Fernweh-Freitag: Schnipsel

Diese Rubrik habe ich in den letzten Wochen etwas vernachlässigt – höchste Zeit, sie wiederzubeleben! Da ich gerade fleißig am Ausmisten bin, sammeln sich hier diese Woche Schnipsel aus meinem Zeitschriften- und Zeitungsstapel. Was man so alles findet…

  • In der Grazia: Weil Fotografin Suzanne Heintz es leid war, ständig erklären zu müssen, warum sie eigentlich noch nicht verheiratet sei, und weil ihre Antwort „Eine Familie kann man sich nicht kaufen“ sie auf eine Idee brachte, startete sie das ironische Fotoprojekt „Life Once Removed“. Gemeinsam mit ihrer gekauften „Familie“, nämlich zwei Schaufensterpuppen (Mann und Kind) posiert Heintz auf ihren Familienfotos. So sieht man sie zum Beispiel mit entrücktem Lächeln vor dem Eiffelturm oder in einem Pariser Café. Damit will sie zeigen, dass jeder selbst entscheiden kann, wie das Leben aussehen soll, dass er lebt.
  • Gelesen in der Welt am Sonntag: Weniger sperrig ist die Reisebegleitung, die die Berliner Fotokünstlerin Kiki Kausch gewählt hat: Bei jedem Bild, dass sie in noblen Hotels rund um die Welt macht, muss ihre rote Handtasche zu sehen sein. Im Hotel de Rome in Berlin kann man noch bis Ende Juni in der Ausstellung „Personal“ ihre Werke sehen. Die Handtaschen-Fotoserie heißt „Follow The Red Bag“.
  • Entdeckt in der Laviva, kommt auf meine To-Do-Liste für den nächsten Hamburg-Besuch: Yoga an der Alster, zum Beispiel Donnerstagmorgen von 7.30-8.30 Uhr dem Bootssteg des Café Barca.
  • Im spannenden Sachbuch „Overwhelmed. Love, work and play when no one has time“ von Brigid Schulte schildert die Autorin einen Besuch bei den Initiatorinnen von Mice at Play in New York, die „Playdates“ für Frauen organisiert. Das sind aber keine Verabredungen, bei denen es darum geht, die Kinder zusammen spielen zu lassen, sondern Veranstaltungen, auf denen die Frauen selbst „spielen“, also entspannt Neues ausprobieren, Freizeit genießen, kreativ werden. Zum Beispiel, in dem sie lernen, Eiscreme selbst zu machen, auf eine erotische Schnitzeljagd durch Manhattan gehen oder sich in Trapez-Artistik versuchen. Cool – allerdings sind aktuell gerade keinen neuen Veranstaltungen angekündigt. Das wird doch nicht etwa eingeschlafen sein?
  • In der Zeit: Brisbane, die Hauptstadt des australischen Bundesstaates Queensland, die außerdem den unrühmlichen Titel der „Hautkrebs-Haupstadt der Welt“ trägt, lockt Menschen in den Schatten. Damit sie bei besonders hoher UV-Belastung nicht in der Sonne herumspazieren, gibt es im New Farm Park das Shade Cinema: Über Wifi-Sender in den Bäumen kann man sich mittels einer App aktuelle Kinofilme auf dem Smartphones ansehen – allerdings nur, so lange man sich wirklich im Schatten befindet, denn das misst die App auch. Super Idee!
Werbeanzeigen

Fernweh-Freitag: Welt & Web

Diese Woche musste ich gar nicht in die Ferne schweifen, weil das Gute (die Berge) sehr nah lag. So hatte ich mitten in der einen schönen Tag mit Freunden und konnte in der eigenen (Wahl-)Heimat Tourist spielen. Schön war’s. Jetzt will ich aber trotzdem noch einen Blick rund um die Welt und das Web werfen:

  • Nachdem mir The Bling Ring so gut gefallen hat, musste ich diesen Schnipsel natürlich aufheben: bon appétit hat Regisseurin Sophia Coppola gefragt, wo sie am liebsten isst. Ihre Tipps für New York, Paris, LA. Der Soundtrack zum Film (zumindest ein Teil davon) unten im Spotify-Player. Nicht ganz mein Geschmack, aber zum Laufen werde ich einige Songs bestimmt mal ausprobieren.
  • Wer, was, wo: Das Time Magazine listet die Orte auf, die weltweit die meisten Check-Ins bei Facebook erhalten: hier. Unter den ersten 50 Plätzen sind übrigens 37 (!) Flughäfen. Nummer eins: Los Angeles Airport. Wie originell… Auf Platz zwei steht die Facebook-Zentrale in Palo Alto. Ob das in den Verträgen der Mitarbeiter steht, dass sie jeden Morgen einchecken müssen, wenn sie zur Arbeit kommen? Platz neun gefällt mir besser: Disney Land.
  • Meine iPhone-Fotos sehen ja nie so doll aus – ganz anders bei den Gewinnern der diesjährigen iPhone Photography Awards. Und wie München betrachtet mit Foto-Apps aussieht, zeigt die Abendzeitung. Sightseeing mal anders!
  • Welches sind die schönsten Strände an der Algarve? Hier gibt es die Tipps des Reiseblogs Travel Edits, und hier die von Merian. Es sind nicht dieselben, denn anscheinend (ich war noch nie dort) gibt es jede Menge Auswahl. Und wer Lust hat, Portugiesisch zu kochen, muss sich unbedingt den Blog von Mr. Bs Freund Miguel de Almeida, West Coast Cooking, ansehen. Miguel ist Portugiese, lebt aber in London  – und er kocht fantastisch. Ich hatte auch schon das Vergnügen, einige seiner Zaubereien serviert zu bekommen.
  • Apropos London: Lifestyle Bloggerin The Londoner hat deutsche Würstchen probiert: Bei Herman Ze German. Auf den Laden fahren die Briten anscheinend gerade total ab! Hihi. Doch lieber Tofu? Der Guardian listet die besten vegetarischen und veganen Restaurants in Großbritannien.
  • Apropos Würstchen: Was man auf Reisen keineswegs mehr machen sollte: Einen „Legsie“ also ein „Selfie“ (Selbstporträt) von den eigenen Beinen vor Traumkulisse. Denn diese eitle Angewohnheit wird mittlerweile ziemlich auf die Schippe genommen – indem statt Beinen nun Würstchen vor Urlaubsmotiven platziert werden. Zu sehen zum Beispiel im Tumblr-Blog Hot Dog Legs, wo manchmal echt schwer zu unterscheiden ist, ob da Würstchen oder Beine im Bild sind.
  • Und zum Schluss: New York, New York! Okka von Slomo hat sich ja gerade für einen Monat dorthin verabschiedet – die hat’s gut! Ich sammle inzwischen schon mal Ideen den nächsten Trip über den Teich. Zum Beispiel, wo man in New York die besten Tacos findet. Oder in welchen Mini-Restaurants ganz groß aufgetischt wird. Empfehlungen fürs Lunch hat Grubstreet hier. Und wenn ich schon mal da bin, erkunde ich doch auch noch die Bay Ridge Area in Brooklyn: Hier verrät eine Einheimische ihre Lieblingsspots.

Fernweh-Freitag

Eine wilde Woche geht zu Ende, ich atme auf. Obwohl, bei den Temperaturen fällt das Atmen doch manchmal ein wenig schwer. Doch ich freue mich auf das Wochenende, den Besuch einer allerliebsten Freundin und dann am Sonntag die Fahrt in die Heimat, nach Hamburg, mit anschließendem Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern. Was ich diese Woche spannend fand:

  • Was für ein Bild! Hunderte bunter Schirme schweben im portugiesischen Agueda am Himmel. Nein, sie schweben nicht, sie hängen an Leinen. Trotzdem faszinierend. Das Umbrella Sky Project ist eine Kunstinstallation der Firma Sextafeira Produgues, die noch bis September zu sehen ist. Praktischer Sonnenschutz über den Gassen der Stadt und Kunstwerk in einem! Hier kann man sehen, wie das aussieht. Und hier eine tolle Sightseeing-Idee für die portugiesische Hauptstadt: Lissabon erlaufen mit den Lisbon Cityrunners.
  • Brandneu in Bad Hofgastein im Salzburger Land: das Hotel Goldberg. In Alleinlage auf einem Hochplateau finden sich Studios und Suiten für die Gäste sowie eine eigene Kaffeerösterei und eine kleine Brot-Manufaktur. Dazu ein Natur-Spa mit Badesee, Kneippbach und Infinity-Pool im Außenbereich. Hach, das klingt gut!
  • Zum Schwelgen: Mystische Bilder von der chilenischen Osterinsel (Rapa Nui, das klingt noch toller) gibt es beim Condé Nast Traveler.
  • Leckere Ecken: Der Gothamist verrät, wo man die besten Food Trucks in New York zur Zeit finden kann.
  • 12 Stunden sind für London natürlich viel zu kurz, aber wenn man in der Zeit das East End erkunden will, kann man schon einiges entdecken. Das perfekte Programm? Hier.
  • Anne von Prêt à Voyager ärgert sich nicht darüber, dass im August so viele Geschäfte geschlossen sind, sondern freut sich über die Schilder, auf denen dies verkündet wird, in allen möglichen Formen und Typografien. Hier ihr Blog-Post dazu.
  • Rache ist süß: Einer Urlauberin wird auf Ibiza das iPhone gestohlen. Doch weil der Dieb – oder der, an den er es danach verkauft hat? – die Kamera-Upload-Funktion nicht abgestellt hat, landen die Bilder, die er jetzt damit macht, automatisch auf dem Rechner der Beklauten. Dann kontaktiert er sie auch noch auf Facebook. Sie schäumt – und bastelt den Tumblr-Blog Life of a stranger who stole my phone. Dort postet sie die Bilder, die Hamid aus Dubai mit seinem/ihren Handy macht. Ein stranger Einblick in eine fremde Welt. Ob er mittlerweile weiß, dass er beobachtet wird?
  • Noch mehr Fotos, aber diesmal mit einer positiven Botschaft: Die amerikanische Designerin und Illustratorin Merilee Allred will zeigen, dass die Unsicherheiten, die wir als Teenager alle so mit uns herumschleppen, uns als Erwachsene nicht mehr lähmen müssen. Für ihr Projekt The Awkward Years konfrontiert sie Männer und Frauen mit ihrem früheren Selbst. Das Ergebnis: Fröhliche Menschen, die ihre unangenehmen Jahrbuchfotos aus früheren Zeiten in die Kamera halten und heute damit ganz lässig umgehen können. Schön.

