Tapas Party, Part 3: Vegetarisches

Der dritte und letzte Teil meiner Tapas-Party-Rezepte: Alles ohne Fleisch, und alles ganz simpel. Das einzig (vielleicht) etwas knifflige ist die Kartoffel-Tortilla, aber die ist einfach so lecker, das lohnt sich. Ich habe aus diesem Rezept gelernt, warum meine selbst gemachte Kartoffel-Tortilla bislang immer so fad war – und wie es besser geht. Der Trick ist, die Kartoffeln vorher zu braten (bzw. zu frittieren), dadurch bekommen sie mehr Biss und Geschmack. Ich hatte immer bereits gekochte Pellkartoffeln verwendet. Diesmal auch, weil ich das Rezept nicht gründlich gelesen hatte – aber zumindest habe ich sie angebraten, und das zahlte sich aus. Das Grundrezept der Tortilla kann man natürlich beliebig variieren, je nachdem, was man noch gerade so an Resten hat, die man loswerden möchte (Paprika, Erbsen  oder Pilze machen sich gut).
Das bunte Gemüse (links im Bild) ist keine echt spanische Tapas-Angelegenheit, aber ich wollte noch ein bisschen mehr Gemüse auf den Tisch bringen, und außerdem gibt es diese Mischung aus dem Ofen bei uns in letzter Zeit ständig. Die die kleinen grünen Bratpaprikas daneben übrigens auch, sehr lecker.

KARTOFFEL-TORTILLA
Tortilla de Patatas
Quelle: Margit Proebst: Spanien. Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
Zutaten:
800 g überwiegend festkochende Kartoffeln
2-3 Frühlingszwiebeln (oder normale Zwiebel)
1 Knoblauchzehe (nach Belieben)
8 Eier
Salz, Cayennepfeffer
Außerdem:
neutrales Pflanzenöl zum Braten
Zubereitung:
Die Kartoffeln schälen und in Pommes-frites-Form oder in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, waschen und mit dem zarten Grün in schräge Ringe schneiden. Nach Belieben den Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Pfanne (etwa 28 cm Durchmesser) mit hohem Rand 3 cm hoch Öl erhitzen (Anmerkung: Ich habe nur wenig Öl genommen, weil meine Kartoffeln bereits vorgekocht waren.) Es ist heiß genug, wenn an einem Holzlöffelstiel, den man hineinhält, Bläschen aufsteigen. Die Kartoffeln mit einem Küchentuch abreiben und ins heiße Öl geben. Bei mittlerer Hitze in 7-8 Minuten unter gelegentlichem Wenden braten. Inzwischen die Eier in einer großen Schüssel leicht verquirlen, aber nicht schaumig schlagen, und mit je 1 kräftigen Prise Salz und Cayennepfeffer würzen. Die Frühlingszwiebeln und nach Belieben den Knoblauch zu den Kartoffeln geben und 2 Minuten mitbraten. Die Kartoffeln durch ein Sieb gießen, dabei das Öl auffangen (es kann wiederverwendet werden), gut abtropfen lassen und salzen. 2 EL von dem aufgefangenen Öl in der Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln unter die verquirlten Eier mischen, die Masse in das heiße Öl gießen und darin bei starker Hitze 2 Minuten anbraten. Die Temperatur reduzieren und die Tortilla zugedeckt bei schwacher bis mittlerer Hitze 6 Minuten stocken lassen. Die Tortilla wenden (Anmerkung: Erst, wenn die Oberfläche nicht mehr flüssig ist.), indem man einen Deckel oder einen großen Teller auf die Pfanne legt und diese dann umdreht. Dann die umgedrehte Tortilla wieder in die Pfanne gleiten lassen und auf der anderen Seite in etwa 6 Minuten fertig braten. Mit sanftem Fingerdruck auf die Mitte prüfen, ob die Tortilla fertig ist: Wenn sie nicht mehr nachgibt, sondern sich fest anfühlt, ist sie fertig. Auf eine Platte stürzen und warm oder kalt servieren. Tipp: Wer mag, schneidet sie zum Servieren in kleine Stücke und spießt Zahnstocher hinein.

