10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Puh, was für eine Woche, und was für ein Wochenende! Wir haben gerade erst die Koffer wieder in die Wohnung gerollt, zurück von einem fantastischen Kurztrip nach Wien, der deswegen auch als erstes genannt werden muss auf der Liste der Glücklichmacher der Woche:

  • Wien. Viel zu lange nicht da gewesen und gleich wieder verliebt in diese lässige, leiwande Stadt. Melange getrunken (zum Beispiel im Kleinen Café, Franziskanerplatz 3 und im phil), Schnitzel gegessen (im Concordia Schlössl) und das weltbeste Schnittlauchbrot (im Kaffee Alt Wien), lecker gefrühstückt im Wirr und endlich den Unterschied zwischen Krügl, Seidl und Pfiff gelernt (Biergrößen von groß nach klein). Und dazu noch die super Begleitung, eine lustige, entspannte Truppe von Freunden, mit denen der Trip einfach unvergesslich wurde.
  • Meute. Die Techno-Brass Band aus Hamburg spielte beim Mimamusch-Festival in Wien auf – und heizte richtig ein. Unmöglich, da die Füße stillzuhalten. Was für ein Spaß! Hier ist ihre Facebook-Seite.
  • Lesestoff I. Man soll ja seine Bücher nicht nach dem Einband aussuchen. Aber bei Stephanie Danlers Sweetbitter ist sowohl das Cover sexy als auch das, was drinsteckt. Die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die nach New York kommt und einen Job in einem Szene-Restaurant ergattert. Sex, Drugs & Restaurantgeheimnisse – eine fesselnde Kombination, toll geschrieben.
  • Lesestoff II. Eigentlich nicht aus dieser Woche, aber hey, es ist ein tolles Buch und ich will es empfehlen: Töchter einer neuen Zeit von Carmen Korn beginnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und endet nach dem Zweiten. Und spielt noch dazu in Hamburg, um die Ecke von Orten, an denen ich groß geworden bin. Gekonnt verwebt Carmen Korn die Geschichten von vier jungen Frauen, die in dieser wilden Zeit erwachsen werden. So detailreich und süffig habe ich lange nicht(s) Historisches gelesen. Und zwei weitere „Jahrhundert-Romane“ sollen folgen!
  • Bayrisch essen. Sehr schön auf den Geburtstag einer lieben Freundin angestoßen haben wir am Dienstag beim Weinbauer (Fendstraße 5), und dazu gab’s Knödel und Schnitzel. Urig, aber lässig, zwischen Hirschgeweih, Kini-Bildern und Holzvertäfelung.
  • Asiatisch essen. In der Müllerstraße 51 konnte man bis vor kurzem im Corso ein verdammt gutes Tatar essen, darum fand ich es sehr schade, als der Laden dichtmachte. Aber das ist jetzt vergessen, denn mittlerweile hat an gleicher Stelle The Drunken Dragon aufgemacht, wo man köstliche Dumplings naschen kann und an BBQ Pork Ribs in perfekter Hoisin-Knoblauch-Marinade knabbern, die im Mund schmelzen. Noch besser, wenn man sich (wie ich) einladen lässt, denn ganz billig ist der Spaß nicht. Vielen Dank, J & G, ein tolles Geburtstagsgeschenk!
  • Ein Kino um die Ecke. In München Neuhausen, wo ich wohne, wohnt man eigentlich ganz wunderbar, aber eines hat bislang immer gefehlt: Ein richtiges Kino. Das ist jetzt anders, weil vor kurzem das Neue Maxim eröffnet hat. An gleicher Stelle war auch früher schon ein Kino, aber das Programm dort so speziell, dass es mich dort nie hingezogen hat. Jetzt laufen Filme wie Tschick oder Welcome to Norway, und Popcorn gibt es auch. Ich war bislang noch nicht dort, habe mir aber beim Dumpling-Abend im Drunken Dragon sagen lassen, dass ich das bald ändern sollte.
  • Groundhog Day alias „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Darum habe ich mich sehr gefreut, dass eQuinoxe Europe dessen Drehbuchautor Danny Rubin nach Stuttgart eingeladen hat. Bei einer Masterclass am Montag beschrieb er den Entstehungsprozess des Films – und des Groundhog Day-Musicals, das im Sommer in London uraufgeführt wurde. Oh, das hätte ich gern gesehen, ist aber leider bereits abgespielt.
  • Ein Film, auf den ich mich freue. Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent Mark Duplass, einer meiner absoluten Heroes, hat wieder einen neuen Film gemacht: Blue Jay ist Oh Boy-mäßig in schwarz-weiß gehalten und erzählt von einem Mann und einer Frau, die in der Highschool ein Paar waren und sich jetzt, mittelalt und mittelglücklich, zufällig im Supermarkt wiedertreffen. Auf Amazon Prime kann man ihn streamen, und in der New York Times schreibt Mark Duplass über seine erste große Liebe.
  • Frisches Neulinger-Brot. Für einen Artikel im Magazin Echt Bayern hatte ich vor einer Weile das Vergnügen, den entzückenden Bio-Bäcker Ludwig Neulinger zu interviewen. Seit unserem Gespräch über das Aussterben der Münchner Brotzeitsemmeln und die Pest der Zusatzstoffe in Industriebrot kaufe ich mein Roggen-Vollkornbrot mit noch mehr Enthusiasmus in einer seiner Filialen in der Volkartstraße (Nr. 11 und Nr. 48, er hat noch zwei weitere, u.a. in Haidhausen).

