Meatfree Monday: Blumenkohl-Pizza

Das hier ist so ein kulinarisches Trend-Experiment, das ich schon lange einmal probieren wollte: Pizza mit einem Boden aus Blumenkohl. Ungefähr so hip wie der Kale (Grünkohl)-Smoothie. Wobei, der Kale ist ja schon wieder out, habe ich gelesen. Mittlerweile ist der good old Rosenkohl das aktuelle It-Gemüse. Die Blumenkohl-Pizza jedenfalls ist vermutlich deswegen so angesagt, weil sie glutenfrei und so gesund ist. Gegen Weizen habe ich nichts, vertrage ihn auch gut – aber mir gefallen Ideen, die das Gemüse-Essen abwechslungsreicher machen. Das Ganze ist, zugegeben, um einiges aufwändiger, als einfach einen Fladen von Dr. Oe & Co. in den Ofen zu schieben: Der Blumenkohl muss erst in Röschen geschnitten, dann in etwa Couscous-große Brösel zermahlen werden (in der Küchenmaschine), dann noch gekocht, und schließlich seeehr gut abgetropft, bevor man ihn zu einem Pizza-Fladen weiterverarbeitet. Hin und wieder machen mir solche Küchen-Basteleien aber richtig Spaß. Damit sich der Aufwand lohnt, kann man natürlich auch gleich mehrere Pizza-Fladen machen und sie dann ohne Belag einfrieren. Dann muss man sie beim nächsten Mal nur noch aus dem Eis nehmen und kann sie dann beliebig belegen. Ich mag diese Variante mit grüner Paprika, roter Zwiebel und Champignons. Sie erinnert mich an die Pizzen, die wir bei meinem Schüleraustausch in den USA immer bei Domino’s bestellt haben.

BLUMENKOHL-PIZZA
für 4 kleine oder 1 große (Blech-)Pizza
Zutaten:
für den Boden:
1 mittelgroßer Blumenkohl
100 g Gouda, gerieben
1 Ei
Salz, Pfeffer
für den Belag:
1 TL Olivenöl
1 rote Zwiebel, in Ringen
200 g Champignons, in Scheiben geschnitten
1-2 grüne Paprikas, in Streifen geschnitten
1x Pizza-Sauce (Rezept siehe unten, oder im Glas gekauft)
100 g Gouda, gerieben
Zubereitung:
Den Blumenkohl in Röschen zerteilen und die Röschen in der Küchenmaschine zu Couscous-artiger Konsistenz pulverisieren. In reichlich Wasser etwa 10 Minuten weichkochen. Durch ein Sieb abtropfen lassen, dann in ein sauberes Geschirrtuch geben und die restliche Flüssigkeit auspressen. Abkühlen lassen. In einer Schüssel mit dem Käse und dem Ei vermischen, salzen und pfeffern. Mit den Händen auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten: Entweder als Boden für eine komplette Blechpizza, oder für 4 kleine runde Pizzen (die muss man dann in mehreren Schritten backen, es passen nur 1-2 auf ein Blech). Bei 200 Grad backen. Die große Pizza ca. 30-35 Minuten, die kleinen ca. 15-20 Minuten vorbacken, bis sie an den Rändern leicht gebräunt sind. Währenddessen in einer Pfanne das Gemüse in etwas Olivenöl anbraten. Vom Herd nehmen. Die Pizza aus dem Ofen nehmen, mit 1-2 EL Pizza-Sauce (die kleinen) oder der kompletten Pizza-Sauce ( die große) bestreichen, dann mit dem Gemüse belegen. Den gerieben Gouda obendrauf streuen und im Ofen noch einmal überbacken, bis der Käse zerlaufen ist (ca. 5-10 Minuten).

PIZZA-SAUCE
für ca. 4 kleine Pizzen oder ein Blech
Zutaten:
1 mittelgroße Zwiebel, kleingeschnitten
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 TL Olivenöl
1 Dose stückige Tomaten (400 g)
1/2 TL getrockneter Oregano
1/2 TL getrockneter Basilikum
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Die Zwiebel und die Knoblauchzehen im Olivenöl anschwitzen, bis die Zwiebel glasig und leicht gebräunt ist. Dann die Tomatensoße, Oregano und Basilikum hinzugeben. Ein paar Minuten leicht einkochen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Belieben so verwenden, oder mit dem Pürierstab zu einer feineren Soße verarbeiten.