Habt ein sonniges Wochenende!

Fernweh-Freitag

Gestern ist der Artikel über unsere große Afrika-Reise vor ein paar Monaten fertig geworden (dazu demnächst mehr), abends schwärmten dann auch noch Freunde von ihrem Griechenland-Urlaub – und schon bekam ich wieder Fernweh. Ein paar kleine Trips sind schon geplant, aber ich sammle trotzdem weiter Ideen. Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei?

Im August findet in Dún Laoghaire, südlich von Dublin, ein Ukulele Festival statt, die (der?) Ukulele Hooley. Ein großer Spaß, da wäre ich gern dabei! Nützliche Apps für den Irland-Urlaub gibt es hier.
Die Website Paris by Mouth sammelt Foodie-Tips für die französische Hauptstadt.
Merian verrät die zehn schönsten Strände auf Sardinien. Seufz.
Die Travelettes haben 30 Ideen, was man in Kopenhagen so alles Schönes anstellen kann.
Afar sagt, welche 10 Märkte man in Südamerika gesehen haben sollte.
Der Guardian macht sich auf die Suche nach dem perfekten Burger.
Faszination Landkarten: 22 Words schreibt über den Atlas of True Names, in dem die ursprünglichen Bezeichnungen, die etymologischen Wurzeln heutiger Städte- und Ländernamen verzeichnet sind. (Zum Beispiel: Sahara = gelbbraune Wüste, die Seine = die Sanfte usw.) Placing Literature verortet Romane und verrät, welche Städte Autoren für ihre Geschichten inspiriert haben. Spannend als Reiseführer! Und die tolle Anne Stark Ditmeyer von Prêt à Voyager, die ich auf der Hive Blogger-Konferenz kennenlernen durfte, unterrichtet bei Skillshare Map Making.
Die Zeit schreibt über Blogger, die vom Reisen leben können.
Dieser Artikel macht mich nachdenklich: Kann man auch aus den falschen Gründen reisen? Autor „Ryan Holiday“ sagt ja, wenn das Reisen zu einer Art Flucht wird, und man damit versucht, dem eigenen Leben zu entkommen (was natürlich nicht gelingt). Wie Reisen „richtig“ geht, verrät der Brite Brite Dan Kieran, langjähriger Mitherausgeber des Idler Magazine, in seinem Buch „Slow Travel“, das hier und hier besprochen wurde. Die Süddeutsche nennt es schon jetzt „das schönste Reisebuch des Jahres“.
Ein faszinierendes Projekt aus Südafrika: Quer durch das Land sind Stan Engelbrecht und Nic Grobler geradelt, um Menschen mit ihren Fahrrädern zu fotografieren. Entstanden sind über 500 faszinierende Porträts, und mittlerweile auch drei Bücher: Bicycle Portraits.

Und ich reise am Wochenende vermutlich – zumindest kulinarisch – in die Provence. Für die Sonntagsbäckerei habe ich mir nämlich eine provencalische Zitronentarte mit kandierten Zitronenscheiben vorgenommen. Stay tuned! Und irgendwie ist es ja auch immer wieder schön, in der eigenen Stadt Tourist zu spielen. Mal sehen, was ich da so entdecke. Schönen Freitag und Happy Weekend!

P.S.: Wer Bilder machen will wie die oben in der Collage, muss in die Karibik, nach Vieques fahren, eine kleine Insel, die zu Puerto Rico gehört. Dort haben wir vor anderthalb Jahren die Hochzeit meiner Gastschwester gefeiert. Dort kann man mit Esperanza Yoga den nach unten schauenden Hund am Strand oder auf Paddleboards üben.