Sonntagsbäckerei: Polentakuchen mit Pflaumen

Dieses Rezept ist adaptiert aus dem schönen neuen Kochbuch „Krautkopf. Vegetarisch kochen und genießen“, das von den Betreibern des gleichnamigen Blogs stammt, Susann Probst und Yannic Schon. Die beiden sind Fotografen, und das Buch ist wirklich ein Augenschmaus. Ich hatte es mir zum Geburtstag gewünscht und – danke, Mama! – auch bekommen. Erstmals gestolpert bin ich über Krautkopf, als vor einer Weile (ich weiß leider nicht mehr wo), ihre sensationell aussehende Mediterrane Tarte mit Polentaboden verlinkt war. Die muss ich unbedingt mal nachbacken! Allein das Wort Polenta löst bei mir schon einen Wohlfühlreflex aus. Es erinnert mich an Porridge und andere breiartige Comfort Foods,  warm, weich, sämig. Darum war ich sehr happy, als ich auch im Krautkopf-Kochbuch ein Rezept mit dieser Zutat fand. You had me at polenta. Im Teig überwiegen zwar eigentlich die gemahlenen Mandeln im Verhältnis zur Polenta, aber das stört ja nicht. Das vegetarische Kochbuch ist in vier Jahreszeiten-Rubriken unterteilt, und dieses Rezept steht unter „Winter“. Darum kommen dort auch keine frischen Pflaumen, sondern eingelegte Trockenpflaumen und würziger Pflaumensirup zum Einsatz. Der Kuchen wird als Tarte Tatin, also „verkehrt herum“ gebacken, mit den Trockenpflaumen als Boden und anschließend gestürzt. Aber ich hatte Lust auf frische Pflaumen bzw. Zwetschgen und habe sie obendrauf gepackt, ähnlich wie beim Reiskuchen mit Zwetschgen vom letzten Jahr. Und siehe da, es funktioniert auch „richtig“ herum“ ganz wunderbar. Sehr lecker, ich habe mir noch einen Klecks Schmand obendrauf gegönnt.

POLENTAKUCHEN MIT PFLAUMEN
Quelle: Susann Probst & Yannic Schon: Krautkopf. Vegetarisch kochen und genießen (Hölzer Verlag)
für eine Springform von 20 cm Durchmesser
Zutaten:
Belag:
ca. 7 große Zwetschgen*
Für den Teig:
2 Eier (Größe M)
1 Msp Meersalz
100 g weiche Pflanzenmargarine
75 g Kokosblütenzucker (ich habe stattdessen Vollrohrzucker genommen)
100 g Instant-Polenta
150 g gemahlene Mandeln
1 TL Weinstein-Backpulver
Zubereitung:
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft 160 Grad ohne Vorheizen). Den Rand einer Springform (20 cm Durchmesser) fetten und den Boden der Form mit Backpapier auslegen. Für den Teig die Eier trennen und die Eiweiße mit Salz steif schlagen. Die Margarine mit dem Kokosblütenzucker schaumig schlagen. Die Eigelbe hinzufügen und gründlich unterrühren. Die Polenta mit den gemahlenen Mandeln und dem Backpulver mischen, dazugeben und gut einrühren. Zum Schluss vorsichtig den Eischnee unterheben. Den Teig auf dem Boden der Springform glatt streichen. Die Zwetschen waschen, längs halbieren und in Streifen schneiden. Auf dem Teig drapieren. Den Kuchen insgesamt ca. 50 Minuten backen, dabei nach 20 Minuten die Temperatur auf 150 Grad (Umluft 135 Grad) reduzieren. Garprobe mit einem Holzstab machen. Den fertigen Kuchen herausnehmen und in derForm abkühlen lassen.

