Sonntagsbäckerei: So eine Art Bananenbrot

Huch! Da wurde aus einer kurzen Sommerpause doch tatsächlich eine fast dreimonatige Auszeit. Viel Arbeit und ein wenig Ratlosigkeit, was ich hier eigentlich mache, was ich eigentlich will mit diesem Blog, waren wohl die Gründe dafür. So ganz weiß ich immer noch nicht, wie „Frau Lehmann“ in Zukunft aussehen soll, aber irgendwie will ich doch, dass es weitergeht. Außerdem schrieb mir eine Leserin, dass ich vermisst werde. Das tat gut.
Aber bevor dieser Post gar nicht fertig wird, weil ich ihn immer wieder umschreibe und lösche, halte ich ihn lieber kurz und komme endlich zum Rezept, das den heutigen Aufmacher bildet: Ein Rezept aus dem sehr schönen und umfangreichen I Quit Sugar. Simplicious von Sarah Wilson, das ich Anfang des Jahres aus dem Urlaub in Australien mitgebracht hatte. Mal wieder ein Bananenbrot (hier und hier habe ich bereits welches gemacht), diesmal ein zuckerfreies. Wir hatten mal wieder zwei schrumpelige Bananen übrig, die ich nicht wegwerfen wollte, und genau so viele braucht man für dieses Rezept. Außerdem mit drin: Pastinaken. Ein schönes Wintergemüse, das ich viel zu selten esse. Den Rest gab’s anschließend als Püree.
Und das Bananenbrot? Lecker, bananig, wenig süß, aber ein bisschen feucht, auch nach verlängerter Backzeit. Vielleicht hilft es, während des Backens mit einem Spieß ein paar Löcher hineinzustechen, damit die Flüssigkeit entweichen kann. Das würde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Aber wenn man es scheibenweise auftoastet, geht es auch so.

EINE ART BANANENBROT
Not quite banana bread 
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar. Simplicious
Zutaten:
2 große, sehr reife Bananen
150 g geraspelte Pastinaken
4 Eier
75 g Kokosnussöl
3 EL Kokosmilch
1 1/2 TL Zimt, gemahlen
1/2 TL Ingwer, gemahlen
1/2 TL Muskat, gemahlen
1/2 TL Piment, gemahlen
1/2 TL Vanille, gemahlen (gibt’s z.B. im Bioladen)
3 TL Chia-Samen, eingerührt in 250 ml Wasser, 10 Minuten stehenlassen
55 g Kokosmehl (ich habe Kokosraspel genommen)
4 EL Buchweizen- oder Quinoa-Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine kleine Kastenform einfetten und mit Backpapier auslegen. (Sarah Wilson verwendet eine 23 x 13 cm große, meine ist nur 21 x 13 cm, daher habe ich noch zwei kleine Muffins extra gemacht. Beim nächsten Mal würde ich aber evtl. die nächstgrößere, 30 x 13 cm nehmen, so dass das Brot nicht ganz so hoch ist aber vielleicht besser durchbackt.)
Die Bananen, Pastinaken-Raspel, Eier, Kokosöl, Kokosmilch und Gewürze in einer Küchenmaschine zu einer weichen Masse pürieren. Anschließend die Chia-Pampe hinzufügen und kurz untermixen. Dann alles in eine Schüssel umfüllen und schnell Mehl, Backpulver und Salz unterheben. In die Kastenform geben und 1 Stunde backen. Evtl. nach 45 Minuten mit Backpapier abdecken, falls das Bananenbrot zu schnell braun wird. Mit einem Holzspieß kontrollieren, ob es durch ist. (Wie gesagt, ich würde evtl. zwischen durch das Brot anpieksen, damit die Flüssigkeit entweichen kann). Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.
Im Kühlschrank aufbewahren oder scheibenweise einfrieren.
Anmerkung: Wer mag, dekoriert das Brot vor dem Backen mit Pastinakenscheiben. Sarah Wilson nimmt außerdem „Activated Groaties“ zum Verzieren, also Buchweizen-Körner, über Nacht eingeweicht und anschließend im Ofen bei 50 Grad ca. 8 Stunden getrocknet.

