10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Viel Grüße aus Asheville, North Carolina. Ich habe mal wieder ein paar Dinge aufgeschrieben, die mir das Leben gerade schöner machen. Wie sieht es bei euch aus?

  • In einer anderen Zeitzone sein
    Ich bin gerade auf Besuch bei meiner ehemaligen Gastfamilie aus dem Schüleraustausch. Damals lebten sie alle in Concord, North Carolina, jetzt haben sie sich kreuz und quer verteilt: Eine Gastschwester lebt mit Mann und Tochter in der Nähe von Boston, Massachusetts (dort war ich letzte Woche), die andere in Asheville, North Carolina (dort bin ich gerade), der Gastbruder in Durham, North Carolina, und schließlich die Gasteltern in der Nähe von Washington, D.C.. Ich klappere sie alle nacheinander ab und bin dabei eine Art digital nomad, arbeite also ein bisschen aus der Ferne für meine deutschen Auftraggeber. Das Tolle daran: Wenn ich hier so gegen halb sieben aufstehe, ist der Tag in Deutschland schon halb rum – und die E-Mails, die ich sonst alle einzeln abgefangen hätte, kommen jetzt in einem Batzen. Nur zu bestimmten Zeiten meine Mails zu checken, wollte ich mir schon längst mal angewöhnen, denn so ist das viel effektiver. Vielleicht klappt die Umstellung ja jetzt. Auch irgendwie sehr schön: Die Vorstellung, dass in Deutschland schon alle schlafen, während hier Nachmittag und Abend in vollem Gange sind.
  • Im Alltag mitschwimmen
    Ich klappere hier also meine Lieblingsamis ab. Die lassen mich in ihren Gästezimmern schlafen und sorgen für Entertainment – müssen aber ganz normal arbeiten. Ich finde das wunderbar, denn so bekomme ich mit – wie damals beim Schüleraustausch – wie das so ist, das ganz normale Leben hier in den USA. Von der Kinderbetreuung (die Anderthalbjährige ist in der Daycare, die sie gruseliger Weise „school“ nennen, als könne der Ernst des Lebens nicht früh genug beginnen) über die Podcasts, die sie hören, die Nachrichten, die sie gucken (Comey-Investitgation, Basketball Playoffs sind gerade die großen Themen), die Jobs, die sie haben, und das Essen, das sie kochen. Meine Gastschwester Melissa ist ganz begeistert von ihrem „Instantpot“, eine Mischung aus Slow Cooker und Schnellkochtopf, und Bethany hat mir im Slow Cooker ihren Lieblings-Linseneintopf gekocht. Viele kleine Schnipsel, aus denen ich ein Bild bastele, wie es ihnen so geht, und mit denen wir uns einander wieder annähern.
  • Ein neuer Podcast-Fund
    Der Mann meiner Gastschwester ist wie ich ein großer Podcast-Fan. Wir haben unsere Playlists verglichen, und ein paar seiner Empfehlungen habe ich gleich aufgenommen. Allen voran: Wait Wait…Don’t Tell Me! Eine Comedy-Quiz-Show, die aktuelle Nachrichten in Entertainment verwandelt – intelligent und urkomisch.
  • Kino-Dekadenz
    Auch wenn ich hier „nur so halb“ im Urlaub bin, gönne ich mir doch ein paar schöne Auszeiten. Gestern zum Beispiel eine Kinovorstellung am Nachmittag. Eigentlich wollten wir ja „Wonder Woman“ sehen, aber dafür gab es nur noch Plätze in der ersten Reihe. Deswegen sind wir auf „Baywatch“ umgeschwenkt. Sehr albern, aber lustig. Das Beste aber war das Kino, in dem wir waren: Da konnte man die Sitze zurückfahren, eine Fußstütze hoch – wie zuhause auf dem Sofa. Ein kleines Klapptischchen fürs Popcorn und Halterungen für die XXL-Getränkebecher gab es natürlich auch.
  • Film-Vorfreude