„Heimat“-Abend: Südafrikanischer Ananas-Karottensalat

Gestern Abend haben wir uns endlich mal wieder zum Potluck Club getroffen. Reihum ist dabei eines der befreundeten Paare (oder wir) Gastgeber zum gemeinsamen Essen, und jedes Paar steuert einen Gang bei. Das gestrige Motto lautete „Heimat“ und wurde sehr kreativ und köstlich interpretiert. Hauptgang war ein perfekter bayerischer Schweinebraten (mit hinreißenden Knödeln und Soße), zum Nachtisch gab es fluffige böhmische Buchteln mit Vanillesauce. Mr. B und ich haben die Vorspeise gestaltet: Einen Gurkensalat, wie ihn meine Großmutter immer gemacht hat, mit frischem Dill und zuckriger Vinaigrette, und diesen Ananas-Karottensalat, der Mr. B an seine südafrikanische Heimat erinnert. Beides sehr lecker, und zusammen ebenso unterschiedlich wie harmonisch.
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Die zauberhafte Tischdeko, mit der uns die Gastgeber begrüßten

SÜDAFRIKANISCHER ANANAS-KAROTTENSALAT
Frau Lehmann (& Mr. B)
Für 4-6 Portionen
Zutaten:
500 g Karotten
3/4 frische Ananas
1-2 Handvoll Rosinen
Saft von 2 Orangen
Salz, Pfeffer
Pul Biber (oder eine andere leicht scharfe Gewürzmischung)
Zubereitung:
Karotten schälen und raspeln, die Ananas schälen, den holzigen Strunk herausschneiden und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. Karotten, Ananas und Rosinen mit dem Orangensaft vermengen. Mit Salz, Pfeffer und „scharf“ würzen. Abschmecken und mindestens eine Stunde durchziehen lassen.

Gemüsegratin mit Knusperhaube

Wieder zurück. Zu schnell, viel zu schnell! Der Alltag mit Deadlines, Wäschewaschen und trübem Wetter hat mich wieder. Hmpf. Aber immer, wenn ich auf die Kleine Hula-Puppe schaue, die demnächst auf dem Armaturenbrett im Auto ihre Hüften schwingen wird, weiß ich, dass ich mich jederzeit wieder zurück nach Hawaii träumen kann. Und das wieder-zuhause-Sein hat ja auch Vorteile: Schöne, leckere Lebensmittel einzukaufen, ist hier auf jeden Fall sehr viel preiswerter als auf Maui. Wir haben den Einkaufswagen voller Gemüse geladen, denn ich hatte jede Menge gemüsereicher Rezepte aus amerikanischen Zeitschriften gesammelt, die ich jetzt ausprobieren will. Erster Kandidat: Dieses Gemüsegratin, oder auch „Eggplant Parmesan“. Das ist die Abwandlung eines normalerweise ziemlich kalorienhaltigen, italienisch inspirierten Auberginen-Käse-Gerichts, die ich in der amerikanischen „Women’s Health“ gefunden habe. Beim Essen hat man auf jeden Fall ein gutes Gewissen, weil man jede Menge Gemüse futtert – allerdings ist das Gericht in dieser Form  noch ein wenig fad. Nächstes Mal werde ich noch kräftiger würzen! Interessant fand ich aber die Idee, Quinoa mal nicht zu kochen, sondern ihn einfach (mit Chia-Samen gemischt) als knusprige Haube zu verwenden. Damit werden die im Original verwendeten Semmelbrösel ersetzt. Ein interessantes Experiment.