 

Goodbye Zucker

Auch wenn ich selbst kein komplett zuckerfreies Leben führe: Ich mag die „I Quit Sugar“-Bücher der Australierin Sarah Wilson und koche immer mal wieder etwas daraus. „I Quit Sugar“ und „I Quit Sugar for Life“ sind keine normalen Kochbücher, sondern vielmehr Wegweiser zu einem zuckerfreien Leben, wie es auch Sarah Wilson führt. Und auch wenn ich selbst noch nicht ganz „ohne“ kann, gefällt mir doch die Herangehensweise der Australierin: Die ehemalige Cosmopolitan-Chefredakteurin, TV-Moderatorin und Gastrokritikerin ist informiert, positiv und engagiert. Zum Beispiel setzt sie sich für gesundes Essen in Australiens Schulkantinen ein. Und vor allem betont sie immer wieder, wie wichtig und hilfreich es ist, möglichst oft selbst zu kochen: JERF heißt bei ihr das Schlagwort, das steht für „Just Eat Real Food“. Yes! Insofern freut es mich natürlich sehr, dass Sarah Wilson mit ihrer Mission nun endlich auch nach Deutschland kommt: Heute erscheint ihr erstes Buch auf deutsch. Unter dem Titel „Goodbye Zucker“ kommt es im Goldmann Verlag heraus. Zur Feier des Tages findet ihr hier ein paar Rezepte von Sarah Wilson, die ich hier auf dem Blog schon ausprobiert habe:
Das „I Quit Sugar“-Müsli
Geraspelter Salat
Selbstgemachte Schokolade
Zucchini-Brownies

Sarah Wilsons Zucchini-Brownies: ohne Mehl und (fast) ohne Zucker

Nach den dekadenten, garantiert nicht zuckerfreien Brownies von Donna Hay neulich hatte ich mir ja vorgenommen, mal etwas gesündere Brownies zu backen. Dieses Rezept von I Quit Sugar-Autorin Sarah Wilson stand dabei auch auf meiner Liste: Nicht komplett zuckerfrei (die Schokolade, die in den Teig kommt, ist gekauft und enthält etwas Zucker), dafür ohne Mehl. Gehaltvoll sind sie trotzdem, weil jede Menge Nussmus drin ist. Aber so lecker! Die Brownies sind wunderbar saftig, auch ein, zwei Tage später noch. Und dass Gemüse (in Form von geraspelten Zucchinis) drin ist, schmeckt man überhaupt nicht. Ich habe noch zwei Esslöffel Kakaopulver hinzugefügt, um den Teig etwas dunkler und Brownie-mäßiger zu machen. Ein voller Erfolg. Die gibt’s jetzt öfter!

ZUCCHINI BROWNIES
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar For Life
für 16 Stück
Zutaten:
Kokosnussöl, Butter oder Ghee zum Einfetten der Form
1 große oder 1 1/2 kleine Zucchini
1 cup (ca. 200 g) Mandelmus (oder zuckerfreie Erdnussbutter oder anderes Nussmus, gerne mit Crunch)
1 Eier
1/2 TL Vanilleextrakt
1/4 cup Reissirup
1 TL Zimt
1/4 TL Muskat
1 TL Natron
100 g dunkle Schokolade (85% Kakao), grob gehackt
2 EL Kakaopulver (zuckerfrei)
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und eine quadratische 23 cm-Backform einfetten. Die Zucchni(s) in eine Schüssel raspeln (oder durch die Küchenmaschine jagen), dann die restlichen Zutaten dazugeben und gut verrühren. In die Backform füllen und ca. 35 Minuten backen (oder bis die Garprobe mit einem Holzspieß zeigt, dass der Teig nicht mehr flüssig ist). In der Form abkühlen lassen, dann in 16 Stücke schneiden.
Anmerkung: Ich hatte diesmal nicht mehr genug Mandelmus, habe daher mit ein paar Pinienkernen aufgefüllt, um auf die 200 g zu kommen – sehr lecker! Walnussstückchen würden sich bestimmt auch gut darin machen. 

