Ein Monat in Australien…

…ist ganz schön schnell vergangen. Aber schön war er. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte schon ein paar Bilder davon sehen. Zum Schreiben bin ich aber währenddessen kaum gekommen. Darum nun hier eine Sammlung meiner Lieblingsmomente aus einem Monat Down Under, im Reiseverlauf von Süd nach Nord die Ostküste hoch (nur der erste Stopp in Brisbane tanzt da etwas aus der Reihe):

Brisbane
Eigentlich blöd, wenn man einen Flieger verpasst. In diesem Fall den Anschlussflug von Brisbane nach Sydney. Super, wenn einen die Airline dafür in einem netten Hotel unterbringt. Auch wenn wir von der Stadt nicht viel mitbekommen haben, die, so das Werbevideo im Flieger, berühmt ist für ihren „al fresco lifestyle“ (aka draußen sein): Das Frühstücksbuffet im Novotel Brisbane war der Hit. Von den frischen Passionsfrüchten träume ich noch immer.

Sydney
Vom Circular Quay die Fähre nach Manly Beach nehmen und dabei mit bestem Blick an der Oper vorbeischippern, diesem skurrilen, faszinierenden Gebäude, das in Wirklichkeit so viel kleiner ist als gedacht: 30 Minuten pures Glück.

Im Freiluftkino Moonlight Cinema im Centennial Park „Trumbo“ (super Film!) gucken, überteuerten, aber köstlichen Weißwein trinken und einer Armada von flying foxes (Flughunden) zugucken, die wieder und wieder durch den Himmel rauscht.

Durch Paddington stromern und die Five Ways erkunden. Im Second Hand-Buchladen/Café Ampersand (78 Oxford Street) vom Keller bis unters Dach spazieren, über die Fülle der Bücher staunen und tollen Kaffee trinken (danke für den Tipp, Meike Winnemuth!). Und dass die Busfahrer hier, wie von Meike geschildert, in Sydney ihre eigene Musik auflegen, ist wirklich lässig. Wir haben ganz unterschiedliche Soundtracks gehört.

Auch wenn er reichlich überlaufen war: Der Coastal Walk von Bronte Beach nach Bondi Beach ist wirklich sehenswert. Wer noch länger laufen will, startet in Cogee.

(Kulinarische) Glücksmomente: 360 Grad-Blick über Sydney vom 47. Stock aus in der O Bar, leckerer amerikanischer Diner-Food in der Bridge St Garage. Die Pizza bei Frankie’s Pizza ist legendär, uns war es in dem kultigen Kellerladen aber ein bisschen zu laut, deswegen kann ich dazu nichts sagen. Ebenfalls nicht geschafft: Das hochgelobte Bistro Three Blue Ducks in Bondi Beach.

Byron Bay
Besser geht’s fast nicht, als in diesem lässigen Surferort abends an der Strandpromenade sitzen und einem Musiker lauschen, der einfach so ein kostenloses Konzert unter freiem Himmel gibt. Dazu impromptu Picknicks überall, einfach toll.

Im Pighouse Flicks Cinema einen schlechten Film gucken (Point Break 2), aber dabei herrlich lässig in der ersten Reihe liegen (!).

Surfers Paradise
Kein Ort, den ich unbedingt noch ein zweites Mal besuchen müsste – aber die Yogastunde im Chameleon hat mich für vieles entschädigt. Und Mr. B war happy, bei Nando`s sein Hühnchen wie in Südafrika essen zu können.

Noosa
Bei unverschämt reichen Bekannten zu Gast sein, die uns auf eine Tour mit ihrem Boot auf dem Noosa River mitnehmen – und auf einer Sandbank im Wok Peri Peri-Shrimps für uns braten, die im Stehen an Ort und Stelle verschlungen werden.

Ein morgendlicher Spaziergang zu den Noosa Heads, schönster Meerblick inklusive (nur die Koalas, die hier hausen, haben wir leider verpasst). Und anschließend Cappuccino trinken, ebenfalls mit Meerblick, im Lieblings-Restaurant unserer Gastgeberin, dem Bistro C (49 Hastings St). Dort machen sie übrigens auch köstlichen Barramundi und Coconut Chicken Salad, wie wir später festgestellt haben.

Fraser Island
Im Geländewagen mit vier Mexikanern, einer Französin, einer Holländerin und einem Südafrikaner (meinem Mr. B) über den Strand cruisen, der hier ein Highway ist, und Hoops von The Rubens hören, aufgelegt von DJ Pax (aka Santiago).

