Meatfree Monday: Kürbissuppe à la Kochhaus

Gefühlt wird es seit zwei Wochen nicht mehr richtig hell. Ob die nahende Zeitumstellung etwas daran ändern kann? Auf jeden Fall gibt es vermutlich keinen besseren Tag, sich für eine Woche in die Sonne zu verabschieden, als diesen kalten, grauen, verregneten Montag. Aber bevor wir in den Flieger nach Ibiza steigen, habe ich noch ein herbstliches Rezept für euch:
Vom Konzept des „Kochhaus“ war ich schon zur Eröffnung begeistert: Im „begehbaren Rezeptbuch“, wie der Claim lautet, kauft man Rezepte und die dazu passenden Zutaten, aber genau in der richtigen Menge, z.B. für zwei oder vier Personen. Super, weil dann keine Reste bleiben, ein halber Kürbis etwa oder ein langsam vor sich hin welkender Bund Schnittlauch. Und was man selbst noch im Vorrat hat, z.B. Brühe, Senf o.ä. muss man nicht kaufen (kann man aber). Die Läden hier in München (in vielen anderen Städten gibt es auch Kochhäuser) sind für mich leider zu weit entfernt für einen regelmäßigen Einkauf dort – aber neulich habe ich mal wieder vorbeigeschaut. Die Rezeptauswahl finde ich eigentlich immer inspirierend, und sie wechselt regelmäßig. Da ich mir vorgenommen hatte, dieses Jahr saisonal Kürbis zu essen, bis er mir zu den Ohren rauskommt (ich überkompensiere da wohl etwas, weil ich im Sommer, meiner Meinung nach, nicht genug Erdbeeren, Kirschen & Co. gegessen habe), habe ich bei diesem Rezept zugegriffen. Und bin – mal wieder – sehr angetan. Der Orangensaft, der drin ist, macht die Suppe schön mild, sie hat auch guten Wumms durch die Peperoni, und dass man dabei noch was knabbern kann (die Kürbiskerne), finde ich auch super. Durch die kleinen Extras (Schnittlauch-Crème, gerösteter Kürbiskerne) ist sie etwas aufwändiger als eine „nur“ pürierte Suppe, aber dafür auch leckerer, finde ich. Habt eine schöne Zeit!

ORANGEN-KÜRBISSUPPE MIT SCHNITTLAUCH-CRÈME UND GERÖSTETEN KÜRBISKERNEN
für 2 (bzw. 4) Personen
Zutaten:
250 g (500 g) Butternusskürbis (ohne Kerne)
2 (4) Bio-Orangen
1 Peperoni
1 (2) Schalotte(n)
1 Knoblauchzehe (kann man auch weglassen)
1/2 (1) Bund Schnittlauch
150 g (200 g) Crème fraiche
250 ml (500 ml) Gemüsebrühe
20 g (40 g) Kürbiskerne
2 g (4 g) Kreuzkümmel
2 (4) EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Kürbis schälen, säubern und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Peperoni vom Strunk befreien, längs halbieren, von Kernen befreien und in feine Streifen schneiden. Schalotte(n) pellen und fein hacken. Knoblauch pellen und fein hacken. Orangen abwaschen, ca. 1/2 bzw. 1 TL Schale abreiben, mit der Hälfte der Crème fraiche verrühren. Den Saft der Orangen auspressen, 3 bzw. 6 EL Orangensaft zur Crème fraiche-Orangenschalen-Mischung geben. Schnittlauch in feine Ringe schneiden (z.B. mit einer Küchenschere) und 1 bzw. 2 EL für die Deko beiseite legen. Den Rest mit der Orangensaft-Crème fraiche vermischen, nach Geschmack salzen und pfeffern.
In einem Topf 2 bzw. 4 EL Öl erhitzen und Kürbis, Schalotte, Peperoni und Knoblauch 2 Minuten bei hoher Temperatur anbraten. Mit verbliebenem Orangensaft und 250 ml bzw. 500 ml Brühe ablöschen. Aufkochen, dann 10 Minuten mit einem Deckel bedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.
Inzwischen eine Pfanne ohne Öl erhitzen und Kürbiskerne ca. 2 Minuten bei hoher Temperatur goldbraun rösten, bis sie zu knacken beginnen. Anschließend herausnehmen.
Die Suppe vom Herd nehmen, Kreuzkümmel sowie pure Crème fraiche dazugeben und alles mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit 1/2 bzw. 1 Tl Salz und nach Belieben mit Pfeffer würzen. Suppe in einen Teller oder eine Schüssel geben und mit Schnittlauch-Crème, Kürbiskernen und Schnittlauchringen garnieren.