Mehr Zuckerfreies bei Frau Lehmann:
*Das „I Quit Sugar“-Müsli
*Vegane Schokolade
*Quinoa-Biskuit-Kuchen

Die Gutes-Gewissen-Schokolade: vegan & zuckerfrei

Seitdem ich dieses Rezept im zweiten Kochbuch von Sarah Wilson entdeckt habe, habe ich eine geradezu kindische Freude daran, meine eigene Schokolade herzustellen. Wenn man die Zutaten mal beisammen hat, ist sie auch wirklich einfach gemacht. Und sie hält bei uns auch nie lange, deswegen ist regelmäßig Nachschub gefragt. Einziges Manko: Da sie bei Temperaturen über ca. 22 Grad schmilzt, kann man sie nicht wirklich irgendwohin mitnehmen. Nunja, dann müssen wir sie wohl weiterhin mit klebrigen Fingern vor dem Kühlschrank essen… Zur Zeit habe ich sie am liebsten mit Tiefkühlbeeren und Kokoschips oder Mandelstiften, aber zukünftig könnte ich sie mir auch mit Rosinen (dann wäre sie auch noch etwas süßer) oder Nüssen sehr gut vorstellen.

GRUNDREZEPT ZUCKERFREIE SCHOKOLADE
Basic Raw Chocolate
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar For Life
Zutaten:
1/2 cup (ca. 70 g) Kakaobutter (ich habe sie hier bestellt)
1/2 cup (ca. 100 g) weiches Kokosöl
1/3 cup (ca. 40 g) Kakaopulver (pur, ohne Zucker)
1-2 EL Reissirup (gibt’s im Reformhaus), alternativ: Stevia
2 Prisen Meersalz
Beeren, Kokoschips oder Mandelstifte nach Belieben
Außerdem:
ca. 20 Pralinen-/Minimuffin-Förmchen oder lebensmittelgeeignete Schokoladenformen (gibt es z.B. hier)
Zubereitung:
Pralinenförmchen bereitstellen. Alternativ: Einen Teller mit Backpapier auslegen. Die Kakaobutter in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze schmelzen, dabei gelegentlich umrühren. Vom Herd nehmen und die restlichen Zutaten unterrühren, bis alles gut vermischt ist. In die Förmchen oder auf den mit Backpapier belegten Teller gießen. Wer mag, gibt noch Extras drauf, z.B. Tiefkühlbeeren, Kokoschips, Mandelstifte oder Rosinen, je nach Geschmack. Im Tiefkühlfach festwerden lassen und auch später dort aufbewahren (die Schokolade schmilzt bei Temperaturen über 22 Grad). Wer die Schokolade auf dem Teller gefrieren hat lassen, bricht zum Servieren einfach grobe Stücke ab.

 

 

Geguckt, geklickt, gelesen

In den letzten Tagen habe ich seit langem mal wieder viel Zeit mit und in der Deutschen Bahn verbracht. Und nein, ich werde jetzt nicht darüber meckern, dass die Ansage „Es werden alle Anschlusszüge erreicht“ eine Lüge ist, wenn man den ICE nach Köln zwar noch „erreicht“, aber nur noch, indem man einen Blick auf seine Rücklichter werfen kann. Nein, diese Scharte hat die nette Dame an der Info gleich wieder ausgewetzt. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich endlich mal wieder sehr viel Zeit zum Lesen hatte – herrlich. Ein paar meiner Highlights:

  • Brigid Schulte: Overwhelmed. Work, Love And Play When No One Has The Time
    Nichts gegen einen guten Roman, aber in letzter Zeit habe ich irgendwie vermehrt Lust auf Bücher, die mich bis vor ein paar Jahren noch null interessiert haben: nämlich Sachbücher. Erlebnisberichte, Memoiren, Ratgeber – die finde ich zunehmend spannender (hier hatte ich schon mal welche vorgestellt). Vor allem, wenn sie nicht nur lehrreich, sondern auch noch gut geschrieben sind. Verschlungen habe ich zum Beispiel das Buch der Amerikanerin Brigid Schulte, Overwhelmed. Work, Love and Play When No One Has The Time. Die Journalistin startet mit ihrem eigenen Gefühl der Überforderung. Statt wirklich Zeit für die Dinge zu haben, die ihr wichtig sind (und für sich selbst), hat sie den Eindruck, ihr Alltag bestünde nur noch aus wertlosen Fetzen „Zeit-Konfetti“. Als ihr dann auch noch ein Zeitforscher erklärt, sie habe doch jede Woche 30 Stunden „Freizeit“, wird sie richtig wütend, denn ihr Leben fühlt sich überhaupt nicht so an. Vor allem, weil sie – wie sie dann im Laufe ihrer Recherche herausfindet – als Mutter sehr viel „unsichtbare“ geistige Arbeit (mental labor) in Bezug auf Kinder und Familie hat. Also z.B. nicht nur die Zeit, die sie damit verbringt, Kinder zu Hobbys oder Arztbesuchen zu chauffieren, sondern überhaupt die geistige Anstrengung, die es erfordert, all diese Termine im Kopf zu haben und zu koordinieren. Sie bearbeitet das Thema gründlich von allen möglichen Seiten, erklärt z.B. auch die historischen und politischen Hintergründe der Entwicklung hin zur Überforderung. In den USA, wo Arbeitnehmer ja sehr viel weniger Urlaubstage haben als wir in Europa (und von diesen auch noch viele einfach verfallen lassen) und Kinderbetreuung staatlich sehr viel schlechter (bis gar nicht) organisiert ist, hat das Problem noch ganz andere Dimensionen, aber die Ergebnisse, zu denen Schulte kommt, sind auch auf dieser Seite des Atlantiks spannend und lehrreich. Zum Beispiel, weil sie anregt, sich mal wieder Gedanken über die eigenen Prioritäten zu machen (womit will ich wirklich meine Zeit verbringen?). Dabei musste ich an den schönen Satz aus Gretchen Rubins Happiness Project denken: What you do every day matters more than what you do once in a while. Weiterer Denkanstoß: Sich in Partnerschaften dem Ideal der Gleichberechtigung wirklich mehr anzunähern, wenn es um Haushalt & Co. geht, auch wenn das viele und vielleicht mühsame Diskussionen erfordert. Wer mehr erfahren will: Bei goop gibt es ein längeres Interview mit Brigid Schulte (unterbrochen von anderen Beiträgen, nicht wundern) unter der Überschrift „Ending the Mommy Wars“.
  • Eve O. Schaub: Year of No Sugar