    Apropos Kino: Wenn ich zurück bin in München, beginnt bald das Filmfest München – meine Lieblingswoche des Jahres. Ich bin schon eifrig dabei, mir mit Hilfe des Festivalplaners mein Programm zusammenzustellen. Kino von morgens bis abends – ein Traum!
  • Zwei gute Stunden
    Eine Film-Empfehlung: Im Kleinstadtkino von Dedham, Massachusetts, habe ich mir, ebenfalls in einer Nachmittagsvorstellung, den Film Their Finest (deutsch: Ihre beste Stunde) angesehen. Ich dachte eigentlich, dass ich keine Zweiter Weltkrieg-Filme mehr sehen kann, aber das Thema, eine Frau, die ins Drehbuchgeschäft stolpert, hat mich interessiert, und Hauptdarstellerin Gemma Arterton mag ich auch sehr. Und dann wurde ich so richtig schön emotional durchgewalkt, wie ich es mag, und hatte zwei wirklich gute Stunden mit diesem Film. Ab 6. Juli auch in Deutschland zu sehen (und kurz vorher auf dem Filmfest München).
  • Ein Roman mit Boston-Flair
    Zufällig sehr passend: Ich hatte mir den Roman Since We Fell von Dennis Lehane auf den Kindle geladen, ohne zu wissen, dass der zu einem großen Teil in Boston spielt, wo ich mich gerade befand. Die Story: Eine Liebesgeschichte samt Psychothriller.
  • Kulinarische Nostalgie
    Diese Reise ist für mich auch ein „trip down memory lane“: Immer wieder schwappen Gedanken hoch an mein siebzehnjähriges Selbst, das damals zum Schüleraustausch hier ankam. Ganz eng verknüpft sind diese Erinnerungen mit dem Essen, das es damals gab. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel meine Vorliebe für Chocolate Chip Cookies, Tex-mex-Küche, Thanksgiving Dinner und mehr. Meine Gastschwester Melissa hat mir ein kulinarisches Willkommenspaket zusammengestellt, und darin befand sich außer einem Chocolate Chip Cookie-Mix und anderen Süßigkeiten auch ein Sixpack Sun Drop. Das ist eine neongelbe Limonade, die in den Südstaaten sehr beliebt ist, irre viel Koffein enthält und so ähnlich schmeckt wie Mountain Dew (falls das jemandem etwas sagt). Was habe ich die damals geliebt! In Concord gab es eine Sun Drop-Fabrik, die wurde jedoch letztes Jahr geschlossen, wie ich jetzt gelernt habe. Mittlerweile gehört die Marke zur Dr Pepper Snapple Group und ich habe mir Softdrinks total abgewöhnt. Aber für Sun Drop musste ich natürlich eine Ausnahme machen. Tja, was soll ich sagen: Die Erinnerung war besser als der tatsächliche Geschmack. Wie gut, dass sich manche Dinge eben doch ändern…
  • Kulinarische Neuentdeckungen
    In Massachusetts haben sie versucht, mich für Lobster Rolls zu begeistern, die lokale Spezialität. Bei Marvel’s Lunch Box in Hull gab’s ganz gute, aber mein neuer Lieblingssnack wird das nicht. Dann schon eher „Shrimp and Grits“, eine Südstaaten-Spezialität, die Melissas Mann Bary gestern Abend für uns gezaubert hat.
  • Yoga mal anders
    Auch wenn ich meine Yogalehrerin quasi dabei habe (in Form der Yogamour-DVDs von Bärbel Mießner), schnuppere ich doch gern mal in fremde Studios rein. Bei Yoga Now in Dedham muss man durch einen Coffeeshop gehen, um zum Übungsraum zu gelangen. Bei Inspired Change Yoga in Asheville bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen und musste eine Weile rätseln, warum die Lehrerin immer „Sayonara“ murmelte, nachdem sie uns in den nach unten schauenden Hund geleitet hatte. Bis ich dann darauf kam. Sie meinte: „Sigh out.“ – tief ausatmen. Das sollte man in der Tat nicht vergessen. Habt ein schönes Wochenende!

