10 Dinge, die mir gerade gute Laune machen

Huch, was war ich in letzter Zeit blogfaul! Ich stelle gerade fest, dass ich seit Wochen, nein, Monaten, hier nichts geschrieben habe. Vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit. Kein Sterbenswörtchen über den Februar, den wir in Südafrika verbracht haben. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte immerhin ein paar Bilder sehen. Das Bild oben zeigt die Strandpromenade von Sea Point. Und vielleicht schaffe ich es hier ja auch noch mit ein paar Recaps. Und ich will auch gar nicht übers Nicht-Schreiben schreiben, sondern lieber wieder mit dem Schreiben anfangen. Ein paar Dinge, die mir gerade gute Laune machen:

  • Digital-Kunst: Es gibt jetzt verschiedene  Frida-Kahlo-Emoji. Wie cool ist das denn, bitte?!
  • Endlich: Ein RomCom-Podcast. In You Had Us At Hello* plaudern zwei Fachleute über das Genre der Romantic Comedy und die neuesten Beispiele: Billy Mernit, Script-Consultant und Autor des Ratgebers Writing the Romantic Comedy, und Drehbuchautorin Tess Morris, die zum Beispiel die sehr nette Komödie Es ist kompliziert…! geschrieben hat (z.B. auf Amazon oder Netflix zu sehen), in der die wunderbare Lake Bell und Simon Pegg mitspielen. Bislang gibt es erst eine Folge, und so ganz haben sie das mit der Lautstärkeregelung noch nicht raus, aber die zwei sind einfach charmant, und für RomCom-Enthusiasten wie mich ist es einfach schön, anderen beim Enthusiasmieren zuzuhören (auf Englisch).
  • Noch ein Podcast, diesmal ein deutscher, den ich gerade erst entdeckt habe: Durch die Gegend. Der Name ist Programm: Journalist und Radiomoderator Christian Möller interviewt Menschen beim gemeinsamen Spaziergang. Ich habe mir die Folge mit Schriftsteller David Wagner angehört. Er sagt „Gehen massiert das Gehirn“. Gefällt mir.
  • Feuerwehr-Drama: Die Serie Chicago Fire hätte ich für Mr. B beinahe mal ruiniert, weil ich anmerkte, dass dort in richtig dramatischen Gesprächen garantiert immer irgendwann der Alarm schrillt und die Mannschaft zu einem Einsatz gerufen wird. Daraufhin guckte er mich erst immer ein wenig vorwurfsvoll, dann belustigt an, wenn das in einer Folge passiert. Aber selbst dieser Dramaturgie-Spoiler konnte unsere Begeisterung für das Leben und Lieben auf der Feuerwache nicht trüben. Wir sind mittlerweile mit Staffel 5 durch und warten auf Nachschub. Bitte, bitte, bitte, noch ein structure fire (Gebäude-Brand), die sind immer so schön dramatisch.
  • Mein neuer Wasserkocher. Gesehen bei Freunden, musste ich dieses tolle Teil von Bosch jetzt auch haben. Guter Grund: Unser vorheriger Wasserkocher hat beim Schütten immer böswillig getropft, so dass oft einiges daneben ging. Aua. Der neue macht das nicht, und ist sogar noch viel toller, weil man bei ihm die gewünschte Temperatur auswählen kann: 70, 80, 90 oder 100 Grad. Tee-Kenner wissen bestimmt genau, bei welcher Temperatur und wie lange irgendein Oolong, Matcha oder sonst etwas gebrüht werden muss, ich weiß nur: bei 70 Grad kann ich meinen Roibos sofort trinken, 80 Grad sind perfekt, wenn ich mir erst noch eine Scheibe Brot toasten und mein Rührei braten will.
  • Koch-Inspiration: Ich hatte schon lange einen Gutschein für den Lebensmittel- und Rezepte-Lieferanten Hello fresh herumliegen und fand das Konzept super: Man bekommt Rezepte mit der genau passenden Menge an Lebensmitteln, allerdings nicht wie beim Kochhaus in einem Laden, sondern direkt nach Hause geliefert. Das will ich jetzt endlich mal ausprobieren. Mit einem Tag Verspätung (weil der Bote es nicht wie gewünscht im Treppenhaus abgestellt hatte) kam heute alles an, und ich freue mich darauf, heute Abend loszukochen.
  • Blaumachen. Auch wenn ich gar nicht so richtig weiß, wie das geht, ist so ein freier Nachmittag hin und wieder doch wirklich eine fantastische Sache.
  • Yoga. Bei der wunderbaren Bärbel von Yogamour. Im Urlaub hatte ich sie auf DVD dabei, jetzt kann ich sie endlich wieder live genießen. Ommmmm.
  • Meine Bücherhalle. Die Stadtbibliothek München, die bei uns in Neuhausen eine super Auswahl hat und einem auch (fast) alles bestellt, was man haben möchte. Ich möchte gerade Eva Menasses Tiere für Fortgeschrittene und den neuesten Tana French-Krimi Gefrorener Schrei haben. Habe ich dann auch bekommen.
  • Backen. Habe ich am letzten Wochenende nach langer Zeit endlich mal wieder gemacht. Hach, war das schön. Das Ergebnis gibt es hoffentlich am Sonntag hier: südafrikanische Rusks.

