Sonntagsbäckerei: Südafrikanische Rusks

Man könnte sagen, Rusks sind so etwas wie der südafrikanische Zwieback. Aber damit würde man diesen wunderbaren Dingern einfach nicht gerecht werden. Rusks sind das, was dir auf einer frühmorgendlichen Safari, für die du in der Dunkelheit fröstelnd aufgestanden bist, den perfekten Moment noch perfekter macht: Die Sonne geht auf, der Geländewagen hält inmitten einer Landschaft mit Büschen und Bäumen, die so ganz anders aussehen als zuhause, viel poetischer. Du siehst vielleicht eine Giraffe herumwackeln oder ein paar Kudus durch die Gegend hüpfen. Jemand schenkt dir einen Kaffee aus der Thermoskanne ein und du greifst in die Metalldose, die herumgereicht wird. In den Kaffee stippen, bis das harte Ding leicht weich wird. Oder einfach an den Ecken knabbern und den süßen Teig im Mund schmelzen lassen. Viel besser geht’s nicht. Es geht auch ohne Geländewagen, ohne Tiere. Mit einem Instant-Kaffee in einer Ferienwohnung in Kysna. Oder ohne Kaffee, einfach aus dem Karton geknabbert, während du durch die Halbwüste Karoo kurvst. Als Snack am Strand im West Coast National Park. Will sagen: Wenn es einen Geschmack gibt, der für mich typisch Südafrika ist (okay, Biltong lassen wir jetzt mal außen vor), dann sind es Rusks, das traditionelle Buren-Gebäck. Südafrikaner essen sie als kleines Frühstück oder zum Kaffee. Und da sie so lange gebacken sind, bis sie vollkommen trocken sind, halten sie sich auch ewig (das war wichtig zu Zeiten, als die Voortrekker noch mit dem Planwagen das große Land durchquerten). Mein Favorit waren bislang die von Ouma, hier in einer Special Edition im Supermarkt.

Im Karoo-Krimi „Recipes for Love and Murder“, den ich diesmal entdeckt habe, backt die Protagonistin, Tannie Maria, auch ständig Rusks, um sie ihren Kolleginnen mit ins Büro zu bringen. Ihre „beskuit“ (das Afrikaans Wort für Rusks) sind allerdings eine Müsli-Variante. Mir sind sie pur lieber. Jetzt habe ich sie zum ersten Mal selbst gebacken, und Mr. B und ich sind uns einig: Sie sind perfekt. An der Form können wir noch arbeiten, aber der Geschmack von Sonne und Wärme ist schon drin. Das Rezept stammt aus dem Buch „Let’s Cook“ der Zeitschrift YOU (sowas wie die südafrikanische Bunte), das mich noch nie enttäuscht hat. Malva Pudding und Bobotie daraus waren ebenfalls toll.

SÜDAFRIKANISCHE RUSKS
Busy cook’s rusks. Aus „Let’s Cook. Top 500 Recipes“
Für 25-35 Rusks
Zutaten:
1 TL Weißweinessig
350-400 ml Milch
1 Ei, Größe L (oder zwei M)
250 g Butter oder Margarine, flüssig
1 kg Weizenmehl
2 Päckchen Backpulver
230-250 g Zucker
eine Prise Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine rechteckige Form, ca. 37 x 27 x 5 cm, einfetten. Weißwein und Milch mischen (nicht wundern: die Milch stockt dann, wie Buttermilch). Das Ei verquirlen und unterrühren. Alles mit der geschmolzenen Butter in eine Rührschüssel geben. Die trockenen Zutaten separat mischen, dann nach und nach zu den flüssigen geben. Erst mit den Rühr-, dann mit den Knethaken zu einem weichen Teig formen (ich habe eher 400 ml Milch gebraucht). Den Teig in die Form geben, gleichmäßig ausrollen. Die Oberfläche mit einem Messer in etwa fingergroße (etwas breiter) Rechtecke einritzen (das ergibt die Rusk-Form). 40 Minuten backen oder so lange, bis das Innere nicht mehr feucht ist und ein reingepiekster Holzspieß sauber wieder rauskommt. Aus dem Ofen nehmen und etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Alles aus der Form nehmen, abkühlen lassen und dann in Einzelteile schneiden/brechen. Diese wieder auf das Blech geben und für 4 Stunden bei 100 Grad komplett trocknen lassen. In einer Keksdose o.ä. aufbewahren.