*Wenn man Trockenpflaumen verwenden möchte, dann benötigt man: 250 g getrocknete Pflaumen, entsteint. 250 ml Pflaumensaft, 1 Vanilleschote, 2 EL Honig, 1/4 TL gemahlener Zimt, 10 grüne Kardamomkapseln.
Am Vortag die getrockneten Pflaumen in Pflaumensaft legen und mindestens 12 Stunden einweichen. Am nächsten Tag die Pflaumen durch ein Sieb abgießen, dabei den Saft auffangen. Die Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote, Honig Zimt und Kardamomkapseln zum Pflaumensaft geben. Den Saft aufkochen und ca. 10 Minuten offen bei hoher Temperatur zu Sirup einkochen lassen. Vanilleschote und Kardamomkapseln entfernen. Dann wie oben vorgehen, aber nicht den Teig in die Backform streichen, sondern die Pflaumen auf dem Boden der Backform verteilen und mit dem Sirup übergießen. Darauf den Teig einfüllen und glatt streichen. Backen wie oben beschrieben, aber etwa 10 Minuten länger (also 60 Minuten insgesamt).

Sonntagsbäckerei: Reiskuchen mit Zwetschgen

Wenn ich Mr. B bislang gefragt habe, was ich am Sonntag backen soll, kam von Anfang an immer mal wieder dieser Vorschlag: „Mach doch einen „rice pudding“, wie ihn meine Mutter immer gemacht hat.“ Seine Mutter ist vor ein paar Jahren verstorben, ihr Rezept haben wir nicht. Und Mr. B konnte mir auch nicht so genau sagen, was ihm eigentlich vorschwebte. Ich wusste also nur, dass es sich beim „rice pudding“ seiner Kindheit in Südafrika* um eine Art Milchreis, gebacken wie ein Kuchen, handeln sollte. Und hatte keine Ahnung, wie ich den machen sollte. Bis mir jetzt ein Rezept in die Hände fiel, mit dem ich einen Versuch wagen konnte. Gefunden habe ich es ausgerechnet in unserer Fernsehzeitung (ja, wir haben die sogar im Abo, total old school, obwohl wir meistens DVDs gucken). Die Kombi mit Obst gefiel mir gut, weil ich auch noch ein paar Zwetschgen hatte, die verwertet werden wollten. Im Rezept sind es Pflaumen, außerdem wird in die Mitte noch ein halber Apfel gesetzt, aber mir gefiel diese Kombi besser, weil ich dieses Jahr noch gar keinen Zwetschgendatschi hatte.
Tja, und was soll ich sagen: We have a winner! Mit den Zwetschgen drauf wich der Kuchen zwar von dem ab, den Mr. B in Erinnerung hatte, aber davon abgesehen war ich ziemlich nah dran. Yay!

REISKUCHEN MIT ZWETSCHGEN
Quelle: TVdirekt
für eine runde Backform
Zutaten:
100 g Milchreis
1 Packung Vanillezucker
400 ml Milch
50 g Butter
125 g Zucker
1 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
3 Eigelb
50 g Stärke
1 TL Backpulver
500 g Quark
3 Eiweiß
10-12 Zwetschgen
Zubereitung: 
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Milch mit Vanillezucker aufkochen, Reis einrühren, Hitze reduzieren, 15 Minuten köcheln (ohne Deckel), abkühlen lassen. In einer Schüssel die Butter mit dem Mixer schaumig rühren, Zucker und Zitronenschale einrühren, dann nach und nach die Eigelbe (pro Eigelb ca. 1/2 Minute rühren). Stärke und Backpulver mischen, darüber sieben. Quark und den Milchreis unterheben, dann steif geschlagenes Eiweiß. Masse in eine eingefettete Backform geben. Pflaumen waschen, entsteinen, achteln. Auf der Reismasse verteilen. Im vorgeheizten Ofen ca. 50-60 Minuten backen (am besten nach der Hälfte der Zeit mit Backpapier abdecken, damit er nicht zu dunkel wird).
Im Rezept wird empfohlen, den Kuchen zum Servieren mit einem Mix aus 3 EL fein gemahlenem Mohn und 2 EL Zucker zu bestreuen und Vanillesoße dazu zu reichen. Kann man machen, muss man aber nicht, er ist auch ohne schon ziemlich lecker.

