Unser Thanksgiving-Menü

Morgen, am vierten Donnerstag im November, ist wieder Thanksgiving. Mein erstes Thanksgiving habe ich 1991 mit meiner amerikanischen „Austauschschwester“ Melissa gefeiert. Sie kam damals für ein Jahr aus North Carolina zu uns nach Hamburg und wir hatten Spaß daran, diese (kulinarische) Tradition mit ihr auszuprobieren. 1993 war ich dann bei ihrer Familie in North Carolina als Austauschschülerin und erlebte das „echte Thanksgiving“ mit. Jetzt pflege ich selbst die Tradition, am vierten Donnerstag im November einen Truthahn in den Ofen zu schieben und ihn anschließend mit lieben Freunden zu verzehren, seit etwa fünf Jahren. Ich finde, in diesem Punkt haben die Amis es einfach raus: Der Termin ist perfekt, um vor der stressigen Vorweihnachtszeit noch einmal in Ruhe zusammen- und zur Besinnung zu kommen. Und es ist einfach wirklich lecker. Wir experimentieren dabei jedes Mal mit Truthahn-Tricks und Beilagen, aber diesmal haben wir das vielleicht beste Menü bislang kreiert. Die Rezepte habe ich vor Jahren mal aus dem stern kopiert, da waren sie als Weihnachtsmenü gedacht (auch ne gute Idee). Wir haben vorweg noch einen Salat mit Feldsalat und Birne gemacht und danach fast alle der hier aufgeführten Rezepte. Nur eine einzige Beilage, die Corn Fritters, haben wir nicht geschafft. Vielleicht nächstes Jahr. Happy Thanksgiving!