 

Advertisements

Fernweh-Freitag: Schokolade, Seattle und Südafrika

Hier im Blog bin ich schon länger nicht in die Ferne geschweift, dabei tue ich das in Gedanken fast täglich. Diese Woche noch einmal mehr, denn da haben ein paar Events mein Fernweh geschürt. Also, auf geht’s…

…nach Seattle: Bei einem sehr netten Dinner hat sich das Team von Visit Seattle diese Woche in München vorgestellt – und wirklich Lust auf ihre Stadt gemacht. Nicht unwesentlich dazu beigetragen haben auch die fantastischen Weine aus der Region, mitgebracht von Steve Warner, President & CEO von Washington State Wine und das köstliche Essen, das Chefkoch Ethan Stowell mit seinem Team auf den Tisch gebracht hat. Ethan ist in Seattle eine Lokalgröße, führt mit seiner Frau Angela, die auch mit dabei war, insgesamt 12 Restaurants. Das neueste ist die Goldfinch Tavern im Four Seasons, dem einzigen Fünf Sterne-Hotel Seattles. Aber man kann auch Pizza (in der Bar Cotto) oder Pasta (im Tavolàta) à la Ethan essen.

Space Needle & Ferry from Elliott Bay - credit Howard Frisk

Quelle: Howard Frisk für Visit Seattle

Pike Place Market with Ferry & Elliott Bay - credit Howard Frisk

Quelle: Howard Frisk für Visit Seattle

…in die Ferne: Auf dem Visit Seattle-Dinner war auch ein sehr netter Journalisten-Kollege, der das Roadtrip Magazin herausbringt, ein digitales Reisemagazin mit Fernweh-Garantie. Unbedingt mal reinschauen!

…in den Dschungel: Aus Peru, Bolivien, Ecuador, der Dominkanischen Republik, dem Kongo und Indonesien stammen die Kakaobohnen, die zu den köstlichen Tafeln von Original Beans verarbeitet werden. Gründer Philipp Kauffmann stellte sie diese Woche bei einem Schoko-Tasting in München vor und erzählte auch, wie das Unternehmen die edlen und seltenen Kakaosorten für die nachhaltige Schokolade sucht. Bis auf bei der Sorte „Grand Cru Blend No. 1“ werden für die Schokoladen immer nur Bohnen aus einem Anbaugebiet verwendet, zum Beispiel die „Beni Wild Harvest“ aus bolivianischem Wildkakao aus der Beni Savanne. Dazu kommt wenig anderes: Kakaobutter, Zucker und teilweise Milch, keine Zusätze wie Lecithin oder Vanille. Und die Schokoladen sind wirklich fein! Für jede verkaufte Tafel wird ein Baum im Regenwald gepflanzt (mit einem Code auf der Verpackung kann man sehen, in welchem Gebiet), Folie und Verpackung sind kompostierbar. Das rechtfertigt auch den Preis (um 4 Euro). Die Schokoladen sind im ausgewählten Feinkosthandel, in Biofachläden wie Alnatura, basic oder denn’s sowie in Onlineshops wie bosfood.de oder tastybox.de erhältlich.

OBC_Alle Tafeln_DE_moodshot

Quelle: Original Beans


…nach Südafrika:
Eine meiner Lieblingsbands, The Parlotones, kommt nach München, wie ich gerade mit Freude gesehen habe. Sie stammen aus Johannesburg und touren jetzt im Oktober durch Deutschland. Unter anderem auch in Hamburg, Köln und Leipzig treten sie auf. Mehr Info: hier. Ohrwurm-Garantie bei diesem Lied: Fly to the Moon.

