Meatfree Monday: Kürbissuppe à la Kochhaus

Gefühlt wird es seit zwei Wochen nicht mehr richtig hell. Ob die nahende Zeitumstellung etwas daran ändern kann? Auf jeden Fall gibt es vermutlich keinen besseren Tag, sich für eine Woche in die Sonne zu verabschieden, als diesen kalten, grauen, verregneten Montag. Aber bevor wir in den Flieger nach Ibiza steigen, habe ich noch ein herbstliches Rezept für euch:
Vom Konzept des „Kochhaus“ war ich schon zur Eröffnung begeistert: Im „begehbaren Rezeptbuch“, wie der Claim lautet, kauft man Rezepte und die dazu passenden Zutaten, aber genau in der richtigen Menge, z.B. für zwei oder vier Personen. Super, weil dann keine Reste bleiben, ein halber Kürbis etwa oder ein langsam vor sich hin welkender Bund Schnittlauch. Und was man selbst noch im Vorrat hat, z.B. Brühe, Senf o.ä. muss man nicht kaufen (kann man aber). Die Läden hier in München (in vielen anderen Städten gibt es auch Kochhäuser) sind für mich leider zu weit entfernt für einen regelmäßigen Einkauf dort – aber neulich habe ich mal wieder vorbeigeschaut. Die Rezeptauswahl finde ich eigentlich immer inspirierend, und sie wechselt regelmäßig. Da ich mir vorgenommen hatte, dieses Jahr saisonal Kürbis zu essen, bis er mir zu den Ohren rauskommt (ich überkompensiere da wohl etwas, weil ich im Sommer, meiner Meinung nach, nicht genug Erdbeeren, Kirschen & Co. gegessen habe), habe ich bei diesem Rezept zugegriffen. Und bin – mal wieder – sehr angetan. Der Orangensaft, der drin ist, macht die Suppe schön mild, sie hat auch guten Wumms durch die Peperoni, und dass man dabei noch was knabbern kann (die Kürbiskerne), finde ich auch super. Durch die kleinen Extras (Schnittlauch-Crème, gerösteter Kürbiskerne) ist sie etwas aufwändiger als eine „nur“ pürierte Suppe, aber dafür auch leckerer, finde ich. Habt eine schöne Zeit!

ORANGEN-KÜRBISSUPPE MIT SCHNITTLAUCH-CRÈME UND GERÖSTETEN KÜRBISKERNEN
für 2 (bzw. 4) Personen
Zutaten:
250 g (500 g) Butternusskürbis (ohne Kerne)
2 (4) Bio-Orangen
1 Peperoni
1 (2) Schalotte(n)
1 Knoblauchzehe (kann man auch weglassen)
1/2 (1) Bund Schnittlauch
150 g (200 g) Crème fraiche
250 ml (500 ml) Gemüsebrühe
20 g (40 g) Kürbiskerne
2 g (4 g) Kreuzkümmel
2 (4) EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Kürbis schälen, säubern und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Peperoni vom Strunk befreien, längs halbieren, von Kernen befreien und in feine Streifen schneiden. Schalotte(n) pellen und fein hacken. Knoblauch pellen und fein hacken. Orangen abwaschen, ca. 1/2 bzw. 1 TL Schale abreiben, mit der Hälfte der Crème fraiche verrühren. Den Saft der Orangen auspressen, 3 bzw. 6 EL Orangensaft zur Crème fraiche-Orangenschalen-Mischung geben. Schnittlauch in feine Ringe schneiden (z.B. mit einer Küchenschere) und 1 bzw. 2 EL für die Deko beiseite legen. Den Rest mit der Orangensaft-Crème fraiche vermischen, nach Geschmack salzen und pfeffern.
In einem Topf 2 bzw. 4 EL Öl erhitzen und Kürbis, Schalotte, Peperoni und Knoblauch 2 Minuten bei hoher Temperatur anbraten. Mit verbliebenem Orangensaft und 250 ml bzw. 500 ml Brühe ablöschen. Aufkochen, dann 10 Minuten mit einem Deckel bedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
Inzwischen eine Pfanne ohne Öl erhitzen und Kürbiskerne ca. 2 Minuten bei hoher Temperatur goldbraun rösten, bis sie zu knacken beginnen. Anschließend herausnehmen.
Die Suppe vom Herd nehmen, Kreuzkümmel sowie pure Crème fraiche dazugeben und alles mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit 1/2 bzw. 1 Tl Salz und nach Belieben mit Pfeffer würzen. Suppe in einen Teller oder eine Schüssel geben und mit Schnittlauch-Crème, Kürbiskernen und Schnittlauchringen garnieren.