10 Dinge, die mir gerade gute Laune machen

Huch, was war ich in letzter Zeit blogfaul! Ich stelle gerade fest, dass ich seit Wochen, nein, Monaten, hier nichts geschrieben habe. Vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit. Kein Sterbenswörtchen über den Februar, den wir in Südafrika verbracht haben. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte immerhin ein paar Bilder sehen. Das Bild oben zeigt die Strandpromenade von Sea Point. Und vielleicht schaffe ich es hier ja auch noch mit ein paar Recaps. Und ich will auch gar nicht übers Nicht-Schreiben schreiben, sondern lieber wieder mit dem Schreiben anfangen. Ein paar Dinge, die mir gerade gute Laune machen:

  • Digital-Kunst: Es gibt jetzt verschiedene  Frida-Kahlo-Emoji. Wie cool ist das denn, bitte?!
  • Endlich: Ein RomCom-Podcast. In You Had Us At Hello* plaudern zwei Fachleute über das Genre der Romantic Comedy und die neuesten Beispiele: Billy Mernit, Script-Consultant und Autor des Ratgebers Writing the Romantic Comedy, und Drehbuchautorin Tess Morris, die zum Beispiel die sehr nette Komödie Es ist kompliziert…! geschrieben hat (z.B. auf Amazon oder Netflix zu sehen), in der die wunderbare Lake Bell und Simon Pegg mitspielen. Bislang gibt es erst eine Folge, und so ganz haben sie das mit der Lautstärkeregelung noch nicht raus, aber die zwei sind einfach charmant, und für RomCom-Enthusiasten wie mich ist es einfach schön, anderen beim Enthusiasmieren zuzuhören (auf Englisch).
  • Noch ein Podcast, diesmal ein deutscher, den ich gerade erst entdeckt habe: Durch die Gegend. Der Name ist Programm: Journalist und Radiomoderator Christian Möller interviewt Menschen beim gemeinsamen Spaziergang. Ich habe mir die Folge mit Schriftsteller David Wagner angehört. Er sagt „Gehen massiert das Gehirn“. Gefällt mir.
  • Feuerwehr-Drama: Die Serie Chicago Fire hätte ich für Mr. B beinahe mal ruiniert, weil ich anmerkte, dass dort in richtig dramatischen Gesprächen garantiert immer irgendwann der Alarm schrillt und die Mannschaft zu einem Einsatz gerufen wird. Daraufhin guckte er mich erst immer ein wenig vorwurfsvoll, dann belustigt an, wenn das in einer Folge passiert. Aber selbst dieser Dramaturgie-Spoiler konnte unsere Begeisterung für das Leben und Lieben auf der Feuerwache nicht trüben. Wir sind mittlerweile mit Staffel 5 durch und warten auf Nachschub. Bitte, bitte, bitte, noch ein structure fire (Gebäude-Brand), die sind immer so schön dramatisch.
  • Mein neuer Wasserkocher. Gesehen bei Freunden, musste ich dieses tolle Teil von Bosch jetzt auch haben. Guter Grund: Unser vorheriger Wasserkocher hat beim Schütten immer böswillig getropft, so dass oft einiges daneben ging. Aua. Der neue macht das nicht, und ist sogar noch viel toller, weil man bei ihm die gewünschte Temperatur auswählen kann: 70, 80, 90 oder 100 Grad. Tee-Kenner wissen bestimmt genau, bei welcher Temperatur und wie lange irgendein Oolong, Matcha oder sonst etwas gebrüht werden muss, ich weiß nur: bei 70 Grad kann ich meinen Roibos sofort trinken, 80 Grad sind perfekt, wenn ich mir erst noch eine Scheibe Brot toasten und mein Rührei braten will.
  • Koch-Inspiration: Ich hatte schon lange einen Gutschein für den Lebensmittel- und Rezepte-Lieferanten Hello fresh herumliegen und fand das Konzept super: Man bekommt Rezepte mit der genau passenden Menge an Lebensmitteln, allerdings nicht wie beim Kochhaus in einem Laden, sondern direkt nach Hause geliefert. Das will ich jetzt endlich mal ausprobieren. Mit einem Tag Verspätung (weil der Bote es nicht wie gewünscht im Treppenhaus abgestellt hatte) kam heute alles an, und ich freue mich darauf, heute Abend loszukochen.
  • Blaumachen. Auch wenn ich gar nicht so richtig weiß, wie das geht, ist so ein freier Nachmittag hin und wieder doch wirklich eine fantastische Sache.
  • Yoga. Bei der wunderbaren Bärbel von Yogamour. Im Urlaub hatte ich sie auf DVD dabei, jetzt kann ich sie endlich wieder live genießen. Ommmmm.
  • Meine Bücherhalle. Die Stadtbibliothek München, die bei uns in Neuhausen eine super Auswahl hat und einem auch (fast) alles bestellt, was man haben möchte. Ich möchte gerade Eva Menasses Tiere für Fortgeschrittene und den neuesten Tana French-Krimi Gefrorener Schrei haben. Habe ich dann auch bekommen.
  • Backen. Habe ich am letzten Wochenende nach langer Zeit endlich mal wieder gemacht. Hach, war das schön. Das Ergebnis gibt es hoffentlich am Sonntag hier: südafrikanische Rusks.