Im Lake McKenzie baden, der einem beim ersten Anblick den Atem verschlägt: Türkisblau, wie das Meer in der Karibik, aber dann ist das Wasser nicht salzig, sondern klar und weich, ein Traum.

Rainbow Beach
Den ersten Hochzeitstag mit neuen Freunden im Arcobaleno on the beach (1 Rainbow Beach Road) mit BYO Prosecco und leckerer hausgemachter Pasta feiern. Stromausfall und Weltuntergangs-Regenschauer gab’s als Effekte für mehr Dramatik noch dazu.

Airlie Beach
Sich im Hostel den Luxus gönnen, vom 6-Bett-Zimmer auf einen private room aufzustocken – für nur 10 Dollar mehr. „It’s the little things in life“, wie Mr. B sagt.

Beste pochierte Eier (für mich) und eine verdammt gute Pizza (für Mr. B) bei Mr. Bones (263 Shute Harbour Road) essen. Tolles Essen, aber null Atmo: Fish D’vine (303 Shute Harbour Road, direkt an einem Kreisverkehr).

Mit GLS Aviation von Airlie Beach aus über die Whitsunday Islands und das Great Barrier Reef fliegen. Neben dem Piloten sitzen und dem unverständlichen Gebabbel zwischen Tower und Pilot lauschen. Bei bestem Wetter das Heart Reef im türkisfarbenen Meer liegen sehen. Surreal und jeden Cent wert.

Whitsunday Islands
Beim ersten Schnorchel-Gang gleich mitten in einem Schwarm Yellow Tail Fusiliers landen und aus dem Staunen über so viel wunderbare Unterwasserwelt nicht mehr herauskommen. Ein paar „Nemos“ (Clownfische) haben wir auch gesehen. Auf den Nachfolgerfilm, „Findet Dorie“, freue ich mich jetzt schon.

Magnetic Island
Eine Mini-Insel (gerade mal 50,92 qkm), auf der herrlich wenig los ist. Perfekt, um einfach mal gar nichts zu machen. Bester Moment: Als wir vom lauten Party-Hostel zum entspannten YHA am anderen Ende der Insel wechseln.

Great Barrier Reef
Das Schnorcheln! Die Korallen! Wie toll die Tablette gegen Seekrankheit wirkt!

Cairns
Die Night Narkets: überschätzt gefunden. Die viel cooleren Rusty’s Markets: leider verpasst. Dafür im Einkaufszentrum das beste Souvenir (bzw. Mitbringsel für mich selbst) bei Target geshoppt (ungefähr so sieht es aus)

Am letzten Abend in Australien endlich „richtig“ australisches Essen entdecken: im Ochre in Cairns. Es gibt Känguru und Wallaby und zum Nachtisch Pavlova, den australischen Nationalnachtisch.

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Fernweh-Freitag: Bücher, Berge & Botanik

Was macht der Lieblingsbruder, wenn er aus Hamburg zu Besuch nach München kommt? Bringt Franzbrötchen mit. Best Bruder ever! So konnte ich heute morgen mein Lieblingsgebäck vernaschen, das zwar Brötchen heißt, aber eigentlich eine Süßigkeit ist. Was für ein Start in den Tag: Hefeteig, Zucker, Zimt, und Butter, Butter, Butter. In den besten Franzbrötchen der Stadt, denen von Bäckerei Daube, ist, glaube ich, auch noch Marzipan drin – pure Dekadenz!
Zum Thema Franzbrötchen Familie gehört auch dieses Bild. Es ist eines der alten Dias, die mein Großvater gemacht hat, als er mit seiner Familie 1957/58 als Austausch-Professor für ein Jahr an der Southern Illinois University in den USA war. Hier zu sehen: mein kleiner Papa vor einem großen Kaktus. Weil mein Großvater jedes Dia penibel beschriftet hat, weiß ich, dass das in Texas war. Östlich der Guadalupe Mountains, auf der McComb-Ranch, um genau zu sein. Vielleicht sind diese Dias daran schuld, dass ich mit dem Reisevirus infiziert bin, auf jeden Fall aber mein Großvater, der als Paläontologe auf seinen Recherchereisen für Fossilien-Ausgrabungen fast jeden Kontinent bereist hat.