GEMÜSEGRATIN MIT KNUSPERHAUBE
Eggplant Parmesan
Quelle: Women’s Health US, März 2015
Für ca. 6 Portionen
Zutaten:
1 große Aubergine
2 Zucchini
2 EL Olivenöl plus mehr, um das Gemüse zu bestreichen
1/4 TL Meersalz
1 1/2 Kugeln Mozzarella (low-fat, steht im Rezept, aber den mag ich nicht), in Würfel geschnitten
60 g Parmesan, frisch gerieben
1 EL getr. Oregano (oder 1/4 cup gehackt, wenn er frisch ist)
125 g Quinoa
40 g Chia-Samen
1 Handvoll Basilikumblätter, gehackt
Pfeffer
720 ml stückige Tomaten aus der Dose (evtl. reicht auch 1 400 ml Dose)
2 Handvoll frischer Blattspinat
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Enden der Aubergine und der Zucchini abschneiden. Das Gemüse schälen und der Länge nach in Scheiben schneiden. Auf ein Backblech legen, mit etwas Olivenöl einpinseln und salzen. Im Ofen weich werden lassen, das dauert ca. 12 bis 14 Minuten. Inzwischen die Mozzarella-Würfel, die Hälfte des Parmesans und den Oregano in einer Schüssel vermischen. In einer zweiten Schüssel Quinoa, Chia, den restlichen Parmesan, 2 EL Öl , Basilikum und Pfeffer vermischen. Die Hälfte der Tomatensoße auf den Boden einer Auflaufform streichen (Anmerkung: Die Tomatensoße am besten vorher würzen, z.B. mit Knoblauchsalz, Oregano, Pfeffer). Die Hälfte des Gemüses darauflegen (Aubergine, Zucchini, Spinat), dann die Hälfte der Käse-Oregano-Mischung. Wiederholen. Zum Schluss die Quinoa-Mischung darübergeben. 25 bis 30 Minuten backen.
Anmerkung: Ich habe zwei kleine Dosen stückige Tomaten verwendet, fand aber, dass die Soße dadurch zu dünnflüssig war. Beim nächsten Mal würde ich nur eine nehmen und dann die Schichtung verändern: Gemüse – Tomatensoße – Käse – Gemüse – Käse – Quinoa. Falls jemand es ausprobiert, berichtet bitte gern, ob das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle.

 

Rote-Beten-Salat mit Meerrettichdressing

In dem winzigen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, in dem mein Vater und seine Frau leben, gibt es nicht viel zu tun. Keine Kneipe, kein Supermarkt, kein Kino. Da wird schon ein Ausflug zum 20 Kilometer entfernten Baumarkt zum Event. Irgendwie auch mal ganz schön. Ich komme endlich wieder entspannt zum Lesen. Und kulinarisch werden Mr. B und ich hier auch sehr verwöhnt. Am ersten Abend packte Papa sogar den Heißen Stein-/Raclette-Grill aus. Sehr gemütlich. Und gestern tischte er als Beilage zum Abendessen diesen leckeren, ungewöhnlichen Salat auf. Ein bisschen scharf, ein bisschen süß, und vor allem überhaupt nicht „muffig“, wie früher immer mein Vorurteil von Rote Bete war (Roten Beten?, daran kann ich mich nicht so ganz gewöhnen, obwohl es so auch im Rezept steht). Papa schwärmte gar, dieser Salat sei eine „Offenbarung“ – und er hatte recht. Das Rezept stammt aus dem Gräfe & Unzer-Kochbuch „Würzen“, das einige wirklich originelle Geschmacks-Anregungen zu bieten hat.

ROTE-BETEN-SALAT MIT MERRETTICHDRESSING
Quelle: Bettina Matthaei: Würzen (GU)
für 4 Personen
Zutaten:
500 g Rote Beten (vorgekocht)
4 EL Zitronensaft
1 EL Zucker
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
400 g griechischer Joghurt (10% Fett)
3 EL geriebener Meerrettich (Glas)
2 EL Ahornsirup
1-2 EL Dijon-Senf
1 Kästchen Kresse
Zubereitung:
Die Roten Beten in kleine Würfel oder Stifte schneiden. Zitronensaft mit Zucker, Salz und Pfeffer mischen, die Roten Beten darin mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Joghurt mit Meerrettich, Ahornsirup und Senf mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Über die Roten Beten löffeln, nur leicht untermischen. Kresse kalt abbrausen, abschneiden und darüber streuen.