 

*Natürlich eine Anspielung auf das berühmte Zitat „You had me at hello“, mit dem Renée Zellweger Tom Cruises Liebesmonolog in „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ beantwortet.

Geguckt, geklickt, gelesen – 2015

So jetzt ist es also da, diese neue Jahr, das mit seinem bleichen Himmel und dem Feuerwerksmüll auf den Straßen schon wieder ziemlich abgenutzt aussieht. Aber dass mit dem neuen (Neuen?) Jahr alles anders wird, ist ja sowieso eine Illusion. Trotzdem achte ich immer penibel darauf, die Ware vom Wäscheständer unbedingt noch im alten (Alten?) Jahr abzuhängen, damit nur ja nichts Altes mit hinüber ins Neue wandert. Wobei ich mich jedes Mal frage, ob ich diesen Aberglauben richtig in Erinnerung habe: Vielleicht darf man auch an allen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr überhaupt nichts waschen? Aber das halte ich nicht durch.
Mir geistert das alte Jahr also noch ein wenig durch den Kopf. Zum Einen liegt das vermutlich daran, dass es gestern so gespenstisch zu Ende gegangen ist, mit der Terrorwarnung hier in München. Zum anderen hatte ich mich hier auf dem Blog eigentlich noch ausführlicher von 2015 verabschieden wollen. Dann lief mir mal wieder die Zeit davon. Aber als ich heute in meinem E-Mail-Postfach Austin Kleons Liste mit seinen Lieblingsbüchern 2015 fand, beschloss ich, doch auch noch einen Blick zurück zu werfen. Hier kommt er:

Ziemlich am Ende meines Lesejahres, aber auf der Genuss-Liste ganz weit oben: Auf eine Empfehlung in der ZEIT hin habe ich mir den Episodenroman „Momente der Klarheit“ von Jackie Thomae gekauft – und verschlungen. Bitterböse kleine Geschichten, in denen Beziehungen zu Ende gehen.

Noch kürzer, aber auch großartig: Die Stories von Ruth Herzberg „Wie man mit einem Mann glücklich wird„, ein E-Book aus dem Mikrotext-Verlag. Bei Edition F kann man ein bisschen reinlesen.