 

*Natürlich eine Anspielung auf das berühmte Zitat „You had me at hello“, mit dem Renée Zellweger Tom Cruises Liebesmonolog in „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ beantwortet.

Geguckt, geklickt, gelesen – 2015

So jetzt ist es also da, diese neue Jahr, das mit seinem bleichen Himmel und dem Feuerwerksmüll auf den Straßen schon wieder ziemlich abgenutzt aussieht. Aber dass mit dem neuen (Neuen?) Jahr alles anders wird, ist ja sowieso eine Illusion. Trotzdem achte ich immer penibel darauf, die Ware vom Wäscheständer unbedingt noch im alten (Alten?) Jahr abzuhängen, damit nur ja nichts Altes mit hinüber ins Neue wandert. Wobei ich mich jedes Mal frage, ob ich diesen Aberglauben richtig in Erinnerung habe: Vielleicht darf man auch an allen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr überhaupt nichts waschen? Aber das halte ich nicht durch.
Mir geistert das alte Jahr also noch ein wenig durch den Kopf. Zum Einen liegt das vermutlich daran, dass es gestern so gespenstisch zu Ende gegangen ist, mit der Terrorwarnung hier in München. Zum anderen hatte ich mich hier auf dem Blog eigentlich noch ausführlicher von 2015 verabschieden wollen. Dann lief mir mal wieder die Zeit davon. Aber als ich heute in meinem E-Mail-Postfach Austin Kleons Liste mit seinen Lieblingsbüchern 2015 fand, beschloss ich, doch auch noch einen Blick zurück zu werfen. Hier kommt er:

Ziemlich am Ende meines Lesejahres, aber auf der Genuss-Liste ganz weit oben: Auf eine Empfehlung in der ZEIT hin habe ich mir den Episodenroman „Momente der Klarheit“ von Jackie Thomae gekauft – und verschlungen. Bitterböse kleine Geschichten, in denen Beziehungen zu Ende gehen.

Noch kürzer, aber auch großartig: Die Stories von Ruth Herzberg „Wie man mit einem Mann glücklich wird„, ein E-Book aus dem Mikrotext-Verlag. Bei Edition F kann man ein bisschen reinlesen.

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ ist das Vermächtnis der mit 22 Jahren viel zu früh verstorbenen Marina Keegan. Brillante Stories und Beobachtungen.

Es war bei mir das Jahr der Kurzgeschichten. Auch Lauren Holmes‘ Erzählband „Barbara die Schlampe und andere Leute“ zählt dazu…

…und Katherine Heinys „Single, Carefree, Mellow“ (auf deutsch: Glücklich, vielleicht). Klasse! Es geht übrigens keineswegs nur um Singles. Mir hat es so gut gefallen, dass ich es auch gleich noch verschenkt habe.

Von Laura Barnetts „The Versions of Us“ hatte ich ja schon hier geschwärmt. Und der Nachhall dieses Buches hält immer noch an. Die möglichen Geschichten einer Liebe – spannend.

Noch ein Liebes-Paar: Lancelott (Lotto) und Mathilde. Lauren Groffs „Fates and Furies“ schildert ihre Geschichte erst aus seiner, dann aus ihrer Perspektive. Fesselnd.

Sehr gemocht habe ich auch Liza Codys „Lady Bag“. Hier bereits erwähnt.

Jakob Arjounis Kayankaya-Romane („Happy birthday, Türke!“, „Mehr Bier“, „Ein Mann, ein Mord“, „Kismet“ und „Bruder Kemal“) haben mir ein paar verregnete Tage auf Ibiza erhellt. Ein abgerockter, rotziger Privatdetektiv, der durch das Frankfurt der 80er und 90er Jahre tigert.

Wer „Gone Girl“ mochte, dem wird auch „Girl on a Train“ von Paula Hawkins gefallen. Leicht zu lesen, perfekt auch für Pendler.

Sehr inspiriert hat mich Elizabeth Gilbert mit „Big Magic“, ihre Gedanken zur Kreativität. Einen kleinen Einblick in ihre Philosophie gibt auch ihr TED Talk.

Adele Waldman hat mit „Das Liebesleben des Nathaniel P.“ ja 2015 sehr für Furore gesorgt. Ich habe es gern gelesen. Aber immer noch keinen einzigen Knausgård. Naja, vielleicht dieses Jahr.

Frohes Neues!