Sarah Wilsons geraspelter Salat (Great Grated Salad)

Mr. B und ich starten morgen einen kleinen Roadtrip, um Freunde und Familie in meiner Heimat (Hamburg) und anderswo zu besuchen. Mit der richtigen Begleitung (Check!), guter Musik (Check!) und dem richtigen Proviant machen lange Fahrten doch richtig Spaß. Was den Proviant betrifft: Die Stullen werden erst morgen geschmiert, aber ich habe schon mal ein bisschen vorgebastelt: Eier gekocht, Karotten geschält, Studentenfutter gemixt – und diesen tollen Salat hergestellt. Er stammt aus Sarah Wilsons zweitem Zuckerfrei-Kochbuch I Quit Sugar For Life und lässt sich wunderbar transportieren – und variieren. Ich habe zum Beispiel statt des Blumenkohls aus dem Basisrezept diesmal 450 g Weißkohl genommen. Das einzige, was nicht reinsollte, ist Salat. Also Salatblätter, die schnell welken könnten. Hier das Grundrezept für 4 Portionen:

BASIC GREAT GRATED SALAD
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar For Life
For 4 Portionen
Zutaten:
2 Karotten (alternativ auch gut: Kürbis)
2 kleine Zucchinis
1 Tasse Blumenkohlröschen oder 1 Steckrübe (oder Rotkohl, Weißkohl, Radieschen, Sellerie oder was auch immer man halt gerade so da hat. Bei mir diesmal 450 g Weißkohl)
4 Frühlingszwiebeln oder 1 rote Zwiebel, fein gehackt
1/2 Tasse Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, nach Belieben leicht angeröstet
Zubereitung:
Die Karotten, Zucchinis und Blumenkohl (bzw. Alternativgemüse) auf einer Reibe raspeln (oder durch die Küchenmaschine schicken). Die Zwiebelwürfel unterheben und das Ganze auf vier große, breite Glasbehälter verteilen (oder Tupperschalen). Zum Servieren den Salat mit Dressing (siehe unten) beträufeln und die Kerne darüberstreuen.
Tipps: Sarah Wilson isst den Salat auch gerne warm: In der Mikrowelle erhitzen und nach Belieben noch ein Ei darüber geben. Salatreste verwandelt sie mit etwas Chiasamen oder Pfeilwurzelmehl (Marantastärke) – um die Flüssigkeit aufzusaugen – und ein oder zwei Eiern in kleine Gemüse-Patties zum Anbraten.

VINAIGRETTE
Dressing in a Jar
Zutaten:
1/4 cup Apfelessig
1/2 cup Olivenöl
1/2 TL Reissirup
frisch gemahlener Pfeffer, Salz
Zubereitung:
Alle Zutaten in ein Glas mit Schraubdeckel geben, gut verschließen und kräftig schütteln. Wer mag, pimpt nach Belieben mit Senf, frischen Kräutern, Zitronensaft statt Apfelessig etc.

Vermischt sieht der Salat übrigens so aus:
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Meatfree Monday: Blumenkohl-Paprika-Suppe

Die vielleicht leckerste Blumenkohlsuppe der Welt ist eigentlich nicht zu toppen und wird bei uns immer noch regelmäßig gekocht – aber ich habe es trotzdem mal gewagt, eine neue Variante zu probieren. Die hier enthält außer Blumenkohl auch noch Paprika und ist dickflüssig, sämig und sehr lecker. Überhaupt, Suppen: Sind die nicht wie kulinarische Streicheleinheiten? Ein Topf voll Glück? Oder geht da etwa die Frauenzeitschriften-Poesie mit mir durch…? Wie dem auch sei, in die Jahreszeit (hier in München gerade Pseudo-Winter: mal kalt, mal mild, von Schneegestöber bis Orkanböen ist alles dabei) passt sie perfekt, finde ich.

BLUMENKOHL-PAPRIKA-SUPPE
Red Pepper and Cauliflower Chowder
Quelle: Food52
Für 2-3 Portionen
Zutaten:
1 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 rote Paprika, entkernt und kleingeschnitten
1 Kartoffel, geschält und kleingeschnitten
cups Blumenkohl (ungefähr ein halber großer Kopf), in Röschen
400 ml Gemüsebrühe
200 ml Milch
1 Lorbeerblatt
Salz
1/4 TL Koriander, gemahlen
1/4 TL Kreuzkümmel
Zum Servieren:
Frisch geriebener Parmesan
frischer Pfeffer
Zubereitung:
In einem Topf das Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Knoblauch und Paprika hinzugeben und braten, bis die Paprika weich wird, etwa 8 bis 10 Minuten. Kartoffel, Blumenkohl, Brühe und Gewürze hinzugeben. Aufkochen lassen und dann bei kleiner Hitze köcheln lassen, etwa 10 bis 15 Minuten, bis die Kartoffel- und Blumenkohlstücke weich sind. Gelegentlich umrühren. Dann entweder alles mit dem Stabmixer pürieren, oder, wenn man noch ein paar Gemüsestücke zum Beißen drinhaben möchte, diese erst rausnehmen, den Rest pürieren, und wieder hinzufügen. Zum Servieren frischen Parmesan über die Suppe reiben und mit frischem Pfeffer würzen.