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ ist das Vermächtnis der mit 22 Jahren viel zu früh verstorbenen Marina Keegan. Brillante Stories und Beobachtungen.

Es war bei mir das Jahr der Kurzgeschichten. Auch Lauren Holmes‘ Erzählband „Barbara die Schlampe und andere Leute“ zählt dazu…

…und Katherine Heinys „Single, Carefree, Mellow“ (auf deutsch: Glücklich, vielleicht). Klasse! Es geht übrigens keineswegs nur um Singles. Mir hat es so gut gefallen, dass ich es auch gleich noch verschenkt habe.

Von Laura Barnetts „The Versions of Us“ hatte ich ja schon hier geschwärmt. Und der Nachhall dieses Buches hält immer noch an. Die möglichen Geschichten einer Liebe – spannend.

Noch ein Liebes-Paar: Lancelott (Lotto) und Mathilde. Lauren Groffs „Fates and Furies“ schildert ihre Geschichte erst aus seiner, dann aus ihrer Perspektive. Fesselnd.

Sehr gemocht habe ich auch Liza Codys „Lady Bag“. Hier bereits erwähnt.

Jakob Arjounis Kayankaya-Romane („Happy birthday, Türke!“, „Mehr Bier“, „Ein Mann, ein Mord“, „Kismet“ und „Bruder Kemal“) haben mir ein paar verregnete Tage auf Ibiza erhellt. Ein abgerockter, rotziger Privatdetektiv, der durch das Frankfurt der 80er und 90er Jahre tigert.

Wer „Gone Girl“ mochte, dem wird auch „Girl on a Train“ von Paula Hawkins gefallen. Leicht zu lesen, perfekt auch für Pendler.

Sehr inspiriert hat mich Elizabeth Gilbert mit „Big Magic“, ihre Gedanken zur Kreativität. Einen kleinen Einblick in ihre Philosophie gibt auch ihr TED Talk.

Adele Waldman hat mit „Das Liebesleben des Nathaniel P.“ ja 2015 sehr für Furore gesorgt. Ich habe es gern gelesen. Aber immer noch keinen einzigen Knausgård. Naja, vielleicht dieses Jahr.

Frohes Neues!

Geguckt, geklickt, gelesen

In zehn Tagen beginnt in München wieder das Filmfest, ich freue mich schon sehr darauf. Aber vorher habe ich mich schon mal mit ein paar anderen Filmen, Serien und Büchern amüsiert. Meine Highlights der letzten Zeit:

  • Roman: Laura Barnett: The Versions of Us
    Romane, in denen verschiedene mögliche Versionen eines Lebens durchgespielt werden, mag ich sehr. Zuletzt Kate Atkinsons Life After Life, schon vor längerer Zeit Lionel Shrivers „The Post-Birthday World“. Darum wurde ich auch bei einer Rezension in der britischen Grazia zu diesem Roman gleich hellhörig. Zu Recht: Was für ein tolles Buch! Ich habe es mit Tränen in den Augen aus den Händen gelegt, mochte mich von den Figuren, die hier erschaffen werden, einfach nicht trennen. Wie die britische Autorin Laura Barnett es schafft, so dicht drei mögliche Variationen der Leben ihrer beiden Hauptfiguren zu erzählen, ist meisterhaft. Dreimal beginnt es mit einer kurzen, zufälligen Begegnung zwischen Eva und Jim, aber dreimal entwickeln sich komplett unterschiedliche Leben der beiden Hauptfiguren daraus. Sie werden ein Paar, oder auch nicht, sind beruflich erfolgreich, oder auch nicht – aber eine Verbindung zwischen ihnen gibt es immer, auf die eine oder andere Weise. Großartig!
  • Krimis: Cilla und Rolf Börjlind: Die SpringflutDie dritte Stimme
    Einen richtig guten Skandi-Krimi hatte ich länger nicht gelesen. Da kamen diese gerade Recht. Eine Kollegin hatte mir den ersten Band einer neuen Reihe geliehen, den die Drehbuchautoren-Duo Cilla und Rolf Börjlind geschrieben haben. Sie schicken ein ungewöhnliches, unfreiwilliges Team auf Verbrecherjagd: Die Polizistenschülerin Olivia Rönning und den ehemaligen Cop, jetzt Obdachlosen, Tom Stilton. Darum herum noch ein Ensemble weiterer liebenswerter Unterstützer. Band 1 ist „Die Springflut“, Band 2 „Die dritte Stimme“ – beide absolute Pageturner!
  • Zeitschrift: Stern Crime
    Apropos Verbrechen: Seit einer Weile liegt das neue Magazin Stern Crime am Kiosk – mitnehmen! Wirklich gut gemacht und sehr lesenswert, diese Zeitschrift über „Wahre Verbrechen“. Etwa der Artikel über einen ungewöhnlichen Bankräuber oder den Skandalmord, der Irland so sehr aufgewühlt hat.
  • Buch: Stephan Harbort: Wenn Frauen morden
    Nachdem ich Stern Crime ausgelesen hatte, musste Nachschub her. Ich habe also ein wenig in meinem Bücherregal gewühlt und ein älteres Buch ausgegraben, das ich schon lange hatte lesen wollen. Kriminalist Stephan Harbort schildert spektakuläre Fälle aus der neueren und älteren Kriminalgeschichte, in denen die Täter Frauen waren. Gibt es mittlerweile auch als Taschenbuch.
  • DVD: Ferdinand von Schirach: Schuld
    Die Bücher von Ferdinand von Schirach (u.a. „Verbrechen“ und „Schuld“), in denen er aus seiner Praxis als Strafverteidiger erzählt, habe ich vor ein paar Jahren verschlungen. Eine feine, ungewöhnliche Sprache, und ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf Verbrechens-„Stories“, den man so bislang noch nicht kannte. Kongenial fürs Fernsehen adaptiert wurden die Bücher in der Produktion von Oliver Berben fürs ZDF. Vor zwei Jahren lief die erste 6-teilige Serie zu „Verbrechen“, vor ein paar Monaten jetzt die zu „Schuld“. Fesselnd!
  • DVD: Houdini
    Fesselnd im doppelten Sinne des Wortes ist die Geschichte von Zauberer, nein „Escape Artist“ Harry Houdini, den Adrien Brody in dieser biographischen Mini-Serie brillant verkörpert. Ein Getriebener, der in immer waghalsigeren Stunts mit seinem Leben spielt, z.B. wenn er sich kopfüber, gefesselt in einen Wassertank einsperren lässt oder gefesselt von einer Brücke in ein kleines Eisloch springt. Tolle Unterhaltung.
  • Kino: Love & Mercy
    Ich bin nicht der weltgrößte Beach Boys-Fan, daher hätte mich die Filmbiographie von Beach Boys-Kopf Brian Wilson normalerweise wohl nicht angesprochen. Aber da ich selbst gerade am Drehbuch einer Künstlerbiographie sitze, war mein Interesse geweckt. Und, siehe da – ein toller Streifen! Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, in den 60er bzw. 90er Jahren, beides bedeutsame Perioden im Leben von Brian Wilson. In der frühen Phase ist ein der junge, begnadete Komponist, der den Sound der Beach Boys weiterentwickeln will, aber immer mehr durch psychische Probleme (er hört Stimmen in seinem Kopf) daran gehindert wird. Grandios gespielt von Paul Dano. In der späten Phase spielt John Cusack den älteren Brian, mittlerweile völlig abgedriftet und abhängig von einem dubiosen Psychiater, der ihn mit viel zu vielen Medikamenten in einem Dämmerzustand hält. Aus diesem erwacht er langsam, als er die patente Autoverkäuferin Melinda (Elisabeth Banks) kennenlernt. Eine zarte Liebesgeschichte beginnt.