    Zuckerfrei gebacken habe ich ja schon hier und da, aber das Experiment von Eve O. Schaub geht noch sehr viel weiter: Sie hat mitsamt ihrer Familie (Ehemann und zwei Töchter) ein Jahr lang zuckerfrei gelebt – und dabei nicht nur festgestellt, in wievielen Produkten (Brot, Mayonnaise, Balsamico-Essig) unerwartet Zucker enthalten ist, sondern auch, wie sich der Geschmack verändert, wenn man längere Zeit darauf verzichtet. Und wie viel Aufwand das bedeutet (Brot backen, Tomatensoße selbst kochen etc.). Außerdem fiel ihr natürlich vermehrt auf, wie sehr Feiertage (Ostern, Weihnachten, Halloween) um den Konsum von Zucker kreisen. Um nicht völlig zu Außenseiter zu werden beziehungsweise um besser durchzuhalten, hatte Schaub übrigens mit ihrer Familie vereinbart, dass es jeden Monat einen Nachtisch oder Kuchen mit Zucker geben sollte, den abwechselnd eines der Familienmitglieder aussuchen durfte. Am Ende des Jahres waren sie dann teilweise schon gar nicht mehr in der Lage, das ganz aufzuessen, weil ihnen die Süßigkeiten mit der Zeit viel zu süß vorkamen. Nach Abschluss des Experiments lebt die Familie übrigens (anders als z.B. die Australier Sarah Wilson oder David Gillespie) nicht mehr komplett zuckerfrei, hat aber viele ihrer Gewohnheiten umgestellt und verwendet statt normalem Haushaltszucker für viele Rezepte Dextrose (Traubenzucker), also „gute“ Glucose statt der „bösen“ Fructose. Den Anstoß zu ihrem Experiment gab übrigens das Video Sugar: The Bitter Truth von US-Kinderarzt und Neuroendokrinologe Dr. Robert Lustig, einem vehementen Anti-Zucker-Aktivisten.
  • Caitlin Moran: Moranthology
    Von Caitlin Moran, einer britischen Autorin und Feministin, und ihrem Buch How to be a woman, hatte ich ja schon hier geschwärmt. Ihr zweites, Moranthology, eine Sammlung von Kolumnen, ist bislang nicht auf deutsch erschienen. Und wird es vermutlich auch nicht, weil es phasenweise sehr speziell britisch ist, sich auf britische TV-Serien, Politiker etc. bezieht. Trotzdem fand ich es sehr lesenswert, weil sie immer wieder auf ihre witzige Art aus ihrem Alltag erzählt und weil ihre TV-Kritiken fantastisch geschrieben sind. Im Moment ist sie übrigens gerade mit ihrem neuen Buch, How To Build A Girl, auf Lesereise.
  • Cheryl Strayed: Tiny Beautiful Things
    Jeder, den ich zur Zeit treffe, muss sich mein Schwärmen von diesem wunderbaren Buch anhören. Mann, ist das toll! Cheryl Strayed ist nicht nur die Autorin des Bestsellers Der große Trip. Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst (gerade mit Reese Witherspoon verfilmt), sondern auch die Frau, die unter dem Pseudonym „Sugar“ auf der Kultur-Website The Rumpus.net in der Kolumne Dear Sugar Lebenshilfe erteilt. Das klingt jetzt so banal, dabei sind Strayeds Texte alles andere als das. Sie gibt keine Kummerkasten-Tanten-Tipps, sondern nimmt die Fragen und Sorgen der Menschen, die ihr schreiben, wirklich ernst und packt bei ihren Antworten auch selbst richtig aus, erzählt zum Beispiel von ihrer gescheiterten ersten Ehe, dem Tod ihrer Mutter und anderen prägenden Lebensereignissen, die ihr helfen, das Leiden anderer besser zu verstehen. Das Ganze in einer so wunderbaren Sprache, so authentisch, wahr und wortgewaltig, dass ich beim Lesen ganz oft Tränen in den Augen hatte. Kleine und große Lebensweisheiten und -wahrheiten. Mann, ist das toll!
    BücherCollage
    Meine Mutter wird jetzt bestimmt wieder schimpfen, dass ich wieder nur englische Bücher vorgestellt habe, aber das musste diesmal einfach sein. Sorry, Mama!