…nach Ibiza: Ich bin reif für die Insel! Übernächste Woche geht es los, eine Woche Urlaub auf Ibiza. Ich war noch nie da. Hat jemand Tipps?

 

Quelle Titelbild: Original Beans

Fernweh-Freitag

Dieses Rubrik habe ich lange nicht befüllt, aber heute habe ich mal wieder Lust dazu. Was gibt es Neues, Schönes, Ansehenswertes rund um die Welt?

  • Eine Freundin postete kürzlich auf Facebook einen Reisetipp: Mit Schlittenhunden durch Alaska. Weitere Highlights des Arktis-Abenteuers: Wandern zu heißen Quellen, Kajak fahren, Sonnenuntergänge und Nordlichter beobachten. Klingt doch nicht schlecht, oder? Wenn man Kälte mag zumindest.
  • Ich sehne mich dagegen schon wieder nach Sonne. Darum entlockt mir auch eher die Pressemitteilung, dass morgen ein neues Boutique-Hotel in Palma de Mallorca eröffnet, ein fröhliches Seufzen. Das Sant Frances Hotel Singular hat 42 Zimmer in der historischen Altstadt und ist laut The Times (UK) eines der „Hot Hotel“ openings 2015. Vermutlich nicht so ganz meine Preisklasse, aber man wird ja noch träumen dürfen.
  • Noch weiter gen Süden: Für Neckermann Reisen habe ich hier (links, unter „Tipps unserer Reiseblogger“) meine Lieblingstipps für Kapstadt und Umgebung aufgeschrieben, ein kleines Best-of der Reisen mit Mr. B in seine Heimat. Und für den nächsten Südafrika-Trip wächst schon wieder die Liste von Restaurants, in denen ich dann unbedingt essen möchte. Zum Beispiel Oep ve Koep in Paternoster (etwa 1,5 Stunden von Kapstadt Richtung Norden), Babylonstoren im Drakenstein Valley und Black Sheep in Kapstadt.
  • Ein wenig näher dran: Am schönen Chiemsee ermittelt wieder Frau Maier: Meine Freundin Jessica Kremser hat den dritten Band ihrer Krimireihe um die „bayerische Miss Marple“ vorgelegt: „Frau Maier sieht Gespenster“. I like!
  • Im ZEIT Magazin haben sie diese Woche das Hotel Charlottenhof in Ahrenshoop (das liegt „an der Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern“, wie es auf der Hotel-Website heißt) empfohlen. Beim Anblick des reetdachgedeckten Friesenhäuschens wurde ich ganz sehnsüchtig. Da will ich hin!
  • Die Welt am Sonntag widmete sich letzte Woche dem Trend „Brühe to go“: Das Getränk der Stunde sind nicht mehr Kale-Smoothies oder Matcha-Lattes, sondern es ist die gute alte Fleischbrühe, die etwa in hippen Lokalitäten wie brodo in New York oder Bone Daddies in London angeboten wird. Auch die Hemsley-Schwestern empfehlen die bone broth in ihrem Kochbuch wärmstens.
  • Aus dem Newsletter „Checkpoint“, den der Tagesspiegel-Chefredakteur jeden Morgen verschickt, habe ich erfahren, dass Gründonnerstag (2. April) der „Tag der Spitzengastronomie“ ist. Dazu richtet das Facil, ein 2 Sterne-Restaurant in Berlin, ein 5-Gänge-Menü aus, das auch an Sterne-Neulinge anlocken soll: Rote Bete an Sauerklee, Kabeljau in Champagnersauce, Steckrübe mit Sichuanpfeffer und Linumer Kalbsfilet zu Kohlrabi und Meerrettich. Das Ganze für 98 Euro. Das wäre doch mal was.

Und jetzt: Habt ein schönes Wochenende!