Quelle für alle Rezepte: Stern 47/2012

GEFÜLLTER TRUTHAHN
Für 10-12 Personen
Zutaten:
1 große Stange Porree, nur das Weiße und das Hellgrüne
2-3 Stangen Staudensellerie
1 Pastinake
3-5 Äpfel
1 große Quitte
2 Zwiebeln
1-2 walnussgroße Stücke Ingwer (geschält)
11-12 Kumquats (Zwergorangen)
1 Bund frische Salbeiblätter
1 Bund Majoran
160 – 180 g Butter
Salz, schwarzer Pfeffer
150 g Mischbrot in Scheiben
100 g gegarte Maronen (vakuumverpackt)
1 Scheibe Vollkorn-Toastbrot
1 – 2 rote Peperoni (entkernt)
6 – 7 EL Zitronensaft
1 großer Truthahn (8 kg)
300 g Suppengrün
evtl. 4. Hähnchenflügel
500 ml trockener Weißwein
250 ml Apfelsaft
500 ml kräftiger Geflügelfond
evtl. 2 EL Speisestärke
Außerdem: Holzspieße, Küchengarn, Pergament- oder Backpapier, starke Alufolie, Bratenthermometer
Zubereitung:
(Schritte 1-3 am besten schon am Vortag erledigen)
1. Für die Füllung das Gemüse (außer dem Suppengrün) putzen, Porree in feine Ringe, Sellerie und Pastinake in dünne Scheiben, 2 -3 Äpfel und die Quitte in grobe Würfel und 1 Zwiebel in feine Würfel schneiden. Ingwer und 7 – 8 Kumquats fein hacken, 6 – 8 Salbeiblätter sowie die abgestreiften Blättchen 1/2 Bund Majoran fein schneiden. Alles in einer sehr großen Pfanne in 50-60 g Butter andünsten, mit 1 TL Salz und etwas Pfeffer würzen. Mischbrot toasten und würfeln, Maronen grob hacken, beides mit unterheben, alles erkalten lassen.
2. Für eine Würzbutter das Toastbrot, die Peperoni, 4 Kumquats, 1 1/2 TL Salz, Pfeffer, 2 EL Zitronensaft und 80 g Butter im Mixer pürieren. Den Truthahn waschen, mit Küchenpapier trocken tupfen. Mit der Hand unter die Haut des Truthahns fahren und sie so weit wie möglich vom Brustfleisch lösen, auch im Keulenbereich. Die Buttermischung unter der Haut auf dem Fleisch verstreichen, dabei jeweils 2-3 Salbeiblätter zwischen Schenkel und Rumpf platzieren. Den Vogel innen und außen mit 2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer einreiben.
3. Die Füllung in den Truthahn geben, Rest beiseitestellen. Die Öffnung mit Spießen zustecken und mit Küchengarn wie einen Schnürschuh schließen (manche Truthähne sind auch schon so vorbereitet, dass man sie verschließen kann, indem man die Keulen zusammenklammert, indem man die Haut darüberzieht. Das funktioniert auch gut.). 30 – 40 g Butter mit 2 – 3 EL Zitronensaft schmelzen, den Truthahn damit einstreichen. Den Vogel – Rücken nach unten – auf die Fettpfanne des Backofens legen. Backpapier sowie Alufolie in der Größe der Truthahnbrust und der beiden Keulenspitzen zuschneiden und zurechtlegen. Suppengrün putzen und mit 1 Salbeizweig und den restlichen Majoranzweigen um den Vogel herumlegen. Truthahnhals und Innereien (ersatzweise 4 Hähnchenflügel) dazulegen. Den Vogel mit einem Küchentuch zudecken und kalt stellen (Balkon, Hausflur, evtl. Kühlschrank leer räumen). Rest der Füllung in eine mit Butter gefettete flache ofenfeste Form füllen, mit je 2 EL Wein und Apfelsaft begießen, die Form mit gefetteter Alufolie zudecken, kalt stellen.
4. Am folgenden Tag 6 Stunden vor dem Servieren den Backofen auf 250 Grad vorheizen (Umluft nicht empfehlenswert). Den Vogel auf die 1. Einschubleiste von unten schieben, die Hitze auf 200 Grad schalten. Nach 30 Minuten 250 ml Wein über den Vogel gießen, zugeschnittenes Backpapier auf die Brust und um Keulenspitzen legen und die Hitze auf 160 Grad zurückschalten. Nach 2 Stunden (oder kürzer, wenn man einen kleineren Truthahn hat) mit dem restlichen Wein begießen und 1 weitere Stunde mit dem Backpapier-Bogen abgedeckt braten. Dann den Truthahn auf ein Backblech umsetzen. Die Fettpfanne aus dem Ofen nehmen, den Truthahn zurück in den Ofen geben und weiterbraten. Zugleich die abgedeckte Füllung auf einem Rost über den Vogel schieben. Den Inhalt der Fettpfanne in einen weiten Topf schütten. Röststoffe mit Geflügelfond und restlichem Apfelsaft aus der Fettpfanne lösen, mit den den Topf schütten, aufkochen und um ca. 1/3 reduzieren. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen kleinen Topf gießen, kurz stehen lassen und das Fett mit einer Kelle von der Oberfläche abschöpfen (Es lässt sich anderweitig verwenden). Den Fond weiter auf die gewünschte Menge einkochen.
6. Nach etwa 30 Minuten den Grill des Backofens einschalten. Die Form mit der Füllung während des Grillend herausnehmen. Das Pergament entfernen, zu, Ersatz die Truthahnbrust und evtl. die Keulenspitzen mit der vorbereiteten, mit Butter bestrichenen Alufolie abdecken. Den Truthahn 20 – 30 Minuten grillen, um die Flügel zu bräunen. Danach die Folie abnehmen und den Vogel unter Beobachtung weitergrillen, bis auch die Brust braun ist. Den Ofen ausschalten, die Backofentür leicht öffnen und den Truthahn 30 – 45 Minuten ruhen lassen. Die Form mit der Füllung zurück in den Ofen schieben, am besten über der Brust, was diese vor dem noch heißen Grill schützt.
7. Den Fond abschmecken und evtl. mit Speisestärke binden. Die Sauce getrennt zum Truthahn mit der Füllung auf vorgewärmten Tellern reichen. Den Truthahn tranchieren, zuerst die Brust aufschneiden, den Rest des Vogels bei 80 – 90 Grad im Ofen warm halten.
Tipps: Mittagesser beginnen mit Kochschrit 4 um 8 Uhr früh und können zwischen 13.30 Uhr und 14 Uhr servieren.
Kerntemperatur: vor dem Grillen 70 -75 Grad, zum Schluss 78 – 80 Grad.