Gazpacho

„36 Grad, und es wird noch heißer… lalalalala, lalala, la, la, la“ Habt ihr in diesen Tagen auch diesen Ohrwurm? Ich jedenfalls kriege den Song von 2Raumwohnung gerade einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ich ziehe wirklich meinen (nicht vorhandenen) Hut vor all jenen, die bei diesem Wetter in der Gastronomie arbeiten und vor dem Pizzaofen, am Panini-Grill oder dem Gasherd stehen. Wenn ich in diesen Tagen in der Küche stehe – was nicht so oft vorkommt, schließlich will ja der Sommer genossen werden oder wollen Filme auf dem (heute endenden) Filmfest geschaut werden – jedenfalls, wenn ich dann doch mal in der Küche stehe, dann bleibt die Küche kalt. Ich zerkleinere, wenn es hochkommt, eine Wassermelone, richte einen Salat an – oder greife zum Pürierstab, um eine Gazpacho herzustellen. Das Rezept haben mir Freunde aufgeschrieben, auf deren Balkon ich diese wunderbare kalte Suppe mal vor Jahren gegessen habe. Seitdem mache ich sie immer so. Im Andalusien-Urlaub vor vielen Jahren war die Gazpacho auch immer mein Go-to-Essen am Buffet. Dort konnte man sie immer mit kleinen Toppings verzieren, z.B. mit Paprika- oder Gurkenwürfeln. Sehr zu empfehlen!

GAZPACHO
ca. 4 Portionen
Zutaten:
1 Salatgurke
1 rote Paprika
1 grüne Paprika
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Chili oder Jalapeno-Ringe aus dem Glas
2 Dosen stückige Tomaten (à 400 g)
3 EL Sherry-Essig oder weißer Balsamico
5 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
evtl. etwas Gemüsebrühe
Toppings zum Beispiel:
Toastbrot, getoastet und gewürfelt
(grüne) Paprikawürfel
Gurkenwürfel
Feta, zerbröselt
Zubereitung:
Die Gurke schälen und in Scheiben schneiden, in einen Topf oder anderes großes Behältnis geben. Die Paprikas entkernen und in Stücke schneiden (wer mag, schält sie ebenfalls, das soll sie verträglicher machen). Zwiebel schälen und in Stücke schneiden, Knoblauchzehen von der Schale befreien. Das Gemüse mit Chili oder Jalapenos in den Topf geben. Dosen-Tomaten darüber geben (oder frische Tomaten, Tomatensaft o.ä., was man halt so da hat). Essig und Olivenöl dazugeben, alles mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren einige Stunden in den Kühlschrank stellen. Mit den Toppings servieren.

Nachtrag: Ich habe gerade gesehen, dass ich dieses Rezept vor zwei Jahren schon mal veröffentlicht habe. Hihi, na sowas. Damals habe ich allerdings nur 1 Dose Tomaten. Aber die aktuelle Variante gefällt mir besser.

Meatfree Monday: Blumenkohl-Paprika-Suppe

Die vielleicht leckerste Blumenkohlsuppe der Welt ist eigentlich nicht zu toppen und wird bei uns immer noch regelmäßig gekocht – aber ich habe es trotzdem mal gewagt, eine neue Variante zu probieren. Die hier enthält außer Blumenkohl auch noch Paprika und ist dickflüssig, sämig und sehr lecker. Überhaupt, Suppen: Sind die nicht wie kulinarische Streicheleinheiten? Ein Topf voll Glück? Oder geht da etwa die Frauenzeitschriften-Poesie mit mir durch…? Wie dem auch sei, in die Jahreszeit (hier in München gerade Pseudo-Winter: mal kalt, mal mild, von Schneegestöber bis Orkanböen ist alles dabei) passt sie perfekt, finde ich.