  • Apropos Fernweh: Für Mitte November habe ich jetzt einen Yoga-Urlaub in Marokko gebucht. Ich freue mich so! Und im Februar, finden Mr. B und ich, müssten wir eigentlich unbedingt mal wieder nach Kapstadt, in seine Heimatstadt. Warum man den Winter in Cape Town verbringen sollte? Die Travelettes haben dafür gleich 30 gute Gründe gefunden.
  • Gegen Reisefieber geholfen hat ganz sicher nicht der gestrige Abend mit Meike Winnemuth, die – auf ihrer Lesereise mittlerweile in München angekommen – aus ihrem Buch Das große Los vorgelesen und dazu erzählt hat. Meike Winnemuth? Ja, die Journalistin (sie war auch mal meine Chefin), die bei Günther Jauch 500000 Euro gewann und dann beschloss, ein Jahr lang in zwölf verschiedenen Städten rund um den Globus zu leben. Was sie auch getan hat. Davon handelt ihr Buch (von dem ich hier auch schon geschwärmt habe) und ihr Blog, den sie währenddessen führte. Die Lesung war rappelvoll und (bis auf anfängliche Mikrofon-Probleme) sehr unterhaltsam. Die wichtigste Botschaft des Abends: Please walk on the grass. So steht es auf einem Schild im Botanischen Garten in Sydney, und Meike bittet darum, diese Botschaft ernst zu nehmen und auch metaphorisch zu verstehen. Will heißen: sich mehr zu erlauben, mehr zu trauen, mehr zu wagen. „Es ist viel mehr möglich, als man denkt“, sagt sie. Und: „Please walk on the grass. Es werden wunderbare Dinge passieren, wenn Sie es tun.“ Für 2014 plant sie übrigens ein neues Projekt: 12 Monate in 12 deutschen Städtchen.
  • Eine super Kombi, Reisen und Schreiben. Wer das in den USA tun will: Flavorwire empfiehlt Great American Cities for Writers, alles außer New York: Chicago, Illinois, ist dabei, aber auch Bellingham, Washington und Saint Paul, Minnesota. Und einmal musste ich auch wehmütig seufzen, weil hier nämlich auch das schöne Städtchen Asheville in North Carolina empfohlen wird, in dem meine amerikanische Gastschwester Melissa wohnt. Flavorwire empfiehlt dort das Buchladen-Café Malaprop’s. Den Tipp kann ich nur unterschreiben. Dort kann man nicht nur bestens sitzen, lesen, schreiben, Kaffee trinken, sondern auch tolle Mitbringsel erstehen. Mein geliebter Magnet Yay! Dreams! stammt von dort. Und ein Shirt mit der Aufschrift Eat. Sleep. Read. Muss ich noch mehr sagen? Wenn ihr mal in der Nähe seid – unbedingt hin!
  • North Carolina zählt ja zu den Südstaaten, und wer mal da war, hatte sicherlich die ein oder andere Begegnung mit Fried Chicken. Aber dieses kulinarische Kuriosum gibt es nicht nur dort. Die Fried Chicken Road Map verrät, wo man für den fetten Snack am besten anhalten sollte.
  • Stefanie vom Gipfelglück Blog hat die (auf ihrer Seite) 10 beliebtesten Bergtouren in den Alpen zusammengestellt. Schnell noch mal in die Berge, bevor der Winter kommt!
  • Für mich nicht fern, aber vielleicht für euch: München. Irma’s World macht Lust, das neue Occam Deli in Schwabing zu testen und Harper’s Bazaar empfiehlt einen München-Cityguide für Frauen.
  • Was man beim Reisen so alles lernt: Life Lessons vom Thought Catalogue.
  • Heimdeko-Guru Martha Stewart sorgt gerade in der Blogosphäre für Aufruhr, weil sie sich in einem Interview mit Bloomberg TV recht abfällig über (Food-)Blogger geäußert hat. Zitat Martha Stewart: „Who are these bloggers? They are not editors at Vogue. … They are not experts.“ Der Amateur Gourmet hat dazu eine kluge Replik geschrieben: Whatever, Martha. Holly Becker von Decor8 argumentiert, dass man die Kritik als Ansporn nehmen sollte, noch besser zu werden und selbstbewusst zu sagen, wer man ist und wofür man steht: Who are these bloggers?
  • Apropos Meinungsverschiedenheiten: Anne vom wunderbaren Reiseblog Prêt à voyager beschreibt ein originelles Fastfood-Restaurant in Pittsburgh: Bei Conflict Kitchen gibt es Gerichte aus Ländern, mit denen die USA gerade Zwist haben – und dazu Broschüren mit Infos zu den jeweiligen Ländern. Gerade im Angebot: Iranisches Essen.
  • Zum Schluss noch etwas Versöhnliches: Schöne Landschaftsaufnahmen zum Ersten: Die Zeit zeigt schöne Island-Luftbilder aus dem Blog Iceland for 91 days. Und zum Zweiten: hier die Aufnahmen zum Wildlife Photographer of the Year. Atemberaubend!