CRANBERRYSAUCE
Für 10-12 Personen
Zutaten:
250 g Cranberrys (frische. Nimmt man getrocknete, nur sehr, sehr wenig Gelierzucker nehmen!)
2 EL gelbe Senfkörner
100 ml Portwein (Ruby)
100 ml Apfelsaft
1-2 Schalotten (60 g)
1 Peperoni (entkernt)
150 g Gelierzucker 1:1
Salz
1 Msp Nelkenpulver
1-2 TL Ras el Hanout (ersatzweise Curry)
Zubereitung:
Beeren, Senfkörner, Wein und Saft in einen Topf schütten. Schalotten längs in feine Streifen schneiden. Peperoni hacken und mit Zucker, 1 TL Salz, Nelkenpulver und Ras el Hanout dazugeben. Langsam bei milder Hitze aufkochen, dann unter Rühren 4 Minuten sprudelnd kochen. Die Sauce heiß in saubere Twist-off-Gläser füllen; hält 6 Monate.

ERDFRÜCHTE-STAMPF MIT KARAMELLISIERTEN NÜSSEN
Für 6 Portionen
Zutaten:
2 schmale Süßkartoffeln (je 150 g)
600 g mehligkohende Kartoffeln
1 mittelgroße Pastinake
150 g Knollensellerie
250 ml Apfelsaft
Salz, schwarzer Pfeffer
2 – 3 EL Butter
1 EL brauner Zucker
25-30 g Pekannüsse
1/2 – 1 Tasse Geflügelfond
Zubereitung:
Süßkartoffeln, Kartoffeln, Pastinake und Sellerie schälen. 1 Süßkartoffel beiseitelegen, den Rest in Stücke schneiden, in einen weiten Topf geben, Saft dazugießen und zugedeckt 15 – 20 Minuten garen, umrühren und mit 1 – 1 1/2 TL Salz und Pfeffer würzen.
Die übrige Süßkartoffel in 5 mm dicke Scheiben schneiden und in etwas Butter in einer beschichteten Pfanne bei milder Hitze auf beiden Seiten hellbraun braten.
Zucker in einer kleinen Pfanne schmelzen (nicht rühren!), Nüsse grob hacken und im Karamell wenden.
Die Erdrüchte nach Belieben fein oder grob stampfen, dabei 1 -2 EL Butter und bis zur gewünschten Konsistenz etwas Geflügelfond unterrühren. Süßkartoffelscheiben darauf anrichten, mit Nüssen bestreut servieren.

CORN FRITTERS (Maiskrapfen)
Für 12 Stück
Zutaten:
140 g Maiskörner (Dose)
30 g Mehl (Type 405)
1 Msp. Backpulver
Salz, weißer Pfeffer
1/4 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 Ei (getrennt)
80 g Milch
1/2 Bund Schnittlauch
1/2 – 1 rote Peperoni (entkernt)
Rapsöl zum Braten
Zubereitung:
Mais gut abtropfen lassen. 25 g Mehl mit dem Backpulver, 1 Prise Salz, den Gewürzen, dem Eigelb und der Milch verrühren und mindestens 20 Minuten quellen lassen. Den Schnittlauch und die Peperoni fein schneiden. Eiweiß steif schlagen, Maiskörner mit den restlichen 5 g Mehl bestäuben. Alles unter die Mehl-Milch-Mischung heben. Öl in ein oder zwei beschichteten Pfannen nicht zu stark erhitzen und die Maismasse darin in 12 Häufchen verteilen. Die Fritters etwa 2 Minuten braten, wenden und etwa 1 Minute weiterbraten. Auf einer vorgewärmten Platte anrichten und servieren.
Tipps: Für ein großes Truthahn-Essen sollte man die doppelte bis dreifache Menge herstellen und auch mit anderen Kräutern, zum Beispiel Basilikum oder Koriandergrün, würzen. Die Fritters schmecken auch kalt.

GEBRATENER KÜRBIS MIT GRANATAPFELKERNEN
als Beilage
Zutaten:
1/2 kleiner Hokkaido-Kürbis (ca. 400 g)
1 – 2 EL Butter (oder das abgeschöpfte Fett vom Truthahnfond)
grobes Meersalz
1 TL Pul Biber (vom Türken)
1/4 TL Zimtpulver
4 – 5 EL Orangensaft
4 EL frische Granatapfelkerne
2 – 3 EL glatte Petersilie, fein geschnitten
Zubereitung:
Den Kürbis in 2 – 3 cm (oder schmaler) breite Spalten schneiden und mit einem Esslöffel entkernen. Butter in einer großen Deckelpfanne erhitzen, die Spalten bei sehr milder Hitze auf jeder Seite 8-10 Minuten zugedeckt braten, dabei mit  Salz, Pul Biber und wenig (!) Zimt würzen. Den Orangensaft angießen, die Spalten wenden und auf einer vorgewärmten Platte anrichten. Die Granatapfelkerne kurz in dem heißen Saft schwenken, über die Kürbisspalten verteilen und alles mit Petersilie bestreut servieren.