BLUMENKOHL-PAPRIKA-SUPPE
Red Pepper and Cauliflower Chowder
Quelle: Food52
Für 2-3 Portionen
Zutaten:
1 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 rote Paprika, entkernt und kleingeschnitten
1 Kartoffel, geschält und kleingeschnitten
cups Blumenkohl (ungefähr ein halber großer Kopf), in Röschen
400 ml Gemüsebrühe
200 ml Milch
1 Lorbeerblatt
Salz
1/4 TL Koriander, gemahlen
1/4 TL Kreuzkümmel
Zum Servieren:
Frisch geriebener Parmesan
frischer Pfeffer
Zubereitung:
In einem Topf das Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Knoblauch und Paprika hinzugeben und braten, bis die Paprika weich wird, etwa 8 bis 10 Minuten. Kartoffel, Blumenkohl, Brühe und Gewürze hinzugeben. Aufkochen lassen und dann bei kleiner Hitze köcheln lassen, etwa 10 bis 15 Minuten, bis die Kartoffel- und Blumenkohlstücke weich sind. Gelegentlich umrühren. Dann entweder alles mit dem Stabmixer pürieren, oder, wenn man noch ein paar Gemüsestücke zum Beißen drinhaben möchte, diese erst rausnehmen, den Rest pürieren, und wieder hinzufügen. Zum Servieren frischen Parmesan über die Suppe reiben und mit frischem Pfeffer würzen.

 

Meatfree Monday: Kathrins Indische Linsensuppe

Diese Suppe ist das perfekte Feierabendrezept: Schnell gemacht, lecker, sättigend – und wenn man Glück beziehungsweise einen schlauen Vorrat hat, sind auch alle Zutaten im Haus, ohne dass man noch groß einkaufen muss. Die frische Ananas im Bild ist übrigens nur Deko, im Rezept steht Dosen-Ananas (bei der hat man nämlich gleich noch den Saft aus der Dose dabei, der super funktioniert). Meine liebe ehemalige Kollegin Kathrin hat mich und zwei Kollegen mal mit dieser Suppe bewirtet und damals bewiesen, dass es für einen netten Abend keine fancy Gourmet-Kreationen, sondern nur liebe Leute und einen großen Topf braucht. Damals hat sie mir das Rezept aufgeschrieben, das ich seitdem oft nachgekocht habe. Jetzt habe ich sie schon viel zu lange nicht mehr gesehen – wird Zeit, dass sich das ändert!

INDISCHE LINSENSUPPE
von Kathrin
Für ca. 4 Personen
Zutaten:
1 Zwiebel
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Butter
2 EL Currypulver
500 g rote Linsen
1 große Dose Ananas
ca. 750 ml Gemüsebrühe
Crème fraîche
Zubereitung:
Zwiebel und Ingwer schälen und kleinschneiden, in Butter glasig anbraten. Currypulver und Linsen dazugeben, ebenfalls andünsten. Dann den Saft der Dosenananas dazugeben (die Scheiben noch nicht), außerdem die Gemüsebrühe (nach Bedarf später noch mehr Brühe oder Wasser dazu geben, falls die Suppe zu dickflüssig wird). Ca. 15-20 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Ananas in Stücke schneiden, dazugeben. Mit Crème fraîche servieren.

Der Potluck-Club goes Thai. Teil 1: Kokossuppe mit Mango und (ohne) Huhn

Wie herrlich, unser Internet geht wieder! So kann man auch mit kleinen Sachen Pastorenkindern Freude machen… Nun bin ich also wieder in Blogger-Laune. Wie schon im vergangenen Jahr, haben Mr. B und ich uns auch am vergangenen Wochenende wieder mit Freunden zu einem gemeinsamen Essen getroffen, bei dem jedes der drei Paare einen Gang beisteuerte. Potluck eben. Diesmal gab es eine (recht frei zu interpretierende) Themenvorgabe: thailändisch sollte es sein. Den Anfang machten J & G mit einer Kokossuppe, die sie bei Chefkoch.de gefunden und leicht abgewandelt hatten. Bei ihnen waren statt Huhn würzige Tofu-Stückchen drin, und auf die Zuckerschoten hatten sie auch verzichtet. Das stellte sich als guter Schachzug heraus, denn sonst hätte es Doppelungen mit dem Hauptgericht (dazu morgen mehr) gegeben. Mein pixeliges iPhone-Foto wird diesem leckeren Essen leider so ganz und gar nicht gerecht. Sorry!