OFEN-GEMÜSE
Frau Lehmann
Für 2 Personen als Hauptmahlzeit, oder für 4-6 bei einer (Tapas-)Party
Zutaten:
Gemüse nach Belieben, z.B.
1 Zwiebel
1 Paprika
250 g Champignons
1/2 Hokkaido-Kürbis
1-2 Zucchini
Öl
Salz, Pfeffer
Pul Biber (oder eine andere scharfe Gewürzmischung)
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Das Gemüse waschen und/oder schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Mit Olivenöl beträufeln – und das nach Belieben gern auch mit den Händen „einmassieren“. Salzen, pfeffern und mit Pul Biber würzen. In den Ofen schieben und ca. 20 Minuten garen.

BRATPAPRIKA
Pimientos de Padrón
Für 2-6 Personen als kleiner Snack
Zutaten:
250 g Bratpaprika (die kleinen grünen Dinger)
Öl zum Braten
Grobkörniges Meersalz
Zubereitung: 
Die Paprikas waschen, trockentupfen. Öl in einer Pfanne erhitzen, die Paprikas darin scharf anbraten, bis sie leicht bräunen und weicher werden. Herausnehmen, mit Meersalz bestreuen und servieren.

Tapas-Party, Part 2: Fleisch & Co.

Wo ist denn diese Woche nur wieder geblieben? Ich hatte mir so fest vorgenommen, euch nach dem ersten Rezept von unserer Tapas-Party, der Crema Catalana, ganz bald Nachschub zu liefern. Und dann kam dies dazwischen, und das. Nunja. Hier kommt auf jeden Fall der zweite Teil, alles, was mit Fleisch zu tun hat: Datteln im Speckmantel, Hackfleischbällchen mit Tomatensoße und Sherryhähnchen. Außerdem hatten wir noch etwas Jamon Serrano aufgetragen. Manchego-Käse hätte dazu gut gepasst, den habe ich aber nicht bekommen. Kurz hatte ich noch überlegt, ein paar Gambas in Knoblauch-Öl anzubraten, war aber dann froh, es nicht getan zu haben, so pappsatt waren wir alle. Es gab ja auch noch die Gemüse-Tapas. Dazu (hoffentlich) bald mehr…

DATTELN IM SPECKMANTEL
Datiles con bacon
Für 4-6 Personen
Zutaten:
1 Packung Bacon/Frühstücksspeck
24 Datteln ohne Kerne
Zubereitung:
Dafür braucht es eigentlich gar kein Rezept, so simpel ist es: Die Bacon-Streifen mit der Küchenschere in der Mitte durchschneiden. Jeweils eine Bacon-Hälfte um eine Dattel wickeln, mit einem Zahnstocher feststecken. In einer Pfanne bei mittlerer Hitze knusprig anbraten.

HACKFLEISCHBÄLLCHEN MIT TOMATENSOSSE
Albóndigas con salsa de tomate
Quelle: Margit Proebst: Spanien: Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
Für 8 Personen
Zutaten:
350 g Rinderhack
100 g Chorizo
1 Zwiebel
2 Eier
je 1 gehäufter TL edelsüßes und rosenscharfes Paprikapulver
Salz
600 g reife Tomaten (ersatzweise 400 g stückige Tomaten aus der Dose)
4 EL Olivenöl
100 ml spanischer Brandy (ersatzweise Brühe)
Zucker
Zubereitung:
Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Die Chorizo sehr fein würfeln. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Chorizo und Zwiebel mit den Eiern und den Paprikpulvern hinzufügen und alles gut verkneten. Eventuell leicht salzen.
Die Tomaten kreuzweise einritzen, überbrühen, häuten und entkernen. Das Fruchtfleisch würfeln, dabei die Stielansätze entfernen. Beiseite stellen.
Aus der Hackfleischmasse mit angefeuchteten Händen 24 walnussgroße Bällchen formen. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Bällchen darin portionsweise bei starker Hitze in 3-4 Minuten rundum braun braten. Herausnehmen und zugedeckt warm halten. Den Brandy in die Pfanne geben und den Bratensatz damit loskochen. Tomaten dazugeben, mit Salz und 1 Prise Zucker würzen. Zugedeckt 5 Minuten leise kochen lassen. Sauce durch ein Sieb streichen oder in einem hohen Gefäß mit dem Pürierstab fein pürieren (Anmerkung: Ich habe Dosentomaten verwendet und sie nicht püriert, weil ich die Soße lieber stückig und dickflüssiger haben wollte.).
Zum Servieren die Albóndigas in Schälchen füllen und jeweils etwas Tomatensoße darüber geben.
Wer mag: Zum Garnieren 2 Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Die Zesten von 1/2 unbehandelten Orange und 1 EL frisch gehackte Petersilie untermischen und darüber streuen.

