10 Dinge, die mir diese Woche gute Laune machen

Kurz habe ich überlegt, diese Liste generell in eine „Gute Laune-Liste“ umzuwandeln, weil es manchmal gar nicht so leicht ist, in einer Woche zehn Highlights zusammenzubringen. Aber dann sind mir doch immer mehr Dinge und Erlebnisse eingefallen, die die Liste gefüllt haben – und das waren keine Verlegenheitspunkte. Also, here we go:

  • Gespräche, die wehtun, aber guttun. Weil sie ehrlich sind und zum Nachdenken anregen. Mit echten Freunden geht sowas. Danke dafür.
  • Kaffee am Küchentisch. Eine Kaffeemaschine im Büro habe ich zwar auch, aber viel toller ist es, sich hin und wieder aus dem Büro zu stehlen und bei meiner Freundin Kerstin, die um die Ecke wohnt, einen Cappuccino aus ihrer tollen Maschine serviert zu bekommen. Dazu gibt es neuerdings immer ganz köstliche
  • Mandorlini, die ich jetzt auch mal nachgebacken habe und nächste Woche hier vorstellen werde.
  • Selbstgebackenes Brot: Wird dank Sauerteig-Backkurs jetzt öfter bei uns gegessen. Aufwändig, aber so lecker!
  • Noch ein Foodie-Podcast. Neulich habe ich ja schon vom The Sporkful Podcast geschwärmt, und jetzt habe ich noch KCRW’s Good Food entdeckt. Herrlich, diese Sendung für Food-Nerds. Da wird dann mal schnell zum Wochenmarkt (in Santa Monica) geschaltet, um über das Gemüse der Woche zu plaudern, ein Rezept für Blumenkohl-Tatar verraten oder ausführlich über die Geschichte des Spritz geredet. Love it.
  • Das Schlüsselbrett, das meine Freundin Jule in ihrer Wohnung hat (hier gibt’s ein ähnliches). Und ihre Gastfreundschaft!
  • Unkompliziert reisen. Mein Kurztrip nach Stuttgart, um eine Führung über historische Kriminalfälle mitzumachen und Jule wiederzusehen war eine schöne Abwechslung. Hin ging es mit dem Megabus,  günstig und pünktlich – die Deutsche Bahn wurde dagegen auf der Rückfahrt allen Vorurteilen gerecht…
  • Mal wieder einen Krimi verschlingen. Die beste Methode, um die Wartezeit auf einen um anderthalb Stunden verspäteten Zug zu überbrücken. Ich hatte mir Val McDermids „Der Verrat“ aus der Bahnhofs-Buchhandlung geschnappt. Fesselnd.
  • Die Pizza im L.A. Signorina, Stuttgart  – und der Antipasti-Teller auch! Ein netter, hipper und freundlicher Laden am Marienplatz. Hier die Facebook-Page.
  • Filme mit Tanz und Gesang. In Cuban Fury kämpft sich ein übergewichtiger Spießer mit Salsa zurück ins Leben, in Make My Heart Fly geht es zur Musik der Proclaimers („…and I would walk five hundred miles…“) um Lieben und Leiden in Edinburgh (beide bei Amazon Prime). Großartig für einen verregneten Nachmittag.

Kehrwoche2

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Ein Monat in Australien…

…ist ganz schön schnell vergangen. Aber schön war er. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte schon ein paar Bilder davon sehen. Zum Schreiben bin ich aber währenddessen kaum gekommen. Darum nun hier eine Sammlung meiner Lieblingsmomente aus einem Monat Down Under, im Reiseverlauf von Süd nach Nord die Ostküste hoch (nur der erste Stopp in Brisbane tanzt da etwas aus der Reihe):

Brisbane
Eigentlich blöd, wenn man einen Flieger verpasst. In diesem Fall den Anschlussflug von Brisbane nach Sydney. Super, wenn einen die Airline dafür in einem netten Hotel unterbringt. Auch wenn wir von der Stadt nicht viel mitbekommen haben, die, so das Werbevideo im Flieger, berühmt ist für ihren „al fresco lifestyle“ (aka draußen sein): Das Frühstücksbuffet im Novotel Brisbane war der Hit. Von den frischen Passionsfrüchten träume ich noch immer.

Sydney
Vom Circular Quay die Fähre nach Manly Beach nehmen und dabei mit bestem Blick an der Oper vorbeischippern, diesem skurrilen, faszinierenden Gebäude, das in Wirklichkeit so viel kleiner ist als gedacht: 30 Minuten pures Glück.

Im Freiluftkino Moonlight Cinema im Centennial Park „Trumbo“ (super Film!) gucken, überteuerten, aber köstlichen Weißwein trinken und einer Armada von flying foxes (Flughunden) zugucken, die wieder und wieder durch den Himmel rauscht.

Durch Paddington stromern und die Five Ways erkunden. Im Second Hand-Buchladen/Café Ampersand (78 Oxford Street) vom Keller bis unters Dach spazieren, über die Fülle der Bücher staunen und tollen Kaffee trinken (danke für den Tipp, Meike Winnemuth!). Und dass die Busfahrer hier, wie von Meike geschildert, in Sydney ihre eigene Musik auflegen, ist wirklich lässig. Wir haben ganz unterschiedliche Soundtracks gehört.