 

Sonntagsbäckerei: Ein (fast) zuckerfreier Oster-Kuchen

Süß sieht er aus, oder? Der Eindruck täuscht. Dieser Kuchen ist ein Biest! Er hat mich gestern, als ich ihn gemacht habe, an den Rand der Verzweiflung gebracht. So sehr, dass ich am Schluss geschummelt habe, um ihn fertigzustellen. Aber von Anfang an: Ich wollte schon mal ein bisschen was Österliches ausprobieren, und da kamen mir die Gutes Gewissen-Rezepte aus dem Kochbuch I Quit Sugar For Life von Sarah Wilson gerade recht. Hier habe ich schon mal von ihrem ersten Buch mit zuckerfreien Rezepten erzählt, dies ist quasi die Fortsetzung. Und der Pimp-My-Sponge Easter Cake sah auch wirklich süß aus. Und gar nicht zu kompliziert. Ist er vielleicht auch nicht. Aber, und dies ist Problem Nummer 1: Man muss außer diesem einen Rezept noch zwei weitere Rezepte machen, um alle Zutaten beisammen zu haben. Und das dauert. Problem 2: Ich hasse Stevia! Vielleicht ist es nur die Marke/Version, die ich habe, aber sie schmeckt fürchterlich künstlich und lakritzig (und ich liebe normalerweise Lakritz). Das Biskuit-Stückchen, das ich frisch aus dem Ofen probiert habe, schmeckte auf jeden Fall grauenhaft. Vielleicht stimmte die Menge auch nicht, denn Sarah Wilson verwendet „granulierten“ Stevia, der ist wohl etwas gröber als der feine, den ich habe, so dass die Mengen nicht ganz stimmen. Problem 3: Die Mengen. Ach. Die Umrechnerei. Beziehungsweise habe ich gar nicht umgerechnet, sondern meistens mit den cup-Maßeinheiten gearbeitet. Aber das ist schrecklich umständlich, vor allem, wenn man klebrigen Sirup erst in einen Messbecher hineingießt, um ihn abzumessen, und dann versucht, ihn wieder herauszubekommen. Problem 4: Das „self-raising flour“, also Mehl, das bereits Backpulver enthält, hatte ich natürlich nicht, und habe deswegen vermutlich das Backpulver etwas überdosiert. Die Folge: in der Mitte des Kuchens schob sich eine Art Deckel hoch, den ich dann absäbeln musste (und ergo probieren). Vielleicht lag es aber auch am Backen mit Umluft? Ist das vielleicht bei Biskuit nicht empfehlenswert? Weiß das jemand? Nicht, dass ich das bei meinem Ofen ändern könnte, der ist standardmäßig umluftig – aber es wäre mal interessant zu wissen. Problem 5: Kakaobutter. Wird im Rezept verlangt, ist aber nirgends zu finden. Zumindest nicht in den Geschäften, die ich frequentiere. Außer in der Drogerie, da ist ja in jeder zweiten Bodylotion „echte Kakaobutter“ drin… Im Internet kann man die essbare Kakaobutter – natürlich – bestellen, habe ich jetzt gesehen, aber das war mir a) zu zeitaufwändig und b) zu teuer. Womit wir bei Problem 6 wären: Teuer ist dieser Kuchen auch: Kokosöl, Reissirup – alles sehr viel happiger als normales Öl und böser herkömmlicher Zucker. Problem 7: Die Schokolade will nicht so, wie ich will. Ich weiß nicht, woran es lag, vielleicht an der fehlenden Kakaobutter, die ich dann durch Kokosöl ersetzt habe. Auf jeden Fall wollte meine Schokolade in den Eierschalen keine appetitlich aussehende schokoladige Oberfläche bilden, sondern wurde weiß (wie Kokosöl) und sah ranzig aus. Bäh. Die schöne Schokolade war nur darunter. Was ihr auf dem Foto seht, ist daher auch leider nicht die vegane Schokolade aus dem Rezept, sondern – geschummelt! – geschmolzene Zartbitterschokolade. Und in der Sahne, die die Glasur um und auf dem Kuchen bildet, ist auch kein(e?) Stevia drin, sondern – ha! – Vanillezucker. Und die letzte Beichte für heute, Problem 8: Das Kokos-Quinoa-Nest, in dem die Eierschalen liegen, ist mir total zerbröselt. Vielleicht nicht lange genug gebacken (es war aber schon gebräunt), vielleicht nicht kalt genug aufbewahrt? Nunja, zumindest schmeckt dieser Teil des Kuchens sehr lecker, wie ich anhand der Brösel feststellen kann. Habe ich mit meiner Jammerei jetzt abgeschreckt? Ich hoffe nicht! Denn es ist doch wirklich süß, dieses Oster-Biest, oder? So sieht es bei Sarah Wilson aus:

Oster-Kuchen2

ZUCKERFREIER OSTER-KUCHEN
PIMP-MY-SPONGE EASTER CAKE
Quelle: Sarah Wilson: I Quit Sugar For Life
für 8 Stücke
Zutaten:
Nest:
3 Eiweiß
75 ml Reissirup
115 g Kokosraspeln
200 ml gekochter Quinoa
eine Prise Meersalz
Biskuit:
200 g Butter, plus extra zum Einfetten der Form
50 ml Reissirup
4 Eier (die Schalen für die Deko aufheben)
200 g Mehl (im Original „self-raising“, also bereits inklusive Backpulver. Ich habe 2 TL Backpulver genommen, das war zu viel, besser nur 1)
2 EL granulierter Stevia (ich habe Pulver genommen, davon nur 1 EL)
Deko:
1 Portion Basic Raw Chocolate (Rezept siehe unten)
1/2 Portion zuckerfreie Erdbeer Marmelade (Rezept siehe unten)
250 ml Sahne
1 TL Stevia (im Rezept: granuliert, also vom feinen Pulver auch weniger)
Osterküken/Nester als Deko
Zubereitung: 
Für das Nest Eiweiß und Sirup verrühren, dann Kokosraspeln, Quinoa und Salz unterrühren. Für eine Stunde kalt stellen. Für den Biskuit den Ofen auf 170 Grad vorheizen. Den Rand einer 20cm-Kuchenform einfetten, mit Mehl abpudern, den Boden mit Backpapier auslegen. Butter und Sirup in einem kleinen Topf bei geringer Hitze schmelzen lassen – nicht kochen! Zum Abkühlen beiseite stellen. Die Eier aufschlagen, bis die Masse leicht und fluffig ist. Das Mehl (plus Backpulver) in eine große Schüssel sieben, dann Stevia hinzufügen, dann die Butter-Sirup-Flüssigkeit. Gut vermischen. Dann die Eier unterheben. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und auf der mittleren Schiene 30-35 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form, dann auf einem Gitter abkühlen lassen.
Die Eierschalenhälften gründlich unter laufendem warmem Wasser ausspülen, dabei auch die inneren Häutchen entfernen. Mit einem Küchentuch vorsichtig innen und außen abtrocknen. Die Eierschalen zurück in den Karton setzen, mit der flüssigen Schokolade (siehe Rezept unten) füllen. Im Kühlschrank oder Eisfach kühlen, bis die Masse fest ist.
Die Nest-Mischung aus dem Kühlschrank holen, ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Mischung auf das Backpapier häufen, so dass ein Häufchen von ca. 15 cm Durchmesser entsteht (etwas zusammenpressen, damit es hinterher nicht – wie bei mir – auseinanderfällt). Im Ofen für 20 Minuten oder so lange, bis es goldbraun ist, backen. Zum Abkühlen beiseite stellen, dann bis zum Servieren des Kuchens im Kühlschrank aufbewahren. Den abgekühlten Biskuit horizontal in der Mitte halbieren, die obere Hälfte abnehmen. Auf der unteren Hälfte die zuckerfreie Erdbeere-Marmelade (Rezept siehe unten) verteilen, dann die obere Hälfte wieder draufsetzen. Die Schlagsahne mit dem (der?) Stevia steifschlagen, dann den Kuchen damit verkleiden. Das Nest auf den Kuchen setzen, die Schoko-Eier darauf verteilen. Mit Deko-Küken dekorieren.

VEGANE SCHOKOLADE
I Quit Sugar For Life: BASIC RAW CHOCOLATE
Zutaten:
1/2 cup (ca. 100 ml) reine Kakaobutter (habe ich nirgends bekommen. Ersatzweise: 1/2 cup Kokosöl)
1/2 cup (ca. 100 ml) Kokosöl, weich
1/3 cup Kakaopulver (ohne Zucker)
1-2 EL Reissirup oder 1-2 TL granuliertes Stevia
2 Prisen Meersalz
Zubereitung:
Papierförmchen leicht einfetten oder einen großen Teller mit Backpapier auslegen (für das Rezept oben nur die Eierschalen in einen Karton setzen). In einem Topf bei geringer Hitze die Kakaobutter schmelzen, dabei gelegentlich umrühren. Vom Herd nehmen und die restlichen Zutaten einrühren, bis alles gut vermischt und eine glatte Masse ist. (Ich habe auch das Kokosöl erhitzt – vielleicht war das der Fehler?) Auf das Backpapier oder in die Förmchen gießen und im Kühlschrank oder Eisfach aufbewahren. Auch danach im Kühlschrank oder Eisfach aufbewahren, weil die Schokolade ab 22 Grad schmilzt. Wenn man die Schokolade auf Backpapier gemacht hat, einfach kleine Stücke zum Essen abbrechen.
Als Variation kann man noch Früchte, Nüsse etc. in die flüssige Schokolade geben.
In diesem Dessert-Rezept von Sarah Wilson hat das mit der Schokolade übrigens super funktioniert, das kann ich sehr empfehlen.