Geguckt, geklickt, gelesen

In zehn Tagen beginnt in München wieder das Filmfest, ich freue mich schon sehr darauf. Aber vorher habe ich mich schon mal mit ein paar anderen Filmen, Serien und Büchern amüsiert. Meine Highlights der letzten Zeit:

  • Roman: Laura Barnett: The Versions of Us
    Romane, in denen verschiedene mögliche Versionen eines Lebens durchgespielt werden, mag ich sehr. Zuletzt Kate Atkinsons Life After Life, schon vor längerer Zeit Lionel Shrivers „The Post-Birthday World“. Darum wurde ich auch bei einer Rezension in der britischen Grazia zu diesem Roman gleich hellhörig. Zu Recht: Was für ein tolles Buch! Ich habe es mit Tränen in den Augen aus den Händen gelegt, mochte mich von den Figuren, die hier erschaffen werden, einfach nicht trennen. Wie die britische Autorin Laura Barnett es schafft, so dicht drei mögliche Variationen der Leben ihrer beiden Hauptfiguren zu erzählen, ist meisterhaft. Dreimal beginnt es mit einer kurzen, zufälligen Begegnung zwischen Eva und Jim, aber dreimal entwickeln sich komplett unterschiedliche Leben der beiden Hauptfiguren daraus. Sie werden ein Paar, oder auch nicht, sind beruflich erfolgreich, oder auch nicht – aber eine Verbindung zwischen ihnen gibt es immer, auf die eine oder andere Weise. Großartig!
  • Krimis: Cilla und Rolf Börjlind: Die SpringflutDie dritte Stimme
    Einen richtig guten Skandi-Krimi hatte ich länger nicht gelesen. Da kamen diese gerade Recht. Eine Kollegin hatte mir den ersten Band einer neuen Reihe geliehen, den die Drehbuchautoren-Duo Cilla und Rolf Börjlind geschrieben haben. Sie schicken ein ungewöhnliches, unfreiwilliges Team auf Verbrecherjagd: Die Polizistenschülerin Olivia Rönning und den ehemaligen Cop, jetzt Obdachlosen, Tom Stilton. Darum herum noch ein Ensemble weiterer liebenswerter Unterstützer. Band 1 ist „Die Springflut“, Band 2 „Die dritte Stimme“ – beide absolute Pageturner!
  • Zeitschrift: Stern Crime
    Apropos Verbrechen: Seit einer Weile liegt das neue Magazin Stern Crime am Kiosk – mitnehmen! Wirklich gut gemacht und sehr lesenswert, diese Zeitschrift über „Wahre Verbrechen“. Etwa der Artikel über einen ungewöhnlichen Bankräuber oder den Skandalmord, der Irland so sehr aufgewühlt hat.
  • Buch: Stephan Harbort: Wenn Frauen morden
    Nachdem ich Stern Crime ausgelesen hatte, musste Nachschub her. Ich habe also ein wenig in meinem Bücherregal gewühlt und ein älteres Buch ausgegraben, das ich schon lange hatte lesen wollen. Kriminalist Stephan Harbort schildert spektakuläre Fälle aus der neueren und älteren Kriminalgeschichte, in denen die Täter Frauen waren. Gibt es mittlerweile auch als Taschenbuch.
  • DVD: Ferdinand von Schirach: Schuld
    Die Bücher von Ferdinand von Schirach (u.a. „Verbrechen“ und „Schuld“), in denen er aus seiner Praxis als Strafverteidiger erzählt, habe ich vor ein paar Jahren verschlungen. Eine feine, ungewöhnliche Sprache, und ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf Verbrechens-„Stories“, den man so bislang noch nicht kannte. Kongenial fürs Fernsehen adaptiert wurden die Bücher in der Produktion von Oliver Berben fürs ZDF. Vor zwei Jahren lief die erste 6-teilige Serie zu „Verbrechen“, vor ein paar Monaten jetzt die zu „Schuld“. Fesselnd!
  • DVD: Houdini
    Fesselnd im doppelten Sinne des Wortes ist die Geschichte von Zauberer, nein „Escape Artist“ Harry Houdini, den Adrien Brody in dieser biographischen Mini-Serie brillant verkörpert. Ein Getriebener, der in immer waghalsigeren Stunts mit seinem Leben spielt, z.B. wenn er sich kopfüber, gefesselt in einen Wassertank einsperren lässt oder gefesselt von einer Brücke in ein kleines Eisloch springt. Tolle Unterhaltung.
  • Kino: Love & Mercy
    Ich bin nicht der weltgrößte Beach Boys-Fan, daher hätte mich die Filmbiographie von Beach Boys-Kopf Brian Wilson normalerweise wohl nicht angesprochen. Aber da ich selbst gerade am Drehbuch einer Künstlerbiographie sitze, war mein Interesse geweckt. Und, siehe da – ein toller Streifen! Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, in den 60er bzw. 90er Jahren, beides bedeutsame Perioden im Leben von Brian Wilson. In der frühen Phase ist ein der junge, begnadete Komponist, der den Sound der Beach Boys weiterentwickeln will, aber immer mehr durch psychische Probleme (er hört Stimmen in seinem Kopf) daran gehindert wird. Grandios gespielt von Paul Dano. In der späten Phase spielt John Cusack den älteren Brian, mittlerweile völlig abgedriftet und abhängig von einem dubiosen Psychiater, der ihn mit viel zu vielen Medikamenten in einem Dämmerzustand hält. Aus diesem erwacht er langsam, als er die patente Autoverkäuferin Melinda (Elisabeth Banks) kennenlernt. Eine zarte Liebesgeschichte beginnt.