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Kürbis-Tarte

Schwer zu sagen, ob sich der Kürbis nun süß oder herzhaft besser macht. Cynthia Barcomis Pumpkin Pie hat mir sehr gut gefallen – aber auch diese herzhafte Version ist reizvoll. Eigentlich sollte man dafür einen ordentlichen Tarte-Boden selbermachen, aber ich hatte von Weihnachten noch eine Packung Blätterteig übrig, die aufgebraucht werden musste, deswegen habe ich die verwendet. Hier aber das „richtige“ Rezept. Es stammt aus der Kochzeitschrift „meine Familie & ich“, und wird dort bei einem Winter-Brunch aufgetischt. Deswegen auch die Angaben mit „am Vortag“. Wenn man die Tarte gleich essen will, einfach die Backzeit verlängern und testen, ob der Kürbis schon weich ist.

KÜRBIS-TARTE
Quelle: meine Familie & ich 13/2009
Für 1 Tarte-Form (30 cm Durchmesser)
Zutaten:
150 g Mehl
75 g Butterschmalz
Salz
25 ml Milch
500 g Hokkaido-Kürbis
Fett für die Form
200 g Schmand
100 g Crème fraîche
3 Eier
Salz, Pfeffer
geriebene Muskatnuss
5 Zweige Thymian
Zubereitung:
Am Vortag: Mehl mit Schmalz, 1 Prise Salz und der Milch verkneten. In Folie gewickelt 30 Minuten kalt stellen. Kürbis waschen, vierteln, entkernen (evtl. schälen), in dünne Scheiben teilen. Backofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) heizen. Teig ausrollen, Boden und Rand der gefetteten Form damit auslegen. Kürbis auf dem Tarte-Boden verteilen. Schwand mit Crème fraîche und Eiern verrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Über die Tarte verteilen. Im Ofen 40 Minuten backen. (Eventuell nach 20 Minuten abdecken, damit der Teig, v.a. Blätterteig, nicht zu dunkel wird). Zum Servieren: Kürbis-Tarte im Ofen bei 100 Grad 15 Minuten aufbacken. Thymianblättchen abzupfen, darüber streuen.

Happy Thanksgiving! Cynthia Barcomis Pumpkin Pie

Seit wir 1991 das erste Mal ein Thanksgiving-Essen ausgerichtet haben, um das Heimweh unserer amerikanischen Austauschschülerin zu lindern, hat mich diese Tradition fasziniert. Zwei Jahre später war ich dann selbst als Austauschschülerin in Concord, North Carolina, und durfte Original turkey, stuffing und pie probieren. Lange hatte ich dann Respekt davor, so einen großen Truthahn-Vogel selbst zuzubereiten, aber seit vier Jahren richten Mr. B und ich nun unser eigenes Thanksgiving-Dinner aus. Immer wieder anders, immer sind auch die Gäste anders, aber ein turkey ist immer dabei. Den will ich jetzt gleich in den Ofen schieben, aber vorher wollte ich euch noch das Dessert vorstellen. Ein Pumpkin-Pie von Back-Queen Cynthia Barcomi. Sie verlangt eine 26-cm-Pie-Form, aber die habe ich beim besten Willen nicht finden können. Standard für amerikanische Pies ist 9 inch, oder auch 22,ein bisschen cm, und eine solche Form habe auch ich verwendet. Dabei blieb ein wenig Teig über, der später für vier Mini-Pies verwendet wird. Und jetzt: Küchen-Countdown! Happy Thanksgiving!