ZUCKERFREIE ERDBEER-MARMELADE
I Quit Sugar For Life: STRAWBERRY JAM
Zutaten:
1 cup (ca. 250 ml) Erdbeeren, frisch oder tiefgekühlt (ich habe eine 300 g-Packung Tiefkühl-Erdbeeren genommen, dann muss man aber die Mengen der anderen Zutaten auch leicht erhöhen)
1 cup Wasser (die gleiche Menge wie die Erdbeeren)
2 EL Reissirup
1 EL Chia Samen oder Marantastärke (engl. arrowroot, noch nie gehört)
Zubereitung:
Alle Zutaten in einen Standmixer geben und pürieren. Die Masse in einen Topf füllen und erhitzen, bis sie Blasen bildet. Dann die Hitze reduzieren und 3-5 Minuten einkochen, dabei ständig rühren, bis die Masse fester wird. In 1-2 Marmeladengläser abfüllen. Von diesem Rezept benötigt man die Hälfte für den Kuchen.

 

 

Sonntagsbäckerei: Karotte, Kokos & Banane Cupcakes

Draußen sieht es heute zwar wieder eher winterlich trüb aus, aber Ostern naht mit großen Schritten, da passt so ein Karottenküchlein doch ganz gut. Das Rezept stammt aus Die grüne Küche, dem Kochbuch des schwedischen Blogger-Pärchens David Frenkiel & Luise Vindahl vom erfolgreichen Veggie-Blog Green Kitchen Stories. Also eine gesunde Süßigkeit, und ohne Zucker. Dafür ist Ahornsirup im Teig und Honig in der Glasur. Das Ergebnis: Dank der beigefügten Gewürze sehr apart, besonders den Kardamom schmeckt man deutlich heraus, und Karotte und Kokos passen erstaunlich gut zusammen. Bei mir ist die Glasur ein wenig flüssig, aber dann muss man sie eben schnell essen. Beim nächsten Mal würde ich allerdings vielleicht nicht nur Eiweiß verwenden, denn was mache ich jetzt wieder mit den Eigelben…? Habt einen schönen Sonntag!

KAROTTE, KOKOS & BANANE CUPCAKES
Quelle: Die grüne Küche. Köstliche vegetarische Ideen für jeden Tag
Zutaten: 
Teig:
80 g Butter
4 EL Ahornsirup oder Agavendicksaft
1 TL Kardamomsamen, frisch im Mörser zerdrückt
1 TL gemahlener Zimt
1 TL gemahlener Piment
1/2 TL Vanillextrakt
150 g gemahlene Mandeln
60 g Kichererbsenmehl (oder ein anderes glutenfreies Mehl, wird empfohlen. Bei mir: schnödes Weizenmehl)
50 g Kokosraspeln
2 TL Backpulver
200 g Karotten (ca. 4 Stück), geraspelt
1 große reife Banane
4 Eiweiß
Für die Glasur:
200 g Cream Cheese
3 EL klarer Honig (bei mir: Reissirup)
Saft 1/2 Limette
15 ganze Haselnüsse, grob gehackt
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Muffinblech mit 12 Papierförmchen bestücken. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Den Ahornsirup und alle Gewürze hinzufügen und gut verrühren. Für 10 Minuten stehenlassen, damit die Gewürze einwirken können. Die Mandeln, das Kichererbsenmehl, Kokosraspeln und Backpulver in eine Schüssel geben. Die geraspelten Karotten und mit der Banane in der Küchenmaschine zu einem Brei pürieren (man kann sie auch mit einer Gabel zerdrücken und dann von Hand mischen). In die Schüssel zu den trockenen Zutaten geben und gut vermischen. Die Eiweiße aufschlagen, bis sie leicht fest werden. Unter den Teig heben, dann die Gewürz-Butter dazugeben und zu einer glatten Masse verrühren. In die Muffinförmchen füllen und ca. 25-30 Minuten backen. Währenddessen die Glasur zubereiten. Frischkäse, Honig und Limetten in einer kleinen Schüssel verquirlen. Die Muffins abkühlen lassen, bevor man sie mit der Glasur bestreicht. Mit grob gehackten Haselnüssen dekorieren.