SHERRYHÄHNCHEN
Pollo al Jerez
Quelle: Margit Proebst: Spanien: Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
Für 4 Personen
Zutaten:
4 Knoblauchzehen
200 ml Sherry (medium)
1 EL Honig
1 Brathähnchen (1,2 kg) (oder nur Hähnchenschlegel)
Salz, Cayennepfeffer
2 EL Olivenöl
1 Hand voll Kirschtomaten
1 EL Pinienkerne
Zubereitung:
Für die Marinade den Knoblauch schälen und fein hacken. Den Sherry in einem Topf zum Kochen bringen. Knoblauch und Honig untermischen und bei schwacher Hitze 1 Minute kochen lassen. Lauwarm abkühlen lassen. Inzwischen das Hähnchen in 8-10 Stücke zerlegen. Die Hähnchenteile kalt abspülen und mit Küchenpapier trockentupfen. Mit Salz und reichlich Cayennepfeffer würzen. Die Teile in eine Schüssel oder Tupperform schichten und die Marinade darüber gießen. Zugedeckt im Kühlschrank 12 Stunden ziehen lassen. Die Hähnchenteile aus der Marinade nehmen und mit Küchenpapier trockentupfen. Das Öl in einer Schmorpfanne erhitzen und das Fleisch darin bei mittlerer Hitze 7-8 Minuten rundum anbraten. Die Marinade durch ein feines Sieb dazugießen. Zugedeckt bei schwacher Hitze 15 Minuten schmoren, dabei gelegentlich wenden und bei Bedarf etwas Wasser angießen.
Die Tomaten waschen und in der Pfanne verteilen. Die Pinienkerne darüber streuen und alles noch 5 Minuten zugedeckt schmoren. Zur Garprobe mit einem spitzen Messer an der dicksten Stelle einer Keule mit zum Knochen einstechen. Wenn der Bratensaft hell ist, ist das Sherryhähnchen fertig, ist der Saft noch rosa, noch 5 Minuten weiterschmoren.

Ausgehen in München: La Tasca Nueva

An Tapas Bars herrscht in München sicherlich kein Mangel. Aber keine ist mir lieber und – im wahrsten Sinne des Wortes – näher als La Tasca Nueva in Neuhausen (Mettinghstraße 2). In der Vitrine an der Bar sieht man die wechselnde Auswahl an kalten und warmen Tapas, weitere stehen auf der Karte. Unser absoluter Favorit: Das Sherry-Hühnchen (Pollo al Jerez, 4,90 €). Die Soße ist ein Traum. Reichlich Öl dran, aber gerade das macht sie so lecker. Sie nicht bis zum letzten Tropfen mit Brot aufzudippen, fällt schwer. Im Sommer sitzt man lauschig auf der Terrasse, aber auch drinnen ist es nett. Einziges Manko manchmal: die entzückenden, aber sehr lauten Musikanten, die Gespräche gelegentlich lahmlegen.

Das Foto stammt übrigens nicht aus der La Tasca, sondern von einem Granada-Trip vor ein paar Jahren.