Geguckt, geklickt, gelesen: Food-Edition

Eine der ganz großen kleinen Freuden, wenn man Freiberufler ist: An einem x-beliebigen Wochentag nachmittags ins Kino gehen. Gestern endlich mal wieder gemacht. Und dabei den beklemmend guten Film Stereo gesehen. Ich bin normalerweise kein Thriller-Fan, aber dieser hat mich wirklich gefesselt. Anfangs habe ich mich etwas daran gestört, dass man ausgerechnet einen so berühmten Schauspieler wie Moritz Bleibtreu für die Rolle von Jochen Vogels unheimlichem, unsichtbarem Verfolger auswählen musste, aber am Ende hat mich die düstere Story wirklich gefesselt. Sehenswert, aber nichts für schwache Nerven, denn der Streifen ist stellenweise sehr brutal. Ich gebe zu, ich musste mir hin und wieder die Augen zuhalten…
So, das passte als Einleitung meiner GGG-Food-Edition jetzt eigentlich nicht, aber nunja. Der Rest dieses Eintrags dreht sich jetzt wirklich nur noch ums Essen – versprochen!

  • Sehr glücklich gemacht hat mich diese Woche auch der Trailer des Films The Hundred-Foot Journey, für Deutschland mit dem Titel „Madame Mallory und der Duft von Curry“ angekündigt. Die Story: In einem kleinen Ort in Südfrankreich führt Madame Mallory (Helen Mirren) ein renommiertes Sternerestaurant. Als eine indische Familie das leerstehende Haus gegenüber erwirbt und dort mit viel Lebensfreude und Curry-Duft ein indisches Restaurant eröffnet, ist sie zunächst empört. Muss dann aber feststellen, dass Hassan, der Sohn ihres Gegners, ein echtes Koch-Talent ist. Helen Mirren spricht die schnippische Gastronomin mit französischem Akzent (und zwar ziemlich gut), sehr nett. Der Trailer erinnerte mich irgendwie an die Fröhlichkeit und Fabenfreude von Best Exotic Marigold Hotel, den ich sehr gemocht habe. Freue mich drauf! Angekündigter Starttermin ist der 21. August.
  • Und noch ein Koch-Film: Chef heißt er, und den Koch spielt Jon Favreau (spielte zum Beispiel in der Pärchen-Komödie All Inclusive den Ehemann von Kristin Davis), der auch selbst Regie führte (und schon öfter Drehbücher geschrieben hat). Vom Highend-Restaurant zum Taco-Truck, das ist die Geschichte. Mit dabei sind auch Sofia Vergara und Scarlett Johansson. Der Trailer macht Lust auf mehr, aber bislang gibt es für Deutschland noch keinen Starttermin. Hier die Facebook-Seite zum Film, und hier der Trailer.
  • Der Instagram-Account youdidnoteatthat macht sich über hübsche, schlanke Menschen (meistens Models oder Mode-Bloggerinnen) lustig, die garantiert nicht all die Donuts, Macarons und Eiscremes gegessen haben, die sie immerzu posten… Sehr witzig! Bei The Cut hat der/die mysteriöse Initiator des Accounts ein Interview dazu gegeben.
  • Dem komplizierten Verhältnis von Frauen zum Essen widmet sich auch die Fotografin Lee Price. In ihren Bildern zeigt sie Frauen, die sich ganz privat, selbstvergessen, fast andächtig dem Verzehr von Süßigkeiten und Fastfood widmen. Chips auf der Toilette, Pfannkuchen in der Badewanne oder eine McDonald’s-Session im Bett: Die Künstlerin porträtiert diese Momente (oft sich selbst) in wunderschönen, nachdenklich-machenden Bildern, in denen man von oben auf das Geschehen blickt. Gefunden bei der Huffington Post.
  • Foodies, die einen Trip nach Washington, D.C. planen, sollten sich diesen Artikel merken: 40 dishes every Washingtonian must try in 2014 empfehlen Leser und Redakteure der Washington Post die Spezialitäten ihrer Lieblingsrestaurants. Zum Beispiel den Salmon BLT bei Neopol, den Burger Americain bei Le Diplomate oder den Creme brulee doughnut von Astro Doughnuts & Fried Chicken oder The Doissant, eine Kreuzung aus Croissant und Croissant und damit wohl ein Nachfolger des berühmten „Cronut“. Das Doissant gibt es bei Chocolate Crust. Beim Durchklicken der Fotostrecke bekam ich Hunger und Fernweh. Meine ehemaligen Gasteltern wohnen in D.C., ich würde zu gern bald mal wieder dorthin.

So, jetzt gehe ich aber erstmal hierhin: Zur Vernissage Bilder Bier Butterbrot, organisiert von der Werbeagentur Hello. Ich bin gespannt. Der Titel dieser Veranstaltungsreihe klingt auf jeden Fall schon mal vielversprechend.

 

Song of the Day: Ages and Ages: Divisionary (Do the Right Thing)

Motiv: Aufgenommen (anschließend gegessen) im Restaurant Zuiderterras in Antwerpen

Fernweh-Freitag: Bücher, Berge & Botanik

Was macht der Lieblingsbruder, wenn er aus Hamburg zu Besuch nach München kommt? Bringt Franzbrötchen mit. Best Bruder ever! So konnte ich heute morgen mein Lieblingsgebäck vernaschen, das zwar Brötchen heißt, aber eigentlich eine Süßigkeit ist. Was für ein Start in den Tag: Hefeteig, Zucker, Zimt, und Butter, Butter, Butter. In den besten Franzbrötchen der Stadt, denen von Bäckerei Daube, ist, glaube ich, auch noch Marzipan drin – pure Dekadenz!
Zum Thema Franzbrötchen Familie gehört auch dieses Bild. Es ist eines der alten Dias, die mein Großvater gemacht hat, als er mit seiner Familie 1957/58 als Austausch-Professor für ein Jahr an der Southern Illinois University in den USA war. Hier zu sehen: mein kleiner Papa vor einem großen Kaktus. Weil mein Großvater jedes Dia penibel beschriftet hat, weiß ich, dass das in Texas war. Östlich der Guadalupe Mountains, auf der McComb-Ranch, um genau zu sein. Vielleicht sind diese Dias daran schuld, dass ich mit dem Reisevirus infiziert bin, auf jeden Fall aber mein Großvater, der als Paläontologe auf seinen Recherchereisen für Fossilien-Ausgrabungen fast jeden Kontinent bereist hat.