 

Kürbis-Tarte

Schwer zu sagen, ob sich der Kürbis nun süß oder herzhaft besser macht. Cynthia Barcomis Pumpkin Pie hat mir sehr gut gefallen – aber auch diese herzhafte Version ist reizvoll. Eigentlich sollte man dafür einen ordentlichen Tarte-Boden selbermachen, aber ich hatte von Weihnachten noch eine Packung Blätterteig übrig, die aufgebraucht werden musste, deswegen habe ich die verwendet. Hier aber das „richtige“ Rezept. Es stammt aus der Kochzeitschrift „meine Familie & ich“, und wird dort bei einem Winter-Brunch aufgetischt. Deswegen auch die Angaben mit „am Vortag“. Wenn man die Tarte gleich essen will, einfach die Backzeit verlängern und testen, ob der Kürbis schon weich ist.

KÜRBIS-TARTE
Quelle: meine Familie & ich 13/2009
Für 1 Tarte-Form (30 cm Durchmesser)
Zutaten:
150 g Mehl
75 g Butterschmalz
Salz
25 ml Milch
500 g Hokkaido-Kürbis
Fett für die Form
200 g Schmand
100 g Crème fraîche
3 Eier
Salz, Pfeffer
geriebene Muskatnuss
5 Zweige Thymian
Zubereitung:
Am Vortag: Mehl mit Schmalz, 1 Prise Salz und der Milch verkneten. In Folie gewickelt 30 Minuten kalt stellen. Kürbis waschen, vierteln, entkernen (evtl. schälen), in dünne Scheiben teilen. Backofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) heizen. Teig ausrollen, Boden und Rand der gefetteten Form damit auslegen. Kürbis auf dem Tarte-Boden verteilen. Schwand mit Crème fraîche und Eiern verrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Über die Tarte verteilen. Im Ofen 40 Minuten backen. (Eventuell nach 20 Minuten abdecken, damit der Teig, v.a. Blätterteig, nicht zu dunkel wird). Zum Servieren: Kürbis-Tarte im Ofen bei 100 Grad 15 Minuten aufbacken. Thymianblättchen abzupfen, darüber streuen.

Tapas Party, Part 3: Vegetarisches

Der dritte und letzte Teil meiner Tapas-Party-Rezepte: Alles ohne Fleisch, und alles ganz simpel. Das einzig (vielleicht) etwas knifflige ist die Kartoffel-Tortilla, aber die ist einfach so lecker, das lohnt sich. Ich habe aus diesem Rezept gelernt, warum meine selbst gemachte Kartoffel-Tortilla bislang immer so fad war – und wie es besser geht. Der Trick ist, die Kartoffeln vorher zu braten (bzw. zu frittieren), dadurch bekommen sie mehr Biss und Geschmack. Ich hatte immer bereits gekochte Pellkartoffeln verwendet. Diesmal auch, weil ich das Rezept nicht gründlich gelesen hatte – aber zumindest habe ich sie angebraten, und das zahlte sich aus. Das Grundrezept der Tortilla kann man natürlich beliebig variieren, je nachdem, was man noch gerade so an Resten hat, die man loswerden möchte (Paprika, Erbsen  oder Pilze machen sich gut).
Das bunte Gemüse (links im Bild) ist keine echt spanische Tapas-Angelegenheit, aber ich wollte noch ein bisschen mehr Gemüse auf den Tisch bringen, und außerdem gibt es diese Mischung aus dem Ofen bei uns in letzter Zeit ständig. Die die kleinen grünen Bratpaprikas daneben übrigens auch, sehr lecker.