KÜRBIS-PIE
Quelle: Cynthia Barcomi’s Backbuch
Zutaten:
Teig:
420 g Mehl
1 TL Salz
2 EL Zucker
240 g kalte Butter, in Stückchen geschnitten
90 g Palmfett
160 ml kaltes Wasser
Füllung:
1 Kürbis für 415 ml frisches Kürbispüree (ich hatte einen 1,2 kg Hokkaido, hat gut gepasst)
2 Eigelbe
150 g Zucker!
1/2 TL Salz
1 1/2 TL Zimt
1 1/2 TL gemahlener Ingwer
1 Prise Muskat
1 Prise gemahlene Nelken
1 EL Rum (wer mag)
80 ml Sahne
2 Eiweiß, steif geschlagen
1 EL Zucker
Zubereitung:
Für den Teig: Wer eine wirklich mürbe, splittrige Kruste möchte, schneidet die Butter und das Fett in kleine Stückchen und stellt beides ins Tiefkühlfach, während der Rest der Zutaten vorbereitet wird. Mehl, Salz und Zucker abmessen und vermischen. Mit einem elektrischen Mixer die Butter und das Fett untermischen, bis das Ganze krümelig aussieht. 140 ml Wasser (es muss richtig kalt sein) dazugeben und nur so viel vermischen, dass der Teig gerade zusammenkommt. Den Rest des Wassers (20 ml) dazugeben, wenn es nötig ist. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsplatte legen und schnell – damit die Butter nicht schmilzt – zu einer Scheibe pressen. Dann den Teig in einem Plastikbeutel für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank legen. (Eingefroren hält er sich mehrere Monate.)
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Teig ausrollen, damit er in eine 26-cm-Pie-Form passt. Überhängende Ränder abschneiden und Rand kräuseln – er sollte ca. 1 cm breit sein. In den Kühlschrank stellen.
Für das Kürbispüree einen Kürbis schälen, in kleine Stücke schneiden und in etwas Wasser kochen, bis er weich ist. Kürbis in einem feinmaschigen Sieb wirklich gut abtropfen lassen. Die Kürbisstückchen mit einem Stabmixer pürieren. Das Kürbispüree in eine große Rührschüssel geben und mit einem Holzlöffel die Eigelbe untermischen, dann die übrigen Zutaten (außer dem Eiweiß) unterrühren. Eiweiß steif, aber nicht trocken schlagen und dann den Zucker hinzufügen. 1/3 vom Eiweiß zum Kürbispüree geben, um es aufzulockern. Vorsichtig das restliche Eiweiß unterheben, dabei aufpassen, dass es nicht zusammenfällt. Das Kürbisgemisch auf den vorbereiteten Boden in der Form streichen und gleichmäßig bis zum Rand verteilen. 15 Minuten bei 200 Grad backen, dann die Hitze auf 190 Grad runterdrehen, weitere 15 Minuten backen. Zum Schluss noch einmal auf 180 Grad reduzieren und die letzten 15 Minuten backen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.

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Sonntagsbäckerei: Kürbis-Cupcakes

Muffins oder Cupcakes? Im Rezept heißen die Teilchen Muffins, aber der Definition von Cynthia Barcomi nach sind es eigentlich Cupcakes, weil sie erst mit dem Frosting gemeinsam ein harmonisches Ganzes ergeben. Wie auch immer. Hauptsache, sie schmecken. Und das tun sie. Ich finde sie wunderbar herbstlich, die enthaltene Gewürzmischung gibt ihnen eine schöne Tiefe. Ich könne mir noch ein paar Walnüsse darin gut vorstellen, dann hätten sie ein wenig Crunch. Für den sorgen aber auch sehr schön die Granatapfelkerne, die ich zur Deko obendrauf gegeben habe. Und hübsch sind sie obendrein – Bonus. Ich habe etwas weniger Zucker hineingegeben als im Originalrezept, das aus einer meiner Lieblings-Kochzeitschriften, der britischen olive, stammt. Hat gut gepasst, denn das Frosting ist ja schon süß genug. Es ist ein wenig knapp bemessen, also nicht zu großzügig auftragen. Einen schönen Sonntag und einen guten November wünsche ich euch!

