugeben und alles mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit 1/2 bzw. 1 Tl Salz und nach Belieben mit Pfeffer würzen. Suppe in einen Teller oder eine Schüssel geben und mit Schnittlauch-Crème, Kürbiskernen und Schnittlauchringen garnieren.

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Das neue Kochhaus in Schwabing

Hamburg hat welche. Berlin sowieso. Frankfurt hat eins. Regensburg auch. Nur in München fehlte bislang noch ein Kochhaus. Aber das ändert sich jetzt, denn in der Hohenzollernstraße wird heute  das erste „begehbare Rezeptbuch“ Münchens eröffnet. Ich durfte gestern schon einmal reinschnuppern und – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Kostprobe genießen. Mein Eindruck: Ein smarter, wunderschöner Lebensmittelladen mit einem tollen Konzept: Man kauft nach Rezepten ein, und zwar immer genau die Menge, die man braucht. Auf 18 „Küchentischen“ sind jeweils unter einer Rezepttafel die benötigten Produkte appetitlich angerichtet. Da gibt es zum Beispiel einen „Rucolasalat an grünem Spargel und Erdbeeren mit Zitronen-Mohn-Vinaigrette“ oder „Hühnerbrust in Joghurtsoße mit Rucola-Sesam-Karotten, dazu Baguette“, und man bekommt genau abgewogen 10 Gramm Sesamsaat, 3 Gramm Cumin, 4 Karotten und so weiter. Was ich daran so mag: Man kauft nie zu viel. Man muss auch gar nicht alles nehmen, was für das Rezept dort liegt. Wer noch Senf, Honig etc. zuhause hat, ignoriert das einfach und fügt es später beim Kochen aus dem eigenen Vorrat hinzu. Schön, dass dann nachher keine Reste entstehen, etwa weil eine exotische Spezialzutat, die man extra für ein bestimmtes Gericht angeschafft hat, später ungenutzt in den Müll wandert. Wie oft braucht man schon Ras el-Hanout? Die Rezepte sind für Koch-Neulinge genauso geeignet wie für Versierte, und jede Woche wechselt das Sortiment. Langeweile kann also nicht aufkommen. Was man im Kochhaus allerdings nie finden werde, sagt Geschäftsführer Ramin Goo, seien Klassiker wie Spaghetti Bolognese oder Tiramisu: „Da hat ja ohnehin jeder sein eigenes Rezept. Wir entwickeln lieber unsere eigenen Rezepte.“ Schade, dass ich nicht in Schwabing wohne, sonst würde ich bestimmt öfter dort vorbeischauen. Aber in ein paar Wochen soll es auch einen Lieferservice für die Produkte geben… Im Sortiment sind auch noch jeweils zum Essen passende Weine, außerdem hübsche Küchenutensilien und Kochbücher. Und nach Feierabend wird die Location gelegentlich auch zur Kochschule. Der erste Kurs, am 2. August um 19.30 Uhr, widmet sich der asiatischen Küche.
Noch eine Eröffnung gab es gestern: Das Filmfest München geht wieder los! Ich habe mir schon ein paar Tickets gesichert und freue mich auf spannende Entdeckungen.
Habt ein tolles Wochenende!

Kochhaus
Hohenzollernstraße 74
München – Schwabing
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag 10-20 Uhr

München: 5 Termine für Foodies

Für Foodies wie mich ist diese Woche in München eine wirklich gute, denn es passieren viele spannende Dinge:
Heute erscheint die neue Ausgabe von DelikatEssen, dem tollen Gastroführer der Münchner Kultur GmbH, für den auch ich wieder undercover Restaurants testen und darüber schreiben durfte. Ich bin schon sehr gespannt!
Ab heute 11 Uhr kann man sich anmelden für einen Vortrag von Creative Mornings zum Thema „Food“. Wer Creative Mornings noch nicht kennt (ich habe auch noch nie eine Veranstaltung besucht): Das Konzept stammt von Tina Roth Eisenberg, die seit 2008 die Events in New York organisiert. Über 40 weitere gibt es mittlerweile weltweit. Die Idee: Vor der Arbeit treffen sich Interessierte, um einen 20-minütigen Vortrag zu einem bestimmten Thema zu hören, über den anschließend diskutiert wird. Aber nur kurz, denn danach müssen wir ja alle zur Arbeit! Viele der Vorträge werden auf Video aufgezeichnet und später im Web veröffentlicht. Für München gibt es sie hier.
„Food“ ist übrigens im Juni das Thema weltweit. In München spricht dazu am Freitag, den 28.6., Markos Grohmann, Senior Research Consultant und Project Manager der Firma gravity. Für gravity untersucht Grohmann die heutige Esskultur und forscht nach neuen Trends. Ab 8.30 Uhr im Bayerischen Nationalmuseum. Hier gibt es die Tickets, for free.
Außerdem diese Woche: Das Hotel Sofitel Munich Bayerpost in der Nähe des Hauptbahnhofs weiht mit einer Sommerparty und der Band Foundation am 26. Juni (Mittwoch) die neue französische Brasserie des Hauses ein.
Noch eine Neueröffnung: Am 29. Juni startet das erste Kochhaus in München. In anderen Städten gibt es das begehbaren Rezeptbuch, wo man alle Zutaten portionsgerecht für verschiedene Gerichte kaufen kann, ja schon länger, wir bekommen jetzt auch eins, und zwar in Schwabing, Hohenzollernstaße 74.
Ebenfalls am 29. (das ist ein Samstag): Ein veganer Backkurs. Jana Betzold zeigt, wie man Leckeres ohne tierische Produkte zubereitet. Zu kurzfristig? Am 27. Juli gibt sie wieder einen veganen Kochkurs.

Na, das muss doch eine leckere Woche werden, oder?! Viel Spaß dabei!