*Ich glaube nicht, dass es sich dabei um ein typisch südafrikanisches Rezept handelte, eher um ein altes deutsches, denn seine Eltern waren aus Süddeutschland nach Kapstadt ausgewandert.

Sonntagsbäckerei: Gestürzter Zwetschgenkuchen

Dieses Teil ist eine Premiere: Meine erste Tarte Tatin-ähnliche Kreation, also ein „verkehrt herum“ gebackener Obstkuchen. Aber nach mittlerweile fünfzehn Wochen regelmäßiger Sonntagsbäckerei, habe ich mir gedacht, könnte ich mich doch mal dranwagen. Das Ergebnis: sooo lecker! Nachgebacken aus der aktuellen essen & trinken. Fluffiger Boden, frisches Obst, leichte, karamellige Süße. Obwohl ich Karamell liebe, habe ich einen Heidenrespekt davor, ihn selbst herzustellen. Zu Recht, wie ich heute – eine Brandblase später – wieder feststellen musste. Die Verletzung war eigene Blödheit, aber glatten, klumpenfreien Karamell hatte ich vorher auch nicht zustande gebracht. Ich war vermutlich zu ungeduldig. Also, falls jemand nachbacken möchte: Butter, Gelee und O-Saft nicht zu eilig unterrühren. So, und jetzt hoffe ich, dass es endlich richtig heftig regnet, damit ich es mir ohne schlechtes Gewissen auf der Couch gemütlich machen kann. Schönen Sonntag!

GESTÜRZTER ZWETSCHGENKUCHEN
Quelle: essen & trinken, 9/2013
Zutaten:
Karamell und Früchte:
150 g Puderzucker
40 g Butter
5 TL Quittengelee (oder ein anderes gelbes Gelee)
3 EL Orangensaft
700 g Zwetschgen
Teig:
100 g Pecannusskerne (ersatzweise Walnüsse)
125 Butter (weich)
40 g Zucker
40 g Muscovado-Zucker (ersatzweise brauner Zucker)
1 TL fein abgeriebene Bio-Orangenschale
Salz
3 Bio-Eier (Kl. M)
200 g Mehl
3 TL Backpulver
175 ml Buttermilch
Zubereitung:
Für den Karamell eine Springform (26 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen. Von außen ein Stück Alufolie um den Boden legen und am Rand etwas andrücken, damit kein Karamell aus der Form laufen kann. Puderzucker in einem Topf bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen, dabei erst rühren, wenn der Zucker zu schmelzen beginnt. Butter, Gelee und Orangensaft zugeben und unter Rühren mit einem Schneebesen gut verrühren. 2/3 vom Karamell in die Springform geben, sofort gleichmäßig verstreichen und fest werden lassen (ca. 15 Minuten). Restlichen Karamell im Topf beiseite stellen.
Die Zwetschgen längst vierteln und entsteinen. Viertel dicht an dicht auf den Karamell legen.
Für den Teig Pecannüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, auf einem Teller abkühlen lassen. Nüsse in einem Blitzhacker fein hacken und beiseitestellen. Butter, Zucker, Muscovado-Zucker, Orangenschale und 1 Prise Salz mit dem Schneebesen der Küchenmaschine (oder den Quirlen des Handrührers) mindestens 5 Minuten sehr cremig rühren. Eier einzeln je 1 Minute gut unterrühren. Mehl und Backpulver sieben, Nüsse untermischen. Abwechselnd mit der Buttermilch kurz unterrühren.
Teig auf die Früchte streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Gas 2-3, Umluft nicht empfehlenswert) auf der 2. Schiene von unten 50 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form lassen. Dann den Formrand lösen, Kuchen auf eine Platte stürzen und das Papier abziehen. Kuchen lauwarm abkühlen lassen. Restlichen Karamell unter Rühren erwärmen und über den Kuchen träufeln. Dazu passt Schlagsahne.