KOKOSSUPPE MIT MANGO UND (OHNE) HUHN
Quelle: Chefkoch.de
Für 4 Personen
Zutaten:
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
20 g Ingwer
1 Limette
1 Stängel Zitronengras
1 kleine Chilischote
500 ml Gemüse- oder Hühnerbrühe
400 ml Kokosmilch
300 g Hühnerfleisch (Filet) oder Tofu
1 Mango
Gemüse (Lauch, Zuckerschoten, Karotten o.ä.)
1 EL Safran
Salz und Pfeffer
evtl.Speisestärke oder Saucenbinder
Zubereitung:
Zwiebeln und Knoblauch sehr klein hacken. Ingwer schälen oder jungen Ingwer nehmen, den nur waschen. Limette, Zitronengras, Chilischote und Fleisch waschen und abtupfen. Mango schälen und in kleine Würfel schneiden. Hühnerfleisch (oder Tofu) ebenfalls in mundgerechte Stücke schneiden.
Das Huhn in einem großen Topf (muss für die Suppe reichen) mit Zwiebel und Knoblauchzehe (J & G: noch ein bisschen Pepperoncini dazu) kurz anbraten, dann das Fleisch rausnehmen und im Ofen bei 50 Grad warm stellen. In den Topf nun die Chilischote, den Ingwer und das kleingeschnittene Gemüse (J & G: Lauch, Karotten, Katroffeln, Champignons) geben, ebenfalls kurz anbraten und mit der Brühe (ggf. vorher heiß machen) und der Kokosmilch übergießen. Dann das Zitronengras und die Mangostücke dazugeben und ca. 6-8 Minuten kochen. Währenddessen die Limette auspressen und in die Suppe geben. Dann noch Salz, Pfeffer und den Safran dazugeben und alles mit dem Stabmixer pürieren. Andicken mit Speisestärke oder Soßenbinder nach Wunsch, ist aber nicht nötig. Schließlich das Fleisch wieder dazugeben, Chilischote und Zitronengras entfernen und dann sehr heiß servieren.
Das Gemüse kann auch erst kurz vor dem Servieren dazugegeben werden, ist dann knackiger.

Meatfree Monday: Die vielleicht leckerste Blumenkohlsuppe der Welt

Blumenkohl ist so ein Gemüse, das ich bislang gekonnt ignoriert habe. Zu fad, zu bla irgendwie, um es in den Einkaufskorb zu legen und sich zu überlegen, was man damit Spannendes anstellen könnte. Außerdem weckt die weiße Kugel zuverlässig üble Erinnerungen an Kantinen-Mittagessen und die bleierne Müdigkeit danach: fett mit Schinken und Käse beklebt und mit Sauce Hollandaise überschwemmt – uäh! Aber: Es geht auch anders! Mittlerweile legt sogar Mister B. freiwillig Blumenkohl in den Einkaufskorb – komm, wir machen mal wieder „unsere“ Suppe. Das erste Mal kam sie bei unserem verspäteten Thanksgiving-Dinner auf den Tisch, und seitdem immer wieder. Wir geben mittlerweile noch ein bisschen Pepperoni und Knoblauch für mehr Oomph hinein, aber in der Basic-Variante ist sie auch schon sehr fein. Je länger man den Blumenkohl im Ofen röstet, desto intensiver wird der rauchige Geschmack, schön unkohlig.

GERÖSTETE BLUMENKOHLSUPPE
Quelle: Sweet Paul
Für 4 Personen
Zutaten:
1 Blumenkohl, in Röschen zerteilt
1 Zwiebel, grob geschnitten
2 EL Olivenöl
750 ml Hühnerbrühe
200 ml Sahne (wir nehmen immer die fettreduzierte Kochsahne)
Salz & Pfeffer
Nach Belieben:
Toastbrot
1 Knoblauchzehe, 1 Pepperoni aus dem Glas
Zubereitung:
Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Nach Belieben mit einem Plätzchenausstecher aus getoastetem Toastbrot Sterne zur Verzierung ausstechen. Blumenkohl- und Zwiebelstücke auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten, mit Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen. So lange braten, bis der Blumenkohl teilweise braun geröstet ist. Blumenkohl und Zwiebel in einen großen Topf geben, mit Hühnerbrühe aufgießen, aufkochen. 5 Minuten sprudelnd kochen lassen, dann die Sahne hinzufügen und pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Toaststernen, etwas Olivenöl und Pfeffer dekorieren, servieren.