 

Foto: The Kitchen @ Maison, Franschhoek, Südafrika (by Mr. B)

Sonntagsbäckerei: Sesam-Joghurt-Kardamom-Kuchen

Diese Woche hatten die Tage irgendwie zu wenig Stunden für all das, was ich gern geschafft hätte. Entsprechend still blieb es auch hier im Blog. Aber heute ist Sonntag, es regnet – wie herrlich – ich will/muss/ kann nicht vor die Tür, und was ich wirklich will, ist dieses herrliche Rezept verbloggen: Ein würziger, saftiger Kuchen, der zu allem Überfluss noch mit einem Honig-Zitronenguss getränkt wird. Er stammt aus dem wunderbaren Kochbuch A Week In The Kitchen, das ich aus dem Südafrika-Urlaub mitgebracht hatte. Hier gibt es übrigens den Trailer dazu. The Kitchen ist ein Deli im Woodstock-Viertel in Cape Town, berühmt unter anderem für das „Love Sandwich“. Wir haben auch dort gegessen. Was für ein wunderbarer Ort!
TheKitchen DSC02590DSC02587CapeTownTheKitchen
Das Kochbuch von Deli-Chefin Karen Dudley ist, wie der Titel schon verrät, „eine Woche in The Kitchen“. Die Rezepte sind nach Wochentagen gegliedert, und jeden Tag gibt es auch ein Kuchen- oder Dessert-Rezept. Dieses hier ist vom Sonntag. Das erste Rezept, das ich aus dem Buch tatsächlich nachgemacht habe, und gleich ein Volltreffer. Kardamom und Honig geben einen orientalischen Touch, und der Zitronensaft und die Zitronenschale sind wunderbar frisch. Und der Sesam, ach, der Sesam. Einfach toll. So, jetzt will ich aber nicht länger um den heißen Brei herumreden, hier kommt das Rezept:

SESAM-JOGHURT-KARDAMOM-KUCHEN
SESAME YOGHURT CARDAMOM CAKE
Quelle: Karen Dudley: A Week In The Kitchen
Zutaten:
220 g Butter
1/2 Tasse (ca. 120 g) Zucker
8 EL Honig
Schale von 2 Zitronen, gerieben
4 Eier, Eigelb und Eiweiß getrennt
220 g Mehl
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
220 g griechischer Joghurt
2/3 Tasse Sultaninen (ca. 120 g)
1 TL Samen aus ca. 25 Kardamom-Kapseln
3 EL Sesam
Sirup:
Saft von 2 Zitronen
6 EL Honig
Schale von 1 Zitrone, gerieben
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Butter, Zucker, Honig und Zitronenschale mit dem Mixer verrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Ein Eigelb nach dem anderen unterrühren. In eine zweite Schüssel Mehl, Backpulver und Natron sieben, eine Prise Salz hinzugeben. Nach und nach abwechselnd den Butterteig und den Joghurt unter das Mehl mischen. Dann die Sultaninen und die Kardamom-Samen unterheben. Die Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unterheben. Den Teig in eine eingefettete, mit Backpapier ausgelegte Form von 22 cm Durchmesser geben (ich hatte lediglich eine 20 cm-Form, habe dann noch 4 Muffins aus dem restlichen Teig gemacht). Bei 180 Grad für 65 Minuten backen (50 Minuten für die 20 cm-Form, unbedingt nach einer Weile mit Backpapier abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird). Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. Für den Sirup alle Zutaten für 5 Minuten aufkochen lassen, dabei umrühren, um alles zu vermischen. Den etwas abgekühlten Sirup über den noch warmen Kuchen geben oder warmen Sirup über den komplett ausgekühlten Kuchen.

Karen Dudley empfiehlt, den Kuchen mit etwas Joghurt oder Mascarpone-Creme und frischen Feigen zu servieren – yummie! 