 

10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Bei diesem herrlichen Wetter gut drauf zu sein, ist wirklich nicht schwer. Noch ein paar andere Dinge, die mir diese Woche ein Lächeln ins Gesicht zaubern:

  • Die Sonne. Ja, sie muss noch einmal genannt werden, weil sie heute so wunderbar ist, dass ich am liebsten den ganzen Tag im Straßencafé sitzen und Eis essen möchte. Tue ich nicht, aber man wird ja noch träumen dürfen…
  • Schuhe kaufen. Auch wenn ich sonst eher ungern (Klamotten & Co) gehe: So herrliches Wetter rechtfertigt doch einen Sandalen-Kauf, oder?
  • Kirschblüten. Sind sie nicht einfach wunderschön? Schade, dass sie immer so schnell wieder verblüht sind.
  • Der Geruch von frischem Bärlauch, wenn man durch den Englischen Garten radelt. Hier gibt es ein leckeres Rezept dazu vom letzten Jahr.
  • Das Buch Lady Bag von Liza Cody. Ich hatte es schon länger auf meinem Kindle, jetzt erst geöffnet – und verschlungen. Eine solch skurrile Protagonistin habe ich noch nie erlebt: Sie ist verbittert, obdachlos, Alkoholikerin und traut niemandem außer ihrer Hündin Electra. Und hat eine ganz eigene, schrullige Art, das Leben zu betrachten und zu beschreiben. Als sie zufällig ihren ehemaligen Liebhaber wiedersieht, den  „Teufel“, der einer der Gründe dafür ist, dass sie auf der Straße lebt, nimmt ihr Leben eine Wende. Ein Roadmovie in den Straßen Londons, auch eine Art Krimi. Traurig und hoffnungsvoll zugleich. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Ob die herrlichen Wortkreationen (wie „Momster“, eine Mischung aus Mom und Monster) im Deutschen erhalten geblieben sind?
  • Ein Ohrwurm. Lange nicht gehört, aber gleich wieder in ihn verliebt: Henry Macinis „Baby Elephant Walk“. Hier gibt es zum Beispiel ein Video dazu.
  • Ingolstadt entdecken. Am Wochenende hat uns ein Freund durch „seine“ Stadt geführt – und uns jede Menge Cafés und Bars empfohlen, in die er gerne geht: Die Bar Due am Münster für einen Feierabenddrink, The Golden für Burger in hipper Atmosphäre, die Bar Centrale für exzellenten Café und Italo-Schlager und das Café Tagtraum für immer wieder.
  • Newsletter. Vielleicht ein bisschen altmodisch, sich in Zeiten von Facebook, Twitter und WhatsApp noch Nachrichten in sein E-Mail-Postfach schicken zu lassen – aber ich mag das. Ich mag schön zusammengestellte („kuratierte“, sagt man heute, oder?) Sammlungen, die meinen Horizont erweitern, mich an Ecken (des Internets) führen, auf die ich sonst nie gekommen wäre. Zum Beispiel den wöchentlichen Newsletter von US-Autor und Kreativ-Guru Austin Kleon und die Zitate aus ausgewählten Artikeln der Sonntagsausgabe der New York-Times, die Matt Thomas jede Woche verschickt. Oder den mentorless-Newsletter, der sich an Filmemacher und Drehbuchautoren richtet. Diese drei sind auf englisch, aber einen deutschen Favoriten habe ich auch: Obwohl ich in München lebe, mag ich den täglichen Berlin-Newsletter „Checkpoint“ von Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt, weil er informativ, lustig und bissig ist. Und tolle Restaurant-Tipps hat!
  • Mark Duplass. Den amerikanischen Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur (ergo: Filmemacher) verehre ich, seit ich ihn in dem herrlich skurrilen und schmerzhaft ehrlichen Film „Humpday“ vor Jahren auf dem Münchner Filmfest gesehen habe. Man kennt ihn vielleicht auch aus Indie-Filmen wie „Safety Not Guaranteed“ (auf „deutsch“ unter dem Titel „Journey of Love“ veröffentlich) oder „Meine beste Freundin, ihre Schwester und ich“ (der Titel so lala, der Film super!). Er hat jetzt die Serie „Togetherness“ für HBO kreiert (auf die wir in Deutschland wohl leider noch eine Weile warten müssen. Der Trailer sieht auf jeden Fall schon mal vielversprechend aus. Sein Bruder Jay, mit dem er viel zusammenarbeitet, ist gerade in der hochgelobten Web-Serie Transparent zu sehen (über Amazon auch in Deutschland). Und für Filminteressierte: Auf dem Festival South by Southwest in Austin, Texas, hat Mark Duplass einen spannenden Vortrag gehalten. Er erzählt von seinem Werdegang und wie man als junger Filmemacher einen Einstieg ins Business findet. Und ganz am Ende verrät er, wie er die „this is no good“-Stimme umgeht, wenn er Drehbücher schreibt.
  • Noch ein Buch: „Her“ von Harriet Lane (bislang nur auf englisch). Unheimlich, aber unheimlich fesselnd, ist es zu lesen, wie sich eine erfolgreiche Künstlerin in das Leben einer jungen, überforderten Mutter einschleicht, die sie von früher kennt – die sich aber nicht an sie erinnert. Was die beiden miteinander verbindet, erfährt man erst sehr spät. Schwer zu beschreiben, was für ein Genre das eigentlich ist? Ein milder Thriller vielleicht, mit sehr klugen psychologischen Beobachtungen.