Auch wenn er reichlich überlaufen war: Der Coastal Walk von Bronte Beach nach Bondi Beach ist wirklich sehenswert. Wer noch länger laufen will, startet in Cogee.

(Kulinarische) Glücksmomente: 360 Grad-Blick über Sydney vom 47. Stock aus in der O Bar, leckerer amerikanischer Diner-Food in der Bridge St Garage. Die Pizza bei Frankie’s Pizza ist legendär, uns war es in dem kultigen Kellerladen aber ein bisschen zu laut, deswegen kann ich dazu nichts sagen. Ebenfalls nicht geschafft: Das hochgelobte Bistro Three Blue Ducks in Bondi Beach.

Byron Bay
Besser geht’s fast nicht, als in diesem lässigen Surferort abends an der Strandpromenade sitzen und einem Musiker lauschen, der einfach so ein kostenloses Konzert unter freiem Himmel gibt. Dazu impromptu Picknicks überall, einfach toll.

Im Pighouse Flicks Cinema einen schlechten Film gucken (Point Break 2), aber dabei herrlich lässig in der ersten Reihe liegen (!).

Surfers Paradise
Kein Ort, den ich unbedingt noch ein zweites Mal besuchen müsste – aber die Yogastunde im Chameleon hat mich für vieles entschädigt. Und Mr. B war happy, bei Nando`s sein Hühnchen wie in Südafrika essen zu können.

Noosa
Bei unverschämt reichen Bekannten zu Gast sein, die uns auf eine Tour mit ihrem Boot auf dem Noosa River mitnehmen – und auf einer Sandbank im Wok Peri Peri-Shrimps für uns braten, die im Stehen an Ort und Stelle verschlungen werden.

Ein morgendlicher Spaziergang zu den Noosa Heads, schönster Meerblick inklusive (nur die Koalas, die hier hausen, haben wir leider verpasst). Und anschließend Cappuccino trinken, ebenfalls mit Meerblick, im Lieblings-Restaurant unserer Gastgeberin, dem Bistro C (49 Hastings St). Dort machen sie übrigens auch köstlichen Barramundi und Coconut Chicken Salad, wie wir später festgestellt haben.

Fraser Island
Im Geländewagen mit vier Mexikanern, einer Französin, einer Holländerin und einem Südafrikaner (meinem Mr. B) über den Strand cruisen, der hier ein Highway ist, und Hoops von The Rubens hören, aufgelegt von DJ Pax (aka Santiago).

Im Lake McKenzie baden, der einem beim ersten Anblick den Atem verschlägt: Türkisblau, wie das Meer in der Karibik, aber dann ist das Wasser nicht salzig, sondern klar und weich, ein Traum.

Rainbow Beach
Den ersten Hochzeitstag mit neuen Freunden im Arcobaleno on the beach (1 Rainbow Beach Road) mit BYO Prosecco und leckerer hausgemachter Pasta feiern. Stromausfall und Weltuntergangs-Regenschauer gab’s als Effekte für mehr Dramatik noch dazu.

Airlie Beach
Sich im Hostel den Luxus gönnen, vom 6-Bett-Zimmer auf einen private room aufzustocken – für nur 10 Dollar mehr. „It’s the little things in life“, wie Mr. B sagt.

Beste pochierte Eier (für mich) und eine verdammt gute Pizza (für Mr. B) bei Mr. Bones (263 Shute Harbour Road) essen. Tolles Essen, aber null Atmo: Fish D’vine (303 Shute Harbour Road, direkt an einem Kreisverkehr).

Mit GLS Aviation von Airlie Beach aus über die Whitsunday Islands und das Great Barrier Reef fliegen. Neben dem Piloten sitzen und dem unverständlichen Gebabbel zwischen Tower und Pilot lauschen. Bei bestem Wetter das Heart Reef im türkisfarbenen Meer liegen sehen. Surreal und jeden Cent wert.

Whitsunday Islands
Beim ersten Schnorchel-Gang gleich mitten in einem Schwarm Yellow Tail Fusiliers landen und aus dem Staunen über so viel wunderbare Unterwasserwelt nicht mehr herauskommen. Ein paar „Nemos“ (Clownfische) haben wir auch gesehen. Auf den Nachfolgerfilm, „Findet Dorie“, freue ich mich jetzt schon.

Magnetic Island
Eine Mini-Insel (gerade mal 50,92 qkm), auf der herrlich wenig los ist. Perfekt, um einfach mal gar nichts zu machen. Bester Moment: Als wir vom lauten Party-Hostel zum entspannten YHA am anderen Ende der Insel wechseln.

Great Barrier Reef
Das Schnorcheln! Die Korallen! Wie toll die Tablette gegen Seekrankheit wirkt!