Südafrika-Küche: Bobotie

Ja, diese Woche war es bislang ein bisschen still hier. Und wie das so ist: Da schreibt man einen Tag nicht, dann noch einen, dann springt ein weiterer Tag auf den Zug auf – und schon ist die (Arbeits-)Woche fast rum, ohne dass man etwas gebloggt hat. Darum jetzt ganz schnell, ohne viel weiteres Tamtam, zu diesem schönen Rezept: Bobotie, so etwas wie das südafrikanische Äquivalent zu Lasagne oder Moussaka, also ein Hack-Auflauf. Dieser kommt fruchtig daher, und so bombastisch gewürzt, dass es eine Freude ist. Aroma, Aroma, Aroma. Ich habe ihn neulich (das ist ja ein dehnbarer Begriff) für Freunde bei einem Essen gemacht. Da gab es auch den südafrikanischen Malva-Pudding zum Dessert. Kam sehr gut an, lässt sich prima vorbereiten, ist eine große Freude – und ein bisschen Fernweh-Küche. Habt einen schönen Abend!

GOURMET BOBOTIE
Quelle: Carmen Niehaus: You. Let’s Cook. Top 500 Recipes
Für 6-8 Portionen
Zutaten:
2 EL Öl
3 Zwiebeln, kleingeschnitten
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 EL geriebener Ingwer (optional)
1 EL Currypulver
1 TL Kurkuma
1 TL Korianderpulver
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Ingwerpulver
1 TL Zimt
1 kg mageres Hackfleisch
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
2 EL Aprikosenmarmelade ohne Stücke
4 EL Chutney (süß, z.B. von Mrs. Balls)
2 EL brauner Zucker (würde ich beim nächsten Mal weglassen, das Ganze ist süß genug)
2 EL Worcestershire Soße
2 EL Tomatenmark
2 Scheiben Toastbrot, in Wasser eingeweicht und dann zerdrückt
150 g Rosinen
1-2 Äpfel, geraspelt
6 Lorbeerblätter
Optional: ein paar kleingeschnittene Aprikosen und Mandelstifte – sehr lecker!
Guss:
500 ml Milch
4 Eier, verquirlt
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine große Auflaufform (oder 6-8 kleine Portionsförmchen) einfetten. In einer großen Pfanne oder einem Topf das Öl erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und evtl. den frischen Ingwer anschwitzen, bis die Zwiebeln glasig sind. Die Gewürze hinzufügen, eine Minute mitbraten. Das Hackfleisch portionsweise hinzugeben und anbraten, bis es leicht gebräunt ist. Großzügig mit Salz und Pfeffer würzen, dann die restlichen Zutaten (Chutney, Zucker, Worcester Soße, Tomatenmark, Toast, Rosinen, Äpfel, Lorbeer) hinzugeben. Erhitzen, bis die Masse zu blubbern beginnt, dann die Hitze reduzieren und 30 Minuten köcheln lassen. Dann in die vorbereitete Auflaufform(en) geben. Für den Guss Milch und Eier vermischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Über die Fleischmischung gießen und ca. 40 Minuten im Ofen garen (oder bis der Guss fest ist). Vor dem Servieren 5 Minuten stehenlassen.

Dazu passt gelber Reis (mit Kurkuma und einer Zimtstange gekocht), Chutney und z.B. ein Naturjoghurt mit hineingeschnibbelten Bananenscheiben.