ROSENKOHL MIT SPECK
Für 6 Portionen
Zutaten:
1 EL Kümmelsaat
Salz
600 g geputzter Rosenkohl
100 g magerer Räucherspeck
1 – 2 EL Butter
1/2 Tasse Geflügelfond
2 EL Zitronensaft
schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
In einem weiten Topf 600 ml Wasser mit Kümmel und 1 TL Salz zugedeckt etwa 10 Minuten bei milder Hitze kochen und noch etwas ziehen lassen. Den Sud durch ein Sieb gießen, auffangen und zurück in den Topf gießen. Den Rosenkohl halbieren und die Blätter auseinanderpflücken (ich habe den Rosenkohl ganz gelassen). Den Speck in feine Streifen schneiden und in einer breiten Pfanne in Butter langsam auslassen. Speck aus der Pfanne heben. Kümmelsud aufkochen, Rosenkohlblätter 2 Minuten darin kochen, zwischendurch wenden. Rosenkohl abgießen, in die Pfanne geben und im Speckfett schwenken. Speck, Fond und Zitronensaft untermischen, mit Salz und Pfeffer würzen und servieren.

Happy Thanksgiving! Cynthia Barcomis Pumpkin Pie

Seit wir 1991 das erste Mal ein Thanksgiving-Essen ausgerichtet haben, um das Heimweh unserer amerikanischen Austauschschülerin zu lindern, hat mich diese Tradition fasziniert. Zwei Jahre später war ich dann selbst als Austauschschülerin in Concord, North Carolina, und durfte Original turkey, stuffing und pie probieren. Lange hatte ich dann Respekt davor, so einen großen Truthahn-Vogel selbst zuzubereiten, aber seit vier Jahren richten Mr. B und ich nun unser eigenes Thanksgiving-Dinner aus. Immer wieder anders, immer sind auch die Gäste anders, aber ein turkey ist immer dabei. Den will ich jetzt gleich in den Ofen schieben, aber vorher wollte ich euch noch das Dessert vorstellen. Ein Pumpkin-Pie von Back-Queen Cynthia Barcomi. Sie verlangt eine 26-cm-Pie-Form, aber die habe ich beim besten Willen nicht finden können. Standard für amerikanische Pies ist 9 inch, oder auch 22,ein bisschen cm, und eine solche Form habe auch ich verwendet. Dabei blieb ein wenig Teig über, der später für vier Mini-Pies verwendet wird. Und jetzt: Küchen-Countdown! Happy Thanksgiving!

KÜRBIS-PIE
Quelle: Cynthia Barcomi’s Backbuch
Zutaten:
Teig:
420 g Mehl
1 TL Salz
2 EL Zucker
240 g kalte Butter, in Stückchen geschnitten
90 g Palmfett
160 ml kaltes Wasser
Füllung:
1 Kürbis für 415 ml frisches Kürbispüree (ich hatte einen 1,2 kg Hokkaido, hat gut gepasst)
2 Eigelbe
150 g Zucker!
1/2 TL Salz
1 1/2 TL Zimt
1 1/2 TL gemahlener Ingwer
1 Prise Muskat
1 Prise gemahlene Nelken
1 EL Rum (wer mag)
80 ml Sahne
2 Eiweiß, steif geschlagen
1 EL Zucker
Zubereitung:
Für den Teig: Wer eine wirklich mürbe, splittrige Kruste möchte, schneidet die Butter und das Fett in kleine Stückchen und stellt beides ins Tiefkühlfach, während der Rest der Zutaten vorbereitet wird. Mehl, Salz und Zucker abmessen und vermischen. Mit einem elektrischen Mixer die Butter und das Fett untermischen, bis das Ganze krümelig aussieht. 140 ml Wasser (es muss richtig kalt sein) dazugeben und nur so viel vermischen, dass der Teig gerade zusammenkommt. Den Rest des Wassers (20 ml) dazugeben, wenn es nötig ist. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsplatte legen und schnell – damit die Butter nicht schmilzt – zu einer Scheibe pressen. Dann den Teig in einem Plastikbeutel für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank legen. (Eingefroren hält er sich mehrere Monate.)
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Teig ausrollen, damit er in eine 26-cm-Pie-Form passt. Überhängende Ränder abschneiden und Rand kräuseln – er sollte ca. 1 cm breit sein. In den Kühlschrank stellen.
Für das Kürbispüree einen Kürbis schälen, in kleine Stücke schneiden und in etwas Wasser kochen, bis er weich ist. Kürbis in einem feinmaschigen Sieb wirklich gut abtropfen lassen. Die Kürbisstückchen mit einem Stabmixer pürieren. Das Kürbispüree in eine große Rührschüssel geben und mit einem Holzlöffel die Eigelbe untermischen, dann die übrigen Zutaten (außer dem Eiweiß) unterrühren. Eiweiß steif, aber nicht trocken schlagen und dann den Zucker hinzufügen. 1/3 vom Eiweiß zum Kürbispüree geben, um es aufzulockern. Vorsichtig das restliche Eiweiß unterheben, dabei aufpassen, dass es nicht zusammenfällt. Das Kürbisgemisch auf den vorbereiteten Boden in der Form streichen und gleichmäßig bis zum Rand verteilen. 15 Minuten bei 200 Grad backen, dann die Hitze auf 190 Grad runterdrehen, weitere 15 Minuten backen. Zum Schluss noch einmal auf 180 Grad reduzieren und die letzten 15 Minuten backen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.

