Fernweh-Freitag: Von A wie Apfel bis Z wie Zuagroast

Wenn ich ehrlich bin, habe ich heute eigentlich gar kein Fernweh. Im Gegenteil: Ich freue mich, einfach nur hier zu sein, ein Wochenende zuhause in Aussicht, mit Zeit zum Ausruhen, Lesen, Rumpusseln. Ganz vielleicht schaue ich auch mal auf der Wiesn vorbei, um ein, zwei Lieder anzustimmen. Weil ich aber Rituale mag und die Struktur, die sie dem Leben geben, findet der Fernweh-Freitag heute trotzdem statt. Meine Fundstücke:

      • Passend: Heute ist Welttourismus-Tag. Ich glaube, für morgen werde ich dann den Welt-Pyjama-Tag ausrufen. Oder, etwas kleiner: Meinen ganz persönlichen Pyjama-Tag.
      • Apropos Wiesn i.e. Oktoberfest: Marianna vom Weltenbummler-Mag hat einen kleinen Oktoberfest-Guide verfasst. Die Ochsensemmel vom Spatenbräu, die sie empfiehlt, mag ich auch sehr. Noch eine kleine klugscheißerische Anmerkung für Zuagroaste: „Die Wiesn“ (=Wiese) ist Singular, nicht Plural! Man hat also nicht „viel Spaß auf den Wiesn“, sondern „a Mords-Gaudi auf der Wiesn“.
      • Bei OhLadycakes werden passend zum Oktoberfest Brezn beziehungsweise Pretzels gebacken. Hier geht’s zum Rezept.
      • Auch eine Möglichkeit fürs Wochenende: Mal wieder ins Freilichtmuseum Glentleiten. Dort dreht sich am Samstag und Sonntag alles um historische Obstsorten. Es gibt eine große Obstsortenschau, Infos übers Pressen, Dörren und Verkochen von Früchten und Märchen und Lieder rund ums Obst. Klingt nett!
      • So, und jetzt mal über den Tellerrand von Bayern geguckt: Die (ehemalige) Merkel-Wohnung in Berlin kann man jetzt über Airbnb mieten, ging diese Woche durch die Presse.
      • Am Wochenende war ich ja nicht nur in Amsterdam, sondern auch in der Gemeinde Westland bei meiner Freundin Sanne. Die riesigen Gewächshäuser, in denen Tomaten, Paprika und sonstiges gezüchtet werden, sind dort nicht zu übersehen. Schon bei meinem Aufenthalt habe ich mich gefragt, wie es wohl da drinnen aussieht. Dank des Wurstsack-Blogs weiß ich es jetzt. Dort gibt es nämlich einen feinen Beitrag darüber: Zu Besuch bei den Supermarkt-Tomaten.
      • Wenn ich das hier lese, packt mich jetzt doch wieder das Fernweh: Am 9. Oktober wird in Reykjavík der Imagine Peace Tower zum Leben erweckt. Den hat John Lennons Witwe Yoko Ono entworfen, und passend zu Lennons Geburtstag wird sie ihn am 9.10. eröffnen beziehungsweise einschalten. Dann leuchtet bis zum 8. Dezember (Lennons Todestag) eine gigantische Lichtsäule in den Himmel, aus einem weißen Zylinder, in den in 24 Sprachen die Worte „Imagine Peace“ graviert sind. Betrieben wird er umweltfreundlich mit geothermaler Energie.
      • Neuer Trend in New York: Silent Dining. Wer bei Eat in Brooklyn während des Vier-Gänge-Menüs quatscht, der muss zur Strafe draußen weiteressen. Schön, dass man sich so besser auf sein Essen konzentrieren kann. Aber nicht so toll, dass man nicht mal fragen darf: „Und, wie schmeckt’s dir?“…
      • Nochmal New York: Okka von Slomo hat einen Monat dort Urlaub gemacht und hier ihre besten Tipps verraten. I like!
      • Blogazine Kalinka.Kalinka hat mich auf das Kunstprojekt Station to Station ufmerksam gemacht. Seit dem 6. September ist ein zum kreativen Thinktank umfunktionierter alter Amtrak-Zug unterwegs von New York nach San Francisco, wo er morgen ankommen soll. Unterwegs wurden von Künstlern verschiedenster Genres Events, Konzerte, Performances auf die Beine gestellt, und im Zug selbst wurde auch kreativ gearbeitet, zum Beispiel in einem Tonstudio. Ausgedacht hat sich das ganze Video- und Installationskünstler Doug Aitken aus Los Angeles. Im Blog des Radiosenders KCRW kann man ein paar Fotos von der vorletzten Etappe sehen.
      • Nicht Fernweh, sondern Food: Heute kommt das neue Magazin foodies in den Handel. Klingt gut und sieht hübsch aus. Mal sehen, ob ich es irgendwo finden kann.