  • Apropos Fernweh: Für Mitte November habe ich jetzt einen Yoga-Urlaub in Marokko gebucht. Ich freue mich so! Und im Februar, finden Mr. B und ich, müssten wir eigentlich unbedingt mal wieder nach Kapstadt, in seine Heimatstadt. Warum man den Winter in Cape Town verbringen sollte? Die Travelettes haben dafür gleich 30 gute Gründe gefunden.
  • Gegen Reisefieber geholfen hat ganz sicher nicht der gestrige Abend mit Meike Winnemuth, die – auf ihrer Lesereise mittlerweile in München angekommen – aus ihrem Buch Das große Los vorgelesen und dazu erzählt hat. Meike Winnemuth? Ja, die Journalistin (sie war auch mal meine Chefin), die bei Günther Jauch 500000 Euro gewann und dann beschloss, ein Jahr lang in zwölf verschiedenen Städten rund um den Globus zu leben. Was sie auch getan hat. Davon handelt ihr Buch (von dem ich hier auch schon geschwärmt habe) und ihr Blog, den sie währenddessen führte. Die Lesung war rappelvoll und (bis auf anfängliche Mikrofon-Probleme) sehr unterhaltsam. Die wichtigste Botschaft des Abends: Please walk on the grass. So steht es auf einem Schild im Botanischen Garten in Sydney, und Meike bittet darum, diese Botschaft ernst zu nehmen und auch metaphorisch zu verstehen. Will heißen: sich mehr zu erlauben, mehr zu trauen, mehr zu wagen. „Es ist viel mehr möglich, als man denkt“, sagt sie. Und: „Please walk on the grass. Es werden wunderbare Dinge passieren, wenn Sie es tun.“ Für 2014 plant sie übrigens ein neues Projekt: 12 Monate in 12 deutschen Städtchen.
  • Eine super Kombi, Reisen und Schreiben. Wer das in den USA tun will: Flavorwire empfiehlt Great American Cities for Writers, alles außer New York: Chicago, Illinois, ist dabei, aber auch Bellingham, Washington und Saint Paul, Minnesota. Und einmal musste ich auch wehmütig seufzen, weil hier nämlich auch das schöne Städtchen Asheville in North Carolina empfohlen wird, in dem meine amerikanische Gastschwester Melissa wohnt. Flavorwire empfiehlt dort das Buchladen-Café Malaprop’s. Den Tipp kann ich nur unterschreiben. Dort kann man nicht nur bestens sitzen, lesen, schreiben, Kaffee trinken, sondern auch tolle Mitbringsel erstehen. Mein geliebter Magnet Yay! Dreams! stammt von dort. Und ein Shirt mit der Aufschrift Eat. Sleep. Read. Muss ich noch mehr sagen? Wenn ihr mal in der Nähe seid – unbedingt hin!
  • North Carolina zählt ja zu den Südstaaten, und wer mal da war, hatte sicherlich die ein oder andere Begegnung mit Fried Chicken. Aber dieses kulinarische Kuriosum gibt es nicht nur dort. Die Fried Chicken Road Map verrät, wo man für den fetten Snack am besten anhalten sollte.
  • Stefanie vom Gipfelglück Blog hat die (auf ihrer Seite) 10 beliebtesten Bergtouren in den Alpen zusammengestellt. Schnell noch mal in die Berge, bevor der Winter kommt!
  • Für mich nicht fern, aber vielleicht für euch: München. Irma’s World macht Lust, das neue Occam Deli in Schwabing zu testen und Harper’s Bazaar empfiehlt einen München-Cityguide für Frauen.
  • Was man beim Reisen so alles lernt: Life Lessons vom Thought Catalogue.
  • Heimdeko-Guru Martha Stewart sorgt gerade in der Blogosphäre für Aufruhr, weil sie sich in einem Interview mit Bloomberg TV recht abfällig über (Food-)Blogger geäußert hat. Zitat Martha Stewart: „Who are these bloggers? They are not editors at Vogue. … They are not experts.“ Der Amateur Gourmet hat dazu eine kluge Replik geschrieben: Whatever, Martha. Holly Becker von Decor8 argumentiert, dass man die Kritik als Ansporn nehmen sollte, noch besser zu werden und selbstbewusst zu sagen, wer man ist und wofür man steht: Who are these bloggers?
  • Apropos Meinungsverschiedenheiten: Anne vom wunderbaren Reiseblog Prêt à voyager beschreibt ein originelles Fastfood-Restaurant in Pittsburgh: Bei Conflict Kitchen gibt es Gerichte aus Ländern, mit denen die USA gerade Zwist haben – und dazu Broschüren mit Infos zu den jeweiligen Ländern. Gerade im Angebot: Iranisches Essen.
  • Zum Schluss noch etwas Versöhnliches: Schöne Landschaftsaufnahmen zum Ersten: Die Zeit zeigt schöne Island-Luftbilder aus dem Blog Iceland for 91 days. Und zum Zweiten: hier die Aufnahmen zum Wildlife Photographer of the Year. Atemberaubend!