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Sonntagsbäckerei: Joghurt-Cheesecake mit Granatapfelsirup

Vor lauter Plätzchenbacken ist in letzter Zeit einiges liegengeblieben bzw. ungepostet geblieben. Darum habe ich heute auch keinen neuen Kuchen gebacken, sondern arbeite erstmal das hier ab: Ein Rezept aus der bon appétit. Ein absolut famoser, leichter Cheesecake, den es als Abschluss unserer nachgeholten Thanksgiving-Feier gab. Prädikat: Sehr lecker!

JOGHURT-CHEESECAKE MIT GRANATAPFELSIRUP
Quelle: bon appétit
Zutaten:
Boden:
175 g Graham Cracker, in Bröseln (alternativ: Butterkekse, fein zerbröselt)
120 g Butter, geschmolzen und etwas abgekühlt
50 g Zucker
Füllung:
2 TL Gelatinepulver
680 g Frischkäse, Zimmertemperatur
360 g griechischer Joghurt
170 g Zucker
2 TL frischer Zitronensaft
1 TL Vanilleextrakt
1/2 TL Salz
Sirup und Deko:
240 g Granatapfelsaft
120 g Zucker
2 EL Maissirup (oder Zuckerrübensirup)
alternativ: Granatapfelsirup fertig kaufen (ist vermutlich auch leichter zu bekommen)
Granatapfelkerne
Zubereitung:
Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, den Rand leicht einfetten. Kekse, Butter und Zucker in einer Schüssel mit den Fingern vermischen, bis die Mischung zusammenklebt, wenn man sie leicht drückt. Auf den Boden der Springform geben, andrücken, bis ein ebenmäßiger Boden entsteht. Kühlen, bis der Boden est ist (mindestens eine Stunde, bis zu einen Tag im Kühlschrank).  Gelatine und 1 1/2 Esslöffel kaltes Wasser in eine hitzebständige Schüssel geben und stehenlassen, bis die Mischung weich ist, etwa 5-10 Minuten. Firschkäse, Joghurt, Zucker, Zitronensaft, Vanilleextrakt und Salz mit den Quirlen des Handrührers zusammenmixen, bis eine cremige Masse entsteht. Die Gelatine-Wasser-Mischung im Wasserbad erhitzen, bis sich die Gelatine auflöst, ca. 2 Minuten. In die Frischkäse-Joghurt-Masse träufeln, dabei den Mixer laufen lassen. Zusammenmischen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Auf den Keks-Boden geben. Mit der Form auf eine feste Unterlage klopfen, um große Luftblasen zu verhindern. Die Oberfläche glattstreichen, mit Frischhaltefolie bedecken und für mindestens 6 Stunden kaltstellen (den Cheesecake kann man bis zu 2 Tage im Voraus machen). Für den Granatapfelsirup Saft, Zucker und Sirup in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und einkochen lassen, bis eine dickere, glänzende Masse entsteht, ca. 35-40 Minuten. Abkühlen lassen (den Sirup kann man bis zu 5 Tage im Voraus machen). Abdecken und kaltstellen. Vor dem Servieren erwärmen. Zum Servieren: Den Cheesecake in Stücke schneiden (dabei das Messer nach jedem Stück in ein Glas warmes Wasser eintauchen und abwischen). Mit Granatapfelsirup beträufeln und mit Granatapfelkernen bestreuen.