P.S. Wer es mit dem „meatfree“ ganz genau nimmt, verwendet natürlich Gemüse- statt Hühnerbrühe!

SOTD: July Talk: Having You Around (gehört auf KCRW Ecclectic 24)

Meat Free Monday: Französische Zwiebelsuppe

Konzertflyer, Zigarettenschachteln, Altpapier – kennt man ja alles, was (eilige, unachtsame, faule?) Mitmenschen sonst so in einem Fahrradkorb entsorgen, wenn gerade kein Abfalleimer zur Hand ist. Aber das war neu: Heute hatte ich zum ersten Mal ein angebissenes, trockenes Baguettebrötchen in meinem Korb. Seriously?! Wer macht denn sowas. Und ist doch schade drum – mit altbackenem Baguette kann man schließlich viel Besseres anstellen. Es auf eine Zwiebelsuppe legen, zum Beispiel. Die Zwiebelsuppe gab es bei uns letzte Woche. Irgendwie hatte ich auf einmal unbändige Lust darauf. Das Brot darauf war bei mir jedoch frisch, denn ich hatte keins, das weg musste (und würde es auch niemals in fremder Leute Fahrradkörbe legen). Der Twist an diesem leckeren Süppchen: Die Zwiebeln werden karamellisiert, das gibt eine nette Note. Uns hat es so gut geschmeckt, dass wir gern noch einen Nachschlag gehabt hätten. Obwohl wir satt waren.

FRANZÖSISCHE ZWIEBELSUPPE
Frau Lehmann
Für 2 Portionen
Zutaten:
2 große Gemüsezwiebeln, halbiert und in dünne Scheiben geschnitten
Butter
Zucker
500 ml Gemüsebrühe
200 ml Weißwein
6-8 Scheiben Baguettebrot, getoastet
1 Knoblauchzehe, halbiert
50 g würziger Käse (z.B. Gruyère), in Scheiben gehobelt
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Die Butter in einem Topf schmelzen lassen, die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie glasig sind (dauert etwa 15 Minuten). Dann heißer aufdrehen, eine Prise Zucker hinzufügen und weitere 5-10 Minuten braten, bis die Zwiebeln gebräunt und karamellisiert sind (gelegentlich umrühren, damit sie nicht anbrennen). Die Gemüsebrühe und den Weißwein hinzufügen, aufkochen und dann etwa 10 Minuten köcheln lassen. Währenddessen die die Baguettescheiben mit den Knoblauchhälften abreiben, dann mit Käse belegen und unter dem Backofengrill überbacken. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken, in Schüsseln füllen, die Brote obendrauf (und dazu) legen und sofort servieren.