Sonntagsbäckerei: Südafrikanischer Malva Pudding

Eines gleich vorweg: Dieses süße Ofen-Dessert ist garantiert nicht zuckerfrei! Aber sehr lecker, und typisch südafrikanisch. In südafrikanischen Supermärkten bekommt man es als Backmischung, aber eigentlich ist es ganz einfach zu machen. In den vier Urlaubswochen haben wir diesen „Pudding“ bestimmt fünf, sechs Mal gegessen. Bei Pearly’s in Langebaan gibt es zum Beispiel einen sehr köstlichen. Das Besondere an diesem Nachtisch-Kuchen: Er wird direkt nach dem Backen noch mit einer süßen Sahne-Butter-Soße begossen, das macht ihn besonders saftig (und gehaltvoll, aber es ist ja Wochenende…). Im Teig ist außer Aprikosenmarmelade noch ein Teelöffel Essig, der gibt – bilde ich mir ein – eine schöne Tiefe. Im Rezept steht „brown vinegar“, aber Mr. B hat mich überzeugt, dass damit kein Balsamico Essig gemeint ist, sondern lediglich ein „nicht-weißer“ Essig (also z.B. Sherry-Essig) – und er muss es wissen, schließlich ist er Südafrikaner. Um die Dekadenz noch ein wenig auf die Spitze zu treiben, serviert man Malva traditionell mit Vanillesauce (custard) oder (leider auch seeehr lecker) mit einer Kugel Vanilleeis. Wir haben ihn gestern Abend unseren Gästen vorgesetzt, und die haben sich nicht beschwert :-). Die Bezeichnung Malva, so sagt mir Wikipedia, stammt übrigens vom Malvasia Wein, einem Dessertwein aus Madeira, der in der Kap-Region traditionell zusammen mit diesem Dessert serviert wurde. Einen schönen Sonntag euch allen!

SÜDAFRIKANISCHER MALVA PUDDING
Quelle: Rezept aus „So eet ons aan die Kaap“, zitiert im Kochbuch YOU. Let’s Cook. Top 500 Recipes von Carmen Niehaus
Anmerkung: YOU, bzw. Huisgenoot auf Afrikaans, ist eine sehr beliebte Zeitschrift in Südafrika
für 6-8 Portionen
Zutaten:
Teig:
4 TL Butter (ca. 40 g)
200 g Zucker
2 Eier
2 1/2 TL Aprikosenkonfitüre
1 TL/1 Päckchen Natron
125 ml Milch
1 TL dunkler Essig (kein Balsamico! dann lieber weißer)
175 g Mehl, gesiebt
1 Prise Salz
Soße:
250 ml Sahne
120 g Zucker (oder weniger, es ist schon arg süß)
125 g Butter (oder weniger)
125 ml kochendes Wasser
1 TL Vanilleessenz (alternativ: Vanillezucker)
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Auflaufform mit Butter oder Margarine einfetten (Anmerkung: ich habe eine 24 cm lange Pie-Form genommen). In einer Schüssel Butter und Zucker mit dem Mixer verrühren. Ein Ei untermixen, dann das zweite. Aprikosenmarmelade unterrühren. Natron in der Milch verrühren, dann den Essig dazugeben. Mehl und Salz vermischen. Abwechselnd Mehl und Milch in kleinen Portionen in die Butter-Zucker-Mischung rühren. Den Teig in die Form füllen und ca. 45 min backen oder so lange, bis die Garprobe mit einem Holzstäbchen zeigt, dass der Teig nicht mehr flüssig ist (evtl. nach der Hälfte der Backzeit mit Backpapier oder Alufolie abdecken, wenn er zu braun wird). Für die Soße: Alle Zutaten in einem Topf vermischen, aufkochen lassen. Die Soße über den Pudding geben, sobald er aus dem Ofen kommt. Warm mit Vanillesauce (oder Vanilleeis) servieren.

Genuss-Inspirationen aus dem Urlaub

Nicht nur zu Silvester bin ich ein großer Fan von guten Vorsätzen – auch im Urlaub entstehen bei mir immer jede Menge. Das war diesmal nicht anders. Wieder mehr kochen, das war ein Plan, den ich in Südafrika geschmiedet habe. Auf meine eigene Küche hatte ich mich beim Heimkommen auch sehr gefreut. Wir haben zwar so viel und so wunderbar gegessen, dass ich jetzt einige Genuss-Kilos loswerden muss (die Reise-Jeans kniff ziemlich), aber selbst am Herd herumzuwursteln, das hat mir dann doch gefehlt. Und ich habe jede Menge Ideen gesammelt, die ich nachkochen möchte – einiges davon aber leider wohl erst im hiesigen Sommer. Das meiste ist nicht unbedingt typisch südafrikanisch (das wäre noch ein eigenes Kapitel), ist mir aber eben diesmal dort als besonders lecker oder originell in Erinnerung geblieben. Was ich gern mal ausprobieren möchte:

  • Panzanella (toskanischer Brotsalat) mit Basilikum, Minze, Ziegenkäse-Feta, Tomate und Gurke, wie im Café Skinny Legs & All in Cape Town
  • Einen Salat mit Feigen, schwarzem Sesam, Avocado & Feta bestücken, wie unsere liebe Gastgeberin Sarah (1). Der war so etwas wie ihr signature dish, mit dem sie mich immer wieder begeistert hat.
  • Auch köstlich, und total simpel als irgendwie edle Beilage: Grüne Bohnen mit in (reichlich) Butter angebräunten Mandelblättchen bestreuen. Oder, noch besser, die Bohnen gleich mit in der Butter wälzen. Lecker als Beilage zu gegrilltem Lamm. (1)
  • Noch eine Salat-Idee von Sarah (2): im Ofen mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer weich gebackene Birnen als Topping. Dazu Feta. Ein Gedicht!
  • Und zu Gegrilltem serviert sie gern Butternut-Kürbis, halbiert und gesäubert, die Hälften mit Olivenöl, Salz und Pfeffer beträufelt und im Ofen geröstet. Kurz vor Schluss steckt sie dann noch einen Rosmarinzweig hinein und krümelt Feta drüber, gart es noch ein wenig weiter. So yummie!
  • Heute Abend schon nachgemacht: Haloumi als Salat-Topping (3), wie im The Tin House Café in Knysna.
  • Ohne Bild, aber in bester Erinnerung: geröstete Kumin (Kreuzkümmel)-Samen als Salat-Dressing. Im Rose Café in Knysna genossen. Ich habe heute im Supermarkt und im Reformhaus danach gesucht, aber überall nur gemahlenen Kreuzkümmel finden können. Hmpf.
  • Auch nicht fotografiert, aber als nette Idee abgespeichert: Im Restaurant Col’Cacchio (eine Franchise-Kette, die es an vielen Standorten in Südafrika gibt) servieren sie neuerdings eine etwas kalorienärmere Pizza-Variante: Die hat einen dünnen Boden und ein Loch in der Mitte, in dem ein Salat präsentiert wird. Sehr hübsch!
  • Regelrecht versessen war ich (meistens zum Frühstück) auf pochierte Eier, am liebsten Eggs Benedict (mit Béchamelsoße…). In Jean’s Café on Gray in Knysna waren sie perfekt gelungen und auf Brot und Spinat gebettet (4). Mein Vorsatz: lernen, wie man Eier pochiert!
  • Außerdem will ich natürlich Sarahs Müsli nachbacken.
  • Ich habe keine Ahnung, wie man es macht, aber das Tomatentatar aus dem Restaurant The Kitchen @ Maison in Franschhoek geht mir nicht aus dem Kopf.
  • Das Wassermelonen-Gazpacho aus dem Bread & Wine Vineyard Restaurant in Franschhoek auch nicht.
  • Schön erfrischend: Minze im Obstsalat (6), wie im Pepper Tree Art Stable & Coffee Shop in Philadelphia.
  • Mexikanisch, aber vegetarisch: Quesadilla mit Aubergine, Spinat & Käse (7), wie im El Burro in Cape Town.
  • Überhaupt, Auberginen! Im VegTable bei Knysna waren sie gerollt mit Pecans, Mozzarella & Pesto eine Offenbarung.
  • Was ich in diesem Urlaub noch gelernt habe: Avocado geht eigentlich (fast) immer. Im Salat, aber auch auf Pizza (8). Bay Harbour Market in Hout Bay
  • Und schließlich: Iced Tea Roibos mit Zucker und Zitrone (9), ebenfalls im Pepper Tree Art Stable & Coffee Shop, Philadelphia.