Cairns
Die Night Narkets: überschätzt gefunden. Die viel cooleren Rusty’s Markets: leider verpasst. Dafür im Einkaufszentrum das beste Souvenir (bzw. Mitbringsel für mich selbst) bei Target geshoppt (ungefähr so sieht es aus)

Am letzten Abend in Australien endlich „richtig“ australisches Essen entdecken: im Ochre in Cairns. Es gibt Känguru und Wallaby und zum Nachtisch Pavlova, den australischen Nationalnachtisch.

Auf nach Down Under!

Der Schreibtisch ist aufgeräumt, die letzten Artikel abgegeben. Es sieht so aus, als sei der Urlaub tatsächlich in greifbarer Nähe. Am Montag geht es los, wir fliegen für vier Wochen nach Australien. Oh, wie ich mich freue! Wir starten in Sydney und werden uns dann die Ostküste hocharbeiten, viele Strände sehen und hoffentlich mal wieder so richtig abschalten. Zeit wird’s.
Zur Vorbereitung habe ich keine Reiseführer gewälzt, sondern ein paar Dias eingescannt, die ich von meinem Großvater geerbt habe: Er war 1978 in Australien (und davor u.a. in Hongkong und auf den Philippinen) und hat dabei kräftig geknipst. Seine Route war eine ganz andere als unsere, Melbourne und den Uluru (Ayers Rock) werden wir gar nicht sehen. Umso mehr freuen mich diese Souvenirs. Ich wünschte, er hätte mir mehr davon erzählt. So kann ich jetzt nur die Bilder sprechen lassen. Eine kleine Zeit-Reise:

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Ich werde mich bestimmt mal von unterwegs melden. Auf bald!

Fernweh-Freitag

Gestern ist der Artikel über unsere große Afrika-Reise vor ein paar Monaten fertig geworden (dazu demnächst mehr), abends schwärmten dann auch noch Freunde von ihrem Griechenland-Urlaub – und schon bekam ich wieder Fernweh. Ein paar kleine Trips sind schon geplant, aber ich sammle trotzdem weiter Ideen. Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei?

Im August findet in Dún Laoghaire, südlich von Dublin, ein Ukulele Festival statt, die (der?) Ukulele Hooley. Ein großer Spaß, da wäre ich gern dabei! Nützliche Apps für den Irland-Urlaub gibt es hier.
Die Website Paris by Mouth sammelt Foodie-Tips für die französische Hauptstadt.
Merian verrät die zehn schönsten Strände auf Sardinien. Seufz.
Die Travelettes haben 30 Ideen, was man in Kopenhagen so alles Schönes anstellen kann.
Afar sagt, welche 10 Märkte man in Südamerika gesehen haben sollte.
Der Guardian macht sich auf die Suche nach dem perfekten Burger.
Faszination Landkarten: 22 Words schreibt über den Atlas of True Names, in dem die ursprünglichen Bezeichnungen, die etymologischen Wurzeln heutiger Städte- und Ländernamen verzeichnet sind. (Zum Beispiel: Sahara = gelbbraune Wüste, die Seine = die Sanfte usw.) Placing Literature verortet Romane und verrät, welche Städte Autoren für ihre Geschichten inspiriert haben. Spannend als Reiseführer! Und die tolle Anne Stark Ditmeyer von Prêt à Voyager, die ich auf der Hive Blogger-Konferenz kennenlernen durfte, unterrichtet bei Skillshare Map Making.
Die Zeit schreibt über Blogger, die vom Reisen leben können.
Dieser Artikel macht mich nachdenklich: Kann man auch aus den falschen Gründen reisen? Autor „Ryan Holiday“ sagt ja, wenn das Reisen zu einer Art Flucht wird, und man damit versucht, dem eigenen Leben zu entkommen (was natürlich nicht gelingt). Wie Reisen „richtig“ geht, verrät der Brite Brite Dan Kieran, langjähriger Mitherausgeber des Idler Magazine, in seinem Buch „Slow Travel“, das hier und hier besprochen wurde. Die Süddeutsche nennt es schon jetzt „das schönste Reisebuch des Jahres“.
Ein faszinierendes Projekt aus Südafrika: Quer durch das Land sind Stan Engelbrecht und Nic Grobler geradelt, um Menschen mit ihren Fahrrädern zu fotografieren. Entstanden sind über 500 faszinierende Porträts, und mittlerweile auch drei Bücher: Bicycle Portraits.

Und ich reise am Wochenende vermutlich – zumindest kulinarisch – in die Provence. Für die Sonntagsbäckerei habe ich mir nämlich eine provencalische Zitronentarte mit kandierten Zitronenscheiben vorgenommen. Stay tuned! Und irgendwie ist es ja auch immer wieder schön, in der eigenen Stadt Tourist zu spielen. Mal sehen, was ich da so entdecke. Schönen Freitag und Happy Weekend!

P.S.: Wer Bilder machen will wie die oben in der Collage, muss in die Karibik, nach Vieques fahren, eine kleine Insel, die zu Puerto Rico gehört. Dort haben wir vor anderthalb Jahren die Hochzeit meiner Gastschwester gefeiert. Dort kann man mit Esperanza Yoga den nach unten schauenden Hund am Strand oder auf Paddleboards üben.