KARTOFFEL-TORTILLA
Tortilla de Patatas
Quelle: Margit Proebst: Spanien. Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
Zutaten:
800 g überwiegend festkochende Kartoffeln
2-3 Frühlingszwiebeln (oder normale Zwiebel)
1 Knoblauchzehe (nach Belieben)
8 Eier
Salz, Cayennepfeffer
Außerdem:
neutrales Pflanzenöl zum Braten
Zubereitung:
Die Kartoffeln schälen und in Pommes-frites-Form oder in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, waschen und mit dem zarten Grün in schräge Ringe schneiden. Nach Belieben den Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Pfanne (etwa 28 cm Durchmesser) mit hohem Rand 3 cm hoch Öl erhitzen (Anmerkung: Ich habe nur wenig Öl genommen, weil meine Kartoffeln bereits vorgekocht waren.) Es ist heiß genug, wenn an einem Holzlöffelstiel, den man hineinhält, Bläschen aufsteigen. Die Kartoffeln mit einem Küchentuch abreiben und ins heiße Öl geben. Bei mittlerer Hitze in 7-8 Minuten unter gelegentlichem Wenden braten. Inzwischen die Eier in einer großen Schüssel leicht verquirlen, aber nicht schaumig schlagen, und mit je 1 kräftigen Prise Salz und Cayennepfeffer würzen. Die Frühlingszwiebeln und nach Belieben den Knoblauch zu den Kartoffeln geben und 2 Minuten mitbraten. Die Kartoffeln durch ein Sieb gießen, dabei das Öl auffangen (es kann wiederverwendet werden), gut abtropfen lassen und salzen. 2 EL von dem aufgefangenen Öl in der Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln unter die verquirlten Eier mischen, die Masse in das heiße Öl gießen und darin bei starker Hitze 2 Minuten anbraten. Die Temperatur reduzieren und die Tortilla zugedeckt bei schwacher bis mittlerer Hitze 6 Minuten stocken lassen. Die Tortilla wenden (Anmerkung: Erst, wenn die Oberfläche nicht mehr flüssig ist.), indem man einen Deckel oder einen großen Teller auf die Pfanne legt und diese dann umdreht. Dann die umgedrehte Tortilla wieder in die Pfanne gleiten lassen und auf der anderen Seite in etwa 6 Minuten fertig braten. Mit sanftem Fingerdruck auf die Mitte prüfen, ob die Tortilla fertig ist: Wenn sie nicht mehr nachgibt, sondern sich fest anfühlt, ist sie fertig. Auf eine Platte stürzen und warm oder kalt servieren. Tipp: Wer mag, schneidet sie zum Servieren in kleine Stücke und spießt Zahnstocher hinein.

OFEN-GEMÜSE
Frau Lehmann
Für 2 Personen als Hauptmahlzeit, oder für 4-6 bei einer (Tapas-)Party
Zutaten:
Gemüse nach Belieben, z.B.
1 Zwiebel
1 Paprika
250 g Champignons
1/2 Hokkaido-Kürbis
1-2 Zucchini
Öl
Salz, Pfeffer
Pul Biber (oder eine andere scharfe Gewürzmischung)
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Das Gemüse waschen und/oder schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Mit Olivenöl beträufeln – und das nach Belieben gern auch mit den Händen „einmassieren“. Salzen, pfeffern und mit Pul Biber würzen. In den Ofen schieben und ca. 20 Minuten garen.

BRATPAPRIKA
Pimientos de Padrón
Für 2-6 Personen als kleiner Snack
Zutaten:
250 g Bratpaprika (die kleinen grünen Dinger)
Öl zum Braten
Grobkörniges Meersalz
Zubereitung: 
Die Paprikas waschen, trockentupfen. Öl in einer Pfanne erhitzen, die Paprikas darin scharf anbraten, bis sie leicht bräunen und weicher werden. Herausnehmen, mit Meersalz bestreuen und servieren.