Sonntagsbäckerei: Süßkartoffel-Pie mit Marshmallow-Baiser

Was für eine geile Schweinerei. Dieser Kuchen, Pie, genauer gesagt, ist gefüllt mit einem saftigen Süßkartoffel-Mus, getoppt von einer pervers leckeren Schickt aus Eischnee und Marshmallow-Creme (die gibt es zum Beispiel beim Kaufhof in der Feinkost-Abteilung). Ein süßer Overkill, amerikanischer geht es fast nicht mehr. Das wäre auch ein gutes Dessert für unser alljährliches Thanksgiving-Dinner, das ich auch dieses Jahr wieder plane. Das Rezept stammt von meinem amerikanischen Lieblings-Kochmagazin Bon Appétit, aus einer wunderbaren Strecke mit allerlei Pies für alle Jahreszeiten. Happy Sunday, people!

SÜSSKARTOFFEL PIE MIT MARSHMALLOW-BAISER
SWEET POTATO PIE WITH MARSHMALLOW MERINGUE
Quelle: Bon Appétit
Zutaten: 
Boden:
150 g Butterkekse, in der Küchenmaschine fein zermahlen
(im Original: Graham Crackers, die gab es aber nicht)
3 EL Zucker
100 g Butter, geschmolzen
Füllung:
ca. 1,3 kg Süßkartoffeln (3 große)
1 Dose gezuckerte Kondensmilch (397 g)
(50 g Zucker) habe ich weggelassen, hat nicht gefehlt
2 Eier, Größe L
2 EL frischer Zitronensaft
1 TL Zimt
1/2 TL Muskatnuss
1 Prise Salz
Marshmallow-Baiser:
1 Glas Marshmallow Creme (z.B. Marshmallow fluff, Feinkostgeschäft)
3 große Eiweiß
1 Prise Salz
50 g Zucker (würde ich beim nächsten Mal weglassen)
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Butterkeks-Krümel und den Zucker in einer Schüssel vermischen. Die geschmolzene Butter untermischen, bis sich die Krümel leicht feucht anfühlen, wenn man sie mit den Fingerspitzen zusammendrückt. Falls sie noch zu trocken sind, etwas mehr Butter schmelzen und unterrühren. Die Mischung in eine runde (Pie-)Form (22 cm Durchmesser) geben und fest andrücken, an den Seiten einen 3 cm hohen Rand hochziehen. Den Boden für ca. 10 Minuten backen, bis er leicht gebräunt ist.
Für die Füllung die Süßkartoffeln mit einer Gabel rundum einstechen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech in den Ofen schieben, ca. 75 Minuten bei 180 Grad backen, bis sie sehr weich sind, wenn man mit der Gabel hineinsticht. Abkühlen lassen, dann aufschneiden und das Innere herauslöffeln. Mit dem Pürierstab zu einem glatten Brei verarbeiten. 500 g davon abmessen, den Rest beiseite stellen und anderweitig verwenden. Den Brei komplett auskühlen lassen, dann mit der Kondensmilch und den übrigen Zutaten für die Füllung verrühren. Die Füllung auf den Pie-Boden geben und bei 180 Grad ca. 50 Minuten backen – bis die Füllung in der Mitte abgesunken und am Rand leicht erhöht ist. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen. Dann für mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank abkühlen.
Für den Marshmallow-Baiser: Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Marshmallow Creme in eine große Schüssel geben. In einer weiteren Schüssel die Eiweiße und Salz mit dem Mixer steif schlagen. Dann langsam, Löffel für Löffel, den Zucker hinzugeben und weiterrühren, bis der Eischnee sehr steif ist, glänzt und Spitzen bildet. Ein Drittel des Eischnees mit dem Teigschaber in die Marshmallow Creme einarbeiten. Die Creme ist zunächst recht zäh. Dann in zwei Portionen den restlichen Eischnee unterheben. Die Masse auf den Pie geben, in der Mitte leicht erhöht. Mit einem Messer kleine Wellen hochziehen. Den Pie auf der obersten Schiene so lange backen, bis sich die Baiser-Spitzen leicht braun verfärben (ca. 4-5 Minuten). Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, bis der Baiser Zimmertemperatur erreicht hat.