KÜRBIS-CUPCAKES
Pumpkin pie spiced muffins
Quelle: olive, November 2014
für 12 Stück
Zutaten:
300 g Mehl (im Originalrezept: self-raising flour)
2 TL Pumpkin Pie-Gewürzmischung*
1 TL Backpulver (im Originalrezept: 1/2 TL)
200 g Muscovado-Zucker light (alternativ: normaler brauner Zucker. Ich habe nur 150 g genommen, fand ich völlig ausreichend)
250 ml Sonnenblumenöl
4 Eier
200 g Kürbis-Püree
Frosting:
125 g weiche Butter
50 g Puderzucker
1 Prise Pumpkin Pie-Gewürzmischung
200 g Frischkäse
nach Belieben: Granatapfelkerne als Deko
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad (Umluft: 160/Gas Stufe 4) vorheizen. Eine Muffinform mit 12 Papierförmchen vorbereiten. Mehl, Gewürzmischung und Backpulver in eine Schüssel sieben, dann den Zucker unterrühren. In einer anderen Schüssel Öl, Eier und Kürbis-Püree verrühren. Die flüssige in die trockene Mischung geben. Dabei nicht zu lange mixen (ein paar Klümpchen sind okay), damit die Muffins nicht zäh werden. Den Teig in die Förmchen geben und 30-35 min backen. Muffins aus der Form nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen. Für das Frosting die Butter mit dem Puderzucker und dem Gewürz mixen, dann den Frischkäse. Nicht zu lange rühren, sonst wird es zu weich, Notfalls nochmal eine Weile in den Kühlschrank stellen, damit die Mischung wieder festwerden kann. Die Muffins mit dem Frosting verzieren, evtl. noch ein paar Granatapfelkerne daraufgeben.

*Im Rezept steht, dass man diese Gewürzmischung über ocado.com bestellen kann. Genauso gut lässt sie sich aber auch selbermachen: Aus je 1 TL Zimt, gemahlener Ingwer, Muskat und Piment.

** Das gibt es bereits fertig zu kaufen (bei uns in München Neuhausen habe ich es letztes Jahr im American Heritage-Shop gesehen. Darauf achten, dass es nicht bereits gewürzt ist! Das Püree lässt sich aber auch ganz einfach selber machen: ca. 1/2 Hokkaido-Kürbis in Spalten schneiden, schälen, in grobe Würfel schneiden und dann im Dampfgarer ca. 12 min dämpfen. Mit dem Stabmixer pürieren.

10 Dinge, die mich diese Woche glücklich machen

„When you’re in a hurry, slow down“. So oder so ähnlich lautet ein weiser Zen-Spruch, der mir in letzter Zeit öfter durch den Kopf geht (hier ein schöner Text dazu im Blog Zen Habits). Gerade wenn die Zeit rennt, lohnt es sich doch, öfter mal innezuhalten. Damit einem die Zeit eben nicht davonrennt, sondern man auch etwas von ihr hat. Und genau das versuche ich jetzt: Langsamer werden, achtsamer – und das, was mir gefällt, was mich glücklich, zufrieden und dankbar macht, auch wahrnehmen. Diese Woche sind das zum Beispiel diese Sachen:

*Gemüse: Butternut, Hokkaido – endlich gibt es wieder überall Kürbis, eines meiner absoluten Lieblingsgemüse. Und wie hübsch er ist! Zur Zeit genießen wir ihn am liebsten ganz simpel: In Würfel geschnitten auf ein Backblech, etwas Olivenöl drüber (vielleicht noch etwas Knoblauch und getrocknete Tomaten). Salz, Pfeffer und Feta drüberkrümeln. Nach zehn bis fünfzehn Minuten bei 180 Grad ist daraus ein leckeres, simples Abendessen geworden. Wunderbar macht sich Kürbis auch in einem Kuchen oder Salat.
*Licht: Jedes mal, wenn ich die neuen Lampen, die Mr. B in unsere Wohnküche gehängt hat, angucke, muss ich lächeln. Sind die toll!
*Mein neues Büro: Morgens hinfahren, konzentriert arbeiten – und abends nach Hause fahren und tatsächlich Feierabend haben. Wie toll ist das denn bitte?! Nach drei Jahren Selbständigkeit habe ich jetzt endlich einen aushäusigen Arbeitsplatz inklusive super Kollegin und fühle mich gleich viel produktiver und professioneller.
*Obst: Feigen en masse, überall, und so günstig. Da könnte man eigentlich mal wieder diesen tollen Ottolenghi-Salat machen.
*Großmutters Teekanne: Mein Erbstück. Dieses Gefäß ist eine Übung in Achtsamkeit. Wenn man die Kanne zu voll macht oder zu schnell aus ihr schüttet, gibt es eine Sauerei.
*DIY: Mit dem Dymo Prägegerät mache ich Etiketten mit Retro-Charme.
*Heile Welt: Mr. B und ich lassen uns vom Südstaaten-Flair der Serie Hart of Dixie einlullen. Einmal Bluebell, Alabama und retour, bitte!
*Lesestoff: Ich habe innerlich mit den Augen gerollt, als ich an meinem Geburtstag das Buch In der Sprache liegt die Kraft! von Mechthild von Scheurl-Defersdorf ausgepackt habe, das meine Mutter mir geschenkt hat. Aber jetzt bin ich begeistert und habe beim Lesen lauter Aha-Momente. Scheurl-Defersdorf schreibt: „Mit der gewohnten Ausdrucksweise erhalten Menschen oft alte Denk- und Verhaltensmuster aufrecht. Durch eine gezielte Änderung der Wortwahl oder des Satzbaus erreichen sie eine ungeahnte und nachhaltige Wirkung auf ihr Denken, Sprechen und Handeln und eröffnen sich so neue Handlungsspielräume.“ Du bist, was du sprichst. Seit der Lektüre gucke ich ganz anders auf meine eigene Ausdrucksweise. Phrasen, die ich jetzt schnellstens streichen will, sind zum Beispiel: „mal kurz“, „ich muss noch schnell“, „ich habe keine Zeit“, „ich bin so im Stress“…
*Mehr Lesestoff: Noch ein Geburtstagsgeschenk, das mir auch Wochen später viel Freude macht: mein iPad, auf den ich jetzt tolle Zeitschriften wie das britische Kochmagazin olive lade (in dem man übrigens auch immer wieder tolle Restauranttipps für den nächsten London-Trip findet).
*Vorfreude: Wie schön, wenn man den Urlaub so lange im Voraus gebucht hat, dass man sich immer wieder darauf freuen kann. Im Oktober geht es nach Mallorca und ich sammle fleißig Ideen.

Und was macht euch diese Woche glücklich?

10DingeCollage

 

 

Sonntagsbäckerei: Kürbiskuchen

Zunächst einmal: ein wohliges „Aaaah…“ Die wilde, trubelige Woche ist mit einem herrlich entspannten verlängerten Wochenende zu Ende gegangen. Am Freitagabend haben Mr. B und ich uns noch ins Auto gesetzt, um schnell rüberzumachen, über die Grenze nach Österreich. Es folgten zwei herrlich faule Tage am Wilden Kaiser, im „Bergdoktor-Dorf“ Ellmau. Eingeladen hatte uns Mr. Bs Schwester, die am Set der Serie arbeitet. Danke, du Gute! Weil wir von unserer Ferienwohnung aus den besten Blick auf die Berge hatten (wer mir auf Facebook folgt, hat dort gestern ein Bild davon gesehen), mussten wir uns eigentlich gar nicht großartig vor die Tür bewegen, denn die Aussicht war Entertainment genug. Vor allem heute, als der Wilde Kaiser auf einmal in gefühlten Minuten von sichtbar zu unsichtbar hinter Wolken wechselte. Ein bisschen geschneit hat es, glaube ich, auch noch. Toller Special Effect. Ein weiterer Grund, warum wir das Haus kaum verlassen haben und in Ruhe unsere mitgebrachten Bücher lesen konnten: Die beste Verpflegung hatten wir schon mitgebracht: Einen saftigen Kürbiskuchen, schnell zusammengeschmissen aus dem, was noch so in Küchen- und Kühlschrank zu finden war. Das Resultat: sensationell. Saftig, nicht zu süß, und noch ein netter Crunch drin. Im Originalrezept aus der Effilee ist das Ergebnis ein bisschen feierlicher, mit schicker weißer Frischkäse-Glasur obendrauf, aber ich hatte keinen Frischkäse wollte es lieber unkompliziert. Schmeckt hervorragend zum Frühstück, Kaffee, zwischendurch.