Der Potluck Club, Teil 1: Selleriesuppe mit Maronen

Wir haben im Freundeskreis eine nette Einrichtung – noch ein paar Mal mehr, und man kann von einer Tradition sprechen – die allen Beteiligten Zeit und Nerven spart und trotzdem einen leckeren Abend beschert. Bitte? Etwas einfacher ausgedrückt: Beim Potluck Dinner treffen wir uns zu sechst, es gibt drei Gänge und jeden davon bereitet ein anderes Team beziehungsweise Paar zu. Das ist extrem entspannt, weil man nicht den ganzen Tag in der Küche steht (was ich, wenn ich die Zeit habe, aber auch gern mal mache) und trotzdem ein ganzes Menü durchfuttern kann. Kompliziert wird es nur manchmal, wenn man mit Sack und Pack durch die Stadt tingelt, je nachdem, was man halt so alles vorbereitet hat. Als wäre man auf dem Weg zu einer WG-Party, nur dass man statt simplem Kartoffelsalat jetzt Kuchenteig, -förmchen, Puderzucker und ein Sieb dabei hat. Wobei, zu einer WG-Party habe ich früher auch schon mal eine Schüssel mit Cookie-Teig angeschleppt, um die Dinger dann vor Ort zu backen. Die Schüssel habe ich, daran wurde ich neulich erinnert, nie zurückbekommen. Das macht aber nichts, sie ist in guten Händen.
The Pot Luck Club ist übrigens auch eines meiner Lieblingsrestaurants in Kapstadt. Der Hammer, was die da auf den Tisch zaubern!
Aber zurück zum Thema. Am vergangenen Samstag war wieder Potluck angesagt, das hatten wir gefühlte Monate im Voraus vereinbart, und diesmal gab es auch ein Motto (das von den Gastgebern, die es ausgerufen hatten, dann jedoch kurzerhand köstlich ignoriert haben), nämlich Herbst. Als Vorspeise zauberte Freundin Irene (die leider auf ihren Teamkollegen Gatten verzichten musste, weil die Kinder special care brauchten) ein wunderbar samtiges Selleriesüppchen aus ihrer Thermoskanne, frisch vor Ort wurden noch die Maronen fürs Topping karamellisiert. Das Rezept gibt es gleich hier unten, vorher aber noch kurz zu eine Vorschau auf die restlichen Gänge, die ich dann in den nächsten Tagen verblogge: Hauptspeise war ein (marokkanisches) Huhn mit grünen Oliven & eingelegten Zitronen, und als Nachspeise machte ich mit etwas Lampenfieber Schokoküchlein mit (hoffentlich) flüssigem Kern und einer – hier kommt wieder der Herbst ins Spiel – Granatapfelsoße. Jetzt also auf zum ersten Gang:

Selleriesuppe

SELLERIESUPPE MIT MARONEN
Quelle: Suppen & Eintöpfe
für 6 Portionen
Zutaten:
600 g Knollensellerie
1 große Kartoffel (ca. 180 g)
300 g Staudensellerie
1 Zwiebel
2 1/2 EL Butter
750 ml Gemüsebrühe
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
350 g Sahne
200 ml Cidre (oder Apfelsaft)
80 g Maronen (vakuumverpackt)
1 EL Zucker
Zubereitung:
Knollensellerie und Kartoffel schälen und würfeln. Staudensellerie putzen, abspülen und in Stücke schneiden. Zwiebel abziehen und würfeln. 1 1/2 EL Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Beide Selleriesorten und die Kartoffelwürfel zugeben und kurz mitdünsten. Brühe zugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten kochen. Sahne und Cidre zugeben und alles aufkochen lassen. Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe mit dem Stabmixer pürieren und durch ein Sieb gießen. Die Maronen grob würfeln. Restliche Butter und Zucker in einer Pfanne schmelzen. Die Maronen zugeben und leicht bräunen (karamellisieren). Zum Servieren die karamellisierten Maronen über die Suppe streuen.
Anmerkung: Irene hat das Verhältnis von Kartoffel und Sellerie etwas zugunsten der Kartoffel verändert, weil sie den Selleriegeschmack sonst zu intensiv findet. Das hat prima funktioniert. Die Sache mit dem „durch ein Sieb gießen“ ist etwas zeitaufwändiger, weil man eben nicht nur einfach gießt, sondern immer wieder etwas nachhelfen muss, aber es lohnt sich geschmacklich aber auf jeden Fall! Und unbedingt bereits geschälte Maronen verwenden, spart Zeit.

Asiatische Kokos-Linsensuppe

Heute ist so ein Tag, an dem ich meine eigenen Gedanken schon nicht mehr hören mag: Das Wetter ist wieder so grau, wird das denn nie besser, kalt ist es auch, schon so richtig handschuhkalt, die Erkältung ist immer noch nicht weg, ich habe ewig keinen Sport getrieben, jammer, jammer, jammer, Laune im Keller. Und der September ist auch schon wieder rum! Wenn ich aber an den September zurückdenke, fällt mir ein, dass ich da viele schöne Dinge erlebt und viele leckere Sachen gekocht habe. Die Rezepte von Bill Granger zum Beispiel waren eine echte Entdeckung für mich, und der Gestürzte Zwetschgenkuchen ein Highlight.
Außerdem hat dieser Oktober-Tag ja gerade erst angefangen. Auch wenn ich ihm gegenüber schon extreme Vorurteile habe – ich werde ihm noch eine Chance geben.
Was gestern gegen den Herbstblues ganz gut geholfen hat: Dieses leckere Süppchen. Das ist nicht das superfixeste aller Feierabendrezepte, aber durchaus noch machbar, wenn man sinkendem Energielevel in der Küche steht und etwas zusammenbasteln will. Angegeben ist die Menge für 4 Portionen, was auch stimmt – wenn aber, wie bei uns, jeder zwei Portionen isst, reicht sie nur für zwei Personen.
Wer es lieber vegetarisch möchte: Das Hähnchenbrustfilet lässt sich wunderbar durch einen Block Tofu ersetzen. Habe ich schon gemacht und sehr gemocht.