Schummel-Quiche

Normalerweise gehört sich so eine Quiche ja mit einem ordentlichen selbstgemachten Mürbeteig. Aber da vom Wochenend-Brunch noch ein fertiger Blätterteig übrig war, habe ich kurzerhand den verwendet. Jede Menge Eier musste ich auch noch „loswerden“ – also die perfekte Kombi. Ein leckeres, stressfreies Feierabend-Essen. Dafür liebe ich Gerichte aus dem Ofen: Man schiebt sie rein, räumt dann gemütlich die Küche auf, legt sich vielleicht noch mit der Zeitung auf die Couch, und wenn man dann schön entspannt ist, ist auch das Essen fertig. Damit ist diese Schummel-Quiche quasi so etwas wie eine Entspannungstechnik. Sorry für das verwaschene Bild, da die Batterie der „richtigen“ Kamera leer war, musste das iPhone herhalten, das im Dämmerlicht dem leckeren Essen leider nicht gerecht wurde.

GEMÜSE-QUICHE
Frau Lehmann
Für 3-4 Personen
Zutaten:
1 Packung Blätterteig
1 Zwiebel
1 große oder 2 kleine Zucchini(s)
3 Karotten
Öl
Salz, Pfeffer
4 Eier
1 Becher Schmand/Saure Sahne
Gewürze/Kräuter
nach Belieben: Speckwürfel
Zubereitung:
Eine Backform einfetten, den Blätterteig ausrollen und hineinlegen. Überstehende Teile abschneiden und so anlegen, dass schließlich ringsum ein einigermaßen gleichmäßiger Rand entsteht. Zwiebel kleinschneiden, Zucchini und Karotten hobeln – oder alles in der Küchenmaschine zerkleinern. Das Gemüse in einer Pfanne anschwitzen und etwas zusammenfallen lassen (5-10 Minuten), salzen und pfeffern. Eier in einer Schüssel verquirlen, dann den Schmand unterrühren, mit Salz, Pfeffer und z.B. Kräutern der Provence würzen (sehr fein auch frischer Thymian, wenn man ihn bekommen kann). Eier-Schmand-Mix und Gemüse mischen (evtl. noch Speckwürfel dazu geben, wenn man mag), dann auf den Blätterteig geben und den Rand darüber biegen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 35-40 Minuten backen.

 

Blumenkohl-Kichererbsen-Salat

Bei Blumenkohl denke ich leider immer noch oft an faden Kantinen-Food – in Hollandaise oder Béchamel ertränkt, mit Schinken belegt und fett mit Käse überbacken. Das liegt einem dann schwer wie ein Medizinball im Magen, uäh. Aber spätestens seit der Entdeckung der vielleicht leckersten Blumenkohlsuppe der Welt weiß ich, dass er auch anders kann, der Blumenkohl. Und dann waren da ja auch noch die leckeren Quinoa-Blumenkohl-Bratlinge von Green Kitchen Stories. Darum habe ich zugegriffen, als ich neulich mal wieder einen Blumenkohl beim Gemüsemann sah. Einen Salat wollte ich diesmal damit machen, hatte auch schon ein Rezept im Internet herausgesucht – und mir dann dummerweise den Link nicht gespeichert. Dann habe ich aber schnell ein anderes Rezept gefunden, bei Martha Stewart. Sehr lecker (und dekorativ), wie ich finde: viele verschiedene Aromen und Texturen, die miteinander harmonieren. Der Blumenkohl bleibt roh, und so ist das Ganze auch relativ schnell gemacht, ein schönes Feierabendessen.

BLUMENKOHL-KICHERERBSEN-SALAT
für 2-4 Portionen
Chickpea and Cauliflower Salad
Quelle: Martha Stewart
Zutaten:
1 Dose Kichererbsen, abgespült und abgetropft
3 TL Kapern
6 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
2 EL Rotweinessig (Zitronensaft würde bestimmt auch gut passen)
1/2 Kopf Blumenkohl, in mundgerechte Stücke zerteilt
70 g Mandeln, gehackt und geröstet (zum Rösten war ich zu faul, war auch ohne diesen Schritt lecker)
50 g Rosinen (gelbe, wenn möglich)
1/2 Bund glatte Petersilie, gehackt
Zubereitung:
Die Kichererbsen mit 1 EL Öl und den Kapern vermischen, salzen und pfeffern. Bei 200 Grad im Ofen ca. 20 Minuten goldbraun rösten. 5 EL Olivenöl und den Rotweinessig mit Salz und Pfeffer zu einem Dressing verrühren. Alle Zutaten in einer großen Schüssel mit dem Dressing vermischen, noch einmal abschmecken.