KÜRBISKUCHEN
Quelle: Susi Wilkat/Effilee
Zutaten:
400 g Kürbisfleisch, geras­pelt (ungefähr 1/2 Hokkaido)
100 g getrock­nete Bir­nen und Äpfel, in Wür­fel geschnitten (bei mir: getrocknete Aprikosen)
150 g Wal­nuss­kerne, gehackt (bei mir: Mandelkerne ohne Haut, gehackt. Mandelstifte bestimmt auch fein)
150 g wei­che Butter
150 g Puderzucker
1 Packung Vanillezucker
eine Prise Salz
Zimt nach Geschmack
etwas Kar­da­mom
3 Eier (ich hatte nur noch 2 (große), hat vollkommen gereicht)
180 g Mehl
2 TL Backpulver
Für die Glasur (ich habe darauf verzichtet):
1 Packung Frischkäse
Puder­zu­cker nach Geschmack
Zube­rei­tung:
But­ter mit Puder­zu­cker, Zimt und Vanil­le­zu­cker und Salz schau­mig schlagen. Die Eier nach­ein­an­der unter die But­ter rühren. Kür­bis­ras­peln, getrock­nete Bir­nen und Äpfel sowie Wal­nüsse unter die But­ter heben. Mehl und Back­pul­ver über die Masse sie­ben und unterheben. In eine gefet­tete Spring­form (24 cm Ø) (ich habe eine Kastenform verwendet) geben und im vor­ge­heiz­ten Ofen bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) auf der 2. Schiene von unten ca. 45 Minu­ten backen. Her­aus­neh­men, aus­küh­len lassen.  Wer mag: Frisch­käse mit Puder­zu­cker ver­rüh­ren. Auf dem aus­ge­kühl­ten Kür­bis­ku­chen verstreichen.

 

Bloggers Liebling: Ottolenghi reloaded

Das Kochbuch Jerusalem von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi wurde ja in der Blogosphäre viel gefeiert. Ich habe es zum Beispiel bei Okka und Steffi gesehen, die Besprechung von Valentinas Kochbuch ist auch euphorisch. Ich selbst besitze bislang von Ottolenghi nur Das Kochbuch und kann es sehr empfehlen (hier habe ich schon mal daraus was gezaubert). Aber seit ich einer Freundin Jerusalem geschenkt habe, werde ich bei Besuchen netterweise öfter von ihr daraus bekocht – und verstehe den Hype. Besonders dieses Rezept, ein Salat mit Süßkartoffeln, Feigen und Ziegenkäse, ist sehr beliebt – vollkommen zu Recht. Denn er sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch einfach zu machen und schmeckt fantastisch. Ich habe ihn ein bisschen verändert, denn Mr. B ist leider kein großer Fan von Ziegen(frisch)käse, daher habe ich den durch Ricotta ersetzt (passt super). Und weil es am Markt keine Süßkartoffeln gab („bei der Hitze trocknen die zu schnell aus“), habe ich einen Butternut-Kürbis verwendet (auch ein guter Ersatz). Und aus Faulheit die Balsamico-Reduktion nicht selbstgemacht, sondern eine fertige verwendet. Lecker war es trotzdem.

SALAT MIT SÜSSKARTOFFELN KÜRBIS, FEIGEN UND ZIEGENKÄSE RICOTTA
nach Yotam Ottolenghi, Sami Tamimi: Jerusalem
Zutaten:
(für 2 Pers.)
1 Butternut Kürbis (oder zwei Süßkartoffeln)
1 Bund Frühlingszwiebeln (der Länge nach halbiert und in 4cm lange Stücke geschnitten)
3 frische Feigen, geviertelt
150 g Ricotta (oder Ziegenfrischkäse)
Crema di Balsamico (oder Balsamico mit Zucker eingekocht)
Olivenöl
Chiliflocken
Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Den Kürbis halbieren, entkernen, schälen und in kleine Würfel schneiden. Mit 2 EL Olivenöl vermischen, salzen und pfeffern und auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen. Für etwa 20 Minuten backen, bis sie weich sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. 2 EL Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen und die Chiliflocken und Frühlingszwiebeln dazu geben. Auf mittlerer Hitze für 4-5 Minuten anbraten, dabei oft umrühren. Die Süßkartoffel auf den Tellern verteilen, die Frühlingszwiebeln darauf verteilen. Den Ricotta darauf geben (ich habe nur etwa 4 große EL verwendet) und mit Crema di Balsamico garnieren.