Sonntagsbäckerei: Datschi-Taler mit Streuseln

Nicht immer, aber hin und wieder ist so ein verregneter Sonntag doch herrlich, oder? Man pusselt in der Wohnung herum, trägt Schlumpf-Look, und wenn man – wie ich – Lust drauf hat, schiebt man zwischendurch noch eine Kleinigkeit in den Ofen. „Ich mache was mit Medien Zwetschgen“, hatte ich mir für die heutige Backung vorgenommen. Mag ich gern, haben gerade Saison, perfekt. Am besten als Datschi, am allerbesten als Datschi mit Streuseln on top. Ausgewählt hatte ich für diesen Anlass ein Rezept aus der aktuellen meine Familie und ich.  Das Ergebnis ist lecker, wenn auch nach dem Backen nicht mehr so formschön. Und obwohl mich genau an die Angaben im Rezept gehalten hatte, war von der Streuselmasse am Ende noch ungefähr die Hälfte übrig, Zwetschgen hatte ich auch viel zuviel. Ich habe drei kleine Crumbles draus gemacht (Förmchen eingefettet, Zwetschgen rein, Streusel drüber, backen), nun sind die Zwetschgen untergebracht, aber vom Streuselteig bleiben immer noch Reste. Seltsam.
Die Taler haben übrigens einen kleinen Twist, eine „exotische“ Note: die Streusel sind mit Limette verfeinert, der Belag mit Kokos. Schmeckt super, hat aber den Nachteil, dass ich jetzt wieder eine potenzielle Küchen-Karteileiche im Schrank habe: Kokossirup. Eine 700 ml Flasche, von deren Inhalt ich gerade mal 3 Esslöffel eingesetzt habe. Wann werde ich die jemals wieder brauchen? Und wofür? Ideen werden gern angenommen. Alles außer Piña Colada!

DATSCHI-TALER MIT STREUSELN
Quelle: meine Familie & ich, 9/2013
Zutaten:
Für den Teig:
250 g Mehl
1/2 Würfel Hefe (oder Trockenhefe)
125 ml lauwarme Milch
50 g Zucker
50 g Butter
1 Ei (Gr. M)
Für den Belag:
1 kg (nee, eher weniger! ca. 700 g) Zwetschgen
250 g Mascarpone
100 g Crème fraîche
2-3 EL Kokossirup (Getränkeregal)
50 g Kokosraspel
Für die Streusel:
300 g Mehl
200 g Zucker
Saft und abgeriebene Schale von 1 Limette (Bio)
200 g kalte Butter
Anmerkung: Die Hälfte von allem reicht bei den Streuseln bestimmt auch!
Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben. Mulde ins Mehl drücken, Hefe hineinbröckeln. Hefe mit 3-4 EL lauwarmer Milch und 1 Prise Zucker verrühren. Mit etwas Mehl bestäuben und an einem warmen Ort zugedeckt 15 Minuten gehen lassen. Butter schmelzen. Restliche Milch dazugeben, mit übrigem Zucker und Ei zum Vorteig geben. Alles verkneten. Teig an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit Zwetschgen waschen, putzen, vierteln, entsteinen. Mascarpone, Crème fraîche und Sirup glatt rühren, Kokosraspel einrühren.
Für die Streusel Mehl mit Zucker, Limettensaft und -schale und kalten Butterstücken krümelig kneten, kalt stellen. Den Ofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) heizen. Teig in 10-12 Stücke teilen. Jeweils zum Fladen formen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen (nicht mehr als 5 pro Blech, sie gehen gehörig auf und die Zwetschgen suppen!). Mit Creme bestreichen, mit Zwetschgen dicht belegen. Streusel daraufgeben. Taler 30 Minuten gehen lassen. Im Ofen ca. 25 Minuten backen.