ASIATISCHE KOKOS-LINSENSUPPE
Quelle: meine Familie & ich
Zutaten:
(für 4 Portionen) bei uns: für 2 Personen
1 Zwiebel
1 walnussgroßes Stück Ingwer
150 g Champignons
150 g Zuckerschoten
400 g Hähnchenbrustfilet
1 EL Olivenöl
ca. 1 EL rote Currypaste (ersatzw. Currypulver)
1 Stück Zitronenschale (Bio)
400 ml Kokosmilch (Dose)
300 ml Hühnerbrühe (Instant)
200 g rote Linsen
nach Belieben Koriander zum Garnieren
Zubereitung:
Zwiebel und Ingwer abziehen bzw. schälen, fein würfeln. Pilze abreiben, putzen, in feine Scheiben schneiden. Zuckerschoten waschen, putzen, schräg in ca. 1 (-2) cm breite Stücke schneiden. Hähnchenfleisch abbrausen, trocken tupfen und in feine Scheibchen schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen, Currypaste, Zwiebel, Ingwer und Zitronenschale dazugeben, kurz braten. Mit Kokosmilch und Brühe ablöschen. Hähnchenstücke und Linsen hinzufügen und bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten kochen lassen. Pilze und Zuckerschoten dazugeben und 5 Minuten weiterkochen lassen (Anmerkung: ich habe die Pilze nicht mitgekocht, sondern erst am Schluss in die Suppe gegeben, mag sie lieber mit ein wenig Biss). Zitronenschale entfernen. Suppe zum Servieren eventuell mit Koriander bestreuen.

 

Gazpacho

Heute bleibt die Küche kalt, es ist ja wirklich heiß genug. Bei uns gibt es einen Klassiker, Gazpacho. In einem Andalusien-Urlaub vor ein paar Jahren war diese kalte Suppe fast zwei Wochen lang mein Standardessen, obwohl es am Buffet noch so viele andere Köstlichkeiten gab. Sie hatte es mir einfach angetan. Beziehungsweise er. Der Gazpacho. Wobei, „die“ geht auch, ich hab’s extra nachgeschlagen. Bei einer spontanen Essenseinladung auf dem Balkon meiner Freunde J & G bekam ich auch mal eine sehr leckere Variante serviert. Dieses Rezept basiert darauf.

GAZPACHO
Für 2 Personen
Zutaten:
1 Dose stückige Tomaten (400g)
nach Belieben 1-2 frische Tomaten, Tomatensaft
1 Salatgurke
1 rote Paprika
1 grüne Paprika
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
2-3 Scheibchen Jalapeño aus dem Glas (oder Chiliflocken)
3 EL Olivenöl
3 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
evtl. Gemüsebrühe zum Verdünnen
nach Belieben zusätzlich als Topping:
Schafskäse
Fladenbrot
Zubereitung:
1/3 der grünen Paprika sowie ein ca. 10 cm langes Stück Gurke beiseite legen. Das übrige Gemüse putzen und in einen Topf oder in eine große Schüssel in grobe Stücke schneiden. Dosentomaten, Essig, Öl, Salz, Pfeffer und die Jalapeños hinzufügen. Mit einem Pürierstab zu einer dickflüssigen Suppe verarbeiten. Ist sie zu dünn, Brotstückchen untermixen. Zu dickflüssig? Mit Gemüsebrühe verdünnen. Mehrere Stunden im Kühlschrank kaltstellen.
Die übrige Paprika, die restliche Gurke sowie nach Belieben Schafskäse und Brot in kleine Würfel schneiden. Suppe servieren, nach Belieben mit den Toppings garnieren.