Habt ein schönes Wochenende!

Foto: in den Cederberg Mountains, Südafrika

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Alle Jahre wieder – meine Lieblings-Wiesnhits

Ich bin ja gerade nicht vor Ort, also in München, aber trotzdem geht mir die Wiesn, also das Oktoberfest, das heute wieder startet, nicht aus dem Kopf. Ich gehe gar nicht so gern hin, aber die Gewissheit, dass es jedes Jahr wieder stattfindet, komme was wolle, ist irgendwie beruhigend. Eine verlässlich wiederkehrende fünfte Jahreszeit, die das Jahr strukturiert, die klarmacht, dass der Sommer endgültig vorbei ist, dass das aber auch kein Grund ist, traurig zu sein. Denn meistens ist zum Oktoberfest immer mal wieder richtig schönes Wetter. So zum Beispiel, letztes Jahr:
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Was mit der Wiesn auch alle Jahre verlässlich wiederkommt, sind die Wiesnhits. Zwar wird jedes Jahr inoffiziell ein neuer Song zum Hit des Jahres gekürt, aber manche halten sich doch schon erstaunlich lange. Am liebsten habe ich daher die Wiesn zwischen der ersten und zweiten Mass, wenn ich auf den Bänken stehe und lauthals meine liebsten schlimmsten Lieder mitsinge. Hier sind meine 5 Alltime-Favorites – und die wichtigsten Zeilen zum Mitsingen:

  • Wolfgang Ambros: Skifoahn
    „Weu I will Schifoahn (-foahn, foahn, foahn), Schifoahn, wohwohwohwoh. Schifoahn (-foahn, foahn, foahn). Weil Schifoahn is des Leiwandste, was man sich nur vorstell’n kann.“
  • S.T.S: Fürstenfeld
    „I will wieder ham, fühl mi do so alan.
    I brauch ka große Welt, i will ham nach Fürstenfeld“
  • Wolfgang Petry: Wahnsinn
    „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle? (Hölle, Hölle, Hölle!)
    Eiskalt lässt du meine Seele erfrier’n.
    Das ist Wahnsinn, du spielst mit meinen Gefühlen (-fühlen, -fühlen, -fühlen!), und mein Stolz liegt längst schon auf dem Müll. (Müll, Müll, Sondermüll!)
    Doch noch weiß ich was ich will – ich will dich.“
  • DJ Ötzi: Hey Baby
    „Heeeeey, heey Baby! – Uh! Ah! –  I wanna know if you’ll be my girl…“
  • Schürzenjäger: Sierra Madre
    „Sierra, Sierra Madre del Sur (was sich aber immer nur anhört wie „Sierra, Sierra Madre su“). Sierra, Sierra Madre, (Mahadre), oh, oh. Sierra, Sierra Madre del Sur, Sierra, Sierra Madre (Mahadre).

Am schönsten, wenn das das allerletzte Lied ist, das am letzten Wiesnabend im Zelt gespielt wird und dazu überall Wunderkerzen flackern. Da verdrücke ich doch glatt ein Tränchen…

So, wo auch immer ihr seid, mit Musik oder ohne: Habt ein schönes Wochenende!